Ist das mein Job?

Taxifahrer ist sicher einer der am kontroversesten bewerteten Jobs überhaupt. Es gibt Freaks wie mich, die darin den absoluten Traumjob sehen, und zugleich gibt es eine Menge Leute, die in Taxifahrern eigentlich nur den letzten Abschaum vor Hartz4 sehen. Die Bandbreite dazwischen ist groß, und all die Meinungen wiederzugeben, würde wahrscheinlich sogar den großzügig angelegten Webspace hier überfordern. Wie ist das also? Soll ich Taxifahrer werden?

Ich möchte ein paar kleine Frage zur Hilfestellung stellen, und diese kommentieren:

Kannst du gut mit Menschen umgehen?

Das ist die wichtigste Frage vorneweg. Fahren kann prinzipiell jeder, der einen Führerschein hat. Die Ortskundeprüfung kann prinzipiell jeder bestehen, der bereit ist, zu lernen. Aber die Kunden? Klar kann man sich auch da schulen lassen, oder gänzlich drauf scheißen – aber wenn man Spaß an der Sache haben will, dann ist es unabdingbar, mit verschiedenen Menschen umgehen zu können. Sei es der gestresste Geschäftsmann, der schnell zum Flughafen will, obwohl alle Straßen zur Hauptverkehrszeit dicht sind, oder aber der gechillt verdrogte junge Mann, der einen fragt, wo man früh morgens noch “was losmachen kann”. Klar kann man sich als Taxler seine freie Meinung behalten, aber natürlich wird man oft auch gezwungen, nett zu sein, wo man es eigentlich nicht möchte. Der “Dienstleistungsgedanke” sollte schon recht tief verankert sein, weil auch Taxifahren heisst, sich gelegentlich für ein paar Euro zum Löffel zu machen.

Hast du die Zeit?

Taxifahren ist ein mühsames Gewerbe. Man kann zwar bisweilen mehr verdienen, als in manch anderem Job für ungelernte Leute, aber letztlich braucht man eine ganze Menge Zeit, um ein bisschen Geld einzufahren. Kannst du dir also vorstellen, für 50 € brutto unter der Woche 10 Stunden + x unterwegs zu sein? Natürlich läuft es oft besser, aber solche Tage gibt es zur Genüge – diese Zahl war nicht die Untergrenze!

Kommst du mit wenig Geld klar?

OK, was ist wenig Geld? Bei einer Arbeitszeit von rund 50 Stunden die Woche sehe ich etwa 1200 € netto. Das kann auch mal drüber liegen, aber größere Illusionen sollte man sich bei so einem Arbeitsaufwand nicht machen – und soo wenig sind 50  Stunden pro Woche nun auch nicht. Dazu kommt natürlich noch das Trinkgeld! (200 – 300 € normalerweise)

Hatz4 liegt natürlich weit drunter, aber es gibt eine Menge Menschen, denen das diesen Zeitaufwand nicht wert ist.

Fährst du gerne Auto?

Wie ich oben geschrieben habe: Das Fahren ist nicht alles. Bei weitem nicht. Wenn man allerdings nicht gerne fährt, dann wird einem der Job dennoch recht schnell auf die Nerven gehen. Zudem: Rennfahrer sind eher nicht gefragt. Bedenke, dass der P-Schein schneller weg sein kann als der Führerschein an sich. Ein kurzfristiges Fahrverbot bedeutet keine Einnahmen. Von der Sicherheitsgeschichte bei 1000 km/Woche und Fahrgästen, die sich über rabiate Fahrweisen beschweren, mal ganz abgesehen. Wenn man ewiges Heizen auf der Straße gewöhnt ist, ist das Runterpegeln auf die erlaubte Geschwindigkeit bisweilen auch stressig – ich kenne das in Ansätzen.

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks