{"id":13128,"date":"2013-07-17T06:08:23","date_gmt":"2013-07-17T04:08:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=13128"},"modified":"2013-07-17T06:08:23","modified_gmt":"2013-07-17T04:08:23","slug":"geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2013\/07\/17\/geld\/","title":{"rendered":"Geld"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Geld ist ja so eine Sache. Es macht bekanntlich alleine nicht gl\u00fccklich, wobei man diesen Spruch oft auch mal sagt, w\u00e4hrend man an das Geld anderer Leute und deren Umgang damit denkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die geneigten Leser hier wissen, ist mein finanzieller Background immer recht begrenzt gewesen \u2013 und er wird es wahrscheinlich noch eine Weile sein. Ich bin mir nicht zu fein, Zahlen zu nennen, alleine: es ist sehr unstet. Ich vermute, im Monatsmittel lande ich bei irgendwas zwischen 1000 und 1500 \u20ac bei Fixkosten von derzeit rund 700 \u20ac. Das ist nicht viel, aber ich habe in den letzten zwei Jahren geschafft, ungef\u00e4hr so viel zu verdienen, wie ich brauche. Die Kohle ist zwar am Ende immer alle, daf\u00fcr kann ich vor mich hinleben, ohne im Supermarkt die Preise vergleichen zu m\u00fcssen. Und das ist f\u00fcr mich der Bereich, wo Luxus anf\u00e4ngt: Wenn ich mir nicht st\u00e4ndig Sorgen machen muss, ob ich mir dieses oder jenes leisten kann. Sicher: Gr\u00f6\u00dfere Neuanschaffungen stellen einen bei so einem Lebensstil auf eine Probe, gl\u00fccklicherweise hab ich ja auch gelegentlich unerwartete Eink\u00fcnfte oder bekomme gar Sachgeschenke. Klappt also.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sehr das klappt und wie sehr man sich daran gew\u00f6hnt, ist mir jetzt bewusst geworden, da es das mal nicht mehr zu tun scheint. Das soll jetzt aber nicht als Betteleintrag verstanden werden, denn es steht gerade einfach das Erbe meiner im April verstorbenen Oma noch aus. Das sind ein paar Tausender und die bekomme ich auf jeden Fall. Aber gerade diese in Aussicht stehende Zahlung hat halt auch ein bisschen Schluderei Einzug halten lassen. Statt mal zur Abwechslung etwas mehr zu arbeiten oder sich beim Geldausgeben zusammenzureissen, war oft der Gedanke <em>&#8222;Ach, wenn das Erbe dann kommt \u2026&#8220;<\/em> im Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist \u2013 wie gesagt \u2013 gar nicht schlimm, weil es ja tats\u00e4chlich kommen wird. Ziemlich bald sogar. Aber momentan hab ich den Salat auf den Konten. Dies konnte nicht abgebucht werden, jenes auch nicht, und verf\u00fcgbar ist kein Betrag, der auch nur f\u00fcr eine der Sachen reicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hab ich fr\u00fcher dauernd gelebt, heute wei\u00df ich nicht, wie ich das ausgehalten hab. Hier was verschieben, da was umbuchen, mal etwas Geld aus der Monatskasse als Vorschuss nehmen \u2026 geht ja alles bis zu einem gewissen Grad. Und mal ehrlich: Irgendwas eine Woche zu sp\u00e4t \u00fcberweisen? Boah, tragisch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber mir ist mal wieder bewusst geworden, wie sehr das an einem nagen kann. Sicher, nach Jahren an \u00dcbung arrangiert man sich damit, tats\u00e4chlich ist es ein enormer Stressfaktor, insbesondere wenn es einen mal pl\u00f6tzlich und \u00fcberraschend trifft. Und das sage ich jetzt, dem Geld sonst so wurscht wie nur m\u00f6glich ist, der eine Menge M\u00f6glichkeiten diesbez\u00fcglich hat und zumindest in den meisten Monaten zumindest gef\u00fchlt weit jenseits der Armutsgrenze lebt.<br \/>\n(Und zudem jetzt gerade auch selbst schuld ist und beim zweiten Nachdenken \u00fcber die eigene Bl\u00f6dheit lachen kann)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wisst Ihr, was?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ziemlich schei\u00dfe!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich halte Geld nicht per se f\u00fcr schlecht, eine bessere Alternative f\u00e4llt mir auch nicht ein. Aber es ist schlecht, welchen gesellschaftlichen Stellenwert das hat. Das ist auch das Problem mit ALG2 und Konsorten: Ja, sicher, es reicht irgendwie zum \u00dcberleben. Das will ich nicht abstreiten und mir ist bewusst, dass wir es da in Deutschland recht gut haben. Und ich hab&#8217;s erst recht gut! Ich glaube, ich bin insgesamt wirklich zufriedener als der Durchschnitt hierzulande. Aber kein Geld \u00fcber zu haben, belastet unn\u00f6tig viel. Es ist den meisten Menschen peinlich, arm zu sein. Arm sein bedeutet fast \u00fcberall automatisch ein Verlierer zu sein. Selbst mit meiner Kohle kriege ich mitleidige Blicke in der Bank. Deren d\u00e4mlicher Finanzcheck stellt n\u00e4mlich jedes Mal fest, dass ich meinen (nat\u00fcrlich statistisch ermittelten) Bedarf gar nicht decken kann. Aber klar, statistisch hab ich ein Auto, das mich 300 \u20ac im Monat kostet. Und ich hab nat\u00fcrlich nur keines, weil ich es mir nicht leisten kann. Dass ich mit meiner Verkehrsanbindung gar nicht einsehe, 300 \u20ac mehr zu verdienen, nur um mir ein Auto anzuschaffen, das steht halt in keinem Plan. \u00dcberhaupt ist sich die Welt da drau\u00dfen einig, dass man bei allem, was man tut, das Maximum rausholen muss. Ist schlie\u00dflich Geld, und Geld ist wichtig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr 300 \u20ac mehr m\u00fcsste ich rund 5 bis 6 Tage mehr Taxi fahren im Monat. Das sind 5 bis 6 Tage, in denen ich das besagte Auto wieder nicht ernsthaft nutzen k\u00f6nnte. Die Rechnung geht nicht auf f\u00fcr mich, sorry.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab nat\u00fcrlich im Umkehrschluss auch wenig Geld, um es den bed\u00fcrftigeren Menschen zukommen zu lassen. Da bleibt es dann halt bei Kleinigkeiten. Dem Obdachlosen 2 \u20ac statt 50 Cent geben oder zwei Kippen statt einer. Dem arbeitslosen Kumpel sagen, dass er jetzt gef\u00e4lligst mitkommt in die Kneipe und ich seine drei oder vier Bier ohne weiteres zahlen kann. Vor allem aber klarstellen, dass es keine Schande ist, kein Geld zu haben. Sowas kommt vor, ob unverschuldet oder nicht. Einen ganz gro\u00dfen Anteil an den Problemen der Armen tragen die, die nicht arm sind. Und zu denen will ich sicher nicht geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wohl weisesten (weil mit Humor vermittelten) Gedanken zum Thema tauchen meiner Meinung nach \u00fcbrigens bei Douglas Adams&#8216; bekanntestem Buch, <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3453146972\/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3453146972&amp;linkCode=as2&amp;tag=gesternnachti-21\">Per Anhalter durch die Galaxis<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=gesternnachti-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3453146972\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/>*, bereits auf Seite 1 auf:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Dieser Planet hat \u2013 oder besser gesagt, hatte \u2013 ein Problem: die meisten seiner Bewohner waren fast immer ungl\u00fccklich. Zur L\u00f6sung dieses Problems wurden viele Vorschl\u00e4ge gemacht, aber die drehten sich meistens um das Hin und Her kleiner bedruckter Papierscheinchen, und das ist einfach drollig, weil es im gro\u00dfen und ganzen ja nicht die kleinen bedruckten Papierscheinchen waren, die sich ungl\u00fccklich f\u00fchlten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sollte man \u00f6fter mal bedenken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/f91b59fbc4274669a7236753541c88b0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">*ein Amazon-Link, ich brauch Geld. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geld ist ja so eine Sache. Es macht bekanntlich alleine nicht gl\u00fccklich, wobei man diesen Spruch oft auch mal sagt, w\u00e4hrend man an das Geld anderer Leute und deren Umgang damit denkt. 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