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April, April?

1. April 2010

Eigentlich dachte ich ja darüber nach, irgendwas witziges zu schreiben zum ersten April. Irgend jemand in den April schicken ist doch eigentlich ein netter Brauch. Aber auch wenn ich mit dem Blog ein paar Leser erreiche, so schätze ich meine Fähigkeiten zu Lügen doch gering genug ein, um höchstens zwei unbedarfte Neuleser damit zu erwischen. Zumal die meisten eigentlich guten Scherze im Netz in der Fülle halbgarer Unwahrheiten untergehen.

Aber das ist auch gar nicht das, was nun Thema des Eintrages sein soll.

Ich bin heute früh heimgekehrt und hab mich – wie jeden Morgen – an den Rechner gesetzt. Ausnahmsweise war er sogar ausgeschaltet, und so drückte ich aufs Knöpfchen bei meinem Seuchentiger.

Nix.

Mehrmalige Versuche, Kabeltauschaktionen und Nervenzellentode später hat dann der Kreuztest mit Ozies freundlicherweise mal kurz entkernten PC’s zu Tage gebracht, dass mein Netzteil hinüber war. Na geilo!

Vielleicht ist es noch zurückzuführen auf einen kürzlich von Nico hervorgerufenen Sicherungsdurchschuss, der mein Tigerchen im laufenden Betrieb erwischte, vielleicht war auch einfach die Zeit gekommen. Und so saß ich da, morgens um kurz vor 6 Uhr und hatte keinen Rechner mehr. Selbst optisch hat er nicht mehr viel hergemacht, da das Netzteil bereits ausgebaut war, die Grafikkarte gleich mal dazu (hing im Weg und ist standardmäßig unverschraubt). Trauriger Anblick!

Ja, ich bin süchtig! Das hat mir echt den Morgen versaut. Mir ist bewusst, dass wir einen schönen Frühlingsmorgen haben, aber letztlich war mir nach Zocken und Bloggen. Lösungen?

9 Uhr: Saturn im Eastgate öffnet.

10 Uhr: K&M am Alex öffnet.

10 Uhr: Der Computer-Ramschladen ums Eck öffnet.

Das war alles noch verdammt lang hin und nach einigem Überlegen beschloss ich, dem Schlafbedürfnis den Vorrang zu geben. Wecker auf 9.15 Uhr, bereit zum Dealer zu rennen. Ich habe mich für den Laden ums Eck entschieden, zumal deren Online-Shop mir sagte, dass sie 2 oder 3 Netzteile mit 420 Watt vorrätig hätten. Die waren bei meinen immer altertümliche Schätze betreffenden Nachfragen stets eine Hilfe. Dass die einen Online-Shop haben (was ich erst heute erfahren habe) erklärt auch immerhin, warum der Laden selbst nicht auf Kundenverkehr ausgelegt scheint. Da ich als Linker wahrscheinlich mit einem Support-your-local-Dealer-Gen geboren wurde und mir zudem gerne die Fahrt zum Alex erspare, stand ich also pünktlich (will heißen 10 vor 10) vor dem Laden und habe gewartet.

Irgendwann ging das mit einer eingeschlagenen Scheibe versehene Tor zum Himmel auf und ich wurde gleich mit einem vorbildlichen

“Na? Komm rein!”

begrüßt. Meine Nachfrage nach einem ATX-Netzteil mit 420 Watt stieß auf ein gespielt überraschtes

“420? So’n Spielzeug haben wir nicht mehr. 500?”

Och nö! Ich wollte eigentlich kein überdimensioniertes Teil haben. Das ist energetisch Quatsch.

“Was hast’n so preislich gedacht?”

“Hmm… wenn ich ehrlich bin: Möglichst wenig! Mein altes ist heute Morgen durchgeraucht. Ist ein Notfall.”

“Also das 500er kriegste für 29,95.”

Das ist ja preislich etwa das, was ich mir vorgestellt habe, aber 500?

“Höchstens gebraucht…”

“Gebraucht ist kein Problem. Ist ja ne alte Möhre.”

Ich musste kurz warten, bis ein Kollege dann ein paar Sammlerstücke inspiziert hat. Ein 400er hat er ausgegraben, und nach allem, was ich noch so bruchstückhaft über meinen PC weiß, müsste das passen.

“Bestens.”

“N’ Zehner?”

“Abgemacht.”

Der Bedienstete verschwand noch kurz, um das Teil nochmal zu testen. Währenddessen kümmerte sich der Chef um eine andere Kundin. Die meinte:

“Ich bräuchte [Ding aus der Tasche fummelnd] …”

Der Chef grinst mich verschwörerisch an:

“Netzteil.”

Ein 400-Watt-Netzteil.

“400er haben wir nicht mehr. Höchstens 500er. Oder meinetwegen auch 750er.”

“Und was kostet das?”

“Das 500er kriegen sie für 29,95. Das 750er kostet 49,95.”

Soweit, so gut. Immerhin kommt dann der Part, der mich wissen lässt, ich bin im richtigen Laden:

“Ist das besser?”

“Naja, is halt mehr Strom drauf.”

“Dann nehm ich das. Das 700er.”

“750? Mal ehrlich: Braucht er das? Nee.”

“Nicht?”

“Nee, es sei denn sie wollen mal ne starke Grafikkarte dranhängen.”

Kurz darauf hab ich dann mein Netzteil in meine Tasche gesteckt, ein Zehner hat den Besitzer gewechselt, und einmal mehr waren die froh, einen Ladenhüter gegen echtes Geld getauscht zu haben, und ich, ein Ersatzteil für wenig Geld bekommen zu haben.

Und so wie ich meinen Rechner kenne, sterben andere Teile eh vor diesem Netzteil ;)

So, erster April ist also. Heute geben die 400er-Netzteile den Geist auf. Dann wünsch ich den Besitzern von 500ern viel Spaß am ersten Mai!

Author: Sash Categories: Vermischtes

Och nööö…

20. März 2010

Ich wollte eigentlich noch kurz ganz gechillt ein paar Sachen verbloggen, bevor ich mich, todmüde wie ich bin, in mein Bett schmeiße. Das funktioniert – wie ihr seht – auch prinzipiell. Aber irgendein Fehler hat wohl gerade meinen Firefox zerschossen, sodass ich mir keine Kommentare mehr anzeigen lassen kann und auch keine veröffentlichen. Da kriege ich dann folgendes zu lesen:

Bad Request

Your browser sent a request that this server could not understand.
Size of a request header field exceeds server limit.

Geht wohl irgendwie um meinen Counter… aber mir fehlt gerade der Nerv, mich damit auseinanderzusetzen. Falls aus der dürren Aussage jemand was schließen kann: Ich bin dankbar für Infos. Geht auch über Kommentar. Ich hab ja noch einen Alternativbrowser…

Author: Sash Categories: Vermischtes

Jahresrückblick

31. Dezember 2009

Irgendwie kann es ja nicht sein, dass die längsten Blogeinträge des Jahres alle ausgerechnet von Gerichtsschreiben handeln. Also bekommt ihr hier in sage und schreibe 5.060 Worten meinen subjektiven Rückblick auf das Jahr 2009. Der längste Beitrag dieses Jahres, “Nimm dies, Schurke!” hat laut Wordpress zwar ganze 6.143 Wörter, aber den hab ich beim besten Willen nicht mehr erreichen können. Und dieser hier hat wenigstens mehr Bilder! Ich hab natürlich nicht über alles geschrieben, und zudem fast nur meine eigenen Artikel verlinkt. Sonstige Links gibt es (fast) nur zu Wikipedia, da ich kein Nachrichtenmedium bevorzugen will und nicht die Zeit habe, bei jedem Ereignis nach dem wirklich besten Artikel zu suchen. Wer einen vernünftigen Überblick sucht, der sich nicht mit Belanglosigkeiten und Zynik irgendwie aus der Relevanzlosigkeit zu retten versucht, der muss andere Medien befragen. Ganz ehrlich, es kann gut sein, dass mir das ein oder andere wichtige Ereignis entfallen ist. Das wiederum passiert ja auch leicht, da die offiziellen Jahresrückblicke der etablierten Medien ja nicht nur mindestens so subjektiv sind wie meiner, sondern zudem in der Regel irgendwann zwischen dem ersten und fünfzehnten Dezember enden. Dank an diese vorschnelle Schußkraft der medialen Gesellschaft! Und nebenbei Entschuldigung dafür, dass ich die Ereignisse in Detroit tatsächlich nicht mitbekommen hab… :(

Garniert ist das Ganze mit je einem Bild pro Monat. Die meisten dürften noch unbekannt sein, und es ist nur eine spontane Auswahl von mir. Inhaltlich haben sie mal mehr, mal weniger mit dem Monat zu tun, sind aber alle in der jeweiligen Zeit aufgenommen worden. Vielleicht weiss ja das ein oder andere zu gefallen.

Aber gut, lassen wir das und fangen an! Der Rückblick:

Wider Erwarten fing das nun auslaufende Jahr auch am ersten Januar an, was kalendarisch Sinn ergab, aber in die damalige Welt nicht wirklich gepasst hat. Drei Monate zuvor war die Welt wirtschaftlich zusammengebrochen und man hatte das Gefühl, die apokalyptischen Vorgänge des noch jungen Jahrtausends finden sowieso im September statt. Aber egal. Wir wollen über das Jahr 2009 reden. Das Jahr, das dem Geschnatter zu Beginn nach als Krisenjahr in die Geschichte eingehen sollte, und bei dem man sich momentan irgendwie fragt, ob es denn jetzt schon schlimm war, ob es doch besser als erwartet war und das Schlimmste erst noch kommt oder ob nicht sowieso alles immer schlimm ist. Vielleicht versteckt sich die Antwort irgendwo zwischen den folgenden Zeilen…

Januar:

Work in Progress - die Esstischgarnitur in der WG

Work in Progress - die Esstischgarnitur in der WG

Im Januar ist dieser Blog noch nicht einmal existent. Ich wurstele mich noch bei overblog durch und amüsiere mich Tag um Tag aufs Neue über kuriose Übersetzungsfehler und einen Support, der offensichtlich inspiriert ist durch das Infinite-Monkey-Theorem, wobei – statistisch nicht unrelevant – die unendliche Zahl der Affen mit 1 gleichgesetzt wurde. Rückblickend war es ein Albtraum bei overblog, aber ich hatte lange Zeit Angst, mich wieder auf den eigenen Server zu wagen. Es war so bequem, einfach nur zu schreiben und sich um sonst nichts zu kümmern. Hätte ich damals schon eine Ahnung von Wordpress gehabt, wäre das sicher schneller gegangen.
Meine Abneigung gegen Sport bekommt ausgerechnet durch einen helmbewehrten Ministerpräsidenten der CDU auf Abwegen neue Nahrung und überhaupt bin ich ja noch dabei, mich erstmal mit dem Auto in Berlin zurechtzufinden. Der Januar ist der erste komplette Monat im Taxigewerbe für mich und neben einigen vergurkten Touren aufgrund mangelnder Ortskenntnis kommt auch die erste längere Krankheit dazu, was dieses Jahr leider kein Einzelfall bleiben sollte.
Den ersten und immerhin einzigen “Unfall” im Taxi hab ich auch gleich einen Monat nach meinem Einstand in der Firma gefeiert, was mir bis heute mit meiner Vorliebe für Statistiken ziemlich peinlich ist, obwohl die Welt nicht ernstlich untergegangen ist dadurch. Im Grunde war diese Aktion herrlich unspektakulär, aber ich habe auch nicht erwartet, dass meine tägliche Unfallvermeidung zwischen einer Horde von Idioten ähnlich honoriert wird, wie die eines Pilotes in New York, der nach einem Crash mit einem Vogelschwarm nicht nur Unmengen Geschnetzeltes produziert, sondern zu guter Letzt seinen Job verdammt gut gemacht hat, indem er ein zum Fliegen gefertigtes Verkehrsmittel erfolgreich als Boot benutzte.
Ansonsten ist die Welt im Freudentaumel. Der von Berlusconi als “gut gebräunt” bezeichnete Barack Obama wird als Präsident der USA vereidigt und alle sind einmal mehr der Meinung, ein Personalwechsel werde die Welt nachhaltig verändern. Im Grunde verhielt es sich jedoch mit einigen durchaus positiven Ausschlägen nach oben ähnlich wie mit unserem WG-Versuch, endlich mal mehr Chilis anzubauen: Man hat stillschweigend hingenommen, dass Fortschritt vielleicht ein wenig regelmäßige Pflege bräuchte und man hat das Sterben akzeptiert. Aber die Bösen sitzen auch 2009 noch an alter Stelle – in Russland – und drehen den Guten den Gashahn zu. Ein PR-Desaster erster Güte in einem so kalten Monat.
Und während ich feststelle, dass es keine Kollegenmär ist, dass der Januar finanziell scheiße ist, beschließt die Bundesregierung nach den (Unwort des Jahres 2008 bitte hier einsetzen) auch der restlichen Wirtschaft ein paar Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Ich nehme an, ich bin nicht der einzige, der nicht sicher sagen kann, was ihm das gebracht hat, ausser dem Wissen, dass die eigenen Kinder irgendwann noch mehr Schulden haben werden als man selbst. Meine erhöhen sich im Januar um rund 400 €, die ich in meine neue Digicam stecke. Etwas teurer mag der Burj Dubai gewesen sein, der seit Januar seine volle Höhe von 818 Metern erreicht hat, aber im Gegensatz zum Emirat Dubai bin ich heute auch nicht komplett pleite.

Februar:

Upside Down - Nicos Fahrrad

Upside Down - Nicos Fahrrad

Der Februar ist trotz oder gerade wegen seiner Kürze enttäuschend. Weltweit gehen etliche Firmen pleite und wir schließen uns als WG an, indem wir einen ganzen Haufen Geld verprassen und für neue Möbel ausgeben. Was aussieht, als hätten wir in irgendeiner Form vor, tatsächlich die Konjunktur anzukurbeln, ist in Wahrheit eine Verlegenheitslösung. Ende Februar findet das erste Mal zu Ozies Geburtstag eine Familienfeier in unserer Wohnung statt und wir haben ein  Wohnzimmer, in dem sich so ungefähr das quadrierte Nichts befindet. Keine Möbel. Klingt komisch, ist aber so. Im Zuge der Wohnungsneueinrichtung nach Ralfs Auszug erhält nun auch das Fernsehen endlich Einzug ins Saarland, unser Stehpinkel-Klo. In Anbetracht der gravierend ins Wanken geratenen Wirtschaftslage ist es nicht verwunderlich, dass ein Film wie Slumdog Millionaire 8 Oscars erhält.
Ich selbst pflege den Untergang der Privatfinanzen zusätzlich mit ein bisschen Streiterei mit den Cops. Über eine rote Ampel bin ich angeblich gefahren. Die einzigen Gegenbeweise, die ich gehabt hätte, mussten leider schnell pinkeln und für mich war der Tag eh gelaufen. 3 Punkte hab ich seit damals. Im Gegenzug hab ich 123 € nicht mehr. Fairness siegt…
Wesentlich härter trifft es die Berliner Kassiererin, die wegen Pfandbons im Wert von 1,30 € ihren Job verloren hat.  Ähnliche Kündigungsfälle beschäftigen das Land das ganze Jahr über immer wieder. Die Wirtschaftskrise sorgt aber nicht nur aufsehenerregend für Entlassungen, sondern auch ganz still und heimlich dafür, dass plötzlich alle, die vor ein paar Monaten einen solchen Vorwurf noch mit der ungelenken Beschuldigung “Kommunistenschweine” zu verhindern gewusst hätten, die Idee von verstaatlichten Banken irgendwie sozial finden. Die Hypo Real Estate wird allerdings nicht wirklich zum ersten Opfer des wegen ihr verabschiedeten Gesetzes, sondern wird auf herkömmlichem Wege dem Staat zugeführt.
Für die Pressefreiheit ist es ein seltsamer Monat, da der DFB-Präsident Theo Zwanziger anhaltend juristisch gegen den Journalisten Jens Weinreich vorgeht, weil der nebenbei einmal mit Bezug auf Zwanziger das Wort “Demagoge” fallen lassen hat. Die Kampagne “Zwanziger gegen Zwanziger” haben wir auch mit einem blauen Scheinchen unterstützt, und spätestens seit ich in diesem Februar endlich den Blog erneuert und an den aktuellen Platz verlegt hatte, sah ich mich ja dann doch auch ein wenig als Bloggerkollege. Die Leserzahlen wuchsen dezent weiter, und dank der nun vorherrschenden Taxi-Thematik gesellten sich immer mehr neue Leser zu meinem Blog.

März:

Enough Money - Monatseinnahmen

Enough Money - Monatseinnahmen

Der März war ein arbeitsamer Monat. Viel passiert ist nicht hier in der WG, aber sonst war die Hölle los.
Die ganze Republik jammert, dass die Bahn ihren eigenen Mitarbeitern hinterherspioniert, was am Ende zur Folge hat, dass Hartmut Mehdorn die Chefetage verlässt. Gerade rechtzeitig, um nicht mehr volle Verantwortlichkeit für das S-Bahn-Chaos in Berlin übernehmen zu müssen.
In Winnenden erschüttert ein Amoklauf die Bevölkerung, was wie so oft zur Folge hat, dass die Medien, die sich in diesem Fall pietätlos und fahrlässig genug verhalten, letztlich auch wieder den ganzen alten Bullshit zu so genannten Killerspielen aus den Archiven kramen, da trotz Ursel “Fruchtbombe” von der Leyen und Wolfi “Will aber Flugzeuge abschießen” Schäuble noch kein allgemeines Computerverbot eingeführt wurde.
Das Thema bleibt aber wichtiges Element der Innenpolitik und sorgt für eine sehr ungewöhnliche Solidarität unter den Netzaffinen aller Couleur.
Während in Österreich die Verurteilung des Inzest-Vaters des Jahrhunderts gelingt, wird klar, dass die baden-württembergische Polizei jahrelang einer inexistenten durchs Land marodierenden, klauenden und mordenden Transe hinterhergerannt ist, die es so nie gab. Die vermeintlich von Tätern verschiedenster Verbrechen hinterlassenen DNA-Spuren stammten von einer Mitarbeiterin, die die Produktion der zur Beweissicherung verwendeten Wattestäbchen betreute.
Passend zur Verblödung der Menschheit, der selten genug ein Licht aufgeht, muss nun auch noch ein Gesetz gemacht werden, das normale Glühbirnen verbietet. Dass die Menschen in den darauffolgenden Monaten mit einem Enthusiasmus in die Läden rennt, um ja noch so ein Teil zu bekommen, das den dreifachen Stromverbrauch hat, kann sich nur dadurch erklären lassen, dass Blödheit dominant vererbt wird und nicht nur die Österreicher gerne intrafamiliäres Geschnacksel praktizieren.

April:

As Time goes by - Bahnhofsgeländer

As Time goes by - Bahnhofsgeländer

Berlin wagte einen Volksentscheid zum Religionsunterricht, der  – und es ist selten, dass ich so etwas auch noch befürworte – keine Änderung der bisherigen Situation zur Folge hatte. Trotz Günther Jauch. Dass ausgerechnet das im Vergleich zu anderen Ländern sehr weltliche Religionsunterrichtsmodell von Berlin gekippt werden soll, lässt mich einmal mehr daran glauben, die Menschen wehren sich absichtlich gegen Vernunft. Gut, dass das in die Hose ging.
Während in Italien die Erde heftig wackelt und so selbst Berlusconi aus seinem Luftschloss rüttelt, passiert im Taxi-Gewerbe in Berlin gar nichts. Die Schulferien senken die Umsätze auf ein Jahrestief, was spätestens ab dem dritten Tag extrem nervig wird. Ich selbst  beschäftige mich in diesem Monat aus Mangel an sonstigen Alternativen damit, das Blog-Design ein wenig zu ändern, und so erstrahlt der Blog seit April ziemlich genau so, wie ihr es jetzt seht.
Eine einzige bedeutende Fahrt hatte ich im April: Ich hab endlich das Wombats Hostel gesehen, obwohl ich schon in den Monaten davor ständig Leute dahin gebracht hatte – die aber aus absurden Gründen immer schon vorher aussteigen wollten.
Ein Häufchen nicht unbedeutender Provider in Deutschland beginnt mit einer freiwilligen Zensur von Kinderpornografie im Internet, was eine ziemlich absurde Form vorauseilenden Gehorsams darstellt, aber natürlich nicht in Frage zu stellen ist, weil es ja schließlich um Kinderpornografie geht. T-Mobile lässt gleich ein Special-Feature folgen: Ein paar Stunden kompletter Netzausfall. Sehr wahrscheinlich, dass sich auch Kinderpornografienutzer geschädigt fühlen!
Mit der Entführung des Schiffs Hansa Stavanger beginnt ein monatelanges Schauspiel der menschlichen Unzulänglichkeiten, das parallel zu einer ähnlichen Hype-Veranstaltung läuft: Die Schweinegrippe! Ein sympathisches kleines Grippe-Virus hat sich in Mexiko vor die Türe getraut, und seit April warten wir alle auf den Totalausfall der menschlichen Zivilisation, der unweigerlich eintreten wird, wenn das Virus mal loslegt.
Ich muss das erste Mal mit eigenen Augen den Unfall eines Kollegen beobachten, der zwar glücklicherweise nicht so drastisch ausging wie die Amokfahrt in Apeldoorn in den Niederlanden, an meinen eigenen Nerven jedoch wesentlich mehr zerrt. Bis heute bin ich verwundert, dass Need for Speed seit den Vorkomnissen von Apeldoorn nicht von der Regierung zu einem Killerspiel hochgestuft wurde. Und just in diesem Monat habe ich mich auch mit einem Verkehrsseminar beschäftigt, was mir die zwiespältige Erkenntnis brachte, dass die Quote neuen Wissens überschaubar ist, die Quote der Fahrer, die damit was anzufangen wissen allerdings noch überschaubarer. Seit damals bin ich zudem bei fotolia angemeldet und hab mit meinen Bildern bisher 5,70 € verdient. Nicht, dass ich meinen Lebensunterhalt damit bestreiten könnte, aber immerhin!

Mai:

Gone for a While - Nico

Gone for a While - Nico

Der erste Mai in Berlin begann seit langer Zeit mal wieder mit Krawall, und wenngleich ich eine Beteiligung verneine, so war ich doch anwesend. Ganz offensichtlich sind mir die Kinderspielchen aber fast schon zu langweilig geworden, habe ich doch immerhin nicht einmal realisiert, dass hinter mir ein Molli explodiert ist, was Ozie in Angst und Schrecken versetzte. Ein bisschen dekadent mutet mein Abkommen mit ihr von diesem ersten Mai an, fortan den ersten Mai in Kreuzberg künftig immer mit einer Taxifahrt nach Hause zu beenden. Mal sehen, wie lange wir das durchhalten.
Während die Kita-Mitarbeiter streiken und wir als Taxifahrer uns im Gegenzug vor der Tariferhöhung am 1. Juli fürchten, stagniert die Inflation in Deutschland und sogar für Opel wird ein Rettungsplan vereinbart. Dass das Jahr aber nicht zu Ende gehen würde, wie es angefangen hat – obwohl nicht einmal der Bundespräsident wechselt – zeigt sich bei uns in der WG dann, als sich Vattenfall meldet. Zu Recht, schließlich haben wir anderthalb Jahre keinen Strom gezahlt. Mir scheint, der Mitarbeiter vor unserer Tür ist ähnlich perplex wie wir. Dumm nur, dass wir einen Teil der Stromkohle eine Woche zuvor in eine WG-Umbau-Aktion investiert hatten. Nico ist spontan gen Süden aufgebrochen und sollte – was wir da noch nicht erahnen konnten – erst im September wiederkommen. So hätten wir unserem kurzfristigen Kurzzeit-Mitbewohner Daniel eigentlich doch längere Zeit ein Zimmer geben können. Aber diesbezüglich war die WG dieses Jahr sowieso ganz gut bedient: 3 Übergangsbewohner können wir 2009 verzeichnen, eigentlich kein schlechter Schnitt und für uns Grund genug, eine so große Wohnung zu unterhalten.
In anderen Branchen wird die Kurzarbeit so nötig, dass die Regierung deren Rechtmäßigkeit auf 24 Monate ausdehnt, was immerhin mal dafür sorgt, dass die Statistiken für dieses Krisenjahr 2009 bezüglich der Arbeitslosigkeit recht hübsch aussehen. Weniger hübsch sieht es mit meiner Laune aus, als mir Handy und Kamera aus dem Taxi geklaut werden. Aber wie so oft schmerzt der Verlust vor allem der Blödheit der beteiligten wegen. Zum einen wären da die Jungs, die bei fleißigem Wiederholen solcher Späße sicher irgendwann Ärger für nichts haben werden, zum anderen muss ich anmerken, dass ich – ohne allzu unverschämt sein zu wollen – es ein bisschen armselig von der Polizei finde, nicht einmal einen humpelnden Jugendlichen in Skateroutfit in einem 8-Parteien-Haus zu finden…
Ich hänge aber inzwischen so an der Cam, dass ich eine Woche später eine neue bestelle, mit deutlich mehr Vorfreude als Tränen, und das trotz 400 € Kosten und dem Wissen, dass ich noch ein paar Monate für die alte zahlen werde. Ach ja, der Stasi-Skandal des Jahres – ein gewisser Herr Kurras, den Altlinke noch als Mörder von Benno Ohnesorg kennen, fällt auch in den Mai. Obwohl die Bild sehr an einer Umschreibung der Geschichte interessiert war, hat sich die Ansicht, die 68er-Bewegung sei nur ein Kampf unter Kommunisten gewesen, bis Jahresende nicht wirklich durchgesetzt…
Der Mai ist zudem der Monat einer Online-Petition gegen Netzsperren, bei der über hunderttausend Menschen die verquere Art der Regierung, das Internet fehlzuinterpretieren abrechnen.

Juni:

Fail - Fail

Fail - Fail

Ähnlich wie ein Air-France-Flieger nach einem Absturz im Atlantik geht auch der Arcandor-Konzern unter und meldet Insolvenz an. Dass der Reisekonzern und damit Flugreisenanbieter Thomas Cook aus dem Portfolio noch “erfolgreich” verkauft wurde ist dabei eine Belanglosigkeit, aber ich stehe wahnsinnig drauf, in derartigen Texten Querverweise zu generieren, die selbst einer kindlichen Logik zu blöde sind.
Die Europawahl geht mit einem Ergebnis zu Ende, das in vielen Punkten Entsetzen bei mir auslöst. Deutlich weniger entsetzt bin ich über die Mitteilung des Arbeitsamtes, dass ich kein Hartz4 mehr bekommen werde. Da ich aber schon seit einem halben Jahr in Lohn und Brot stehe und die letzte Zahlung dieser Nulpen ohnehin noch im Vorjahr rausging, ist es ein für mich persönlich erträgliches Schreiben mit immerhin witzigen Formulierungen.
Während Mr. Obama noch flötet, die Finanzmärkte müssen besser reguliert werden, wird an Bernard Madoff ein Exempel statuiert: 150 Jahre Knast fürs Verzocken von fremdem Geld. Sieht wohl nicht gut aus für unsere Regierung…
Zwei Dinge erweisen sich als Gegenteile, obwohl sie nie was miteinander zu tun hatten: Das Dresdner Elbtal verliert die Ehre, Weltkulturerbe zu sein und die Schweinegrippe erhält die Ehre, endlich eine Pandemie zu sein. Auch wenn die Grippe in der Presse vorne liegt, ist fraglich, was den Deutschen mehr Angst macht. Ich erhalte das erste Mal ausländisches Geld von Fahrgästen und die Mausenpeoples ziehen in unsere Mäuseburg. Um das gegenzufinanzieren, geht der Mahnbescheid an meinen Ex-Vermieter raus, was uns noch den Rest des Jahres beschäftigen wird. Im Iran wird gewählt, was gewählt werden soll, was die die gewählt haben, nicht gewählt haben wollen. Kurz gesagt: Es gibt eine Menge Stress.
Aber eigentlich ist das alles sowieso unwichtig, weil Michael Jackson tot ist.

Juli:

Disturbing Colors - Abendhimmel

Disturbing Colors - Abendhimmel

Der Juli ist insbesondere finanziell sonnig. Dank familiärer Unterstützung geht es den WG-Finanzen wieder besser und auch bei meinem Umsatz war dies der beste Monat des Jahres. Ähnlich ging es der Regierung, sie haben den 2. Nachtragshaushalt 2009 beschlossen, und somit auch erstmal kräftig auf Pump ihre Arbeit finanziert. Der Umsatz bei mir war insbesondere der Modemessen zu Beginn wie auch der ersten Tariferhöhung meines noch kurzen Taxlerdaseins geschuldet. Nicht zu vergessen auch das beginnende totale Chaos bei der Berliner S-Bahn. Aufgrund verschlampter Reparaturen fallen bis zu 50% der Züge aus. Das sorgt nicht nur für gute Umsätze im Taxigewerbe, sondern auch für den ein oder anderen verärgerten Kunden. Bis heute fällt im Taxi noch oft der Satz: “Wissen sie, mit der S-Bahn wäre das einfach zu stressig jetzt…”
Tote gab es aber natürlich auch im Juli noch, wenngleich die Michael-Jackson-Hysterie das Meiste überdeckt. So wird in Dresden eine Ägypterin ausgerechnet vor Gericht umgebracht, unsere Maus Fail stirbt und in Nachterstedt rutscht gleich halbes Dorf ein paar Stockwerke abwärts. Etwas vorsichtiger ist man mit Atomkraftwerken: Krümmel wird nach nur sehr kurzer Wiederanlaufphase erneut notabgeschaltet. Sicher nicht das letzte Mal.
Porsche hat sich Dank der Finanzkrise an VW verschluckt und wird nun selbst Teil des begehrten Konzerns. Mir ist entfallen, was für einen Dienstwagen sich Ulla Schmidt in Spanien klauen ließ, aber daran ist offensichtlich keine Firma verendet. Die Karriere der Frau Schmidt dagegen schon. Während in Tegel noch der Stress um die Taxikontrollen tobt, werde ich unvorteilhaft von Journalisten der Neon fotografiert und weiss ehrlich gesagt bis heute nicht, ob das Foto veröffentlicht wurde. Vielleicht sollte man künftig im Netz mit bing suchen, der neuen Suchmaschine von Microsoft, deren Start allerdings nicht den gewünschten Aha-Effekt hat. Zumindest nicht in Deutschland, was mangels Deutschsprachigkeit aber vielleicht kein Wunder ist. Der Juli war zudem der Monat, in dem wir endgültig beschlossen haben, Dieter zu verklagen, was ja auch noch immer seine Schatten in Form langer Einträge und Briefe wirft.

August:

As much as possible - Umzug per Taxi

As much as possible - Umzug

Der August ist genau so, wie ich ihn eigentlich nicht mag: Heiss. Ich lasse die Arbeit ziemlich schleifen und nehme mir den ein oder anderen freien Tag. Ein dubioser Waffenschieber namens Schreiber taucht gezwungenermaßen mal wieder in Deutschland auf, was ihm sicher noch heute das Leben schwer macht.
Verschollen hingegen bleibt bei uns in der WG Nico. Wir wissen immerhin, dass er bald ausziehen will und machen Planungen für die Zeit danach. Ozie beginnt den Umzug ihres Zimmers und neben dieser Schwerstarbeit in der WG hecheln auch einige Athleten anlässlich der Leichtathletik-WM in Berlin solidarisch mit uns. Porsche hingegen kommt alleine nicht so recht auf die Beine, woraufhin das Emirat Katar sich finanziell beteiligt. Falsch lag offenbar, wer dachte, die Scheichs unterstützen die Weissacher schon genügend mit Vorratskäufen. In Afghanistan wird die alte Regierung wiedergewählt, was nicht nur Freude auslöst und bis Ende des Jahres verdächtig bleibt. Offenbar um solche dubiosen Vorgänge künftig zu verhindern, beschliesst die OSZE erstmals, auch Wahlbeobachter nach Deutschland zu entsenden. Ich selbst gewöhne mich trotz vieler freier Tage aufgrund von Faulenzia Vulgaris und Getriebeschaden an meine ungewöhnliche 5-Tage-Woche und kriege mit viel Glück dennoch das bisher höchste Trinkgeld von 40,60 €. Die Anzahl der Blogeinträge durchbricht die 1000er-Marke.

September:

Red Light District - Ostbahnhof

Red Light District - Ostbahnhof

Der September verspricht ein ähnlich heißer Monat zu werden. Allerdings in anderer Hinsicht. Die Bundestagswahl steht an, und inzwischen wissen wir alle, dass wir nicht hätten hingehen müssen. Der immerhin sehr konsequenten Wahlniederlage der SPD ging ausnahmsweise mal ein behäbiger, fast schon lethargischer Wahlkampf voraus., der dennoch zu einigen “Yeaah!“-Rufen inspirierte. Während wir uns hier erstmals ernsthaft mit einem Gericht beschäftigen müssen, geht es anderswo richtig zur Sache. Die Bundeswehr beispielsweise befiehlt die Bombardierung afghanischer Tankwagen, was später noch zu richtigem Tumult führt. Und zwar bis in die Ministerriege der Republik. Davon, dass Al Quaida inzwischen serienmäßig Drohungen gen Deutschland ausstößt, mal ganz abgesehen.
Immer noch fraglich ist, ob das Bombenräumkommando am 24.9.09 deswegen den Ostbahnhof gesperrt hat. Bis in die Nachrichten hat es diese Aktion kurioserweise nicht geschafft.
Die Jugend scheint sich auch zum Kampf zu rüsten, mit gemischten Ergebnissen: In München wird ein Geschäftsmann getötet, weil helfen wollte, während in Ansbach ein Amoklauf “misslingt”. Der erste Fahrgast, der mir ins Auto kotzt, ist allerdings kein Jugendlicher Komasäufer, sondern eine wohlsituierte Dame mit renommierter Begleitung. Vom Geruch her schenkt sich das allerdings nichts.
Ob die Bundesregierung grundsätzlich an Soldaten zweifelt nach der afghanischen Tanklaster-Geschichte, ist nicht ganz ersichtlich, aber immerhin werden nach 64 Jahren endlich Kriegsverräter der Wehrmacht rehabilitiert.
Die Weltpolitik scheint sich ein wenig zu entspannen, immerhin verhindert Obama ein Raketenwettrüsten mit Russland, es werden ein paar Finanzmarktregulierungen beschlossen und als ob die Welt damit nicht schon in Frieden und Freiheit leben würde, teilt der Iran der IAEA auch gleich noch mit, dass sie tatsächlich in einem zweiten Keller an der Atombombe friedlichen Nutzung der Kernkraft arbeiten. Durch den ersten Marathon von Ozies Onkel wohne ich der Show hier in Berlin das erste Mal bei. Während Berlins Straßen deswegen gesperrt sind, wird anderswo der Weg für eine Impfung gegen die immer noch nicht grunzende Schweinegrippe freigemacht.

Oktober:

Broken - Gerüst

Broken - Gerüst

Der Oktober wird ohne dass es geplant war auch nicht zu meinem Monat. Ich verliere zwar nicht meine Immunität und habe einen Haufen schlimme Gerichtsverfahren zu erwarten wie ein gewisser Herr Berlusconi – aber mich erwischt die Grippe. Ob es die Schweinegrippe war, weiss ich nicht sicher zu sagen, aber immerhin werde ich im November nicht krank, nachdem ich mit einem ziemlich sicheren Fall ein Bier trinke.
Während ich fast 3 Wochen außer Gefecht gesetzt bin, aber außer massiv erhöhtem Tee- und Taschentuch-Konsum kaum bleibende Schäden davontragen, sterben nun auch in Deutschland ein paar Leute an der Sauseuche.
Barack Obama bekommt spontan den Friedensnobelpreis für sein zugegeben beachtliches Engagement, erntet aber auch berechtigte Kritik, da seine Leistungen sich vorerst hauptsächlich auf nette Worte beschränken.
Die Wirtschaftskrise ömmelt sich immer noch weiter durch Deutschland und die Welt, was sich hier insbesondere bemerkbar macht, weil die HRE nun ihre Verstaatlichung abschliesst und die Jahrzehnte lang als Musterkonzern geltende Arcandor-Tochter Quelle abgewickelt werden muss.
Bei uns tobt inzwischen das Gerichtsverfahren und zuzüglich zu einem famosen Schreiben von Dieters Anwalt, in dem wir sogar für den maroden Küchenboden verantwortlich gemacht werden, erhalten wir einen Termin: Den 11.11.09. Ein Tag vor meinem Geburtstag soll die Verhandlung also steigen. Super!
Noch bevor es soweit ist, gibt sich allerdings das “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” Mühe, meine alte Heimat in der ganzen Welt lächerlich zu machen, indem sie einen Container aufstellen, in den besorgte Familien ihre sogenannten Killerspiele werfen können. Die Resonanz ist allerdings mit dem Wort inexistent treffend umschrieben.
Mein Blog lebt weiter und seit Oktober kommen auch die ein oder anderen Werbeangebote rein, die ich allerdings bisher allesamt ablehne, weil es mir entweder zu blöd ist, oder die Verantwortlichen sich nicht mehr melden, wenn ich ihnen die Bedingungen mitteile. Was soll’s? Bleib ich halt arm!

November:

Cops and Money - Zimmerdeko

Cops and Money - Zimmerdeko

Der November stand trotz anfänglicher schlechter Meldungen bezüglich der Gesundheit meiner Mutter ganz im Zeichen des Gerichtstermins am 11.11.09. Damals war mir auch nicht bewusst, dass das Telefonat, in dem ich mich für Silvester angekündigt habe, das letzte gewesen sein sollte.
Der Gerichtstermin endet mit einem Schock, der Tag allerdings dank neuer Beweise in einem rauschenden Fest, mit dem wir gleich meinen Geburtstag einbezogen haben. Endlich ein Wiedersehen mit vielen Leuten und einfach eine verdammt witzige Reise. Ach ja, vom Essen im Kronprinz werde ich gedanklich auch noch eine ganze Weile lang was haben.
Im herbstlichen Wetter überschlägt die Welt sich jedoch fast. Der schon beinahe gerettet geglaubte Opel-Konzern wird nun doch nicht von Mami GM in die freie Wildbahn gelassen.
In Fort Hood, einer US-Militärbasis mit ungefähr der Größe von Berlin, wird auch noch Amok gelaufen. Eine einsatzfreudige aber fragwürdige Methode, einem Kampfeinsatz zu entgehen…
Deutschland hingegen hat inzwischen mehr Ärger mit aufmüpfigen Studenten, die allenthalben protestieren anstatt schön fleißig und schnell Arbeitsmarktfutter zu werden. Dazu verrennt sich der Verteidigungsminister in falschen Opferzahlen des ach so friedlichen und unkriegsmäßigen Bundeswehreinsatzes in Afghanistan und darf danach gleich weiterrennen – nämlich aus dem Amt. Der Nationaltorwart Robert Enke nimmt sich das Leben, was immerhin dazu führt, dass ich seinen Namen mal kennenlerne. Etwas spät, wie mir erscheint. Dem Spiegel ist das natürlich eine Titelgeschichte wert, obwohl inzwischen auch dem letzten Dorfpsychologen klar ist, dass die Berichterstattung über Suizid in der Form Nachahmungen nach sich zieht. Aber es ist so oder so nicht der Monat des Spiegels, hat sich das Magazin doch noch ein anderes Ei gelegt: Seitenweise fabulieren sie Oskar Lafontaine eine Affaire an den Hals, woraufhin dieser sich kurz darauf meldet und seinen politischen Rückzug mit einer Krebserkrankung begründet. Autsch!
Sonst bleibt alles beim Alten: Zwei Verbrecher brechen aus, Fußballwetten sorgen für Verbrechernachwuchs und die Regierung verbricht mit massiven Steuerentlastungen auch noch was.
Gebannt starrt die Welt indes über die Berge der Alpen auf die kleine Schweiz, die als Patentlösung gegen die schlimme Welt den Bau von Minaretten verbietet, wozu mir einfach kein witziger Halbsatz einfallen will.

Dezember:

Last Exit - Cuxhaven

Last Exit - Cuxhaven

Begonnen hat der Dezember bekanntermaßen scheiße! Dass ich Silvester nun hier in Berlin verbringe hat seinen Ursprung ebenfalls darin. Nach einem Monat hin und her zwischen Krankenhaus und Pflegeheim ist meine Mutter am 4. Dezember gestorben. Fast einen Monat, bevor ich meinen Besuch antreten wollte.
Dieser wurde daraufhin vorverlegt und so kam es, dass ich mit Ozie und meinem Bruder eine Woche lang so etwas ähnliches wie Urlaub mit Arbeitseinsätzen und Trauerbewältigung an der Nordsee verbracht habe, allerdings ohne gefühlt anwesend gewesen zu sein. Insgesamt 2 Wochen habe ich mir im Dezember frei genommen und damit die finanziell allgemein eher miese Situation auch nicht unbedingt verbessert.
Es ist sicher auch so eine Art Selbstschutz, wenn ich mich jetzt darüber freue, dass das Jahr wenigstens mit meinem ersten Radiointerview als Blogger und dem ersten Gewinn bei einem Gewinnspiel endete. Aber das war ja nicht alles, was in diesem Monat passiert ist. Rekord-Grinser Guttenberg findet nach der heftigen Kritik inzwischen auch irgendwie doof, dass die Bundeswehr Tanklaster sprengen lässt. Ausgerechnet meine blitzsaubere ehemalige Heimatbank LBBW wird von einem Untreue-Skandal erschüttert, was mich allerdings nur wenig begeistern kann, da ich durch meinen Job beim Sicherheitsdienst von b.i.g. immerhin eine Ahnung zu haben glaube, wie die schon legal mit Geld umgehen. Ansonsten muss die FDP für alte Möllemann-Eskapaden zahlen, und bei aller gesunden Verachtung der Partei gegenüber hoffe ich nur, dass sie von den 3,5 Millionen Euro wenigstens die Kosten für den kaputten Fallschirm absetzen können. Der Profi-Geldverdiener und Gelegenheitsgolfer Tiger Woods verblüfft seine Fans damit, dass er tatsächlich auch schon mal Sex mit anderen Menschen hatte und schockiert diese damit zutiefst.
Einen versöhnlichen Schlusspunkt setzt ausgerechnet ein verwirrter Mann, der offenbar mit vollem Körpereinsatz Kritik an Silvio Berlusconi äußert. Das wird Arbeitsplätze im Bereich der plastischen Chirurgie schaffen und kann somit als gelungene Aussicht auf ein Überwinden der bösen bösen Krise im nächsten Jahr gedeutet werden.
Ja, aber zu allerletzt sitze ich ein paar Tage an meinem Schreibtisch am PC und hämmere diesen Text runter. In manchen Momenten nervt schon das Quellensuchen und Verlinken und ich wünsche mir gelegentlich, nie angekündigt zu haben, einen Rückblick zu veröffentlichen. Und wie jedes Jahr lautet mein Vorsatz dann:

“Nächstes Jahr schreibst du einfach schon die ganze Zeit am Rückblick. Zumindest jeden Monat. Oder du fängst im Oktober schon an. Oder wenigstens vor Weihnachten. Ein bisschen früher? Ach lass stecken!”

Ich kann abschließend nicht sagen, wie das Jahr für mich war. Es hat sich vieles verändert, davon einiges zum Guten und einiges zum Schlechten. Die Finanzen waren schon mal schlimmer und mal besser. Die Wohnung hingegen sieht definitiv besser aus als zu Jahresbeginn, gehört allerdings dennoch generalüberholt. Die Arbeit macht nach wie vor viel Spaß, aber aus den verschiedensten Gründen (auch wenn es manchmal nur Lustlosigkeit war) bin ich viel zu wenig  dazu gekommen. Ich hatte eine Menge schöne Tage und lag einige krank oder fertig im Bett. Dass der Tod meiner Mutter zudem noch nicht einmal einen Monat zurückliegt, macht es mir natürlich auch schwer, jetzt mal eben ein positives Fazit zu ziehen.
Aber eigentlich ist es egal, wie das Jahr 2009 war, denn nun ist es vorbei und wie jedes Jahr gilt doch, dass man nach vorne schauen sollte. Ich bin da nicht immer so gut drin, aber man kann es ja immer wieder versuchen.

Die schöne Geschichte dennoch zuletzt:

Dieser Blog. Das war ein bewegtes Jahr hier im Netz und ich bin wirklich ein wenig stolz. Ich hab Pi mal Daumen 600 Artikel geschrieben und den Blog wieder auf meinen eigenen Server gepackt. Einige Leser sind mir gefolgt und etliche neue haben sich gefunden. Ich hab hier bei euch sowohl Spaß und interessante Streitgespräche gehabt, als auch Hilfe und Trost gefunden. Und all das ist ausnahmslos schön. Und wenn man sowas schon mal behaupten kann….

Deswegen an dieser Stelle noch eine kurze Verneigung meinerseits vor meiner werten Leserschaft und der ernstgemeinte Wunsch, ihr möget den Jahreswechsel angenehm hinter euch bringen. Ob alleine, zu zweit oder in einer Horde unbekannter Leute, ob zu Hause, in einem Club, auf einem Berg oder in der Stadt. Seid betrunken oder nüchtern und fahrt Taxi oder nicht. Hauptsache, ihr macht es gut!

Kommt gut ins neue Jahr!

Ich hoffe, wir sehen/lesen uns im Neuen wieder!

Ich werde Silvester übrigens irgendwie völlig “anti” mit Ozie zu Hause verbringen und nicht einmal was trinken. Kann also sein, dass ich um 23.57 Uhr noch Kommentare beantworte… Spaß ist ja auch eine Definitionsfrage. Danach geht es dann – kurzfristige Planänderung – irgendwann noch auf die Piste: Erste Silvestererfahrungen im Taxi, mit hoffentlich vielen spaßigen Kunden und immer noch Schnee! (Wenn schon, denn schon!)

Bye bye, 2009…

Prüfzeichenmassaker

18. Dezember 2009

Ozie hat gerade ihren PC bei mir stehen und so sehe ich ständig ihren Monitor von hinten. Dabei ist mir aufgefallen, dass irgendwer sich den Spaß gemacht hat, es mit den Prüfzeichen und Sicherheitssiegeln ein wenig zu übertreiben:

Ozies Monitor, Quelle: Sash

Ein Teil der Zeichen-Orgie, Quelle: Sash

…und außerdem hat er noch den Literaturnobelpreis gewonnen und gilt als gegen nuklearen Zerfall gefeit!

Author: Sash Categories: Fotos

Robuster Tiger

25. November 2009

Ich hab mit meinen PC’s ja wirklich schon viel Schindluder betrieben. Nicht nur, dass ich damit fragwürdige Blogeinträge schreibe oder noch zu WinXP-Zeiten eine Art Selbstversuch über die Haltbarkeit des Systems ohne Virenscanner betrieben habe – nein, auch die Hardware war gelegentlich unfreiwilliges Ziel von Belastungstests.

Aber man lernt ja auch viel dabei. Das Wissen, dass ein Mainboard nicht zwingend im Arsch ist, wenn man beim Prozessorlüfter-Einbau mit dem Schraubenzieher abrutscht, entspannt auf Dauer bei solchen Operationen. Festplatten laufen beispielsweise mehrere Jahre absolut stabil, auch wenn sie nur an einem Kabel am PC runterhängen. Dafür gehen sie sehr schnell kaputt, wenn man sie mal runterschmeißt. Und ganz schlecht ist es, wenn der Grafikkartenlüfter schmilzt…

Gestern hab ich also mal was neues ausprobiert und wider Erwarten hat mein PC, der seit seinem Virenbefall 2008 Seuchentiger heisst, astrein bestanden:

Schon mal die Grafikkarte bei laufendem Betrieb aus dem Slot gedrückt?

Also mein Tigerchen hat das weggesteckt. Klar war ein Neustart nötig, um dem Monitor wieder ein Bild zu liefern, aber wenn man so einen Mist baut, dann sollte man sich die Zeit auch einfach nehmen…

OK, wie macht man so einen Scheiß eigentlich? Und warum? Natürlich nicht absichtlich! Aber bei mir im Rechner ist nicht alles ordnungsgemäß verschraubt, was ein wenig meine Bastel-Mentalität in diesem Gebiet unterstreicht und bei gelegentlichem Austausch von Teilen auch wirklich Arbeit erspart. Nun hab ich gestern zeitweise einen zweiten Monitor an meinen Rechner anstöpseln wollen, aber vergessen, dass die Grafikkarte nicht verschraubt ist, sondern eben nur in den Slot gesteckt…

Ich glaube, da spielt unterbewusst mein Wunsch nach einer besseren Grafikkarte mit, um mal FarCry2 spielen zu können ;)

Author: Sash Categories: Vermischtes

Des Sashs Gezocke

28. August 2009

Eine ganze Menge Zeit außerhalb des Autos verbringe ich ja dann auch am PC. Derzeit meist zum Bloggen, aber auch wenn ich erst als (zumindest offiziell schon) Erwachsener einen Computer mein eigen nennen durfte, so habe ich die Teile doch immer auch genutzt, um daran zu spielen. Ohne dass ich jemals ein wirklicher Hardcore-Zocker gewesen wäre, habe ich dennoch so einige Spiele hinter mir, und hab mir gedacht, ich kann hier ja mal eine Art Best-of zum Besten geben. Gleich vorweg sei erwähnt: Fast alle Spiele hier sind alt, also wirklich in keinster Weise up to Date. In den wenigsten Fällen ist das also eine Kaufempfehlung, sondern vielmehr so eine Art gesammelte Erinnerung mit netten Anekdoten. Vielleicht erinnern sich ja auch noch andere an diese oder andere Lieblingsspiele. Dachte mir, wenn ich schon tagein, tagaus am PC über mich und mein Leben schreibe, dann gehört das doch irgendwie auch dazu. Also, meine Top 10 der PC-Spiele, die mich am meisten Zeit oder Nerven kosteten oder mich am meisten beeinflusst haben. Links hab ich meistens zu Wikipedia angegeben, weil da noch mehr Infos zu haben sind. Einige der Spiele gibt es sowieso kaum noch neuwertig im Laden zu erwerben.

Age of Empires 2 (Echtzeit-Strategie)

Bis heute gibt es kein Spiel, dass ich länger am Stück gezockt habe, als “Age”. Irgendwann fand es den Weg in die ein oder andere Netzwerksession bei uns, und soweit ich mich erinnern kann, hat das längste Spiel damals 7 Stunden gedauert… Für heutige Strategiespiele ist dieser Klassiker, der noch aus den Neunzigern stammt, natürlich zu simpel aufgebaut. Das Prinzip ist dem bei “Die Siedler” z.B. nicht unähnlich: Man muss Rohstoffe abbauen, Militär entwickeln und sein Reich schützen, und irgendwann und immer wieder kloppt man sich mit seinen Mitspielern. Trotz des begrenzt umfangreichen Spielprinzips macht das aber eine ganze Weile lang Spaß, wobei das wie bei den meisten Games vor allem dann eintritt, wenn man es mit menschlichen Gegnern zu tun hat. Großes Manko der KI ist zum Beispiel, dass sie zumeist aufgibt, bevor man den Gegner wirklich endgültig geschlagen hat. Da ist es mir dann doch lieber, wenn Ganoven wie mein Bruder ihren König mit einem Dorfbewohner auf einem Transportschiff am Rand der Karte geparkt hat, um sich was neues aufzubauen… Ich hab das Spiel neulich erst wieder eine Runde mit Ozie gespielt, leider ist es ihr zu sehr auf Militär und zu wenig auf eine (komplexe) Wirtschaft ausgerichtet.

Alühn (Premium Adventurener)

Dass dieses Spiel hier auf der Liste landet, liegt nicht einmal daran, dass ich es so ausgiebig gezockt habe. Durchgespielt ja, aber das hat keine Monate gedauert. Dem Profi fällt schon die komische Spiel-Kategorie ins Auge, und ein Auge sollte man auf dieses Spiel wirklich mal geworfen haben. Es ist eigentlich ein klassisches 2D-Point-and-Click-Adventure (wie z.B. Monkey Island), was zumindest mal bedeutet, dass die Steuerung verdammt einfach ist. Das alleine wird dem Spiel allerdings noch lange nicht gerecht. Das Spiel ist in Handarbeit von einer kleinen Nicht-Profi-Clique geschaffen worden und danach kostenlos zum Download angeboten (Der Link geht hier auch direkt zur offiziellen Seite). Dementsprechend ist die Grafik mies und die Story um so abgefahrener. Die Rätsel sind nicht nur angemessen schwierig, sondern fast durch die Bank von einer liebenswerten Beklopptheit gezeichnet. Wer sich also zum Beispiel nicht vorstellen kann, wie ein Frosch und eine irakische Playstation dazu beitragen können, Krefeld zu retten, der sollte das Spiel bis zum Ende durchspielen. Hier in der Liste steht es zudem, weil sich bei uns in der WG der Spruch “Arül – weil muss!” als Redewendung durchgesetzt hat, wenngleich es nur eine Tankstellenwerbung im Spiel ist. Man braucht schon sonderbaren Humor, um es zu mögen – aber dann ist es großartig!

GTA 3 (3rd-Person-Shooter und Rennspiel)

Killerspiele muhaha! Noch mehr als Driver ist GTA der Innbegriff zweifelhafter Moral in Softwareform. Das Konzept ist recht simpel: Man kann seinen Protagonisten (in Version 3 erstmals in 3 D) frei durch eine Stadt bewegen und muss Geld verdienen. Dazu hat man allerdings so gut wie keine legalen Möglichkeiten. Die Aufträge, die man bei verschiedenen Mafia-Clans annehmen kann, drehen sich eigentlich immer um Transport oder Mord. Das Schöne an dem Spiel ist, dass man sich frei bewegen kann, und auch mal einfach – das ist aber nicht der Grund, weswegen ich das Spiel so mag – sich ein Taxi klauen kann, um damit sein Geld zu verdienen. Es stehen Unmengen an Fahrzeugen zur Verfügung und das Spiel verliert nicht so schnell an Spaß. Ist zwar sicher nicht gerade das Spiel, dass man zur Erziehung verwenden sollte, aber eine gute Unterhaltung ist es allemal. Außerdem muss ich den Entwicklern mal für die absurde Idee danken, dass man seine Lebensenergie (unter anderem) durch Sex mit Prostituierten wiedererlangen kann.

Need for Speed Porsche (Rennspiel)

Immer noch mein Liebling unter den NFS-Spielen. Die Grafik der Nachfolger ist zwar besser geworden, dafür mag ich das gediegene Spielambiente in dieser Version. Dass man ausschließlich Porsche fahren kann, kam vielleicht meiner Eigenschaft als Stuttgarter entgegen ;) Bei diesem Spiel kam es insbesondere auf Genauigkeit an, und ich war froh, dass das Spiel auf meinem alten Rechner auch mit Winamp flüssig lief. Etliche Nächte meiner Zivizeit habe ich damit verbracht, hier ein paar Runden durch die Gegend zu brettern. Rennspiele dieser einfachen Kategorie haben zudem den “Vorteil”, dass eine Hand für Zigarette oder Bier frei bleiben kann. Und wenigstens ist dieses Spiel ein gutes Ventil gewesen für meine Begeisterung, Auto just dann zu fahren, wenn ich betrunken bin. Eine Begeisterung, die ich glücklicherweise inzwischen abgelegt habe. Die Stunden, die ich in den verschiedenen Modi des Spiels immer wieder verschwendet habe, lassen sich nicht mehr zählen, aber dass es über 1000 waren, ist anzunehmen. Ich sollte es mir mal wieder besorgen…

Rollercoaster Tycoon (Wirtschaftssimulation)

Von allen hier genannten Spielen reicht die Rollercoaster-Reihe am weitesten in mein Leben zurück – immerhin schon vor meine Volljährigkeit. Etliche durchzockte Nächte am Pentium 1 meines Vaters habe ich damals mit Leini zugebracht. Monatelang habe ich damals übrigens im Nebenzimmer meines Vaters geraucht, ohne dass er es mitbekommen hat (weil Leini auch geraucht hat). Etwas krude Erinnerungen also. Aber gut, bei dem Spiel geht es darum, einen funktionierenden Vergnüngungspark mit allerlei Attraktionen aufzubauen, und das ist eigentlich eine spannende Geschichte. Insbesondere die Tatsache, dass man die Achterbahnen auch selbst bauen kann, haben das Spiel spannend gemacht. Die Serie hat mich noch bis nach Berlin verfolgt, wo ich mit Ozie zusammen noch fleissig an der zweiten oder dritten Generation Spaß hatte.

Tactical Ops (Multiplayer Ego-Shooter)

TO ist vom Spielaufbau nahezu identisch mit dem wesentlich populäreren Counter-Strike. Nur dass dieses nicht auf der Half-Life-, sondern auf der Unreal-Engine basiert. Ein Rundenbasiertes Spiel, immer ein paar Cops gegen ein paar Terroristen. Wer schneller zielt und die geeigneteren Waffen für seine Taktik wählt, gewinnt durch Headshot. Einfach, aber im Netzwerk mit Freunden eine verdammt gute Unterhaltung. Bei keinem anderen Spiel habe ich jemals so viele Beleidigungen durch die Wohnung hallen hören :) Im Gegensatz zu Unreal Tournament kann man bei TO durchaus mit taktischem Zusammenspiel einiges erreichen, auch wenn man vielleicht nicht der beste Schütze ist. Der Schwob weiss, was ich meine ;) Dennoch eine sehr kurzweilige Unterhaltung. Im Gegensatz zu den meisten anderen in meinem Umfeld kann ich das Spiel aber nicht die ganze Nacht durchzocken, sondern mache eher mal Pause nach einer Stunde oder so.

Tony Hawks Pro Skater 3 (Skateboarding-Simulation)

Angefangen hat alles mit der 1er-Version auf der Playstation, und im Laufe der Zeit sind die beiden Folgeversionen auf fast allen PC’s der WG rundgelaufen. Als Multiplayer-Spiel haben wir es eigentlich nie ausgiebig benutzt, aber als Solo-Spiel war es immer mal wieder phasenweise sehr beliebt. Ich weiss eigentlich bis heute nicht, weswegen ich ausgerechnet eine Skateboard-Simulation als Spiel so interessant fand, aber das Spiel war einfach gut gemacht – es hat definitiv neue Standards bei Sportgames gesetzt. Dabei muss man sagen, dass die Umsetzung des Spiels durchaus einigen Witz enthielt, was zusätzlich zum Gieren nach Rekorden und dem durchweg hörbaren Soundtrack natürlich auch nochmal für Spielspaß gesorgt hat. Gerade die Version 3 war ein großer Entwicklungssprung bezüglich Gameplay, Levelgröße, Auswahlmöglichkeiten und Länge des Spiels.

TrackMania (Rennspiel)

Trackmania knüpft da an, wo “Stunts” seinerzeit (also um 1990 rum) aufgehört hat: Ein Autorennspiel, das man im Multiplayermodus spielen kann, und nebenbei eigene Strecken entwerfen, die man dann ebenso gemeinsam spielen kann. Der größte Clou ist, dass bei Trackmania eine (sehr eingeschränkte) Variante des Spiels – welche im Übrigen beim ESWC (Electronic Sports World Cup) im Turnier gespielt wird – kostenlos zum Download angeboten wird. Auch wenn das Spiel weder Kollisionen, noch Schadensmodelle kennt, spiele ich es aktuell noch sehr gerne und in gewisser Weise auch erfolgreich. Durch die beinahe unendliche Streckenauswahl (dank eigener Kreationen der Spieler) bleibt das Spiel immer wieder interessant, und ich werde mich wohl noch eine Weile bemühen, mich in der Weltrangliste unter den Top 10.000 zu bewegen (bei über 3.000.000 registrierten Spielern). Ich habe natürlich inzwischen die kostenpflichtige Variante TrackMania United Forever, die noch einiges mehr bietet als die kostenlose Version. Für die Mitspieler unter den Lesern: Ich bin unter dem Nick “bigsash” zu finden.

Unreal Tournament (Multiplayer Ego-Shooter)

UT! Eines der ersten Spiele, dass ich im Netzwerk gespielt habe. An diesem Shooter gibt es nach meiner klassischen Liste nichts, was mir gefällt. Es ist ein hektisches Spiel und die Gegner (wenngleich meist Human Player) sind nach Monster-Art aufgemacht, was mich als Gegenwarts- und Realismus-Freund mal gar nicht anspricht. Dennoch hat UT bei vielen Netzwerksessions schon spannende Spiele hervorgebracht – wobei ich insbesondere an Sniperduelle mit dem Schwob und Jörg im Level “Cranes” denke. Die grundsätzliche Brutalität des Spiels interessierte dabei eigentlich niemanden. So sind wir auch nie auf eine aktuellere Version umgestiegen. Das Spiel ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem es meines Erachtens nach nie darauf ankam, in wie viele Teile ein Gegner zerfleddert wird, wenn man ihn mit dem Raketenwerfer trifft. Aber hier gilt wie bei vielen anderen Spielen auch: Singleplayer ist recht öde – der Multiplayer-Modus macht’s!

Worms World Party (Rundenbasiertes Taktik-Spiel)

Worms gibt es schon, seit ich klein war. Insbesondere bei mir ist das schon lange Zeit her. Ich habe mit dem Spielprinzip eigentlich nie etwas anfangen können – bis ich hier in Berlin (also in den letzten 2 Jahren) mit Nico zusammen WWP gekauft habe. Das Spielprinzip ist denkbar einfach: Auf einer 2D-Karte hat jeder Spieler ein paar Würmer, die der Reihe nach mit irgendwelchen Waffen den feindlichen Schleimtierchen auf die Pelle rücken können. Dabei spielt es eine enorme Rolle, welche Taktik man anwendet, da man sich mit fast jedem Angriff in eine exponierte Position begeben muss, die dem Gegenspieler seinerseits eine Angriffsmöglichkeit bietet. Ein gegen die begrenzte KI der Computergegner ziemlich langweiliges Spiel, das gegen menschliche Gegner sehr komplex werden kann. Die Grafik mag altbacken sein, das Prinzip erfreut mich ehrlich gesagt bis heute.

Natürlich habe ich auch noch andere Spiele gerne gespielt. Ich liebe zum Beispiel spannende und realistische Point-and-Click-Adventures à la “NiBiRu”, die ich als eine Art interaktiven Film betrachte. Dazu habe ich schon online monatelang Kapiland (eine Wirtschaftssimulation) gespielt und wenn ich noch Konsolenspiele erwähnen wollte, dann müsste MarioKart64 wohl das Spiel mit der längsten Vergnügungsphase sein. Naja, das war nun mal nichts aktuelles, sondern einfach nur was, was ich immer mal schreiben wollte.

Hinweis: Ich kriege von keiner der Firmen Geld, “bewerbe” diese Spiele also freiwillig und ohne Aufforderung. Dennoch: Das ist MEINE Meinung zu diesen Titeln, und ich möchte wirklich keine Verantwortung dafür übernehmen, dass ich hier was empfehle. Es muss jeder selbst entscheiden, ob ihm ein Spiel Geld wert ist!

Author: Sash Categories: Vermischtes

Technik, die begeistert…

22. Juli 2009

Ehrlich gesagt: Ich bin ein Technikmuffel!

Das mag den ein oder anderen überraschen, aber es steckt ein Körnchen Wahrheit in der Aussage. Die Tage, in denen ich mein heißgeliebtes (und dennoch beschissenes) Win98-System mit stündlichen Eingriffen in die Registry gequält habe oder meinem Prozessor 33% mehr Speed abverlangt habe, ist (zumindest vorerst) vorbei.

Wahrscheinlich bin ich einfach schon zu alt. Ich möchte, dass Technik funktioniert, und da kommt es eigentlich nicht darauf an, ob es jetzt die letzte Neuerung vom neuesten Update der neuesten Demoversion ist. Es ist also beispielsweise kein Wunder, dass ich erst seit Dezember 2008 regelmäßig ein Handy nutze, und ich die Anzahl der von mir verschickten SMS noch an zwei Händen abzählen kann. Gut, dabei muss ich vielleicht auf sechsfingrige Mutanten zurückgreifen, aber wenigstens diesen Vergleich braucht die Realität nicht zu scheuen.

Mit solch einer unwilligen (aber gar nicht mal abwertend gemeinten) Einstellung kommt man dann manchmal eben auch auf bekloppte Ideen. Meine WG ist schon seit ihrem Bestehen von einer gewissen MacGyver-Einstellung beseelt, und so kam es auch gerade wieder zu einer absurden Situation:

Ozie und ich wollten eine Runde Trackmania zocken. Nicht weiter problematisch. Machen wir oft hier. Dummerweise werden Spiele gegeneinander ja immer erst dann witzig, wenn man sich dabei gegenseitig demütigen kann. Das ist eine alte Weisheit, und die Tatsache, dass das selbst in einer Beziehung funktioniert, lässt mich ziemlich unverrückbar an so etwas wie eine Katharsis glauben.

Normalerweise ist das kein Problem: Die Türen der Wohnung stehen offen, und man scherzt lautstark über die miese Leistung des anderen. Nur heute eben nicht. Ozies Schwester ist einmal mehr für ein paar Tage bei uns zu Besuch, oder wenn man so will bei ihren Sachen, die im zukünftigen Gästezimmer (stilvoll!) eingelagert sind. Ozie und ich haben gerade etwas, was man entweder als Nachtschichtler als vernünftigen Rhytmus – oder als Normalbürger als völlig kranke Wachphasen bezeichnen könnte. Kurzum: Wir hatten jetzt nicht gerade Lust, morgens um 5 Uhr Ozies Schwester durch bisweilen pubertäres Gemecker zu wecken.

Also, was macht man?

Das Spiel bietet eine Chatfunktion. Das ist an und für sich eine nette Geschichte, aber wie habe ich dereinst denkwürdig zum Procedere bei einem “Killerspiel” gesagt:

“Ich spiel doch nicht zum Chatten! Ich spiel, um ihn umzulegen!”

Denn tatsächlich nutze ich die Zeit in einem virtuellen Schwanzvergleich (der sich natürlich im Falle des Zockens mit meiner Freundin nur als äußerst weit hergeholte Metapher versteht) nicht gerne damit, alle paar Sekunden neue Rekorde einzutippen, sondern damit, sie aufzustellen.

Nun gibt es ja weitere Möglichkeiten wie Teamspeak (keine Ahnung, ob Trackmania das bietet) oder Skype, aber das sind alles Techniken, die ich wahrscheinlich nie nutzen werde. Ich gehöre zu der Generation von Usern, die mehrere Stunden Tränen lachend damit verbracht haben, sich dank german-bash.org vorzustellen, wie echte Killertypen sich beim Onanieren belauschen lassen, weil sie das Mikrofon vergessen haben auszuschalten. Abgesehen davon: Ich habe nicht einmal ein Mikrofon.

Letztlich haben wir eine Stunde lang via Handy (auf Lautsprecher natürlich) kommuniziert, und ich bin froh, dass ich mich wenigstens noch zur Generation Flatrate zählen kann… sonst wäre das meinen Finanzen eher nicht so gut bekommen!

Author: Sash Categories: Meine WG, Vermischtes