{"id":13830,"date":"2014-10-09T04:19:08","date_gmt":"2014-10-09T02:19:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=13830"},"modified":"2014-10-09T05:15:36","modified_gmt":"2014-10-09T03:15:36","slug":"immer-fuer-dich-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2014\/10\/09\/immer-fuer-dich-da\/","title":{"rendered":"&#8222;Immer f\u00fcr Dich da&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">ist nat\u00fcrlich Quatsch. Schon alleine die unterschiedlichen Konzepte von &#8222;immer&#8220;, die so in der Welt rumgurken. Das k\u00f6nnte von &#8222;in alle Ewigkeit&#8220; bis &#8222;immer wenn&#8217;s mir auch gerade passt&#8220; alles bedeuten. Und w\u00e4hrend erstes selbst f\u00fcr hypothetische allm\u00e4chtige G\u00f6tter nach einem anma\u00dfenden Versprechen aussieht, ist zweites nicht einmal romantisch, wenn man die Ethik von Jason-Statham-Filmen anlegt. Gesagt hab ich&#8217;s gerade trotzdem wieder, denn man sagt ja auch mal gerne nette Dinge, wenn deren genaue Definition zumindest fragw\u00fcrdig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ozie war den Tag \u00fcber krank, vermutlich war irgendein Lebensmittel angeschlagen. Wir haben zwar eigentlich das gleiche gegessen, aber so genau wei\u00df man&#8217;s nicht.<br \/>\nNat\u00fcrlich hat mich das den Tag \u00fcber besch\u00e4ftigt. Ich mag&#8217;s nicht, wenn es Menschen schlecht geht \u2013 und schon gar nicht, wenn ich die betreffenden Menschen wirklich liebe. Und wenn Ozie krank ist, dann bedeutet das eben auch mal etwas weniger Schlaf, st\u00e4ndige Rufbereitschaft und dass ich gelegentlich mal einen frischen Tee aufsetze oder einfach mal eine Viertelstunde vorbeikomme, obwohl ich selbst noch was zu tun h\u00e4tte. &#8222;Immer&#8220; bedeutet f\u00fcr mich wohl &#8222;immer, wenn&#8217;s mir irgendwie m\u00f6glich ist&#8220;. Das kennen nat\u00fcrlich insbesondere die Eltern unter den Lesern sicher gut und auch ich hab das sicher irgendwie von meinen Eltern mitbekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schreibe das jetzt \u2013 wo es Ozie sowieso schon wieder deutlich besser geht \u2013 eigentlich nur, weil ich nach meiner R\u00fcckkehr an den eigenen PC festgestellt habe, dass inzwischen unser Jahrestag ist. Genau genommen m\u00fcsste es jetzt (9. Oktober, 3.30 Uhr) exakt 9 Jahre her sein, dass panische Mitbewohner mich aus dem Bett getrommelt haben, weil die Polizei vor der T\u00fcre stand und einen Verantwortlichen f\u00fcr die Party haben wollte, an der ich seit zwei Stunden nicht mehr teilnahm, weil ich in meinem Bett \u00fcberraschenderweise nicht allein geblieben war in dieser Nacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Nachhinein haben wir erst den Abend des 9. Oktobers als Beginn unserer Beziehung festgelegt, weil wir uns da entschlossen haben, dass das nicht Sache einer Nacht bleiben sollte. Die tats\u00e4chliche Entscheidung zu einer Fernbeziehung fiel freilich erst noch sp\u00e4ter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ja, das ist neun Jahre her. Mehr als viele F\u00fcr-immers dieser Welt gehalten haben. Inzwischen durchschnittlich ein Drittel unserer Lebenszeit. Tendenz: steigend. Und immer noch sorge ich mich, wenn Ozie auch nur Kopfschmerzen hat; und sie l\u00e4sst mich nicht aus den Augen, wenn mir mal der Arbeitsfrust \u00fcber den Kopf w\u00e4chst. Und das ist kein dummer kleiner Spa\u00df unter Erwachsenen, sondern ehrliche Anteilnahme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele da drau\u00dfen scheinen zu glauben, dass lange gl\u00fcckliche Beziehungen reines Gl\u00fcck sind. Oder gottgewollt. Meiner Erfahrung nach ist das das Gl\u00fcck der unwichtigste Teil. Von der Inexistenz Gottes mal ganz abgesehen. Beziehungen sind neben aufrichtiger Zuneigung und Liebe ebenso ein Produkt von Arbeit. An sich selbst, aneinander und gemeinsam an anderen Dingen. Der &#8222;langweilige Alltag&#8220;, der so viele Beziehungen zerst\u00f6rt, ist unausweichlich. V\u00f6llig egal, ob man zu Beginn einer Beziehung nur entweder in Schnellz\u00fcgen oder bei Tandemspr\u00fcngen mit dem Fallschirm v\u00f6gelt: am Ende spielt es leider auch eine Rolle, ob man sich einig wird, wer die Sp\u00fclmaschine ausr\u00e4umt. Manche Dinge lassen sich nicht mit einem dahingehauchten &#8222;Ich bin immer f\u00fcr dich da!&#8220; l\u00f6sen \u2013 was aber nicht hei\u00dft, dass diese deswegen zu unterbleiben h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich liebe Ozie heute selbstverst\u00e4ndlich weit mehr als ich das vor neun Jahren getan habe. Und trotzdem haben wir uns vor zwei Tagen ganz pragmatisch \u00fcber eine neue Anschaffung unterhalten und dabei die Frage er\u00f6rtert, wie sich das im Falle einer Trennung gestalten w\u00fcrde. Einfach, weil das ebenso &#8222;f\u00fcr immer&#8220; auch eine theoretische Alternative sein k\u00f6nnte. Das klingt kaltherzig, tats\u00e4chlich l\u00e4sst sich \u00fcber sowas aber vermutlich nur in Beziehungen reden, in denen alle Karten auf dem Tisch liegen und kein Partner wirklich ein Interesse an einer Trennung h\u00e4tte, die somit also alles andere als kaltherzig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab vor neun Jahren nicht beschlossen, mit meiner Frau mein restliches Leben zu verbringen. Und sie hatte das ebensowenig mit mir geplant, das wei\u00df ich. Und genau deswegen ist das f\u00fcr uns beide ok und um so erstaunlicher, faszinierender, geiler, besser, fantastischer ist es, dass wir das heute vorhaben. Und unser Bestes geben, damit das auch so wird. Unser Engagement umfasst dabei keineswegs nur F\u00fcr-immer-Spr\u00fcche, sondern ist manches Mal ein komplizierter Interessenausgleich. Das klingt unromantisch, ist es vielleicht auch, und trotzdem eigentlich viel besser als die undurchdachten Versprechungen der fr\u00fchen Verliebtheitsphase.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neun Jahre. Und ich sitze gerade in einem anderen Zimmer als Ozie und freue mir einfach einen Ast, dass sie seit sie schlafen gegangen ist noch keine Notwendigkeit hatte, mich anzurufen, weil ihr irgendwas fehlt. Dabei w\u00fcrde ich geradezu freudig aufspringen und ihr einen Tee machen oder zum Kuscheln vorbeikommen. In Wirklichkeit ist aber vermutlich genau das \u2013 Tee machen und kuscheln \u2013 nicht wirklich das, was man Liebe nennen sollte. Sondern diese unglaubliche innere Zufriedenheit, die einen ergreift, wenn man wei\u00df, dass es dem Partner gut geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich jedenfalls bin bereit f\u00fcr weitere neun Jahre. Oder f\u00fcr immer \u2013 je nachdem, was man darunter versteht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/199ac295508048af98cfda2eac84ac02\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ist nat\u00fcrlich Quatsch. Schon alleine die unterschiedlichen Konzepte von &#8222;immer&#8220;, die so in der Welt rumgurken. Das k\u00f6nnte von &#8222;in alle Ewigkeit&#8220; bis &#8222;immer wenn&#8217;s mir auch gerade passt&#8220; alles bedeuten. Und w\u00e4hrend erstes selbst f\u00fcr hypothetische allm\u00e4chtige G\u00f6tter nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2014\/10\/09\/immer-fuer-dich-da\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_editorskit_title_hidden":false,"_editorskit_reading_time":0,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13830","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-vermischtes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13830"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13833,"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13830\/revisions\/13833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}