{"id":13280,"date":"2013-09-29T08:34:55","date_gmt":"2013-09-29T06:34:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=13280"},"modified":"2013-09-29T17:37:12","modified_gmt":"2013-09-29T15:37:12","slug":"beziehungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2013\/09\/29\/beziehungen\/","title":{"rendered":"&#8222;Beziehungen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df, ich hab verdammtes Gl\u00fcck mit meiner Beziehung. Irgendwann einmal so gl\u00fccklich und zufrieden mit jemandem zusammenleben zu k\u00f6nnen, wie es mir derzeit verg\u00f6nnt ist, h\u00e4tte ich selbst niemals erwartet. Um ehrlich zu sein: Ich h\u00e4tte vor allem nicht erwartet, dass ich pers\u00f6nlich das kann. Aber gut, so ist es nunmal. Der Jahrestag n\u00e4hert sich zum achten Mal, der Hochzeitstag wartet auf die zweite Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber glaubt es oder nicht: Extrem positive Erfahrungen sind manchmal so lehrreich wie extrem negative. Nat\u00fcrlich lernt man aus Fehlern, das will ich nicht bestreiten. Haben wir alle schon gemacht. Aber man lernt aus positiven Erfahrungen andererseits auch, was f\u00fcr Fehler vermeidbar sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beziehungen zwischen zwei Menschen sind zwangsl\u00e4ufig in vielen Punkten Kompromisse. Meine auch, nat\u00fcrlich. Auf der anderen Seite wird man tagein tagaus sozialisiert mit Erfahrungen von anderen Leuten \u2026 und was die f\u00fcr Probleme haben, meine Fresse! Ein mir bekanntes \u00e4lteres Paar hat an einem Tag eine abendliche Verabredung abgesagt, nur weil es beim Abendessen zu einem lautstarken Streit gekommen ist, ob es sinnvoll sei, wenn man eben frisches Brot gekauft hat, das alte gleich aufzubrauchen \u2013 oder ob man nicht besser erst das frische genie\u00dft, da es am n\u00e4chsten Tag \u00e4hnlich &#8222;alt&#8220; schmeckt wie das noch vorhandene. Da m\u00fcsste man sich eigentlich fragen, warum man sich das antut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das machen nat\u00fcrlich die wenigsten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beziehungen \u2013 je enger sie sind, desto mehr \u2013 werden im Falle eines Au\u00dfeinanderlebens schwierig aufzul\u00f6sen. Das mag logisch sein, besonders toll ist es f\u00fcr keinen der Beteiligten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein besonderes Exemplar solch einer besser l\u00e4ngst aufgel\u00f6sten Beziehung k\u00f6nnen wir hier im Haus studieren. Immer wieder, beinahe t\u00e4glich. Nicht, dass wir gerne lauschen, alleine: die Nachbarschaft ist so eng, dass wir den ein oder anderen Streit im Wortlaut mitverfolgen k\u00f6nnen. Und auch wenn unser Haus vielleicht \u00fcberdurchschnittlich hellh\u00f6rig ist: So schlimm, dass man die Nachbarn immer reden oder meinetwegen diskutieren h\u00f6rt, ist es dann auch nicht. Die geben sich schon M\u00fche. Alle paar Tage wird da lautstark jemand aus der Wohnung geschmissen, es knallen T\u00fcren, es fliegen Teller. Oder vergleichbares, es h\u00f6rt sich aber verd\u00e4chtig nach Tellern an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor ein paar Tagen dann steigerte sich die Sache. Ernsthaft. Da klang es dann nicht mehr nach umherfliegenden Tellern, sondern nach umst\u00fcrzenden Schr\u00e4nken. Und auch nicht mehr nach Wutausbr\u00fcchen, sondern nach Schmerzensschreien. Na, tolle Wurst! Immerhin sind wir nicht nur aus Feigheit ruhige Nachbarn, sondern aus \u00dcberzeugung. So lange es uns nicht wirklich massiv st\u00f6rt, sollen die Leute um uns herum ruhig machen, was sie wollen. So traurig es auch ist, dass Beziehungen in die Br\u00fcche gehen \u2013 es sollte schon jeder selbst entscheiden, ob er auszieht, weil es an drei von vier Tagen eher H\u00f6lle als H\u00f6hle ist, wohin man abends zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das an diesem Abend war \u2013 ungeachtet unseres pers\u00f6nlichen Wohlbefindens \u2013 zuviel. Weit davon entfernt, ordnungsfanatische Spitzel zu sein, haben wir besser mal die Polizei gerufen. Schei\u00df auf Ruhest\u00f6rung, die begehen wir gerne auch mal selbst. Aber falls es da echt um &#8222;h\u00e4usliche Gewalt&#8220; gehen sollte, will man eben auch nicht zu den Arschl\u00f6chern geh\u00f6ren, die wegh\u00f6ren und wegsehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der m\u00fcde Polizeibeamte am Ende der Leitung lie\u00df sich die Adresse best\u00e4tigen und murmelte, dass da ohnehin schon jemand unterwegs w\u00e4re. Sch\u00f6n. Und ungelogen zwei Minuten sp\u00e4ter stand ein Streifenwagen vor der T\u00fcr, zehn Minuten sp\u00e4ter waren es drei.<br \/>\n(Im \u00dcbrigen ein interessanter Hinweis darauf, wie schlimm es hier in Marzahn wirklich ist, wenn wegen sowas alle mal schnell anr\u00fccken k\u00f6nnen.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich lie\u00df der Krach umgehend nach. So wie bei unseren WG-Parties damals auch. &#8222;Open End&#8220; hie\u00df im Zweifel \u00fcbersetzt immer &#8222;bis die Bullen mit R\u00e4umung drohen&#8220;. Schlimmer finde ich, dass es seitdem nicht besser geworden ist. Oder dass Nachbarn mir berichtet haben, dass das nicht der erste Polizeibesuch war. Es geht also mehr oder weniger so weiter wie bisher. Soweit man das aus einer anderen Wohnung heraus beurteilen kann \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar, in sowas schlittert man rein. Und wirklich immun ist dagegen vielleicht keiner. Aber ich m\u00f6chte allen Leuten, denen es \u00e4hnlich geht, mal ins Ged\u00e4chtnis rufen, was sie sich von einer Beziehung erhofft haben. Bei den ganz simpel gestrickten Zeitgenossen war es nur Sex. Bei manch anderen Angst vor Einsamkeit. Bei vielen der Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit. So ziemlich allen aber, die sich irgendwann einmal entschieden haben, ihr Leben fortan mit einem Partner zu teilen, ist eines gemein: Sie wollten, dass es ihnen besser geht als alleine.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wieviel besser soll es jemandem gehen, der jeden Abend stundenlang Streit hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trennungen sind schlimm. Fast immer. Und es ist nat\u00fcrlich immer schwierig, als in dieser \u2013 hihi \u2013 Beziehung priviligierter Typ Ratschl\u00e4ge zu erteilen. Das ist mir klar. Aber ich bin selbst Scheidungskind, ich wei\u00df, welche Auswirkungen sowas haben kann. Was ich dar\u00fcber hinaus aber noch mehr wei\u00df: Welche Auswirkungen es haben kann, diesen Schritt herauszuz\u00f6gern, ihn abzulehnen und sich in den Wunschtraum zu fl\u00fcchten, das alles sei ja besser als nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">SO EIN BULLSHIT!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche Beziehung funktioniert, manche eben nicht. Und wenn sie nicht funktioniert, dann sollte man den Mut haben, sie aufzul\u00f6sen. Das ist immer schwer. Und es wird nochmals schwerer, wenn Eheurkunden oder Kinder dabei eine Rolle spielen. Aber es ist n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich: Wenn Euch Beziehungen wichtig sind, dann k\u00e4mpft um sie. Bessert Euch selbst, arbeitet gemeinsam an L\u00f6sungen. Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man ernsthaft \u00fcber ein Ende nachdenken sollte. Vielleicht, wenn man keinen Bock mehr auf gemeinsamen Sex hat, vielleicht erst bei andauerndem Streit. Vielleicht auch erst, wenn dieser Streit mehrmals von der Polizei geschlichtet werden musste oder wenn ein Blogger aus der Nachbarschaft Euch als negatives Beispiel benennt. Aber schlie\u00dft diese Option nie (Nie, nie, nie \u2013 und ich meine: NIE!!!) aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir hier tun das im \u00dcbrigen auch nicht. Auch wenn es derzeit nichts auf diesem Planeten gibt, was weiter entfernt liegen k\u00f6nnte als eine Trennung \u2013 niemand in diesem Haus will den Zeitpunkt verschlafen, den unsere Nachbarn verschlafen haben \u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/cb67fcf2f3ac4562865b55818c8e3d23\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df, ich hab verdammtes Gl\u00fcck mit meiner Beziehung. Irgendwann einmal so gl\u00fccklich und zufrieden mit jemandem zusammenleben zu k\u00f6nnen, wie es mir derzeit verg\u00f6nnt ist, h\u00e4tte ich selbst niemals erwartet. 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