{"id":11349,"date":"2012-02-12T13:00:39","date_gmt":"2012-02-12T11:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=11349"},"modified":"2012-02-12T04:28:03","modified_gmt":"2012-02-12T02:28:03","slug":"die-geschichte-von-jan-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2012\/02\/12\/die-geschichte-von-jan-4\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von Jan (4)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend Alexa ihre langwierige und komplizierte R\u00fcckreise aus der Schweiz antrat, raffte Jan sich endlich auf und focht seinen Kampf mit der Sp\u00fclmaschine aus. Auch im Intensiv-Modus wurde sie nur m\u00e4\u00dfig zufriedenstellend fertig mit dem, was er ihr aufb\u00fcrdete. Nachdem er also das Sp\u00fclbecken vom gr\u00f6bsten Dreck gereinigt hatte, ging er ans nachtr\u00e4gliche S\u00e4ubern einzelner Geschirrteile.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Laufe des Samstags lief die Maschine wieder und wieder. Die altersschwache Sp\u00fclb\u00fcrste flog nur so \u00fcber die ausgespuckten Teile und die Schr\u00e4nke in der kleinen K\u00fcche f\u00fcllten sich allm\u00e4hlich wieder. Jans F\u00fc\u00dfe trugen ihn zwischen dem Fernsehsessel und der Sp\u00fclmaschine hin und her, sp\u00e4ter zwischen der Maschine und den K\u00fcchenschr\u00e4nken. Nennenswerten Glasbruch schaffte er zu vermeiden, einzig ein altes Weinglas musste im Laufe des Tages entsorgt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wind pfiff um die H\u00e4user, die Temperaturen stiegen nur sehr selten \u00fcber -5\u00b0C, gelegentlicher leichter Schneefall umwehte das winterliche Berlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alexa fror indessen f\u00fcrchterlich in verschiedensten Regionalz\u00fcgen der deutschen Bahn. Ihr Wochenendticket teilte sie mit ein paar jugendlichen Berlin-Touristen, das praktizierte sie seit Jahren bereits so. Ebenso wie die deutsche Bahn es seit Jahren praktizierte, die Z\u00fcge im Winter ausfallen zu lassen. Oder zumindest die Heizung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihren Urlaub hatte sie genossen, w\u00e4hrend der R\u00fcckfahrt dachte sie jedoch unentwegt an die M\u00f6glichkeit, mal eben schnell aus der Welt zu scheiden, umgehend zu sterben, egal wie, hauptsache warm. Verbrennen beispielsweise.<br \/>\nViel mehr aber dachte sie an die Wohnung, die Stadt, sie war durchaus froh, wieder heimzukommen. Zwar wusste sie, dass das Wetter in Berlin nicht eben besser war, die Aussicht auf die beheizte Bude jedoch erw\u00e4rmte sie auch innerlich. Ein bisschen auch die Aussicht auf Jan. Sicher, er hatte ihr Zuhause wahrscheinlich in den letzten drei Wochen \u00fcbel zugerichtet und sie w\u00fcrde ihm das auch vorhalten &#8211; aber w\u00e4hrend ihres atemberaubenden Urlaubs ist ihr vor allem klargeworden, dass sie den liebenswerten Chaoten in ihm vermisste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Truppe in der Schweiz &#8211; viele alte Bekannte, ein paar Facebook-Freunde und Freunde von Bekannten von Facebook-Freunden &#8211; war so wohlorganisiert wie \u00f6de gewesen. Sie hatte selbst an sich den Anspruch, die Planlosigkeit ihrer Jugendjahre &#8211; die sie auch damals mit Jan zusammengebracht hatte &#8211; hinter sich zu lassen, aber die ununterbrochene Party auf dem Gipfel war auch nicht, was sie wollte. Bereits vor der Ankunft hatten sie Finanzplanungen aufgestellt, Fahrer organisiert, Zeitpl\u00e4ne gemacht. Einen Schritt weiter, so f\u00fchlte es sich an, und sie h\u00e4tte ein Formular zum Pinkeln unterschreiben m\u00fcssen. Selbst das Budget f\u00fcrs Gras hatten diese Spinner vorher festgelegt!<br \/>\nAber &#8211; und das fuchste sie gewaltig &#8211; es hat auch funktioniert. Keine Geldsorgen, immer alles warm und ordentlich. Selbst als Olli nachts betrunken beim Versuch, seinen Namen in den Schnee zu pinkeln nach dem O mit heruntergelassenen Hosen einen H\u00fcgel hinabstolperte und sich das Handgelenk verstauchte, fanden sich zwei n\u00fcchterne Fahrer, die ihn ins nahegelegene Spital brachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie schwor sich, Jan nie zu sagen, dass sie im Nachhinein geno\u00df, manchmal aufzustehen und nicht zu wissen, ob er die letzte Milch f\u00fcr seinen White Russian aufgebraucht hatte, oder ob sie unbehelligt fr\u00fchst\u00fccken k\u00f6nnte (davon abgesehen h\u00e4tte sie ohne diese Aktion damals nie herausgefunden, wie lecker Smacks ohne Milch schmecken).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zitternd an die h\u00e4sslichen roten Ledersessel des Zuges gelehnt w\u00fcnschte sie sich, sie w\u00e4re noch einmal 15 und ihre Beziehung mit Jan h\u00e4tte noch einmal diese falsche Zukunft, die sie sich damals ausgemalt hatte. Oder hatten, manchmal war sie sich nicht sicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ihr Zug die Stadtgrenze Berlins passierte, fuchtelte Jan mit dem altersschwachen Handfeger in der Wohnung herum, um kleine H\u00e4ufchen zusammengekehrten Unrates entweder auf die vorgesehene Schaufel oder unter den n\u00e4chsten Teppich zu schieben. Alexa sei Dank hatten sie nur wenige Teppiche, sie erkannte den praktischen Nutzen in Momenten mit Zeitmangel eindeutig nicht so gut wie er! Nach einem pr\u00fcfenden Tritt auf den L\u00e4ufer im Flur (nichts knirschte ernsthaft, gute Arbeit!) schmiss Jan die Arbeitsutensilien zur Seite und wandte sich dem Internet zu. Eigentlich m\u00fcsste ihr Zug vor 20 Minuten angekommen sein. Wo blieb Alexa nur?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur 5 Minuten nach diesem Gedanken verlie\u00df selbige den Zug (der runde 30 Minuten Versp\u00e4tung hatte) und war erstaunt, dass es au\u00dferhalb tats\u00e4chlich nochmal mindestens 10 Grad k\u00e4lter war. Wie sollte sie es nur m\u00f6glichst schnell und lebendig nach Hause schaffen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div id=\"polls-18\" class=\"wp-polls\">\n\t\t<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wie kommt Alexa m\u00f6glichst schnell heim?<\/strong><\/p><div id=\"polls-18-ans\" class=\"wp-polls-ans\"><ul class=\"wp-polls-ul\">\n\t\t<li>Taxi! Das kann der Autor sicher am besten beschreiben \ud83d\ude09 <small>(34%, 33 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 34%;\" title=\"Taxi! Das kann der Autor sicher am besten beschreiben ;) (34% | 33 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<li>Sie sollte Jan anrufen, dem f\u00e4llt was ein... <small>(31%, 30 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 31%;\" title=\"Sie sollte Jan anrufen, dem f\u00e4llt was ein... (31% | 30 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<li>Ist ja nur knapp ein Kilometer. Laufen! <small>(20%, 20 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 20%;\" title=\"Ist ja nur knapp ein Kilometer. Laufen! (20% | 20 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<li>Taxi? Taxi ist teuer! Nimm den Bus! <small>(16%, 16 Votes)<\/small><div class=\"pollbar\" style=\"width: 16%;\" title=\"Taxi? Taxi ist teuer! Nimm den Bus! (16% | 16 Votes)\"><\/div><\/li>\n\t\t<\/ul><p style=\"text-align: center;\">Total Voters: <strong>98<\/strong><\/p><\/div>\n\t\t<input type=\"hidden\" id=\"poll_18_nonce\" name=\"wp-polls-nonce\" value=\"4dc07a2780\" \/>\n<\/div>\n<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/d3993321058b405d9c103b082a029cf5\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend Alexa ihre langwierige und komplizierte R\u00fcckreise aus der Schweiz antrat, raffte Jan sich endlich auf und focht seinen Kampf mit der Sp\u00fclmaschine aus. Auch im Intensiv-Modus wurde sie nur m\u00e4\u00dfig zufriedenstellend fertig mit dem, was er ihr aufb\u00fcrdete. 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