{"id":11418,"date":"2012-02-29T13:00:31","date_gmt":"2012-02-29T11:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=11418"},"modified":"2012-02-29T06:51:03","modified_gmt":"2012-02-29T04:51:03","slug":"die-geschichte-von-jan-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2012\/02\/29\/die-geschichte-von-jan-8\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von Jan (8)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein bisschen verstohlen schlich Jan sich aus dem Haus. Alexa fluchte und grummelte unter der Dusche, als er die T\u00fcr schloss und sich auf den Weg zur Bank machte. Alexa hatte ihm ihre Karte und die PIN nach einer groben Vorreinigung ihrer H\u00e4nde auf den Tisch geknallt. 5566! Irgendwie traute sie ihm wohl gar nix zu. 5566! Was ist das eigentlich f\u00fcr eine PIN? Ist ja klar: Da hat die Dame ohnehin das bessere Ged\u00e4chtnis und bekommt so eine Zahl. Jan war ein bisschen aufgew\u00fchlt, einerseits tat ihm Alexa leid &#8211; er dachte an seine Versuche nach dem Umzug, ein bisschen Lack von den Fingern zu bekommen &#8211; andererseits: Hallo? Was hatte er bitte schlimmes gemacht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann die 5566! Er selbst hatte eine bl\u00f6de PIN: 3068. Oder 3806? 3086? Ja eben, da sieht man&#8217;s ja!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ihn zum Ende der Stra\u00dfe hin das urbane Leben mehr und mehr einholte, die Hochbahn kreischend ihren Weg nach Friedrichshain ins Metall schnitt, bewegte er sich wie in Trance \u00fcber den B\u00fcrgersteig. Den Kopf gen Boden gesenkt, Gehwegplatten Bordsteine betrachtend zog er an einigen Menschen vorbei, die ihn f\u00fcr einen eigenbr\u00f6dtlerischen Nerd hielten. Was er zu gewissen Teilen ja auch irgendwie war. Den Weg zum Bankautomaten kannte er auswendig und als er dort eintraf, stellte er fest, dass er nicht einmal wusste, wie er hierher gekommen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Jan herum war es laut, neben der Bahn kreischten auch noch ein paar Kinder, die Hektik eines normalen Arbeitstages flutete die U-Bahn-Station und ein paar Obdachlose bettelten mehr oder minder lautstark. Mit den Gedanken abschweifend stellte er sich grinsend vor, wie albern es w\u00e4re, w\u00fcrden ein paar flei\u00dfige Leute nicht nur den Autofahrern eine Scheibenw\u00e4sche f\u00fcr kleines Geld anbieten, sondern auch ihm die Brille reinigen. Mit diesem gro\u00dfen Wisch-Dings. Hihi.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00f6tig gewesen w\u00e4re es allemal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu sich kam er erst wieder, als der Automat ihn warnte, er h\u00e4tte die falsche PIN eingegeben. War ja klar! 5566, nicht 3086! Er erhielt zwei druckfrische F\u00fcnfziger, Banknoten, die Jan so schon lange nicht mehr gesehen hatte. Zur Bank ging er meist nur f\u00fcr einen Zwanni zwischendurch, den Rest erledigte er ohnehin online. Selbst Lebensmittel kaufte er im Internet. Es entsprach nunmal nicht seinem Naturell, die Wohnung zu verlassen, redete er sich seine Situation oftmals sch\u00f6n. Reich wie selten tigerte er den halben Weg zur\u00fcck, um am Plus angekommen festzustellen, dass dieser inzwischen ein Netto war. Irgendwann hatte er sich mit Alex mal dar\u00fcber unterhalten, da war was&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein bisschen uninspiriert schmiss er einige Lebensmittel in den Wagen, die sie in der WG immer dahatten. Also zumindest, bis bei ihm mal wieder Not am Mann war. Dosengem\u00fcse, Fertigessen und ein paar Tomaten. Zur Gewissensberuhigung und um an der Kasse nicht auszusehen wie ein ausgangsfauler Nerd, der sich nur von Tiefk\u00fchlpizza ern\u00e4hrt. Er umkreiste in Gedanken noch ein paar H\u00e4hnchen-Nuggets, verwarf den Plan aber wieder und wandte sich den T\u00fctensuppen zu. Er hatte zwar weder Appetit noch Hunger, irgendwie glich dieser Ausflug dennoch ein bisschen der Prekariats-Vorstellung vom Schlaraffenland. Als er zu Ungunsten von Alexas Geldbeutel mal eben beschloss, sowohl Champignon-, als auch Waldpilz-Creme-Suppe einzupacken, zuckte er zusammen. Jemand rief seinen Namen!<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Jan, alter Stoffel! Was machst du denn hier?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er blickte sich um und sah in ein freundliches Gesicht, das er lange nicht gesehen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div id=\"polls-22\" class=\"wp-polls\">\n\t\t<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wer spricht Jan pl\u00f6tzlich im Supermarkt an?<\/strong><\/p><div id=\"polls-22-ans\" class=\"wp-polls-ans\"><ul class=\"wp-polls-ul\">\n\t\t<li>Uwe, sein Anwalt f\u00fcr diverse Kleinigkeiten <small>(37%, 36 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 37%;\" title=\"Uwe, sein Anwalt f\u00fcr diverse Kleinigkeiten (37% | 36 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<li>Franky, eine Art One-Night-Stand vom Dezember <small>(35%, 34 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 35%;\" title=\"Franky, eine Art One-Night-Stand vom Dezember (35% | 34 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<li>Markus, ein guter Freund, den Jan seit einer Woche anrufen wollte <small>(16%, 16 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 16%;\" title=\"Markus, ein guter Freund, den Jan seit einer Woche anrufen wollte (16% | 16 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<li>Peter, ein Alter Klassenkamerad (kein Kontakt seit Jahren) <small>(12%, 12 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 12%;\" title=\"Peter, ein Alter Klassenkamerad (kein Kontakt seit Jahren) (12% | 12 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<\/ul><p style=\"text-align: center;\">Total Voters: <strong>98<\/strong><\/p><\/div>\n\t\t<input type=\"hidden\" id=\"poll_22_nonce\" name=\"wp-polls-nonce\" value=\"55184ed3a2\" \/>\n<\/div>\n<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/45a471194cd84312b6c93480acd6c694\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein bisschen verstohlen schlich Jan sich aus dem Haus. 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