{"id":3225,"date":"2008-10-10T11:06:07","date_gmt":"2008-10-10T09:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=3225"},"modified":"2012-08-21T17:57:07","modified_gmt":"2012-08-21T15:57:07","slug":"nicht-mehr-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2008\/10\/10\/nicht-mehr-neu\/","title":{"rendered":"Nicht mehr neu&#8230;"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Der neunte Oktober 2008 ist nun vorbei. Damit ist nicht nur meine Beziehung ein rundes Jahr \u00e4lter, der legend\u00e4re Party-Kater ein rundes Jahr l\u00e4nger her &#8211; ich bin nun auch schon seit genau einem Jahr in Berlin. Seit einem Jahr lebe ich nicht mehr in meiner Heimatstadt, und au\u00dfer einem einzigen (sehr sch\u00f6nen) Abend hat es nicht einmal f\u00fcr Besuche dort gereicht. Ich finde, ein Jahr ist ein sch\u00f6ner Zeitraum, ein erstes Fazit zu ziehen. Ich teile es in ein paar Unterkategorien ein, damit es leichter lesbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Stadt an sich<\/strong><br \/>\nBerlin ist im Vergleich zu Stuttgart erdr\u00fcckend gro\u00df. In gleichem Ma\u00dfe ist es stellenweise extrem h\u00e4sslich &#8211; an anderen Ecken jedoch auch extrem sch\u00f6n. Wenn ich sagen w\u00fcrde, ich habe schon viel von Berlin gesehen, dann w\u00fcrde ich l\u00fcgen. Aber nicht zuletzt wegen meines Lernens hat die Stadt schnell an Bedrohlichkeit eingeb\u00fc\u00dft. Ich lebe inzwischen gerne in Berlin, ich f\u00fchle mich hier tats\u00e4chlich zu Hause. inzwischen wirkt die Stadt durch meine Stadtplankenntnisse fast schon \u00fcberschaubar f\u00fcr mich &#8211; was nat\u00fcrlich noch ein paar Jahrzehnte (so dieses Kapitel so lange dauert) eine Illusion sein wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Wohnung<\/strong><br \/>\nIn einen Marzahner Plattenbau sind wir gezogen &#8211; aus einem zweihundert Jahre alten Bau im gem\u00fctlichen Stuttgarter Osten. Vom Regen in die Traufe? Mitnichten. Die alte Wohnung war realistisch betrachtet eine Bruchbude &#8211; so sehr wir sie auch geliebt haben. Hier haben wir mehr gerade W\u00e4nde, mehr Stauraum, mehr Platz pro Person, die Dusche ist durchgehend warm, und durch die vielen M\u00f6glichkeiten um uns herum haben wir uns sogar den ein oder anderen Einrichtungsluxus erlaubt, den wir bis dato nicht hatten. Im Gegenzug dazu sind die Kosten pro Person um gute 50 Euro gesunken, die Einkaufslage hat sich enorm verbessert, und bei Umz\u00fcgen aller Art oder einem gebrochenen Bein weiss man sogar den Aufzug zu sch\u00e4tzen. Die Energiebilanz hat sich ebenfalls verbessert, und die einzigen Nachteile der neuen Wohnung und ihrer Lage sind schnell genannt:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Man braucht einen Schlagbohrer, auch wenn man nur ein Bild aufh\u00e4ngen will<\/li>\n<li>In die &#8222;City&#8220; brauchen wir nun 30 statt 15 Minuten (daf\u00fcr muss man das eigentlich nie)<\/li>\n<li>Der Bau ist hellh\u00f6rig (daf\u00fcr beschwert sich aber auch niemand)<\/li>\n<li>Keine Kneipe, die zur Stammkneipe taugt, liegt in Torkelweite<\/li>\n<li>Die Leute gucken skeptisch, wenn man Marzahn als Wohnort angibt<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die WG<\/strong><br \/>\nDie Wohngemeinschaft selbst hat sich am meisten gewandelt. Statt f\u00fcnf Leuten sind es nun nur noch drei. Planm\u00e4\u00dfig. De facto im Moment noch vier. Das Zerw\u00fcrfnis mit Ralf hat in so kleiner Runde nat\u00fcrlich tiefere Furchen gerissen als das in einer gro\u00dfen WG der Fall ist, aber ab n\u00e4chstem Monat wird es stimmungsm\u00e4\u00dfig dann auch wieder top sein. Grunds\u00e4tzlich gestaltet sich das Leben in einer kleineren WG der Absprachen wegen einfacher. Auf den h\u00e4ufigen Besuch m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich inzwischen verzichten, da der Freundeskreis sich zumeist noch im S\u00fcden befindet. Daf\u00fcr ist der Besuch, wenn er hier ist, auch gleich l\u00e4ngere Zeit anwesend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Beziehung<\/strong><br \/>\nDas gestrige Jubil\u00e4um hie\u00df nicht nur &#8222;drei Jahre Beziehung&#8220;, sondern voll ausgeschrieben &#8222;drei Jahre Beziehung ohne irgendwas, was ein normaler Mensch als Streit bezeichnen w\u00fcrde&#8220;. Mehr muss ich wohl nicht dazu sagen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Freunde<\/strong><br \/>\nGl\u00fccklicherweise nicht der Totalausfall, den ich bef\u00fcrchtet hatte. Ich bin zuversichtlich, trotz meiner Unf\u00e4higkeit, mich zu melden, all die Leute, die ich Freunde nenne, nach bisweilen monatelanger Funkstille dennoch in den Arm nehmen zu k\u00f6nnen, als w\u00e4re es erst letzte Woche gewesen, dass man sich gesehen hat. Erste Ergebnisse scheinen positiv zu sein \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Familie<\/strong><br \/>\nDie ist dank meiner Mutter (Cuxhaven) inzwischen weitl\u00e4ufig zerstreut, und bis auf gelegentliche Abende mit meinem Bruder fehlt mir nicht viel. Ich denke, in der Familie bei mir herrscht Einigkeit dar\u00fcber, dass man sich nicht jede Woche sehen muss, und es dann um so sch\u00f6ner ist. Ansonsten wohnt Ozies Familie gr\u00f6\u00dftenteils in der Gegend, an den entsprechenden Feiern mangelt es also nicht&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Arbeit<\/strong><br \/>\nBeschissen! Muss ich so sagen. Bis auf eine Besichtigung eines asozialen Arbeitsplatzes und einer einw\u00f6chigen Schnupperwoche im Kurs &#8222;Wie beute ich mit Zeitarbeit auf m\u00f6glichst idiotische Art Arbeiter aus&#8220; bin ich hier zu noch nichts gekommen. Seit mehr als einem halben Jahr lerne ich auf die Ortskundepr\u00fcfung, und ich hoffe, dass das bald ein Ende haben wird. Ich freue mich n\u00e4mlich tierisch auf meine neue Arbeit als Taxifahrer. Aber bislang hangel ich mich von allen Seiten gest\u00fctzt durchs Leben. Ich bin zwar grunds\u00e4tzlich froh, dass mir das so reibungsfrei m\u00f6glich ist, aber f\u00fcr einen Menschen, der sich drei Wochen lang psychisch darauf vorbereiten muss, seinen Vater anzuschnorren und Amtsbesuche hasst, ist das einfach kein Leben. Zumal ich nat\u00fcrlich ein paar Euro mehr gebrauchen k\u00f6nnte&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nImmerhin habe ich es dadurch geschafft, endlich mal einen Blog vern\u00fcnftig ausdauernd zu f\u00fchren, und das wird sich so schnell nicht wieder erledigen &#8211; da bin ich optimistisch. Wenn ich bedenke, dass ich nach meiner Pr\u00fcfung einen Job sicher habe, mit dem ich mein Leben finanzieren kann, und der mir Spass macht, dann muss mein pers\u00f6nliches Fazit doch lauten, dass ich zufrieden bin. Ja, eigentlich sogar gl\u00fccklich. Ich habe ein zwar kleines, aber bald wieder intaktes soziales Umfeld, eine liebenswerte Freundin, mit der ich mir problemlos ein ganzes Leben vorstellen kann und bin in absehbarer Zukunft auch finanziell wieder &#8222;obenauf&#8220;. Alles, was ich selbst beeinflussen kann, sieht eigentlich bestens aus. Zumindest f\u00fcr mein Gef\u00fchl. Insofern bereue ich es kein bisschen, nach Berlin gezogen zu sein &#8211; und das alles, ohne darauf rumzuhacken, wie spie\u00dfig Stuttgart ist, oder wie toll die Kneipen hier in der &#8222;coolsten Hauptstadt der Welt&#8220; sind. Und das ist doch viel wert.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neunte Oktober 2008 ist nun vorbei. Damit ist nicht nur meine Beziehung ein rundes Jahr \u00e4lter, der legend\u00e4re Party-Kater ein rundes Jahr l\u00e4nger her &#8211; ich bin nun auch schon seit genau einem Jahr in Berlin. 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