{"id":13366,"date":"2013-11-13T06:40:34","date_gmt":"2013-11-13T04:40:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=13366"},"modified":"2013-11-13T06:45:57","modified_gmt":"2013-11-13T04:45:57","slug":"gesehen-gravity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2013\/11\/13\/gesehen-gravity\/","title":{"rendered":"Gesehen: Gravity"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich war gestern seit langer langer Zeit mal wieder im Kino und hab mir &#8222;Gravity&#8220; angesehen. Der Film war mitnichten ein Zufall. Zum einen geisterte er mit einer Penetranz durch meine Filterbubble, dass ich unbedingt wissen musste, wor\u00fcber sich alle das Maul zerreissen, zum anderen gab es auch keinen Aspekt an ihm, der mich nicht interessierte:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Ich mag Actionfilme<\/li>\n<li>Ich mag Filme, die in unserer Zeit realistische Themen behandeln<\/li>\n<li>Ich mag Filme mit innovativen Konzepten<\/li>\n<li>Ich bin ein gro\u00dfer Freund der Raumfahrt<\/li>\n<li>Ich mag die beiden Hauptdarsteller als Schauspieler (und oute mich auch hier gerne, dass ich in meiner Jugend durchaus auch ein wenig in Sandra Bullock verschossen war \ud83d\ude09 )<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun? Wie war&#8217;s?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sch\u00f6n! Das muss gleich vorweg gesagt werden. Ich tanze da nicht so auf dem Vulkan wie Eugen Reichl, <a title=\"Astra's Spacelog \u2013 Gravity: Ein Film mit Gewicht\" href=\"http:\/\/www.scilogs.de\/astras-spacelog\/407-revision-v1\/\" target=\"_blank\">der minuti\u00f6s die wissenschaftlichen Fehler des Films ausbreitet<\/a>, bevor er sagt, dass er trotzdem toll ist. Obwohl ich diese Rezension absolut genial finde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, der Film war sch\u00f6n und obwohl ich kein \u00fcberzeugter Kinog\u00e4nger bin, muss ich auch sagen, dass dieser Film definitiv einer ist, der mit jedem Quadratmeter Leinwand gewinnt, weil er wahnsinnig viel auf Bilder setzt. Dass allerdings macht ihn sicher f\u00fcr ein breites Publikum schwierig. Denn das eingangs erw\u00e4hnte innovative Konzept besteht bei Gravity vor allem daraus, einen durchaus im Action-Genre wildernden Film zu kombinieren mit endlosen emotional aufgeladenen, langatmig daherkommenden Bildern und sich zudem ganz auf 2 Schauspieler und eine streng lineare Handlung ohne gro\u00dfes Bohei zu beschr\u00e4nken. Es ist wirklich wahr: George Clooney und Sandra Bullock sind die einzigen Menschen, die in dem Film jemals ihr Gesicht bewegen m\u00fcssen, nur zu Beginn sieht man ein Crewmitglied von hinten, bei allen weiteren Einstellungen gibt es allenfalls noch Leichen von anderen Menschen zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Story ist schnell erz\u00e4hlt (Spoileralarm): Altgedienter Astronauten-Hase und unerfahrene Wissenschaftlerin reparieren gemeinsam das Hubble-Teleskop. Eine Tr\u00fcmmerwolke aus versehentlich zerst\u00f6rten Satelliten trifft die Crew v\u00f6llig unvorbereitet und l\u00e4sst o.g. Hauptfiguren alleine mit einem defekten Shuttle im All zur\u00fcck, die Kommunikation ist ebenso ausgefallen. Mittels JetPak schaffen sie es zur ISS, die jedoch ebenfalls zerst\u00f6rt ist. Die eigentlich von den beiden zur R\u00fcckkehr vorgesehenen Sojus-Kapsel ist bereits besch\u00e4digt und w\u00fcrde eine Landung nicht \u00fcberstehen. Zu allem Ungl\u00fcck muss sich an dieser Stelle George Clooney auch noch melancholisch dreinblickend opfern, damit seine Kollegin es schafft. Mit einigem Hin und Her schafft sie es, mit der Sojus von der ISS zu einer chinesischen Raumstation zu gelangen, die allerdings ebenfalls kaputt und im Absturz begriffen ist. In deren Rettungskapsel gelingt dann die Landung auf der Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ob man es glaubt oder nicht: Ja, das l\u00e4sst sich spannend filmisch umsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben all der Action, die die in je 90 Minuten wiederkehrende Tr\u00fcmmerwolke bei der Flucht zur\u00fcck auf die Erde verursacht, ist der Film vor allem ein Kammerspiel mit Sandra Bullock, deren Rolle in lebensfeindlicher Umgebung ihren Lebenswillen wieder entdecken muss. An der Stelle muss ich allerdings ein kleines Minus vergeben. Denn obwohl am Schauspiel eigentlich nichts auszusetzen ist: F\u00fcr eine derart filmbestimmende Hauptrolle war die Figur doch recht oberfl\u00e4chlich und platt angelegt. Es h\u00e4tte dem Film gut gestanden, dort noch ein wenig mehr in die Tiefe zu gehen. Raum daf\u00fcr war in mehrfacher Hinsicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ich bin nicht mehr 16, mir wird vom Film nicht nur die Hauptdarstellerin im Ged\u00e4chtnis bleiben. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn just die Hauptgeschichte (das dichte Tr\u00fcmmerfeld, die seltsam nahe beieinander liegenden Weltraumeinrichtungen) es ad absurdum f\u00fchrt, vermittelt der Film doch sehr \u00fcberzeugend, was f\u00fcr ein unglaubliches Abenteuer der Weltraum noch heute ist, und welche Weite schon nicht einmal 1000 Kilometer \u00fcber der Erdoberfl\u00e4che herrscht. Neben der wahnsinnig subtilen Komik in einigen Situationen, die sich \u00fcberraschend gut einpasst in das v\u00f6llig unkomische Gesamtkonzept, hat mich vor allem auch die Umsetzung der Action fasziniert. Als die ISS durch die Tr\u00fcmmerwolke in ihre Bestandteile zerlegt wird, stand mir vermutlich das erste mal seit der legend\u00e4ren Eingangshallen-Schie\u00dferei in &#8222;Matrix&#8220; der Mund offen. Das war so ein &#8222;B\u00c4M! DAS ist Kunst! Nimm dies, van Gogh!&#8220;-Moment.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus sei noch erw\u00e4hnt, dass der Film abgesehen von den paar dramaturgisch notwendigen Kniffen tats\u00e4chlich verdammt nah an einer potenziell m\u00f6glichen Realit\u00e4t arbeitet. Wer sich nicht zu gut mit ein paar grundliegenden Details auskennt, sollte den Film vielleicht sehen, bevor er die oben verlinkte Rezension liest. Allen anderen, die sich f\u00fcr den Film \u00fcberhaupt inhaltlich und konzeptm\u00e4\u00dfig interessieren, wird es nicht einmal extrem wehtun, wenn sie den Ausgang des Ganzen kennen. Den kannte man bei &#8222;Apollo 13&#8220; schlie\u00dflich auch \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ernst: F\u00fcr mich war es ein toller Film und ich w\u00fcrde ihn weiterempfehlen. Aber ganz ehrlich \u2013 wirklich nur f\u00fcrs Kino!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/280a54ec786d481194daae9b6e5049b0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war gestern seit langer langer Zeit mal wieder im Kino und hab mir &#8222;Gravity&#8220; angesehen. Der Film war mitnichten ein Zufall. 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