{"id":11264,"date":"2012-01-23T05:28:41","date_gmt":"2012-01-23T03:28:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=11264"},"modified":"2012-01-23T05:31:42","modified_gmt":"2012-01-23T03:31:42","slug":"ein-loblied-aufs-extrem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2012\/01\/23\/ein-loblied-aufs-extrem\/","title":{"rendered":"Ein Loblied aufs Extrem"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">So wie bekannt ist, dass Gesichter dann am sch\u00f6nsten sind, wenn man die Gesichtsz\u00fcge am Mittelwert ausrichtet, so herrscht allgemein auch die Einstellung vor, dass in den meisten Punkten Mittelma\u00df im Grunde\u00a0 zu Gl\u00fcck und wirklicher Qualit\u00e4t verhelfe. Das ist ein leicht zu befolgender Singsang und vielleicht stimmt es ja tats\u00e4chlich, dass man beispielsweise Geld besser weder zu wenig noch zu viel besitzen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manch andere Dinge im Leben werden aber erst dann richtig gut, wenn sie an Grenzen sto\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wissen eigentlich alle Leser, dass ich keinen Hang zum Extremsport habe, wenngleich ich dort &#8211; eine gewisse k\u00f6rperliche Eignung vorausgesetzt &#8211; wesentlich eher meine Pr\u00e4ferenzen sehen w\u00fcrde, als im durchschnittlichen Kick auf einem Bolzplatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine absolut subjektiven Erfahrungswerte stammen aus drei sehr unterschiedlichen Bereichen: Essen, Politik und Musik. In all diesen Bereichen glaube ich, dass es gut tut, sich zumindest mit den Extremen zu besch\u00e4ftigen, um unglaubliche Erlebnisse zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fangen wir an mit dem Essen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin ein ausgesprochener Freund scharfen Essens. Bereits in der Kindheit habe ich mir den Verzehr von Peperonis angew\u00f6hnt, etwas \u00fcber das ich heute nur schmunzeln kann. Zugegeben: Die Habanero, in die ich dereinst reingebissen habe, um zu beweisen, dass sie nur wenig Sch\u00e4rfe enth\u00e4lt, war tats\u00e4chlich (und gl\u00fccklicherweise!) sehr mild, aber ohne jetzt der absolute Chilihead zu sein, kann ich nur schwer verleugnen, mich in den oberen Bereichen der Scoville-Skala sehr wohl zu f\u00fchlen.<br \/>\nKritiker vom Starkoch bis zu meinem Vater (der mich damals die Peperoni probieren lie\u00df) bem\u00e4ngeln immer, dass man bei zu viel Sch\u00e4rfe nichts mehr schmeckt. Das ist schlicht nicht wahr! Capsaicin regt W\u00e4rmerezeptoren an, nicht die Geschmacksnerven. Und diese entwickeln eine ziemliche Toleranz mit der Zeit. Sch\u00e4rfe ist somit eigentlich ein v\u00f6lliges Nebengleis geschmacklicher Erfahrungen und jeder ge\u00fcbte J\u00fcnger des Feuers empfindet dies lediglich als Bereicherung des eigenen Horizontes, ohne dabei auf etwas zu verzichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann die Politik:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem sehr komplizierten Gespr\u00e4ch habe ich einem alten Freund vor Ewigkeiten versucht, zu erkl\u00e4ren, wie eingeschr\u00e4nkt das allt\u00e4gliche Politikgesch\u00e4ft einen die Welt sehen l\u00e4sst. Ich erwarte nicht, dass alle meine radikalen anarchistischen Einstellungen teilen, aber es lohnt sich, einen Blick \u00fcber den Tellerrand der \u00fcblichen Parteienlandschaft zu werfen. Komplexe Systeme wie die hier und anderswo praktizierte Politik lassen sich am Besten von au\u00dferhalb beobachten. Das soll kein Werbefeldzug f\u00fcr dummdreiste Indoktrination kurioser Gestalten werden, aber seinen Blick zu sch\u00e4rfen f\u00e4llt oft schwer innerhalb gesetzter Grenzen. Mich hat in den vergangenen Jahren kein Politikskandal vom Hocker gerissen, ehrlich!<br \/>\nOb nun verharmloste Neonazi-Zellen, ungez\u00fcgelter Kapitalismus in Form \u00fcbereifriger Banker oder die permanenten Datenschutz- und Grundrechtsverletzungen seitens der Polizei: All das ist mir seit 15 Jahren bekannt, weil ich b\u00f6se b\u00f6se Bl\u00e4tter wie die verbotene Untergrundzeitschrift &#8222;radikal&#8220; gelesen habe. Dass da auch viel Unsinn drinsteht, will ich nicht bestreiten, aber f\u00fcr denkende Menschen ist es einfach eine Erweiterung des Horizontes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt die Musik:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor etwa 4 Jahren geisterte eine bl\u00f6de Meldung \u00fcber eine sicher unzureichende Studie durch die Presse, in der nachgewiesen wurde, dass die H\u00f6rer von Metal \u00fcberdurchschnittlich intelligent seien. &#8222;Auch wenn man unter den H\u00f6rern eher einfache Gem\u00fcter vermuten w\u00fcrde&#8220; war ein Satz, der begleitend oft genannt wurde.<br \/>\nNun gut, die Musik-Geschm\u00e4cker sind auch verschieden. Dass nicht jeder mit Metal etwas anfangen kann, ist mir klar. Analog zu den oben angesprochenen Chilis verh\u00e4lt es sich jedoch so, dass sich hinter dem oberfl\u00e4chlichen L\u00e4rm Kompositionen verbergen, die den Vergleich mit der vielgeliebten klassischen Musik nicht scheuen m\u00fcssen. Mal ganz abgesehen davon, dass auch Stressbew\u00e4ltigung und Frustrationsabbau legitime Anwendungsgebiete von Musik sind, die manche Musikrichtung nur unzureichend bietet. Tatsache ist, dass sich hinter manchem treibenden Beat ein wohldurchdachtes Gitarren-Arrangement verbirgt, das auf Entdeckung wartet. Die oberfl\u00e4chliche T\u00e4uschung mag hier und da zwar Programm sein, eine vorschnelle Verurteilung der gesamten Musikrichtung ist jedoch um vieles stupider als die Musik selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke, wir sollten manchmal ein Bisschen extremer sein!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie eingangs erw\u00e4hnt: Diese Beispiele sind subjektiv gew\u00e4hlt. Ich bin mir aber sicher, dass es noch einige mehr gibt. Sicher auch welche, die meinen Horizont noch erweitern k\u00f6nnen. Lasst es mich gegebenenfalls wissen!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/53d390fa4be849ddab79d9c66309146c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So wie bekannt ist, dass Gesichter dann am sch\u00f6nsten sind, wenn man die Gesichtsz\u00fcge am Mittelwert ausrichtet, so herrscht allgemein auch die Einstellung vor, dass in den meisten Punkten Mittelma\u00df im Grunde\u00a0 zu Gl\u00fcck und wirklicher Qualit\u00e4t verhelfe. 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