{"id":23662,"date":"2025-07-22T10:55:20","date_gmt":"2025-07-22T08:55:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=23662"},"modified":"2025-07-22T11:08:21","modified_gmt":"2025-07-22T09:08:21","slug":"medien-selbstversuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2025\/07\/22\/medien-selbstversuch\/","title":{"rendered":"Medien-Selbstversuch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Aus den Medien &#8211; ausgerechnet &#8211; wissen wir ja von allerhand Studien, wie sich der Medienkonsum auf die eigene Wahrnehmung auswirkt. Und nat\u00fcrlich nicht nur die Menge, sondern vor allem auch, was genau man sich zwischen die Ohren d\u00fcbelt. Klar, augenscheinlich wird es, wenn wir gerade in die USA schauen, wo man sieht, wozu es f\u00fchren kann, wenn ein halbes Land einem rechtsextremen Senderkonglomerat Raum gibt, aber es ist ja auch nichts neues, dass hierzulande Blauw\u00e4hler gerne bestimmte Zeitungen lesen, die sicher auch nicht ganz zuf\u00e4llig hohe Absatzzahlen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem politischen Spektrum ist das alles auch totdiskutiert, da hab ich gerade nix beizutragen. Und ja, nat\u00fcrlich bin ich da auch nicht unanf\u00e4llig, ich vermeide die Springerpresse auch, wo es geht. Ganz so wahnsinnig, eine Zeit lang die Welt zu lesen, werde ich in diesem Leben vermutlich auch nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der in der \u00dcberschrift angeteaserte Selbstversuch bezieht sich also nicht auf irgendwas politisches, sondern auf Unterhaltung. Und zwar hab ich letztes Jahr schon den Podcast &#8222;Mordlust&#8220; in meine Liste mitaufgenommen. Es ist nicht der erste True-Crime-Podcast, den ich in meinem Leben geh\u00f6rt habe, ich hab wie viele andere auch immer schon eine Faszination f\u00fcrs B\u00f6se im weitesten Sinne gehabt. Das Neue war, dass ich meinem Drang nachgegeben habe, neue Podcasts von Beginn an zu h\u00f6ren und dementsprechend in relativ kurzer Zeit so um die 200 Stunden &#8211; bin mir gerade nicht sicher &#8211; wegabsorbiert habe. Und da war dieser Effekt, den Medien auf einen haben k\u00f6nnen, pl\u00f6tzlich unfassbar greifbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also auf einem Level, das gleicherma\u00dfen verst\u00f6rend, wie auch unfassbar interessant war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn zum einen hab ich gemerkt, dass ich insgesamt schlechtere Laune hatte. Sicher, das kann viele Gr\u00fcnde gehabt haben, aber zeitlich war das erstaunlich passend. Dar\u00fcber hinaus habe ich aber auch erstmalig an mir selber gemerkt, wie das ist, wenn einem etwas Angst macht. Also was aus den Medien. Angst kenne ich schon auch, keine Sorge, entgegen anderslautender Ger\u00fcchte bin ich kein seelenloser Stein. Ich meine halt so richtig echte Besorgnis, dass &#8222;da drau\u00dfen&#8220; Dinge passieren, die mir gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was stimmt, aber als Mensch, der gerne rational ist, sich in Grundz\u00fcgen mit Statistik auskennt und dar\u00fcber hinaus das gro\u00dfe Gl\u00fcck hat, aufgrund seiner \u00e4u\u00dferen Erscheinung extrem selten in Gefahr zu geraten, bin ich bisher schon immer mit einem gewissen Sicherheitsgef\u00fchl durch mein Leben gewatschelt, das auch nicht unbegr\u00fcndet war. &#8222;Gef\u00e4hrliche Stadtteile&#8220; sind f\u00fcr mich seit jeher ein Motiv aus Hollywoodfilmen, ungef\u00e4hr so real wie mutierte Superschurken. Im Grunde will ich niemandem was b\u00f6ses und in meinem tiefsten Inneren gehe ich davon aus, dass das entsprechend umgekehrt auch so ist. Und im schlimmsten aller F\u00e4lle ist das Motiv des Gegen\u00fcbers Geld und das ist ein l\u00f6sbares Problem, vor dem ich keine allzu gro\u00dfe Angst oder bei dem ich nicht allzuviel zu verlieren habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nach einem Monat intensiver Verbrechensbeschallung hab ich gemerkt, wie mich das unsicher gemacht hat, wie ich mich pl\u00f6tzlich gesorgt habe, was alles passieren k\u00f6nnte. Und um ehrlich zu sein: R\u00fcckblickend ist das eigentlich das Be\u00e4ngstigende. Denn nat\u00fcrlich hatte sich an meiner Situation nichts ver\u00e4ndert und trotzdem hab ich nur weil ich ein paar Berichte zu besonders hervorgehobenen Straftaten geh\u00f6rt habe, ein diffuses Unwohlsein gesp\u00fcrt. Ich hab da ganz pers\u00f6nlich gemerkt, wie leicht es eigentlich ist, Leute zu manipulieren. Denn das bei mir war mit dem Holzhammer und ganz offensichtlich, das sieht halt nochmal ganz anders aus, wenn man da langsam \u00fcber 20 Jahre mit seinen Lieblingssendungen reinrutscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mich kriegt man nicht mehr dazu, Sicherheitspakete der Union zu bejubeln, da bin ich guter Dinge, ich hab das jetzt ja auch halbwegs gut mitbekommen. Aber es f\u00fchlt sich komisch an. Auf einer anderen Ebene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach ja, ich h\u00f6re Mordlust immer noch. Eine Folge die Woche ist eine nette Abwechslung zwischen Unterhaltung, Wissenschaft, Politik und Nachrichten. Aber ich werde mir sicher keine drei weiteren Crime-Podcasts in die Liste packen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus den Medien &#8211; ausgerechnet &#8211; wissen wir ja von allerhand Studien, wie sich der Medienkonsum auf die eigene Wahrnehmung auswirkt. 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