{"id":12672,"date":"2012-12-30T04:34:44","date_gmt":"2012-12-30T02:34:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=12672"},"modified":"2012-12-30T04:34:44","modified_gmt":"2012-12-30T02:34:44","slug":"party-in-der-unterhose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2012\/12\/30\/party-in-der-unterhose\/","title":{"rendered":"Party in der Unterhose"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht mehr, wie alt ich genau war, aber es war wei\u00df. \u00dcberall! Wenn man meinen Eltern glauben kann, gab es im Jahr meiner Geburt in Stuttgart irgendwas zwischen 20 und 120 cm Schnee auf den Stra\u00dfen, danach habe ich so etwas nie wieder dort erlebt. Meist war man ja froh, wenn die vielleicht 8 bis 10 cm im Winter nicht binnen einer Stunde grau waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier war es anders. Ein gro\u00dfes und trotzdem unglaublich friedliches Haus lag mitten im tiefsten Allg\u00e4uer Winter. Vielleicht stand es in einem Dorf, aber wenn, dann war dieses zugeschneit. Das grenzenlose Wei\u00df \u00fcber alle Wege und Wiesen, B\u00e4ume und Str\u00e4ucher war intensiv, brannte in der Mittagssonne geradezu in den Augen. Meine Mutter, mein Bruder und ich waren eingeladen worden von zwei alten Veteranen der oststuttgarter Kneipenszene. Ein kauziger Amerikaner namens Rob und seine gesch\u00e4tzt anderthalb Jahrhunderte j\u00fcngere Gemahlin Elvira boten uns an, den Jahreswechsel drau\u00dfen auf dem beschaulichen Land zu genie\u00dfen. Ein kleines bisschen langweilig war es da zwar schon &#8211; nach drei Stunden vermisst man dann trotz all dem Schnee doch sein ganzes Spielzeug &#8211; aber eine nette Abwechslung war es nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gem\u00fctliche Fernsehabend gestaltete sich schwieriger als gedacht, da nat\u00fcrlich keine Sau wusste, wann nun ausgerechnet Bayern 3 als letzte der Zivilisation zuzurechnende Fernsehstation, deren Signale auch dort empfangen werden konnten, &#8222;Dinner for one&#8220; sendet. Nachdem dieser Punkt aber irgendwann abgehakt war, ging es auf null Uhr zu und das bedeutete in Deutschland nun einmal Feuerwerk. Man mag es nicht glauben, aber auch das Allg\u00e4u z\u00e4hlte schon damals dazu.<br \/>\nMein Bruder und ich waren l\u00e4ngst b\u00f6llerbegabt, mehr noch als im Umgang mit Explosivk\u00f6rpern waren wir nur darin ge\u00fcbt, selbige in Stuttgarter Superm\u00e4rkten zu klauen, weil wir sie nicht legal erwerben durften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und im Allg\u00e4u? Pustekuchen! Familienurlaub mit Mama. Die war schon pingelig mit den dreieinhalb Raketen, die sie gekauft hatte, sp\u00e4testens aber seit den Bedenken von Rob und Elvira blieb f\u00fcr uns nur das peinliche Kinder-Feuerwerk \u00fcbrig. Heuler, Feuerkreisel, Tischvulkane und diese komischen Bienen, die sich mit einem bunten Lichtschwall sagenhafte 5 bis 6 Meter in die Luft erhoben &#8211; H\u00f6hen, in denen Raketen noch gar nicht daran dachten, bunt zu werden. Aber hey: Zisch, heul, blitz! Es war das Allg\u00e4u, da tickten die Uhren wohl anders. Abgesehen davon hatten wir damit im Umkreis von rund 5 Kilometern immer noch das imposanteste Feuerwerk. Die restlichen Bewohner der Umgebung, gr\u00f6\u00dftenteils K\u00fche, beteiligten sich n\u00e4mlich nur wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum entscheidenden Moment jedenfalls zischte, schwirrte, heulte und leuchtete es vor dem Haus doch recht angemessen und selbst unsere paar Kinderquatsch-Utensilien vermochten durch ihr Feuer und den Rauch den famosen Sternenhimmel verschwinden zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und w\u00e4hrend ich mich im bunten Treiben so umsah, blieb mein Blick an meiner Mutter h\u00e4ngen, die eine der besagten Bienen sachte niederlegte und anz\u00fcndete. Ich stand sichere 10 Meter entfernt und wartete auf die imposante Leuchterscheinung (also nach wie vor f\u00fcr Allg\u00e4uer Verh\u00e4ltnisse, ist klar, ne?).<br \/>\nMit einem deutlich vernehmbaren Zischen startete das kleine Teilchen &#8211; nur um anschlie\u00dfend, keine 50 Zentimeter \u00fcber der geschlossenen Schneedecke die Richtung zu wechseln und auf mich zuzuschie\u00dfen. Dank der unberechenbaren Flugbahn der wilden Biene war mein Ausweichen nutzlos, sie traf mich an der linken H\u00fcfte. Zielsicher schr\u00e4g von unten unter die Jacke. Diese verhinderte, dass der Feuerwerksk\u00f6rper einfach abprallte und so surrte, zischte, rauchte und leuchtete es direkt unter meiner Jacke weiter.<br \/>\nDie fr\u00f6hlichen Festtagsgesichter wichen heller Panik, um mein eigenes, zun\u00e4chst verwirrtes, war es kein bisschen besser bestellt. Im Bestreben, die Freude m\u00f6glichst maximal zu halten und sich h\u00f6her in die L\u00fcfte zu schrauben, bohrte sich die kleine Biene sekundenlang durch meine Kleidung. Die Jogginghose schmolz recht schnell, die darunterliegende Unterhose riss vermutlich direkt danach kokelnd durch. Die Biene, immer noch auf Erfolgskurs, verschmolz nun meine Haut, das darunterliegende Fleisch und die Jogginghose schmerzhaft, bis sie nach rund drei bis sieben Sekunden den Brennstoff verlor und m\u00fcde glimmend zu Boden fiel, wo sie umgehend im Schnee erlosch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anstatt mich \u00fcber eine Abnahme meines H\u00fcftumfangs um etwa 0,5 cm binnen weniger Sekunden zu freuen, schmiss ich mich ebenfalls heulend in den Schnee.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ich damit sagen will?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bienen sind unter der Jacke gef\u00e4hrlich und Feuer ist auch hei\u00df, wenn es bunt ist!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Passt auf an Silvester!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/98013e03bcad44fcb25fd378d3644337\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht mehr, wie alt ich genau war, aber es war wei\u00df. \u00dcberall! 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