{"id":2814,"date":"2008-08-24T12:24:46","date_gmt":"2008-08-24T10:24:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=2814"},"modified":"2012-08-21T17:49:25","modified_gmt":"2012-08-21T15:49:25","slug":"verkurzte-abwesenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2008\/08\/24\/verkurzte-abwesenheit\/","title":{"rendered":"Verk\u00fcrzte Abwesenheit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Sash hat nach wie vor ein Talent zu \u00fcberraschen.. Dass die letzte Kinderfreizeit meinerseits vor 3 Jahren durch einen eingeklemmten Nerv recht&#8230; \u00e4h ja&#8230; nervig war, hielt ich bis dato f\u00fcr eine der bl\u00f6desten M\u00f6glichkeiten, sich die sch\u00f6nste Zeit des Jahres zu versauen. Die Spanienfreizeit hat mich eines besseren belehrt. Ein (langer) R\u00fcckblick auf die Geschehnisse:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Angefangen hat f\u00fcr mich alles mit einer nahezu akribischen Vorbereitung, die bis auf die Hinfahrt fast alles einschloss. Die Fahrt sollte eine Weile offenbleiben, ebenso wie meine \u00dcbernachtung in Stuttgart. Man k\u00f6nnte sagen, ich wartete das beste Angebot ab, aber es war wohl eher eine Entscheidungsschw\u00e4che und Faulheit. Gl\u00fccklicherweise ergab es sich dann, dass ich mit Anni und Goran eine M\u00f6glichkeit fand, kosteng\u00fcnstig in meine Heimatstadt zu cruisen. Selbst einen Mitfahrer haben wir noch gefunden. So musste ich also keine Mitfahrgelegenheit mehr suchen, sondern wir konnten sogar noch eine anbieten. Statt wie geplant um 22.15 Uhr sind wir dann allerdings erst gegen 22.45 Uhr aus dem Haus gekommen, was uns ein wenig unter Zeitdruck brachte, da wir um 23 Uhr am Hauptbahnhof sein mussten. Naja, unsere Versp\u00e4tung w\u00e4re mit dem &#8222;akademischen Viertel&#8220; unzureichend \u00fcberschrieben, war allerdings unproblematisch. Das traf auch auf den Mitreisenden zu, der sich begeistert zeigte vom vielen Platz und dann meistens schlief. Innerhalb Berlins habe ich die Heidenheimer Kiste noch gut gelenkt, der Rest der Strecke lag dann in Gorans Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr bekloppt gehalten muss unser Mitfahrer uns dennoch haben, sp\u00e4testens als wir mitten in der Nacht auf einem Parkplatz standen, dem wir &#8211; f\u00fcr Au\u00dfenstehende schwer begreifbar &#8211; huldigen mussten, weil er in Zella-Mehlis (&#8222;Zeeeehla-Meeeehliss&#8220;) liegt. Dennoch war er kooperativ und schlief weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein vorl\u00e4ufiges Reiseziel Stuttgart erreichten wir ziemlich genau um 6.00 Uhr morgens bei sch\u00f6nstem Wetter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus bin ich dann im Versuch, die Zeit zu vertreiben bis zum Schlo\u00dfplatz gelatscht, habe dann allerdings festgestellt, dass meine Tasche auf Dauer doch recht schwer ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Mangel an Alternativen zu dieser unchristlichen und noch viel unatheistischeren Zeit hatte ich da schon l\u00e4ngst beschlossen, mal wieder bei Tula reinzuschneien. Als \u00dcberraschung taugen alte Stammg\u00e4ste, die inzwischen 650 km weit weg wohnen offenbar schon, wenn man morgens vor der Kneipe auf Einlass wartet. Tula hat sich gefreut. Ich mich auch. Drei Cola hab ich in den knapp zwei Stunden getrunken, in denen ich mir mit einem nicht verschwinden wollenden Grinsen angeh\u00f6rt habe, dass der Herr Lufthansa ja bald zwei Tage frei hat und wie toll das doch alles ist, wenngleich ihn seine Arbeit ja eigentlich ankotzt (Depp!). Ich erfreute mich an der Aussicht, in 30 Stunden am Mittelmeer zu liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz nach 9.00 Uhr habe ich mich dann auf den Weg gen Backnang gemacht. Ja, ich war ungeduldig, aber das sollte so schlecht gar nicht sein. Zun\u00e4chst habe ich am Hauptbahnhof v\u00f6llig vergeblich nach einem Schreibblock gefahndet, um dann folgendes mitzubekommen: Just an diesem Morgen, ja in diesen Minuten hatte ausgerechnet die S3 Richtung Backnang das, was laut Bahnjargon &#8222;Personenunfall&#8220; heisst, und mit Sicherheit jemand anders den Morgen mehr versaut hat als mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich feststellte, dass da so schnell nichts mehr geht, habe ich mich wie in alter Gewohnheit aus dem Staub gemacht, als die Cops aufgetaucht sind. Der Bahnhof versank damit in dem Chaos, in dem er immer versinkt, wenn die S-Bahnen mal oberirdisch fahren. Ach, was habe ich Stuttgart und sein Verkehrschaos vermisst! Mir gab das Ganze die Chance, \u00fcber den RE nachzudenken, und der fuhr auch tats\u00e4chlich bereits 10 Minuten sp\u00e4ter. Damit war ich etwa zu dem Zeitpunkt in Backnang, zu dem auch meine S-Bahn eingetroffen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Treffpunkt kam ich eine halbe Stunde zu fr\u00fch an, und war damit eine Ausnahme. Der quasi erste Morgen im Team war gepr\u00e4gt von kleinen bis mittelschweren Katastrophen, weil jeder noch wichtige Dinge zu erledigen hatte. Mal waren es wichtige Telefonate mit der Bank, mal eine Uni-Einschreibung, mal Arbeit grunds\u00e4tzlich, mal Erledigungen f\u00fcr die Freizeit selber oder im extremsten Fall noch das Waschen s\u00e4mtlicher Klamotten weil es am Abend vorher sp\u00e4t war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine komplette Ausnahme stellte aber auch ich nicht dar, hatte ich doch so etwas unwesentliches wie das Geschirr vergessen. &#8222;Gl\u00fccklicherweise&#8220; muss man sagen, wenn man sich hier in der WG den aktuellen Bestand au\u00dferhalb von Ralfs Zimmer ansieht. An dieser Stelle muss ich wohl Ellen, Mandy und dem Kreishaus danken: Ohne euch h\u00e4tte ich in Spanien vom Boden essen m\u00fcssen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber selbst unser kleines Sit-in beim \u00f6rtlichen B\u00e4cker musste nicht ausfallen, insgesamt war die Organisation der letzten Stunden also chaotisch aber sehr erfolgreich. Dann kam also irgendwann der inzwischen fast als pl\u00f6tzlich auftauchend empfundene Termin zur Abfahrt zum Bahnhof, und dort kam es zur n\u00e4chsten \u00dcberraschung: ALLE Kids waren p\u00fcnktlichst da! Das sollte ein Vorgeschmack auf deren Bravheit w\u00e4hrend der ersten Freizeittage werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bus hatte eine eigentlich minimale Versp\u00e4tung, und w\u00e4hrend des Einladens des Gep\u00e4cks gab es die ersten spannungs- und spa\u00dfvollen Interaktionen mit Alfred und seinem Kollegen, unseren Busfahrern. Unser Gep\u00e4ck war deutlich zu umfangreich, und es h\u00e4tte auch kein bisschen gewundert, wenn wir etwas h\u00e4tten dalassen m\u00fcssen. In diesem Kontext erfuhren wir dann von der besonderen Kuriosit\u00e4t dieser Fahrt. Dass wir nicht die einzige Gruppe waren, war nicht \u00fcberraschend. Dass wir die andere in Ulm abholten, etwas mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So kam es, dass wir kurz nach 15 Uhr in Backnang abreisten, Deutschland aber erst um 22.07 Uhr hinter uns lie\u00dfen. Mit daf\u00fcr verantwortlich waren allerdings auch die zahlreichen Pausen, die die Fahrer einlegten, unter anderem eine gro\u00dfe auf einem Rastplatz, kinderfreundlich mit McDonalds. Die Pausen waren so gelegt, dass selbst ich als Raucher mich nicht gro\u00df beschweren konnte. Und das will was heissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann war es eine Mehrheitsentscheidung der Kids (noch dazu eine unblutige), nachts w\u00e4hrend der Fahrt &#8222;Das Parfum&#8220; anzuschauen. Verwunderlich ist das nur insofern, als die Alternativen &#8222;Spiderman 3&#8220; und &#8222;Der DaVinci-Code&#8220; hiessen. So kam also der Sash auch noch ein bisschen in den Genuss von Kultur, denn ich fand die Verfilmung eigentlich hervorragend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachtstunden im Bus waren gepr\u00e4gt von Schl\u00e4frigkeit, die aber meist nur mehrere Minuten am St\u00fcck zu handfestem Schlaf wurde, da die Bequemlichkeit beizeiten doch unter der Enge litt. Dabei kann ich selbst mich noch am wenigsten beschweren, hatte ich doch als einziger einen Doppelplatz, was der Tatsache geschuldet war, dass die Fahrer ihn sich reserviert hatten und ihn nie brauchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am fr\u00fchen Morgen des Dienstags \u00fcberquerten wir die spanische Grenze und um 9.30 Uhr etwa kamen wir auf unserem Campingplatz Nautic Almata an. Der Platz ist riesig und notgedrungen zweckm\u00e4\u00dfig eingerichtet, aber in Punkto Atmosph\u00e4re und Sauberkeit erste Klasse. Ebenso einen dicken Pluspunkt in meiner Wertung hat die Organisation von <a href=\"http:\/\/www.voyage-gruppenreisen.de\/\">yoyage Reisen<\/a> verdient, die da unten mit beispiellosem Einsatz und motivierten Leuten ein Wahnsinns-Programm auf die Beine stellen. Ich war immer skeptisch solchen Anbietern gegen\u00fcber, aber das dort vor Ort hat mich echt \u00fcberzeugt. Vielleicht ein Gl\u00fccksgriff, vielleicht auch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anfang des Dienstags verflog nur so mit Zelteinrichten und nat\u00fcrlich auch mit dem mehrfachen Verlesen der Platzordnung und dergleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann sind wir zum Strand und haben die ersten Gruppenspielchen zum Kennenlernen und Spa\u00df haben initiiert. Zun\u00e4chst das Planetenspiel als Mittel, sich Namen zu merken und dann eine Runde &#8222;British Bulldog&#8220;. Dies ist eine sehr rabiate, aber zugleich ungeheuer spa\u00dfige Variante von &#8222;Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?&#8220;, bei der nur der als gefangen gilt, der vom Boden hochgehoben wird. Wie immer dauerte es eine Weile, bis man sich auch an mich herangetraut hatte, doch dann hatte ich leider keine Chance. F\u00fcnf Leute haben es letztlich geschafft, mich zu erwischen. Bei meinem ersten Einsatz als F\u00e4nger ist es dann passiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich jemandem hinterherannte und einem Haken seinerseits folgen wollte, zwang mich eine kleine Sandaufsch\u00fcttung zu einem unbeabsichtigten Bremsman\u00f6ver. Kurz: Mein Bein stoppte aprupt, ohne dass ich es wollte, und mein komplettes Kampfgewicht plus die Bewegungsenergie aus einem ausreichenden Anlauf st\u00fcrzten nun auf mein linkes Bein ein, bogen es bis zum Anschlag durch und mit einem f\u00fcr Au\u00dfenstehende sicher sehr komischen Gesichtsausdruck bin ich vor Schmerzen fluchend zu Boden gegangen. Mein erster Gedanke war: &#8222;Schei\u00dfe, das Bein ist durch!&#8220; Ich weiss nicht warum, ich kann es nicht sagen, aber Anzeichen wie hervorstehende Knochen oder dergleichen fehlten. Nur dieser fiese fast unaushaltbare Schmerz&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab mich ein wenig am Boden gewunden und den anderen gesagt, sie sollen erstmal weiterspielen &#8211; was sie auch taten, wenngleich die Runde nicht mehr lange dauerte. Ellen war bem\u00fcht, mir beim Aufstehen zu helfen, ich wies das Angebot, gest\u00fctzt zu werden, ihretwegen ab. Nach wenigen Schritten bemerkte ich dann, dass mein Bein seine bisherige Stabilit\u00e4t auf Knieh\u00f6he stark verringert hatte, und das hat zur Folge, dass es schmerzhaft nach vorne einknickte, wenn ich es streckte und belastete. Ein besonders ekliges Gef\u00fchl. Mal ganz davon abgesehen, dass es einen bitterst auf die Schnauze hauen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlos lange 100 Meter hab ich mich an der Seite von Ellen vom Strand bis zur Stra\u00dfe gek\u00e4mpft und dort auf Hilfe gewartet, die meine mich betreffend leiderprobte Mitteamerin organisieren wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz darauf kam dann Karo (oder Cora?) von voyage und hat mich zu Maria gefahren. Zweimal genau genommen, da beim ersten Mal noch zu war. Maria ist die \u00c4rztin am Platz, gef\u00fchlte 100 Jahre alt, aber furchtbar nett. Was ich genau hatte, wusste sie nicht, sie tippte auf den Meniskus, massierte mir minutenlang Schmerzgel ein und verpasste mir eine Schiene f\u00fcrs Bein. Am n\u00e4chsten Tag (Dienstag) sollte ich mich wieder bei ihr melden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Abend war schmerzlich bis ertr\u00e4glich, von den meisten Aktivit\u00e4ten musste ich mich aber notgedrungen fernhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der abendlichen Relflektionsrunde vor dem Waschhaus kam dann allerdings die schlimmste Zeit: Die Stunden bis zum Einschlafen. In meiner geminderten Beweglichkeit habe ich meine Matratze auf den Boden schmeissen d\u00fcrfen, sie beziehen, mich dort hinaufwuchten und mich mit M\u00fccken herum\u00e4rgern. Bis in die sp\u00e4ten Morgenstunden wurde ich vom Surren und zudem von abwechselndem Schmerz und Juckreiz wachgehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Aufstehen habe ich dann feststellen d\u00fcrfen, dass es mir mit Schiene nicht m\u00f6glich ist. Folglich habe ich sie abgenommen, was zu akuten Schmerzzust\u00e4nden gef\u00fchrt hat. Von der Freizeit selbst habe ich ab da nicht allzu viel mitbekommen, mein Bein war leider in den Vordergrund ger\u00fcckt. Der Entschluss, einen anderen Arzt aufzusuchen wurde gemacht, und so fand ich mich nebst einem n\u00f6rgelnden Matze (der weder Arztpraxen mag, noch gerne das Autofahren \u00fcbernommen hat) in Roses wieder, wo ein deutscher Arzt meine Gliedma\u00dfen begutachtet hat. Nach einer erstaunlich kurzen und dennoch umfassenden Untersuchung (&#8222;Tut das weh?&#8220; &#8222;Nein!&#8220; &#8222;Schade&#8230;&#8220;) lag ich mit einem zu knappen Bleischurz auf einer zu kurzen Liege unter einem R\u00f6ntgenger\u00e4t und lie\u00df mich verstrahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ergebnis: Gebrochenes Wadenbein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich war die Diagnose weder \u00fcberraschend noch begeisternd, ich war aber zugegeben froh zu wissen, was es ist. Dass die Freizeit damit gelaufen ist, war mir allerdings schmerzlichst bewusst. F\u00fcr mich als Deutschen war es faszinierend, meinen Arzt zu beobachten, wie er mit seinem Orthop\u00e4den-Kunden feilschte, und meine neue (echt geile) St\u00fctze von 270 \u20ac auf 200 runtergehandelt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, wie das mit den Finanzen jetzt noch aussieht, dass muss ich eh mal sehen. Denn es l\u00e4uft wohl nicht alles \u00fcber meine Krankenkasse, sondern auch einiges \u00fcber die Versicherung beim KJR, und so weiss ich noch gar nichts. Ausser, dass es um eine Menge Kohle geht. F\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse zumindest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gut, meine alte St\u00fctze hab ich Maria dann erst mit einem Tag Versp\u00e4tung abgegeben, und mit der Zeit hat es sich herauskristallisiert, dass es wohl f\u00fcr alle das Beste w\u00e4re, wenn ich abreise. Ich denke zwar nicht, dass ich extrem viel Arbeitskr\u00e4fte gebunden habe, da ich alles in allem viel alleine machen konnte, aber letztlich kam ich mir selbst ausreichend nutzlos und optionslos in der Spanischen Pr\u00e4rie vor, um \u00fcber eine fr\u00fchzeitige Abreise nachzudenken. Erst am Mittwoch habe ich dann Ozie informiert, dass ich verletzungsbedingt wahrscheinlich fr\u00fcher heimreisen werde. Auf die Frage, um was f\u00fcr eine Verletzung es sich handeln w\u00fcrde, habe ich einmal mehr unerschrockene Coolness walten lassen und verk\u00fcndet: &#8222;Ich m\u00fcsste l\u00fcgen, wenn ich sagen w\u00fcrde: Es ist kein Beinbruch&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kids haben ab da offenbar noch mehr Respekt vor mir gehabt, als es eh schon der Fall war (&#8222;Und damit l\u00e4ufst du noch rum!?&#8220;), aber das hat mich auch nur peripher tangiert. Zweischneidig war das Schwert namens KJR, was meine verfr\u00fchte Abreise betraf. Zwar wurde mein Flug von Backnang gebucht und bisher sogar bezahlt &#8211; aber es wurde mir durch die Blume schon klargemacht, dass ich mich eigentlich nicht so haben sollte, und dass ich sicher l\u00e4nger bleiben k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine Frage, das h\u00e4tte ich k\u00f6nnen, nur leider w\u00e4re es f\u00fcr die Freizeit eher schlecht als gut gewesen. F\u00fcr mich sowieso. Es stimmt mich froh, in meiner eigenen Bude nicht mehr hundert Meter humpeln zu m\u00fcssen um aufs Klo zu kommen, ich gebe es ja zu! Naja, der bisherige Stand der Dinge ist der, dass ich die H\u00e4lfte des Heimfluges selber zahlen muss (das ist ja ok), die andere H\u00e4lfte dagegen vom Team bei der Freizeit eingespart werden muss (das wiederum ist extrem schei\u00dfe!). Aber mir wurde versichert, dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Ich warte mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag habe ich Ozie dann mitteilen d\u00fcrfen, dass ich am Freitag Abend bereits in Berlin sein werde. Der Tag der Reise allerdings sollte hier auch noch Erw\u00e4hnung finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitag Morgen bin ich bereits um 10.15 zur Rezeption gewatschelt, weil ich noch meine Flugbescheinigung ausdrucken musste, und das Internetcaf\u00e9 am Platz keinen Drucker hat. Das ging problemlos, und so konnten wir alle getrost nach Barcelona starten. Ja, alle! Nicht, dass ich ein riesiges Abschiedsteam dabei hatte, es war sowieso Tag des Barcelona-Ausflugs, und so war das alles in allem recht praktisch. An der Sagrada Familia habe ich mich von der Truppe getrennt, nachdem ich einen Metro-Plan mit Paul gecheckt habe, der mir sagte, dass ich nur einmal umsteigen m\u00fcsste zum Aeroport. Naja, so in etwa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin nach ein paar Abschiedsfloskeln in die Metro-Station gehumpelt und war zun\u00e4chst \u00fcberfordert, weil ich keinen eindeutigen Zonenplan entdeckt habe. Nach Ewigkeiten war mir klar, dass ich wirklich nur eine Zone brauche, und dann habe ich mir sicherheitshalber eine Tageskarte geholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst einmal in der U-Bahn angelangt, f\u00fchlte ich mich recht sicher, dass ich das Ziel &#8211; wenn auch verschwitzt &#8211; erreichen w\u00fcrde. Drei Stationen sp\u00e4ter stieg ich planm\u00e4\u00dfig aus, aber das war es dann auch mit dem Plan. Theoretisch m\u00fcsste dort irgendwo die Bahn zum Flughafen fahren, aber wo habe ich leider nicht herausgefunden. Ich bin irgendwann in einem endlos erscheinenden Tunnel gelandet, der mich aber auch nur zur n\u00e4chsten U-Bahn, nicht zum entsprechenden Zug gebracht hat. Dann dachte ich, ich nehm mal den n\u00e4chstbesten Ausgang, vielleicht entdecke ich ja irgend einen Hinweis auf einen Bahnhof oder dergleichen. Gedacht, getan! Dann stand ich pl\u00f6tzlich mitten in Barcelona in einer der Hauptverkehrs- und Einkaufsstra\u00dfen und nix schien weiter entfernt zu sein als der Flughafen. Vielleicht h\u00e4tte ich doch ein bisschen Spanisch lernen sollen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab dr\u00fcber nachgedacht, es noch einmal zu versuchen, aber alleine dieser bl\u00f6de Tunnel w\u00e4re eine H\u00f6llenqual geworden. Durchgeschwitzt und fertig war ich ja zur Gen\u00fcge. Also hab ich meine Schiene auf 90 Grad Bewegungsfreiheit eingestellt und eines der tausend Taxis angehalten, die mich im Laufe der Viertelstunde passiert haben. Die Fahrerin war ein solches Original, das ist schwer zu beschreiben. Gefahren ist sie wie Henker, gelabert hat sie die ganze Zeit, aber nett war sie wirklich. Ich hab f\u00fcr die 20 &#8211; 25 km zum Flughafen inklusive Gep\u00e4ckaufschlag 19 Euro gezahlt. Sollte das Abzocke gewesen sein, dann war es in ertr\u00e4glichem Rahmen. Aufs Einchecken durfte ich ein paar Stunden warten, was insbesondere deswegen witzig war, weil ich auf diesem Flughafen keine Uhr gefunden habe. Wahrscheinlich sind es nur so viele, dass sie mir nicht aufgefallen sind, aber ich habe mich mehrmals in den Terminals umgesehen. Der Rest war Kinderfasching. Der Sicherheits-Check wurde durch meine Beinschiene eher vereinfacht. In der Schiene h\u00e4tte ich locker eine zerlegte Schusswaffe unterbringen k\u00f6nnen. Da seit 9\/11 so ein Hype um all die Kleinigkeiten gemacht wird: Ich hatte folgende primitive aber lustige Waffe im Handgep\u00e4ck: Deo-Spraydose und zwei Feuerzeuge. Da mir die Ankunft allerdings wichtiger war als irgendeine Show, hab ich mich ruhig verhalten. Der Flug kam \u00fcberp\u00fcnktlich an, da wir offenbar eine mit 180 km\/h recht steife Brise als R\u00fcckenwind hatten. Witzigerweise sind wir fast direkt \u00fcber Stuttgart geflogen, so gegen ca. 21.25 Uhr. Sieht von so weit oben leider nicht ansatzweise so spektakul\u00e4r aus wie Berlin beim Landeanflug. D\u00fcrfte 22.30 Uhr gewesen sein, als ich mein Ozie und Nico in die Arme schlie\u00dfen konnte. Tja, und jetzt bin ich wieder da!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\nWeisheiten, die ich von der Reise mitgebracht habe:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Kinder k\u00f6nnen auch lieb sein<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Betten, die wackeln, wenn ich ein Hemd drauf werfe, eignen sich nicht zum darin schlafen<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Mein potenzieller Hausarzt wohnt 1500 km weit weg<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Ibuprofen sind in Spanien gr\u00f6\u00dfer<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Am Notausgang im Flugzeug ist die Beinfreiheit am gr\u00f6\u00dften, wegen meiner Beinverletzung (der mehr Beinfreiheit sicher gut getan h\u00e4tte) durfte ich dort aber nicht sitzen. Kurios<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Der Start vom Flughafen Barcelona nach Berlin ist ein grandioses Erlebnis auf der rechten Seite des Flugzeugs<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sash hat nach wie vor ein Talent zu \u00fcberraschen.. 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