{"id":13384,"date":"2013-11-29T06:30:41","date_gmt":"2013-11-29T04:30:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=13384"},"modified":"2013-11-29T06:40:02","modified_gmt":"2013-11-29T04:40:02","slug":"kometige-nacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2013\/11\/29\/kometige-nacht\/","title":{"rendered":"Kometige Nacht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr eine Nacht! Gut, ich vermute stark, dass die meisten jetzt nicht so eine besondere Nacht hatten. Meine war eigentlich vor allem deswegen interessant, weil ich mit gro\u00dfem Interesse die Berichterstattung rund um den Kometen ISON verfolgt habe. F\u00fcr diejenigen, die es nicht mitbekommen haben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ISON wurde 2012 entdeckt und galt bis gestern als sehr aussichtsreicher Kandidat daf\u00fcr, ein Jahrhundertkomet zu werden, ein eindrucksvolles Naturschauspiel am n\u00e4chtlichen Himmel. Er wurde bei seinem jetztigen, offenbar ersten, Flug in Richtung Sonne schon unerwartet fr\u00fch hell und sollte nach der Umrundung der Sonne nahe genug an der Erde vorbeikommen, um gut sichtbar zu werden. Die Helligkeit konnte niemand sicher einsch\u00e4tzen, aber die Vermutungen reichten von &#8222;gut sichtbar am Nachthimmel&#8220; bis &#8222;tags\u00fcber sichtbar&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun gab\/gibt es aber ein Problem: Der Komet passierte in der vergangenen Nacht die Sonne. Und zwar unfassbar nahe. Das war auf der einen Seite sehr sch\u00f6n f\u00fcr die Wissenschaft, denn die konnte den Kometen nun auch mit all ihren Sonnenbeobachtungsteleskopen beobachten. Auf der anderen Seite wirken bei einem so engen Vorbeiflug enorme Gravitatonskr\u00e4fte und es war von Anfang an klar, dass es im Bereich des M\u00f6glichen liegt, dass ISON dabei auseinanderbricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits in den letzten zwei Wochen war vermehrt spekuliert worden, dass genau das bereits passiert sei. Genau wusste man es nicht, da Kometenkerne viel zu klein sind, um sie tats\u00e4chlich zu sehen. In ISONs Fall soll der Kern nur 4 Kilometer gro\u00df sein. Erst das aufgrund der Sonnenstrahlung verdampfende Eis, der Austritt von Gas und Staub bilden die so genannte Koma und letztlich den Schweif \u2013 und die haben Ausdehnungen von zigtausend Kilometern, die L\u00e4nge des Schweifs geht in die Millionen. Das alleine sieht man auf Aufnahmen und deswegen war man auf die Interpretation von Helligkeitsver\u00e4nderungen angewiesen. Einen Tag vor seinem sonnenn\u00e4chsten Punkt, dem Perihel, wurde ISON pl\u00f6tzlich wieder heller als erwartet, nur um dann im direkten Anflug gestern Abend termingerecht w\u00e4hrend eines Google-Hangouts der NASA zum Thema immer schw\u00e4cher zu werden und sehr zur Verwunderung teilnehmender Wissenschaftler auf einigen Aufnahmen gar nicht mehr aufzutauchen, obwohl er zumindest Spuren im Magnetfeld der Sonne h\u00e4tte hinterlassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war der Stand, als ich arbeiten gegangen bin. Halbe Schicht, recht gut Geld verdient, super.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt sitze ich wieder am Rechner, hab nach einiger Pause mal wieder die Twitter-Suche nach ISON angeschmissen und pl\u00f6tzlich widersprechen sich alle. Tausendfach wird der &#8222;Tod&#8220; des Kometen beweint, aber auf Astronomie-Blogs und NASA-Seiten taucht der Komet pl\u00f6tzlich hinter der Sonne wieder auf.<br \/>\nDunkler, vielleicht doch nur eine Tr\u00fcmmerwolke oder ein Teilst\u00fcck. Oder hat gar ein Gro\u00dfteil den wilden Ritt doch \u00fcberstanden und flammt jetzt neu auf? Wissenschaftler verk\u00fcnden, dass sich so wie ISON noch kein Komet verhalten h\u00e4tte, zugleich grassiert in den sozialen Netzwerken aber auch ein sch\u00f6nes Bonmot, das \u00fcber Kometen grunds\u00e4tzlich sagt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Kometen sind wie Katzen: Sie haben einen Schweif und machen, was sie wollen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst von &#8222;Schr\u00f6dingers Komet&#8220; ist bereits die Rede, eine Katzenreferenz der etwas anderen Art, gleichwohl nat\u00fcrlich passend ob des unklaren Zustandes derzeit. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und damit muss ich auch schlie\u00dfen. Es ist und bleibt vermutlich noch f\u00fcr ein paar Stunden oder Tage nicht hundertprozentig sicher, wie es dem zwischenzeitlich auf Twitter in ISOFF umgetauften Kometen gerade geht. Und ob er \u2013 wenn er es geschafft haben sollte \u2013 immer noch am Himmel zu sehen sein wird in den n\u00e4chsten vier Wochen. Aber es war eine verdammt spannende Nacht, daf\u00fcr lasse ich gerne den ein oder anderen Fernsehkrimi sausen!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/7e407969323a456cbd8c43ed902e46fc\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr eine Nacht! Gut, ich vermute stark, dass die meisten jetzt nicht so eine besondere Nacht hatten. Meine war eigentlich vor allem deswegen interessant, weil ich mit gro\u00dfem Interesse die Berichterstattung rund um den Kometen ISON verfolgt habe. 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