{"id":11842,"date":"2012-04-18T22:15:40","date_gmt":"2012-04-18T20:15:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=11842"},"modified":"2012-04-18T22:15:40","modified_gmt":"2012-04-18T20:15:40","slug":"die-netzwerke-der-saschas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2012\/04\/18\/die-netzwerke-der-saschas\/","title":{"rendered":"Die Netzwerke der Saschas"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sascha Lobo. Das Schlimme, wenn man einen Artikel von Sascha Lobo als Aufh\u00e4nger nimmt, ist, dass zwangsl\u00e4ufig erstmal dar\u00fcber diskutiert wird, ob der Kerl nun ein Schaumschl\u00e4ger oder ein Held ist. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bei vollstem Verst\u00e4ndnis\u00a0 f\u00fcr beide Positionen gerne lese, was er schreibt. Was die Inhalte angeht, ist es zwar nicht unwahr, dass von ihm selten irgendwelche innovativen Ideen oder gro\u00dfe Wunderdinge zu erwarten sind. Meist beschreibt er auch nur altbekannte Fakten und verpackt diese in eine seiner vielen &#8211; teils auch abenteuerlichen &#8211; Theorien. Das muss man nicht m\u00f6gen, aber man sollte auch zugeben k\u00f6nnen, dass die Zustandsbeschreibungen von ihm (auf die ein oder andere Art) meist recht treffend sind und zudem &#8211; und das ist das wirklich bewundernswerte &#8211; hervorragend geschrieben. H\u00e4tten wir das damit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner SpOn-Kolumne Die Mensch-Maschine hat Lobo nun <a title=\"Die Mensch-Maschine - Euer Internet ist nur geborgt\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,827995,00.html\" target=\"_blank\">\u00fcber das &#8222;geborgte Internet&#8220; in Form der sozialen Netzwerke<\/a> geschrieben. Ich bitte, beim Lesen nicht den wunderbaren Satz zu verpassen, in dem er Google+ bescheinigt, &#8222;stets bem\u00fcht&#8220; zu sein, &#8222;die ihm \u00fcbertragenen Aufgaben zur Zufriedenheit der Nutzer zu erledigen&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">OK, der Satz ist f\u00fcr mich als Freund schr\u00e4gen Sprachhumors Grund genug, den Artikel zu lieben &#8211; aber darauf wollte ich nat\u00fcrlich nicht raus. Mir ging es eigentlich wirklich ums Thema. Lobos Theorie besagt im Wesentlichen, dass soziale Netzwerke eigentlich eine prima Erfindung seien, leider aber die wirkliche Freiheit in Form eigener Seiten, Blogs verdr\u00e4nge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inwieweit diese Verdr\u00e4ngung tats\u00e4chlich stattfindet, kann ich nicht beurteilen. Ich habe keinerlei Zahlen dazu, allerdings w\u00fcrde es mich tats\u00e4chlich nicht wundern, wenn ein gewisses Blogsterben im Jahr 2012 endlich mal nachweisbar ist. Das allein halte ich nicht f\u00fcr besonders dramatisch. Ich blogge jetzt seit fast 7 Jahren. Am Anfang wenig \u00f6ffentlich, inzwischen ziemlich. Und ich habe in dieser Zeit verdammt viele Blogs kommen, fast genauso viele aber auch wieder gehen sehen. Wenn ich sch\u00e4tzen m\u00fcsste, was daf\u00fcr verantwortlich ist, so m\u00fcsste man in den meisten F\u00e4llen wohl &#8222;eingeschlafen&#8220; als Todesursache angeben.<br \/>\nEin Blog ist zeitaufw\u00e4ndig, kostet Nerven und hier und da sogar mal Geld. Das macht man nicht dauerhaft, wenn man eigentlich blo\u00df ein paar Leuten seine Lieblingsvideos bei Youtube zeigen m\u00f6chte. Insofern mag es sein, dass die sozialen Netzwerke vielen Blogs das Wasser abgegraben haben, alleine: Nicht bei den Menschen, die wirklich Blogger sind &#8211; sondern bei denen, die sich einfach gelegentlich austauschen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich gebe Lobo Recht mit der Einsch\u00e4tzung, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zu streng reguliert sind, um sich dort wirklich auszutoben. Als ich mich bei Facebook angemeldet habe, war ich hochgradig verwundert, dass man da seine Seite nicht anpassen konnte, ja nicht einmal die Farbe wechseln!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gut, dass ich blau ohnehin ganz gerne mag&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sascha Lobo ist nat\u00fcrlich wie ich ein Mensch, der recht schnell die Freiheit beim Bloggen zu sch\u00e4tzen gelernt hat und f\u00fcr den Facebook sehr sichtbare Grenzen hat. Ich selbst w\u00fcrde heute noch nichtmal mehr zu overblog zur\u00fcck oder einen Blog bei blogger er\u00f6ffnen &#8211; zu gerne hab ich alles in der Hand bei meiner Seite. Aber &#8211; und den Fehler m\u00f6chte ich Lobo unterstellen &#8211; geht die &#8222;Gefahr&#8220; des Verlustes der Online-Identit\u00e4t bei Social Networks auch nur f\u00fcr Leute wie uns ans Eingemachte, Leute, die sich permanent online positionieren, austoben und darstellen. F\u00fcr viele da drau\u00dfen w\u00e4re es gar nicht so dramatisch, wenn Facebook den Account mal schlie\u00dft. Sicher, man m\u00fcsste alle Freunde nochmal unter neuem Namen adden, aber trotz der neuen Chronik ist Facebook immer noch mehr ein Gegenwartsmedium. Wie oft klickt man sich da schon zur\u00fcck? Was von alledem ist wirklich wichtig?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es stimmt, dass die eigene Identit\u00e4t im sozialen Netzwerk der Wahl nur mangelhaft sicher untergebracht ist, allzu sehr dramatisieren w\u00fcrde ich das indes nicht. Auch als Blogger bin ich abh\u00e4ngig von der Zuverl\u00e4ssigkeit meines Hosters, davon, dass auch in Zukunft noch Blogsoftware geschrieben wird, davon dass unsere Regierung gest\u00fcrzt wird, bevor sie eines ihrer vielen Zensur- und Idiotieabkommen irgendwann mal umsetzt &#8211; und \u00fcberhaupt ist jeder Strom- und Netzausfall irgendwie existenzbedrohend. Man muss noch nicht einmal online sein: Fast ein komplettes Jahr Tagebucheintr\u00e4ge habe ich verloren, als ich im Jahr 2001 eine Festplatte fallengelassen habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An Facebook und co. wird es wahrscheinlich nicht liegen, wenn die Blogosph\u00e4re (darf man das noch sagen?) untergeht. Denn letztlich sind soziale Netze f\u00fcr sich gesehen inhaltsleer. Geteilt werden dort immer noch vielfach Texte aus anderen Zusammenh\u00e4ngen: Berichte, Artikel, Kolumnen. Aus Magazinen, Zeitungen und &#8211; ja, genau! &#8211; Blogs.<br \/>\nIm Gegensatz zu der Behauptung vieler Marketingweisen dieser Welt, dass man heute einen Blog nicht mehr ohne Social Media-Dienste f\u00fchren k\u00f6nne, ist es in Wahrheit wohl eher so, dass die Twitters und Facebooks ohne Blogs ziemlich leer w\u00e4ren. Und nicht jeder muss eine eigene Zeitung schreiben oder seine Frisur auf 5 Kan\u00e4len gleichzeitig finden. Manche Sorgen muss man sich wohl wirklich nur machen, wenn man Sascha Lobo hei\u00dft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/8555efe0828740e79417d827335935ad\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sascha Lobo. 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