{"id":14091,"date":"2015-03-13T10:03:43","date_gmt":"2015-03-13T08:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=14091"},"modified":"2015-03-13T10:28:54","modified_gmt":"2015-03-13T08:28:54","slug":"die-erste-lesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2015\/03\/13\/die-erste-lesung\/","title":{"rendered":"Die erste Lesung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab&#8217;s geschafft. Bei 170 nochmal in den f\u00fcnften Gang runtergeschaltet, damit er mich nicht absch\u00fcttelt, bei 210 km\/h fetzten wir dann im Gleichtakt \u00fcber die nachtleere A9, was f\u00fcr ein Spa\u00df! Nat\u00fcrlich h\u00e4tte er mich eiskalt stehen lassen k\u00f6nnen und noch 100 Sachen mehr aus seinem Aventador rausholen k\u00f6nnen, da h\u00e4tte ich in meinem Passat Diesel die R\u00fccklichter des eleganten Lamborghinis nur einmal sehr sehr kurz gesehen. Aber wer immer da vor mir meine grob gesch\u00e4tzt n\u00e4chsten 25 Jahresgeh\u00e4lter ausfuhr, war ein fairer Spieler: In den 120er-Zonen fuhr er unter Einhaltung der H\u00f6chstgeschwindigkeit auf die rechte Spur, danach war wieder Flucht nach vorne angesagt, ein bisschen Spa\u00df muss sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin nicht unter die unvern\u00fcnftigen Raser gegangen, aber nach dem langen Tag gestern hat das kleine Necken mit dem Supersportwagen auf dem Weg Richtung Berlin bei mir noch einmal die H\u00f6chstkonzentration ins Cockpit zur\u00fcckgeholt und mich vor der schleichenden M\u00fcdigkeit nach 18 Wachstunden gerettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auch den Tag endg\u00fcltig vergoldet, denn ja: Ein bisschen hat auch das Autofahren dazugeh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich hatte ich vor allem meine allererste Lesung als Autor. Dem ein oder anderen schreibenden Mitleser mag das jetzt wie eine Petitesse erscheinen, f\u00fcr mich war es das mitnichten. Seit ungef\u00e4hr der 10. Klasse hab ich mich selbst in der Schule immer vor Referaten gedr\u00fcckt. Das ging damals gerade noch so \u2013 um die Jahrtausendwende war die Idee, dass Sch\u00fcler sich selbst pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen m\u00fcssen in Baden-W\u00fcrttemberg noch eher ein seltsamer reformp\u00e4dagogischer Ansatz, sowas hat man damals lieber ein bisschen bel\u00e4chelt als ausprobiert. Da h\u00e4tte man ja eher noch die Gr\u00fcnen gew\u00e4hlt \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab also seit Ewigkeiten nicht mehr vor Leuten gesprochen und war damit eigentlich auch zufrieden. Publikum hatte ich ja trotzdem, irgendwo hier hinter meinen 0,3 m\u00b2 Bildschirmfl\u00e4che.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun hab ich aber ein Buch geschrieben und neben mir sitzt jetzt auch noch ein Verlag im Boot, der sich M\u00fche gibt, dass dieses Buch nicht morgen wieder von allen vergessen ist. Und so ein Verlag macht dazu nun halt genau das, was man zu diesem Zwecke halt macht: \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Werbung, Presse \u2026<br \/>\nIch auf der anderen Seite finde es aber auch nicht nur toll, dass eine handvoll scheinbar nimmerm\u00fcder Emons-Mitarbeiter sich so wuselig um mein Buch k\u00fcmmert \u2013 ich halte es grunds\u00e4tzlich ja auch f\u00fcr eine gute Idee, mal was anderes zu machen, mal neues kennenzulernen. Da komme ich als ewiger Urlaubsaufschieber eh nur viel zu selten dazu. Also hatte ich schon vor Monaten das Angebot des Verlags angenommen, w\u00e4hrend der Leipziger Buchmesse im Canito in Leipzig zu lesen. Aus meinem Buch, vor echten Menschen. H\u00e4tte ich mir so ja nie ausgedacht.<\/p>\n<div id=\"attachment_14094\" style=\"width: 505px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14094\" class=\"size-full wp-image-14094\" src=\"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-leipzig.jpg\" alt=\"Leipzig, Symbolfoto. Quelle: Sash\" width=\"495\" height=\"660\" srcset=\"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-leipzig.jpg 495w, https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-leipzig-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><p id=\"caption-attachment-14094\" class=\"wp-caption-text\">Leipzig, Symbolfoto. Quelle: Sash<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nicht nur das: Ich hatte die letzten Wochen auch Zeit, mich mit einem netten jungen Mann vorzubereiten, der mir dann als Moderator (neudeutsch f\u00fcr: Mensch ohne Lampenfieber) bei der Sache zur Seite stehen w\u00fcrde. Yeah! \\o\/<br \/>\nWir haben beide auch \u00dcberlegungen angestellt, testgelesen, uns quasi wie Profis verhalten \u2013 wobei am Ende die Generalprobe platzte, weil wir beide krank waren. Unser Konzept war also eher so mittel ausgereift, aber wir hatten gute Laune. \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Anreise hab ich mir dann o.g. Passat bei einer Autovermietung hier ums Eck rausgelassen. Ich h\u00e4tte eine Bahnfahrt plus Hotel\u00fcbernachtung haben k\u00f6nnen, aber als ich dann die Hotelpreise zur Buchmessenzeit gesehen hab, hab ich im Verlag angefragt, ob ich nicht vielleicht weniger von ihrem Geld verprassen und im eigenen Bett schlafen d\u00fcrfe. Leipzig ist ja nun von Berlin aus nicht aus der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich durfte:<\/p>\n<div id=\"attachment_14093\" style=\"width: 505px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14093\" class=\"wp-image-14093 size-full\" src=\"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-passat.jpg\" alt=\"Reisegef\u00e4hrt, Quelle: Sash\" width=\"495\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-passat.jpg 495w, https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-passat-300x295.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><p id=\"caption-attachment-14093\" class=\"wp-caption-text\">Reisegef\u00e4hrt, Quelle: Sash<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir h\u00e4tte ein Golf gereicht, in der Klasse gab&#8217;s aber nix mehr \u2013 und im Vergleich zum Hotel war dieses wirklich sehr sehr schnuckelige Kistchen dann immer noch ein Schn\u00e4ppchen. Ein bisschen verliebt war ich ja auch schon vor dem Rennen auf der A9.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leipzig war toll \u2013 da gab es alte H\u00e4user, Tapas, Fr\u00fchlingsrollen und Parkpl\u00e4tze. Und bekanntlich bin ich schon mit weniger zufriedenzustellen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich und mein furchtloser Moderator eine halbe Stunde vor Beginn schon wohlgen\u00e4hrt das Canito betraten, um zum Who-is-who der Verlagsbelegschaft zu stossen, stellte sich dann auch langsam meine inzwischen schon vermisste Panik ein. Der kleine Raum war voll und die Leute guckten so, als wollten sie ernsthaft zuh\u00f6ren. Die Vorstellung, dass das von Vorteil sein k\u00f6nnte, teilte ich nicht unbedingt. Das von einem lieben Blogleser pers\u00f6nlich vorbeigebrachte Bier (&#8222;Wie versprochen aus&#8217;m Hipster-Laden!&#8220;) h\u00e4tte ich besser gleich vor der Lesung getrunken, aber wenn ich danach noch zu fahren gedenke, halte ich mich an diese 0,0-Promille-Geschichte. Das wuselige Durcheinander sagte mir so wenig zu, dass selbst das einzige Bild aus dem Canito verwackelt ist:<\/p>\n<div id=\"attachment_14095\" style=\"width: 505px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14095\" class=\"size-full wp-image-14095\" src=\"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-canito.jpg\" alt=\"Inside the Canito, T: -10 minutes. Quelle: Sash\" width=\"495\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-canito.jpg 495w, https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-canito-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><p id=\"caption-attachment-14095\" class=\"wp-caption-text\">Inside the Canito, T: -10 minutes. Quelle: Sash<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Bef\u00fcrchtungen bewahrheiteten sich zun\u00e4chst. Mein Kopf nahm die Farbe \u00fcberreifer Tomaten an, ich \u00fcbernahm mal eben die Schwei\u00dfproduktion eines halben Kontinents und atmete h\u00f6rbar schwer ins Mikrofon. Nach den ersten paar Holperern aber geschah dann doch etwas unerwartetes: ein paar von den mich anstarrenden Gesichtern l\u00e4chelten. Lachten bisweilen laut. Oder warfen ein, dass sie kein Problem mit Berliner Stra\u00dfennamen h\u00e4tten. WTF, Leipzig!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber im Ernst: Es wurde richtig gut. Auch wenn ich mir nach wie vor ein bisschen hilflos durchs Programm tapsend vorkam, war die Stimmung ausgelassen, viele lauschten geradezu gebannt und der ein oder andere spontane Witz kam tats\u00e4chlich als Witz an. Am Ende haben wir die Stunde Lesezeit sogar noch etwas \u00fcberzogen, um noch eine Geschichte vorzulesen, die ich davor nur einmal angeschaut hatte. Die Leute kauften ein paar B\u00fccher und es hagelte fast ein bisschen arg viel Lob. Von Leuten, die nur zuf\u00e4llig da waren und ebenso von welchen, die mir attestierten, &#8222;schon GAAANZ anderes&#8220; bei Lesungen erlebt zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut offiziellem Setting war ich vielleicht sowas wie der Star des Abends, aber ich muss den Kelch ehrlich weiterreichen an Peter Hanss, der w\u00e4hrend des Abends alleine das Restaurant betrieben hat. Und mit alleine meine ich alleine: Von der K\u00fcche bis zur Bedienung! 0.0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach allem, was ich gesehen und probiert habe, kann man also auch wenn jetzt bald die Lesungszeit zu Ende ist, im Canito sehr gut einkehren. Ebenso \u00fcbrigens beim Vietnamesen direkt daneben. F\u00fcr Interessierte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"canito-mediterrane.de\" href=\"http:\/\/www.canito-mediterrane.de\/\" target=\"_blank\">Canito<\/a><br \/>\nGottschedstra\u00dfe 13<br \/>\n04109 Leipzig<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ich um 9.00 Uhr bereits aufgestanden war, war ich dann trotz all der interessanten Leute und all dem leckeren Essen froh, um 23:00 Uhr bereits den Heimweg antreten zu k\u00f6nnen. Mit Innenstadtverkehr und tanken dauert die Fahrt halt selbst mit kurzfristigem Lamborghini-Jagen zwei Stunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Wiederholung, also ein paar weitere Lesungen, k\u00f6nnte ich mir durchaus vorstellen. Bis sich das ergibt, ist allerdings trotzdem keine Ruhe zu erwarten. Der n\u00e4chste Pressetermin ist vermutlich keine 12 Stunden mehr entfernt und ab demn\u00e4chst gibt es in ausgew\u00e4hlten Buchhandlungen sogar GNIT-Bobbycars! (Einself!) \ud83d\ude00<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich muss ehrlich sein: In Kombination mit der langwierigen Erk\u00e4ltung die letzten Wochen war das alles anstrengend. Und wird es noch ein paar Tage bleiben. Aber es macht doch auch einen Heidenspa\u00df, dieses Autoren-Dings mal wirklich durchzuziehen. F\u00fcr alle, die jetzt neidisch sind, hab ich aber auch noch was im Repertoire: Vor der R\u00fcckgabe des Autos hab ich mich heute morgen so richtig sch\u00f6n auf die Schnauze gelegt und mir das Knie aufgesch\u00fcrft wie so ein 10-J\u00e4hriger. Rutschiger Glasboden und so. Alles Gute ist also auch hier nie beisammen. Aua.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/275eb22f9231499aba6705613dcb8dad\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hab&#8217;s geschafft. Bei 170 nochmal in den f\u00fcnften Gang runtergeschaltet, damit er mich nicht absch\u00fcttelt, bei 210 km\/h fetzten wir dann im Gleichtakt \u00fcber die nachtleere A9, was f\u00fcr ein Spa\u00df! 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