{"id":14137,"date":"2015-05-01T05:11:35","date_gmt":"2015-05-01T03:11:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=14137"},"modified":"2015-05-01T06:06:55","modified_gmt":"2015-05-01T04:06:55","slug":"heraus-zum-ersten-mai-im-taxi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2015\/05\/01\/heraus-zum-ersten-mai-im-taxi\/","title":{"rendered":"Heraus zum ersten Mai \u2013 im Taxi!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal gibt es so Entscheidungen, die man sich schwer macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Mai ist f\u00fcr mich jetzt 6 Jahre lang der einzige Feiertag gewesen, zu dem ich immer frei genommen habe. Alle anderen hab ich immer auf der Vielleicht-Liste gehabt. Ich bin schon an Weihnachten und Ostern gefahren, Silvester sowieso. Die meisten anderen Feiertage bemerke ich ohnehin immer erst zwei Tage vorher am Laden\u00f6ffnungszeitenschild am Kaiser&#8217;s. Aber am ersten Mai war Demo und abends vielleicht noch ein kleiner Umtrunk mit Freunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte nicht vor das zu \u00e4ndern, werde es dieses Jahr aber dennoch tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen ist da nat\u00fcrlich das mit dem Geld. Das ist rar gerade und der erste Mai ist zudem ein umsatzstarker Tag. Beides gute Argumente, aber keine, die mich in den letzten Jahren am Freimachen gehindert haben. Und irgendwie h\u00e4tten wir uns die paar Bier in der Kneipe, die Falafel und die Taxifahrt nach Hause auch aus den Rippen leiern k\u00f6nnen, ich will jetzt ja auch nicht \u00fcbertreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum anderen ist da aber auch eine gewisse Unzufriedenheit mit der Linken in Berlin. Jetzt mal abgesehen von den wie bei allen Vereinen, Parteien und Bewegungen existenten Konflikten mit der eigenen politischen \u00dcberzeugung. Das letzte Jahr war voll mit linken Themen und bei keinem sieht es irgendwie gut aus. Der ganze Pegida- und Nazirotz, die fortlaufende \u00dcberwachungsaffaire und nicht zuletzt die Fl\u00fcchtlingskatastrophen an der europ\u00e4ischen Grenze. Und ich wei\u00df, dass das alle, die um 18 Uhr in Kreuzberg sein werden, interessiert und ich mit ihnen auf einer Wellenl\u00e4nge liege, keine Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber anstatt das zu thematisieren, wird auf die Stra\u00dfe gegangen wegen der Gentrifizierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und um das klarzustellen: Die ist zweifelsohne ein riesiges Thema, gerade in Berlin. Das zu thematisieren ist gro\u00dfartig, und hey: selbst hier in Marzahn steigen die Mieten bereits heftig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem habe ich ein Problem mit dem Aufruf der radikalen Linken Berlin. Unter dem an sich wunderbaren Plakat mit der markigen Aufschrift &#8222;Wir sind \u00dcBERALL&#8220; wird dann bem\u00e4ngelt, wie sozial schwache Gruppen &#8222;aus Kreuzberg, Friedrichshain, Neuk\u00f6lln verdr\u00e4ngt werden&#8220;, <a title=\"antifa.de \u2013 Heraus zum ersten Mai\" href=\"http:\/\/www.antifa.de\/cms\/content\/view\/2479\/1\/\" target=\"_blank\">um daraufhin anzuf\u00fcgen<\/a>:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Jenseits der Innenstadtbezirke lebt man in den Plattenbausiedlungen von Hellersdorf, Marzahn, K\u00f6penick, Neuk\u00f6lln-Britz ohne den Charme, den Berlin sich so gerne auf die Fahnen schreibt, in einem noch viel graueren Alltag, der nicht selten von Armut und Perspektivlosigkeit gepr\u00e4gt ist.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und daran \u00e4ndern wir bitte was genau, wenn wir Kreuzberg, Friedrichshain und Neuk\u00f6lln vor Luxusappartements besch\u00fctzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich hab ich mir meine Bude in Marzahn auch aus Geldgr\u00fcnden gesucht, aber es w\u00fcrde mir ehrlich gesagt nach den Nazieskapaden der letzten Monate wesentlich besser gefallen, wenn einige Linke nach Marzahn ziehen w\u00fcrden, als dem Wunsch hinterherzuhecheln, f\u00fcr mich in Kreuzberg eine Wohnung zu finden. Wie kann man unter dem Motto &#8222;Wir sind \u00fcberall&#8220; auf die Stra\u00dfe gehen, um dort dann zu jammern, dass man seine Altbauwohnung in einem In-Bezirk nicht verlieren will?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber klar, dass in Marzahn die Welt nicht heil ist, liegt daran, dass hier die Fassaden ein paar Stockwerke h\u00f6her sind, nicht etwa daran, dass selbst der radikalen Linken nichts besseres einf\u00e4llt als das Wohnen in einem Au\u00dfenbezirk gleich mal zu stigmatisieren und alles au\u00dferhalb des Einzugbereichs des eigenen Sp\u00e4tis vorsichtshalber aufzugeben, weil man dorthin ja 8 Stationen mit der S-Bahn fahren m\u00fcsste. 16 Minuten Fahrtzeit ab Warschauer Stra\u00dfe, also bitte, wo leben DIE denn?<br \/>\nUnd ratet mal, wer bei den Naziaufm\u00e4rschen in Marzahn nicht sicher nach Hause kommt! Richtig, ich in Marzahn \u2013 weil die An- und Abreise nat\u00fcrlich aufs Ostkreuz optimiert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sorry, liebe Berliner Linke, ich bin in meinem Leben schon mehrere hundert Kilometer gefahren, nur um kleine Naziaufm\u00e4rsche zu verhindern und ich hab auch oft genug gegen Gentrifizierung demonstriert \u2013 aber ich werde mich jetzt nicht auf den Weg in eure kleine Welt machen, um mir bl\u00f6dsinnige Vorurteile \u00fcber mein Leben anzuh\u00f6ren, blo\u00df weil ich nicht in Eure Nachbarschaft gezogen bin. Gr\u00fc\u00dft Eure Stuckverzierungen von mir, wenn Ihr an Eurem Fenster vorbeilauft!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/9197aca82bca4ed899c224ff47763fc2\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal gibt es so Entscheidungen, die man sich schwer macht. 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