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Noch 7 Tage…

4. Juli 2010

…dann rechne ich mit etwas Geld.

Vollstreckbar, Quelle: Sash

Vollstreckbar, Quelle: Sash

Nach dem überraschenden (*hüstel*) Sieg im Gerichtsverfahren gegen meinen Ex-Vermieter haben wir nun eine ganze Weile auf eine schriftliche Ausfertigung des Urteils warten dürfen. Wie zu erwarten war, liest es sich nur halb so geil, wie es sich anfühlt:

Wortlaut, Quelle: Sash

Wortlaut, Quelle: Sash

Was bin ich froh, dass meine Wortwahl etwas freier ist, als die von Justizangestellten ;)

Nun ja, im Laufe des Samstags ist der Brief an Dieter und Petra via Post rausgegangen, und wir erwarten gemäß unserer Forderung einen Zahlungseingang bis zum 10.7.2010. Also binnen einer Woche. Das ist gar nicht so fies, wie es sich anhört, denn wir hätten auch gleich den Gerichtsvollzieher beauftragen können. Aber wieso sollte ich jemandem den Gerichtsvollzieher auf den Hals hetzen, wenn ich ihm auch einen netten Brief ohne förmliche Anrede zustellen kann?

Ja, damit ist die Geschichte zwar prinzipiell gelaufen, was aber noch folgen wird, ist ein Kostenfestsetzungsverfahren, in dessen Rahmen dann erörtert wird, was Dieter mir noch alles überweisen darf. Die Summe wird – wenn alles gut läuft – noch einmal ein ähnlich hoher Betrag, schließlich geht es um lange und beschwerliche Reisen, Verdienstausfall, Übernachtungen, Gerichtskosten (die wir vorgestreckt haben) und weitere solche Kleinigkeiten. Oder um es etwas pointenorientierter auszudrücken: Wenn er das Geld vor zwei Jahren nicht verdammt gut angelegt und damit verdoppelt hat, sehe ich schwarz für seine Gesamtbilanz zu dieser Geschichte :D

Und nun mal gucken, ob er das mit dem Überweisen hinbekommt.

Author: Sash Categories: Feinde, Vermieter

Kleiner Nachschlag zum Prozess

11. Juni 2010

So, nun bin ich wieder in Berlin, brotfertig zwar, aber immerhin.

Zu der Gerichtsgeschichte wird es ab jetzt wohl nur noch unspannende Kleinigkeiten zum Kostenfestsetzungsverfahren oder so geben, da ist die Spannung natürlich raus. Tut mir leid für euch Leser, aber mich entlastet es doch ein wenig, wenngleich sich die Tatsache, dass wir wirklich endgültig gewonnen haben, noch nicht bis ins Gehirn schleichen konnte. Aber nach den nun vergangenen 45 Stunden, seit die Geschichte gelaufen ist, kann ich tatsächlich noch mit einem netten Leckerli aufwarten, das zwingend verbloggt werden muss.

Dass René wahrheitsgemäß ausgesagt hat und damit für seine Eltern nicht nur keine Hilfe, sondern der Tropfen war, der das Schiff zum Kentern brachte, habe ich gestern bereits ausführlich beschrieben. Ozie hingegen hatte ein paar Minuten Gespräch mit René, und was dabei herauskam toppt so ziemlich alles, was ich bisher erwartet habe.

Das Hauptproblem unserer Ex-Vermieter war ja stets (in Bezug auf Wohnung, Mietvertrag, Protokoll, Kaution etc.), dass sie einfach nichts gemacht haben. Der ganze Prozess fußte ja auf der Tatsache, dass die beiden nie irgendwas gemacht haben. Jetzt aber die Neuerung: Genau so haben sie ihn auch verloren!

Es ist ja sehr löblich, dass sie nicht – wie wir ja durchaus befürchtet haben – versucht haben, auf Renés Aussage einzuwirken. Dass sie aber mit ihm offenbar nicht einmal darüber gesprochen haben, was er weiss, das ist echt zu viel des Guten. Laut René himself hat er von seiner Ladung durch – nun ja! – die gerichtliche Ladung erfahren. Was seine Eltern damit bezwecken, war ihm sichtlich fremd.

Ich meine: Die wohnen direkt nebenan und haben es nicht fertig gebracht, ihm zu kommunizieren, dass und warum sie ihn als Zeugen laden! Ich meine, wie soll ich es bitte ernst nehmen, dass sie sich beschweren, dass sie verloren haben?

Wie zur Hölle kann man sich in einem Gerichtsverfahren von der Aussage seines Sohnes überraschen lassen? Es ist doch nicht verboten, sich über das Thema auszutauschen. So lange er dennoch wahrheitsgemäß aussagt…

Ich meine, die haben ihn vor einem Jahr quasi auf die Zeugenliste gesetzt. Dann haben sie alle außer ihm wieder runtergenommen. Sie haben den Beschluss bekommen, dass René als einziger Zeuge den offenbar einzigen Beweis antreten soll, dass sie im Recht sind. Und dann reden die nicht mal miteinander? Ich meine, ich steig doch beim Taxifahren auch nicht hinten ein und warte mal, ob das Auto mich und den Kunden irgendwohin fährt, oder?

So langsam glaube ich, die wollten mir diesen zweiten Kurzurlaub in Stuttgart einfach gerne bezahlen.  Das können sie haben, aber ehrlich gesagt, hätte es da eine einfache Überweisung getan. Deswegen muss man doch nicht vor Gericht gehen…

Author: Sash Categories: Feinde, Vermieter

Ähnliche Erfahrung machen…

9. Juni 2010

Gerichtsverfahren sind eine komische Geschichte. Seit etlichen Einträgen hangele ich mich durch ein mir noch vor einem Jahr unbekannt gewesenes Thema und gebe Prognosen ab, wie es enden könnte, kotze Gift und Galle in Form scheinbar liebenswürdiger Anekdoten gegen Richter, Anwälte und mindestens das Justizsystem im Allgemeinen.

Und irgendwie kommt doch immer alles anders. Naja, fast.

Beim heutigen Termin, der Zeugenvernehmung, waren die Möglichkeiten eines Ausganges der Geschichte bereits von Anfang an eingegrenzt. René, seines Zeichens Sohn der beiden Beklagten, sollte mit seiner Aussage beweisen, dass zu meinem Einzug die Schäden, die mir zur Last gelegt werden, noch nicht existierten.

So gab es nur ent oder weder. Gelingt es, ist mit einer nächsten Runde in alle Bereiche zu rechnen, dem Auseinanderpflücken der Schadenshöhe z.B.. Im anderen Falle könnte es sogar das sofortige Ende sein.

Aber im Endeffekt wussten wir nicht einmal, ob René kommen würde, und wenn, ob er aussagt, und wenn, wie. Denn soweit wir wussten, wohnt er noch bei den Beklagten, ist mit ihnen verwandt, von ihnen wirtschaftlich abhängig… das macht vielleicht nicht so schnell glaubwürdig, birgt aber natürlich gewisse Risiken für die Wahrheit.

Vorbereitet waren wir für die Verhältnisse gut. Wir haben uns Erkundigungen von unseren Zeugen eingeholt, woran sie sich erinnern konnten, und haben eine kleine Auswahl fieser Fang- und offensichtlicher Lull-und-Lall-Fragen vorbereitet, um jede Lüge in bester Staranwalt-Manier in ein enger werdendes Netz purer Ausweglosigkeit zu lotsen.

Erschreckend war es für einen Moment, als ich beim Betreten des Gerichtsgebäudes ausgerechnet René und Petra sah, denn das Worst-Case-Szenario bestand aus der Kombination von einer Anwesenheit Renés und Beeinflussung seitens seiner Mutter.

Aber auch Dieter und der Anwalt ließen nicht ewig auf sich warten. Unsere beiden Zeugen waren auch da, sodass eine gewisse Ausgeglichenheit durch die Anzahl wenigstens gegeben war.

Direkt meinen Ex-Vermietern gegenüberzustehen hat mich zwar einmal mehr nervös gemacht, aber schon die Tatsache, dass der Anwalt vom umnachteten Moment, in dem er mir die Tür vor der Nase zumachte, abgesehen, wenig kampfeslustig gab, lies mich aufatmen.

Im winzigen Saal wunderte ich mich nur, dass eine mir unbekannte Frau das Geschehen verfolgte, aber so ist das bei öffentlichen Verhandlungen. Man kann sich dennoch mal ziemlich alleine fühlen. Am Kopf des Raumes die Richterin, mir gegenüber Dieter und sein Anwalt. Petra nahm wie die Unbekannte im Zuschauerraum Platz.
Meine Zeugen mussten den Raum zunächst verlassen, und Ozie sowieso, weil der gegnerische Anwalt sie ja bereits letztes Mal als “potenzielle” Zeugin aus dem Raum entfernen lies.

Man fühlt sich so ein bisschen umzingelt.

Um mich selbst zu beruhigen, habe ich mir die vorbereiteten Fragen auf den Tisch gelegt und nach einem Blick zum gegnerischen Anwalt ebenso wie dieser meinen Unterlagenordner aufgeschlagen. Dazu gab es keinen ersichtlichen Grund, aber ich hatte nicht vor, dieses Mal in Punkto stoischer Gelassenheit oder professioneller Arroganz den Kürzeren zu ziehen.

Binnen drei Minuten lag ich in Führung.

Ich habe mir mein süffisantes Lächeln nicht permanent verkneifen können, als mir klar wurde, dass René wahrheitsgemäß aussagt. Nach wenigen Sätzen seinerseits war klar, dass er zum fraglichen Zeitpunkt nie in der Wohnung war und lediglich bezeugen kann, dass die Schäden nach meinem Auszug existierten. Bei meinen Fragen musste ich plötzlich erfinderisch sein, denn ich hatte eigentlich keine passenden. Er sagte ohnehin nichts gegen uns aus, und so habe ich die Zeit genutzt, um ihn den Umfang der Schäden schildern zu lassen, was ggf. bei weiteren Beweisaufnahmen oder einer zweiten Instanz von Belang sein könnte. Selbst das nicht ohne Erfolg.

Der dritte Schaden (die Duschtür, bei der ein unbeteiligter Freund gestern beim gemütlichen Beisammensein spontan rief “Die war doch ewig schon kaputt!”) wurde nur noch oberflächlich angegangen, da René bereits gesagt hatte, er war zur fraglichen Zeit nie im Bad, aber ich muss es eben erwähnen, weil Renés O-Ton zum Zustand beim Auszug

“Komplett deformiert”

schlicht in diesen Eintrag gehört.

Die Richterin deutete ihre Enttäuschung bezüglich der Beweiskraft an, und so tat der Anwalt, was er tun musste: Kurze Unterbrechung.

Ich war eigentlich gelassen genug, um diese zum Pinkeln zu nutzen, aber um der Gegenseite nicht den Eindruck zu vermitteln, sie seien der einzige gackernde Haufen im Gericht, bin ich festen Schrittes raus, hab Ozie, die sich den Tisch im Flur inzwischen mit den drei Zeugen beider Parteien in trauter Eintracht teilte, mit einer hoffentlich professionell anmutenden Geste zu mir gewunken.

Auf dem Weg ins Abseits vernahm ich die Stimme des gegnerischen Anwaltes:

“Also, jetzt bleibt nur noch eine Möglichkeit…”

Ich lauschte, immer noch festen Schrittes durchs Haus marschierend, angestrengt.

“Anerkenntnis…”

Yes!

Etwa 5 Minuten später war bereits zu Protokoll gegeben, dass die Beklagten die Klage anerkennen. Die volle Kaution, die Zinsen, die Gerichtskosten… all das geht zu Lasten Dieters! So wie ich es immer gesagt habe.

Wir haben gewonnen!

Ein paar halblebige Jammereien hatte ich noch anzuhören, wie sehr sie belogen wurden und dass ihre Lehre daraus sei, keine WG’s und “Studenten” (ca. 3 Leute von 13 in der gesamten WG-Zeit) mehr aufzunehmen.

Als ich nach einem unspektakulären Ende ohne große Emotionen oder Worte den Saal mit professionell anmutender Nüchternheit verlassen habe, fauchte mir Petra noch zu:

“Dir wünsch ich nur, dass du mal ähnliche Erfahrungen mch’sch, weil des jetzt…”

Ohne mich umzudrehen, erwiderte ich ein dahingehauchtes

“Hach…!”

Von René habe ich mich mit einem Handschlag verabschiedet und mich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt, was er mit einem Lächeln entgegennahm. Mit Ozie und meinen beiden Zeugen habe ich mich dann davongemacht, um mir das Elend nicht länger anzusehen.

Die haben nicht im Geringsten verstanden, warum sie den Prozess verloren haben, mal abgesehen davon, dass eine ganze Menge themenbezogener Ignoranz nötig ist, um sich von einem wahrheitsgemäßen Geständnis des eigenen Sohnes überaschen zu lassen. Wir sind die bösen und das Recht ist eben mal wieder ungerecht. Wahrscheinlich glaubt das selbst die Richterin noch, was ich schade finde. Aber ich hab ja jetzt, was ich will.

:D

So, es gibt noch mehr zur Fahrt, ich könnte stundenlang schreiben. Aber ich hab in den letzten 60 Stunden nur 2 x 4 davon geschlafen und mein Körper braucht noch Kraft für die zweistellige Anzahl an großen Bier, die heute Abend vernichtet werden will.

Ich melde mich aus Berlin live wieder und beantworte auch die Kommentare erst wieder zu Hause. Morgen kommt nur ein kurzer Taxitext, aber glaubt mir: Der Alltag kommt schnell genug wieder…

Und jetzt wird gefeiert!!!

Author: Sash Categories: Feinde, Vermieter

Abwesenheitsnotiz

7. Juni 2010

Abwesenheitsnotizen sind langweilig!

Aber nein, irgendwie müssen sie ja sein. Warum nicht auch mal langweilig? Ursprünglich wollte ich erst morgen sowas raushauen, aber ich war irgendwie mit dem Text nicht zufrieden, und wann, wenn nicht nach rund 24 Stunden Wachsein sollte man so etwas schreiben, wenn es mal was anderes werden soll?

Ich und Ozie treffen hier sowas ähnliches wie letzte Startvorbereitungen für den dreitägigen Ausflug nach Stuttgart. Pünktlich am heutigen Morgen, also rund 24 Stunden vor Fahrtantritt haben wir mal sowas ähnliches wie eine Verbindlichkeit bei einer Autovermietung zustandegebracht.

Autos mieten ist ja so eine Sache: Im Prinzip sehr einfach und unproblematisch, aber bei uns stimmt immer irgendwas nicht. Die einzige Kreditkarte im Haus hat nicht genügend Verfügungsrahmen um die Kaution noch mit zu begleichen, die Karte für das bestgefüllte Konto läuft nicht auf den Namen des einzigen, der das Auto mieten darf und überhaupt ist eher zu viel Bargeld und zu wenig electronic cash in der Reisekasse. Wahrscheinlich eine Berufskrankheit meinerseits. Dann hat unser Autodealer ums Eck keine Kisten mehr da und wieder andere erlauben ec-Kartenzahlung nur bis 200 € zwischen 12 und 16 Uhr, wenn der Mond voll und die Karte nicht grün ist.

Wir probieren mal wieder eine andere Vermietung aus, und der Kontakt am Telefon war schon mal erste Sahne, der Preis ist völlig ok und wir sind irgendwie schon ein wenig hibbelig. Die letzten Klamotten rödeln im Trockner eine Extrarunde, während wir dem Wetter und dem Klamottenpacken wegen größtenteils textilfrei aufs Schlafen warten. Dank einer Coffee hab ich dann binnen einem Tag meinen Rhytmus umgestellt, und das ist schon die halbe Miete.

A prospos Miete: Weswegen Stuttgart? Soll ja anderswo auch ganz nett sein…

Der Termin ist quasi Pflicht. Im Rechtsstreit mit meinem Vermieter steht eine extrem wichtige und gleichermaßen unterhaltsame Zeugenvernehmung an. Wie schon so vieles könnte auch das prozessentscheidend sein, und auch wenn ich als Kläger keine Anwesenheitspflicht habe, wäre ich blöd, wenn ich mir die Gelegenheit entgehen lassen würde, mir das Spektakel reinzuziehen. Oder vielleicht sogar mal ein paar fiese Fragen einzureichen. Fieserweise findet es diesmal kurz vor dem Aufstehen statt.

Naja, darüber hinaus frohlocket mein Herz tatsächlich gar sehr, dass es mich mal wieder in heimatliche Gefilde trägt. Wenngleich der Termin familiär betrachtet schlecht liegt, so hoffe ich doch wenigstens mit dem Wiedersehen einiger weniger Leute, und stellvertretend für die blutsverwandte Baggage wird der Schwob mit mir am Mittwochabend Dartpfeile und Bierkrüge ein ums andere Mal stemmen.

Erfahrungsgemäß endet das damit, dass wir keine Brüder mehr sind, aber warten wir es ab :D

Ja, das Auto wird in den frühen Morgenstunden, so gegen 8 Uhr abgeholt. Wenn mir jemand also binnen der nächsten 4 Tage noch schnell ein paar Beschimpfungen zukommen lassen will, die ich erwidern soll, dann wären die nächsten 12 Stunden der sinnigste Zeitpunkt. Danach ist es wahrscheinlich erstmal ein bisschen ruhig, wenngleich ich die Hoffnung habe, dass ich wenigstens im Falle eines gewonnenen Verfahrens die Zeit finde, ein paar Spottverse zu Ungunsten des gegnerischen Anwaltes zu dichten und zu bloggen.

Ich wünsche jedenfalls allen da draussen eine ähnlich unterhaltsame Woche wie mir und viel Spaß!

Wir lesen voneinander. Bald.

:)

Author: Sash Categories: Feinde, Vermieter, Vermischtes

Was macht eigentlich…

31. Mai 2010

das Gericht?

Ich hab lange nichts mehr über das Verfahren geschrieben, das ich gegen meinen Vermieter am Laufen habe. Nun, der einfachste und offensichtlichste Grund ist auch der richtige: Es gibt keine News.

Wir gehen mehr oder minder gemütlich dem Termin der Zeugenvernehmung entgegen und schmieden die ersten Reisepläne. Stand der Dinge ist der, dass (endlich!) mal Dieter in der Beweispflicht ist, dass diese Schäden vor meiner Übernahme der Wohnung nicht existiert haben. Dank seines gering ausfallenden Interesses an Papier gab es natürlich auch damals kein Übergabeprotokoll, und so soll dieser Sachverhalt jetzt mit der Vernehmung seines Sohnes geklärt werden.

Das ist nach wie vor eine witzige Geschichte, da sie sich hier ziemlich verrannt haben. Besagter Sohn war nämlich bei der entsprechenden Wohnungsübernahme gar nicht anwesend.

Eben habe ich mich mit einem Telefonanruf bei Gericht davon überzeugt, dass er tatsächlich geladen wurde, und so langsam bin ich echt beängstigt ob der Überlegung, dass René dort eine Falschaussage machen könnte. Allerdings weniger meinetwegen, sondern seinetwegen. Zu meiner Version der Geschichte sind immerhin auch zwei Zeugen geladen und ich glaube, dass eine Falschaussage unter diesen Umständen recht leicht zu entlarven sein wird.

Ich hoffe, dass er clever ist und von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch macht.

Was es für uns bedeuten würde, wenn es keinen erbrachten Beweis dafür gibt, dass wir Schäden verursacht haben, brauche ich sicher nicht näher erläutern. ;)

Author: Sash Categories: Feinde, Vermieter

Voll schön!

28. Mai 2010

Hatte ich also eine (besser gesagt: zwei) nette Abschlusstouren mit einem Vierertrupp gutgelaunter und schon leicht angeschlagener Mädels aus meiner alten Heimat Stuttgart. Auch wenn die Wege nicht ewig waren, sind wir doch ein bisschen zum Reden gekommen, und wie so oft schweifte das Thema irgendwann zum Taxifahren:

“Und, kann man da gut von leben?”

“Ach, ich bin zufrieden, aber eine Familie möchte ich damit nicht durchbringen müssen. Ansonsten ist Berlin ja eine günstige Stadt.”

“Echt? Was zahlst du denn so an Miete?”

“Das ist ein bisschen schwer zu beantworten, denn ich wohne zusammen mit einem Kumpel und meiner Freundin…”

Und dann alle im Chor:

“Ooooaaaahhhh!”

Ich bin ja auch froh, meine Freundin zu haben, auf so viel Mitgefühl war ich allerdings nicht vorbereitet. Und mir ist spontan ein alter nichtlustig-Cartoon dazu eingefallen:

Klick mich, wenn du gucken willst!

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

Niemals

7. Mai 2010

Heute Nacht hat offenbar ein Kollege am Ostbahnhof einen Menschen angefahren. Ich kenne weder den Kollegen, noch den angefahrenen Menschen. Ich weiss nicht, was genau passiert ist, wie es dem/der Angefahrenen geht, oder wer rechtlich und/oder moralisch schuld an der Sache ist. Ich weiss nur eines: Niemals will ich das selbe erleben, niemals!

Einen Unfall mit einem im Protokoll nüchtern vermerkten Personenschaden möchte ich nie in meinem Leben, egal ob beruflich oder privat, verschulden oder auch nur in einen verwickelt sein!

Ganz abgesehen von den beruflichen Konsequenzen weiss ich nicht, wie ich damit umgehen könnte.

Klar, der Gefahr bin ich mir bewusst. Im Gegensatz zu offenbar vielen anderen Verkehrsteilnehmern bin ich mir bewusst, dass ich mit meinem über eine Tonne wiegenden Gefährt auch ein Gerät mit mir führe, das im Extremfall wirksamer ist als manche Waffe. So sehr ich selbst es als schleichend empfinde, weiss ich doch, welch verheerende Auswirkungen ein Unfall mit einem Passanten schon bei so “geringer” Geschwindigkeit wie 30 km/h haben kann.

Vor Jahren hatte ich eine Situation, bei der es fast so weit gekommen wäre. Ich bin in Stuttgart als unbedeutender Teil des fließenden Verkehrs auf eine Ampelanlage für Fußgänger zugefahren, ruhig und gelassen wie alle anderen auch mit 50 km/h. Von hinten rannte durch die stehende Menge an Menschen ein Mann, um  – aus welchem Grund auch immer – auf die andere Straßenseite zu gelangen. Als er mit dem Fuß die Straße betrat, trennten uns vielleich 10 Meter. Ich, auf der rechten Spur fahrend, zog instinktiv den Wagen nach links. Ich bilde mir gerne ein, gewusst zu haben, dass neben mir eine Lücke im Verkehr war, aber wahrscheinlich war mir das nicht bewusst. Der übereifrige Sprinter erkannte seinen Fehler gleichfalls und stoppte möglichst aprupt. So bekloppt seine Idee auch grundsätzlich war (ich war wirklich nicht der einzige Wagen dort), ist es doch der schnellen Reaktion von uns beiden zu verdanken, dass wir uns um vielleicht 50 Zentimeter verfehlt haben. Hätte er gezögert beim Bremsen, hätte ich nicht ausweichen können. Und hätte ich nur gebremst, hätte der Wagen hinter mir spätestens mich in ihn hineingeschoben.

Auch wenn nichts passiert ist, und ich zwei Kilometer weiter den Wagen abgestellt habe, als sein nichts gewesen, muss ich heute, ein paar Jahre später, doch zugeben, dass dieser Moment nicht spurlos an mir vorübergegangen ist.

Inzwischen bin ich beruflich Fahrer und ich habe durch meine Reaktion inzwischen mehr als nur ein oder zwei Unfälle verhindert, an denen ich nicht schuld gewesen wäre. Das bestätigt mich tatsächlich in meiner Selbsteinschätzung und ich bin in gewisser Weise tatsächlich stolz darauf.

Aber genauso gut weiss ich seit diesem Zwischenfall, dass es schnell gehen kann. Schneller, als wir alle es uns vielleicht vorstellen. Der motorisierte Verkehr ist eine Gefahrenquelle, ganz egal, welche tollen Sicherheitssysteme inzwischen in Autos installiert sind! Ich hoffe, dass die Geschichte am Ostbahnhof heute glimpflich ablief, und ich hoffe auch, dass beide Seiten irgendwie was daraus gelernt haben, ohne dass es einem der beiden das Leben verpfuscht!

Aber ja, so sehr ich mir meist Gelassenheit in Ausnahmesituationen attestieren würde: Niemals würde ich tauschen wollen, niemals!

Author: Sash Categories: Vermischtes