Sodele, hallo bei den News liebe Kackbratzen! Wir haben es inzwischen Mitte August, und ich bin seit bald anderthalb Wochen quasi nicht mehr anzutreffen. Schrille Geschichte, aber das ist nicht ohne Grund so. Will man das alles versetehen, bleibt es einem nicht erspart, mit mir eine Reise zu machen in zwei Städte, die unterschiedlicher nicht sein könnten und zwei Bundesländer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ins fernste fremdeste Ausland: Nach München in Bayern und Berlin in …, naja, Südschweden, oder?
Aber wie hat das Ganze eigentlich angefangen? [rewind] Am Anfang war das Wort… [wind] Heureka, ich hab’s! [wind] Ihr seid alle im Arsch! [rewind] Es war einmal ein Schmandling… Ah! Da sind wir richtig. Es war einmal ein Schmandling – und er ist noch! Nur ist er jetzt eben älter. Das Bild nebenan (entfernt) zeigt ihn zu Beginn seiner Geburtstagsfeierlichkeiten. Als ich am Freitag Abend endlich Feierabend hatte, war klar: “Saufen Junge, echt jetzt!” Zwar war Sven gerade am Umziehen, aber ich wusste von dem Termin erst einen Abend vorher – Sorry! Wir alle sammelten uns in der WG, dann noch ein halbes Hähnchen eingeworfen und mit einem halben… na gut, einem ganzen Kasten Bier auf zur Uhle. Zwischendrin (VOR dem ersten Bier!) Leo abgestellt und mit Ilka chillig den Weg nochmal hochgewatschelt. Die peinliche Pause sollten wir eigentlich für uns behalten…
Oben erwarteten uns Bälle, Bier und Bardn – so in etwa zumindest. Wir haben ganz gut gelötet und wie von WG-Parties gewohnt genossen wir die friedliche Koexistenz von Punks, Skins, Stinos und dem Rest der Welt. Ilka sollte an dem Abend noch den rekord schlegen, wie lange man von der Uhle zur WG brauchen kann (über eine Stunde) und beendet werden wollte die party wohl mit Regen. N’ SCHEISS!!! Lustiges Umziehen und das altbekannte Unter-den-Aussichtsturm-Flüchten hielten uns als Meute bei Laune und war wohl mit ein Grund dafür, dass Alex und ich nachts noch “wish you were here” gesungen haben. Der Samstag gestaltete sich gänzlich unspektakulär, wenn man mal von der langen Ostnacht absieht, die ich gar nicht mehr besuchen wollte. Dafür gabs den Restbestand an Heineken und Matrix 1. Seeehr gechliit alles… Der Sonntag brachte dann die erste Städtereise mit sich, und die führte mich nach München. Ralf hatte mich eingeladen, seinen Freund Doni zu besuchen und ich hab nichtsahnend ein paar Tage zuvor schon zugesagt. So denn… Ich muss zugeben, dass der Fahrstil meines Bald-Mitbewohners nicht ganz meinem Geschmack entspricht, aber letztlich sind wir angekommen, und zwar an einem Stück! Bei Doni in der Wohnung dürfte es kaum eine Minute gedauert haben, bis ich das erste Bier in der Hand hielt: Ein kühles hervorragendes helles Augustiner – ich weiss gar nicht, ob man sowas zu Rehbraten und Rehragout trinken darf, wenn man sich an die gängigen Benimm-Regeln hält. Da ging es nämlich schon los: Die Verköstigung war eins a, fusste aber für meinen Geschmack zu sehr auf Alkohol. Da ich ja kein Schnapstrinker bin, konnte ich auch nicht wirklich geniessen, was mir nach dem Essen angeboten worden ist (“manche sagen, er schmeckt nach Torf…”), aber das liegt ja nicht an unserem Gastgeber. Doni selbst ist ein Mensch, den zu beschreiben es hunderter Blätter bedürfte, da ein solches Original nicht mit herkömmlichen Methoden erfassbar ist. So wurde unser ganzer Aufenthalt zu einer Art Völkerverständigungsreise, auch wenn es nicht an gegenseitigen Missbilligungen mangelte
Und dieses Bayern hat wirklich nur noch formal etwas zu tun mit dem Land in das ich zufällig hineingeboren wurde.
So, nun wiurd dieser Blogeintrag ein bisschen komplizierter, weil ich jetzt ein paar Teile einfügen werde, die ich in Berlin und auf der Fahrt schon geschrieben habe, und um die ich euch nicht betrügen will, und so verwurstet das Ganze ein wenig in der schriftlichen Konsistenz. Aber deswegen wohne ich ja in der Chaoze-WG – wo Schmand noch von Herzen kommt! Hier also die drei Teilblogs:
(1) Trainblogging
“Tut mir leid meine Damen und Herren, das war eine Fehlansage!” Bescheidener Luxus für 84 Euro, 6 Stunden Zeit bei 250 km/h, ein letztes Mal. Vorerst. Grund zu schreiben, Grund zu denken. Der Spiegel, den ich mir in Stuttgart vorgehalten habe, ist ab Kassel Altpapier. Immerhin frisch rasiert! Habe nun ach, ICE’s, IR’s, Regionalbahnen gar studiert, und nun sitz ich hier mit Druck im Ohr und fahr noch immer wie zuvor. Nicht traurig bin ich, das stete Reisen aufzugeben, zu wissen Zeit zu haben, zu leben. Und nicht die Liebe zu opfern in einer Welt, in der Entfernungen nichts mehr bedeuten sollen. Noch 4 Stunden Fernbeziehung. Dann hoffentlich ein Ende. Nicht Ende der Beziehung, nein! Mitnichten! Aller Erleichterung zum Trotze schleicht sich die Wehmut ein in mein Herz. Vielleicht sogar Angst. Alles hat Schattenseiten. Erst recht die Normalität. Schwer zu wissen, dass nicht ich mein Leben unterbreche, sondern Ozie herzieht. Und ja: Ich denke auch die Sehnsucht wird mir fehlen. Ich hasse Züge als Fernreisemittel. Bisweilen einfepfercht vermisse ich die Freiheit, zu halten wo ich will, mit wem und warum. Sicher, bisweilen versüßen interessante Kontakte die Reise, manchmal ist man aber auch alleine in der Masse der Menschen. Wie die Welt im Großen, so der Zug im Kleinen: Vom eigenen Platz nicht im Ganzen begreifbar ehe man aufsteht, schnell, trotz unzähliger Individuen gleichförmig in Bewegung. Bequem und auf dem schnellsten Weg ankommen kann, wer das Geld hat, alle die zu langsam waren, wählen Umwege oder werden überfahren. Und kein einziges Mal funktioniert auch nur die Organisation. ständig die falschen Plätze, Beschwerden, und am lautesten jammern diejenigen, die die Fahrt nicht einmal selbst bezahlen.
(2)
Ja liebe Narren an den Gitarren, liebe Gnarfe an der Harfe, liebe Schwestern in den Orchestern,
wieder einmal ist es Zeit, ich sorge hier für Heiterkeit
und trotz Nikotin im Munde verbreite ich die frohe Kunde
Nur kurz bis ihr Ozie erblickt…
Lassen wir das! Ja, immer noch ein altmodischer Outdoor-Blogeintrag. Geschrieben mit einem geshoppten 12-Cent-Kuli auf Papier, das… naja, sagen wir es so: Es stehen noch Hausaufgaben in dem Block (Mein Blog, mein Blog!). Der gestrige heutige tag war mal wieder ein absurder welcher, der viel zu tun hatte mit Arbeit, Entsetzen und Spaß. Arbeit, weil ein Zimmer ausräumen echt stressig sein kann, Entsetzen, weil Europcar am Wochenende in ganz Berlin keine Autos mehr hat, und Spaß weil ich’s bin. Zudem muss ich aus aktueller Beobachtung mitteilen, dass “Hoppel Mobbel Mäusemenü” wohl echt gut ist. Vom Namen mal abgesehen… Mit der Auto-Geschichte hat es uns zwar ein wenig das Wochenende verhagelt, aber das krigen wir auch noch hin.
(3)
Unrenovierte Wohnungen sind grandios. Die Leere wirkt. Die vermutlich letzte Nacht in H-Town verbringe ich alleine. Freiwillig. Nur so. Der Entspannung wegen. Nein, es ist echt nichts so gelaufen wie geplant. Hätten wir eine Kreditkarte, hätten wir ein Auto. So nicht. Europcar führt wenigstens mit guter Laune durch’s Mismanagement. Noch 11 Stunden, bis unser Auto startklar ist, dann aber muss noch Eddi transportiert werden. Der gute alte Edmund. Aggro Berlin mal rattig! Scharf wie sein Zahn. Habe überdies festgestellt, dass Mäuse im Nacken kitzeln. Unwirkliches Leben hier. Ich genieße die Zeit, vor allem die gemeinsame. Kann noch nicht fassen, wie oft das nun sein kann. Es war Blödsinn, was ich auf der Hinfahrt geschrieben habe. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, schon klar. Der Sash erst recht! Während Ozie sich auf die WG als “Zuhause” freut, genieße ich den Blick aus dem Plattenbau. Aber natürlich wäre ich jetzt am liebsten schon auf der Ringautobahn, aber was soll’s? In gewisser Weise selbst schuld! A6? Kreditkarte? Pah! Hab hier ein schmackhaftes Heineken gefunden. Schlürf! Aha: Italienisches Heineken. Der Gepäckberg ist groß. VW Passat zu klein? Nein, niemals. Alles zusammen zu zweit geplant, vermessen, verplant, vergessen, neues dazu, altes hinweg. Und das Auto? Wer weiss? Das wird! Die Nacht ist laut, der Tag wird Fahrt. 686 km + x. Das Leben ist schön und Schlaf schwer. Die Hitze hat ja stark nachgelassen die Tage, heute sogar viel Regen. Wozu gibt es Betten? Ich hab die Musik vergessen. Nix eigenes dabei. Oh wie schön die Heimat mit allen CD’s, mit PC! Ihr habt mir alle gefehlt, aber so ist das Leben. Ein wenig Angst hab ich vor all der Arbeit. Offiziell Urlaub, aber der Shop…
Jaja, der Shop. Bis auf ein paar ausgeschnittene Buttonvorlagen hab ich in der ganzen Zeit keinen Finger gerührt für die Geschichte. Ich denke, dass das eigentlich auch mal ganz gut getan hat, aber jetzt ist die Arbeit wieder so allgegenwärtig. OK, aber jetzt fassen wir mal zusammen: Ozie ist hier, wir haben nur ihre Sachen zu einem Gutteil noch nicht aus der Küche hochgetragen. Das Auto ist wieder abgegeben, und das verdient nachher nochmal ein bisschen Beachtung. Dann ist auch sonst irgendwie alles im Lot soweit, und es kommt langsam wieder ein bisschen Leben in die Bude hier. Nun gibt es aber wirklich noch ein wenig vom Auto, der Fahrt und dem Leben zu berichten: Das Auto ist ja, wie ihr vielleicht auch als Blindfischlis erkennen könnt nicht ein VW Passat. Europcar hat ein paar etwas absurd anmutende Fahrzeugklassifizierungen. Da ist der A4 von Audi, wie er hier im schönsten Hohenschönhausener Sonnenlicht blitzt und blinkt eine Klasse über dem Passat, wenngleich er eigentlich kleiner ist. Allerdings hat uns diese Kiste keinen Aufpreis gekostet, was uns auch nur zu Mutmaßungen gebracht hat bezüglich der Organisation des wahrscheinlich europaweit größten Anbieters für Mietwagen. Aber anbei: Wir können zufrieden sein. Jetzt aber zur Kiste selber: DAS war Luxus. Die Kiste hatte eigentlich echt alles was wir gebraucht haben, und – ja, das kann man sagen – noch einiges mehr. Es ist definitiv das erste Auto, das ich in meinem Leben gefahren habe, bei dem sich die Temperatur der Klimaanlage für Fahrer und Beifahrer getrennt regeln lässt. Und was das Auto auch definitiv hatte: Genau den Platz, den wir gebraucht haben. Es ist unglaublich, was wir alles in diese kleine Schleuder reingepackt haben. Da hatte selbst der Anhalter ein Lächeln für uns übrig. Das nebenstehende Bild (entfernt) zeigt irgendwie echt nur unzureichend, wie eng das eigentlich war. Das Auto war bis auf den vorletzten Kubikzentimeter ausgefüllt. Den letzten haben wir gebraucht, um atmen zu können
Immerhin: Wir haben echt alles mitnehmen können, was sich in den letzten Tagen noch so als Gepäck entpuppt hat. Na gut, Ozie vermisst schmerzlich ihr Fahrrad-Schutzblech! Der Audi hat uns dann sowas von easy nach Stuttgart geschossen. Anders kann man es nicht sagen. Das Auto fährt sich mit der gechillten Geschwindigkeit von 200 km/h so locker wie Jan bei 140 oder der Mäuse-Opel bei 150 km/h. Wenn ich so nachdenke, ist es schon erstaunlich, dass wir sechseinhalb Stunden gebraucht haben. Es fällt schwer, sich von so einem Schmuckstück wieder zu trennen. Aber allemal besser, als sich Mal um Mal von Ozie zu trennen. Was gibt es in der Republik noch so wichtiges zu bemängeln oder zu verarschen? Die Radiosender in Bayern. Es war nun wirklich nicht allzu lange, dass wir durch diese selbst nach einer Woche wieder fremd erscheinende Gegend gekurvt sind, aber in Ermangelung selbst mitgeführter Musik gingen uns schon binnen 5 Minuten alle (ich wiederhole: ALLE) bayrischen Sender auf den… Keks! Und das liegt noch nichtmal daran, dass sie alle den Namen eines komischen Bundeslandes tragen, nein: Die Musik ist so fürchsterlich, dass man sich sehr schnell einen Beamer wünscht. Und wenn’s ist, um die Musik wegzubeamen
Der absolute Brüller aber ist hier unten auf dem letzten Bild (entfernt) zu bewundern, mit dem ich dann auch diesen bisher wahrscheinlich längsten Blogeintrag beenden will: Es gibt tatsächlich einen Radiosender, der sich “Brocken FM” nennt. So, jetzt muss ich mal sehen, was ich im Laufe des Tages noch machen will und werde, aber eines weiss ich: Ich werde mir nicht mehr soviel Stress machen…
So denn, seid alle gegrüsst, Genossen und Gefolgsleute. Ich möchte schliessen mit der Bitte, vielleicht dem Forum ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ich hatte bisher echt noch nicht die Möglichkeiten. Aber ich hoffe doch mal, dass sich das alles wieder ändern wird, wenn erstmal die Ferien vorbei sind. Man wird sehen!
Ciao, bis bald…
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