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Artikel Tagged ‘kurzstrecke’


Wer dann doch laufen muss…

25. Juli 2010

Morgens nach etlichen Kilometern Leerfahrt sind Winker immer erfrischend. Auch Kurzstrecken! An der Ecke Revaler / Modersohn hab ich sie aufgegriffen und sie wollten eben mit einer Kurzstrecke zum Strausberger Platz. Das kam mir ein wenig weit vor. Aber ich bin erst einmal losgefahren, viele Kunden fahren die Strecken ja mehrmals, ich muss jedes Mal aufs Neue abschätzen. Man wird schließlich kaum jemals am gleichen Platz in die gleiche Richtung zu einer Kurzstrecke rausgewunken.

Am Frankfurter Tor hab ich dann aber mal nachgefragt:

“Seid ihr die Strecke schon öfter mit Kurzstrecke…”

“Ja!”

“Also reicht es?”

“Also bisher hat der Taxifahrer immer irgendwann ausgemacht.”

“Also reicht es nicht…”

Tja, da haben die Jungs – im Übrigen ohne zu protestieren – noch geschätzte 800 Meter zu Fuß zurücklegen müssen. Wunder der Kommunikation: Mit dem Satz “Nee, reicht nicht ganz, den Rest laufen wir.” wären ihre Chancen rapide angestiegen, dass ich ein Auge zugedrückt hätte.

Author: Sash Categories: Taxi

Tag gerettet

24. Mai 2010

Auch wenn ich am Wochenende durchaus in Erwägung ziehe, überall von Kunden angehalten zu werden, so habe ich mich doch morgens um 5.30 Uhr in Marzahn recht sicher gefühlt. Ich wartete auf die dämliche Linksabbiegerampel an der Marzahner Promenade, die nur jede zweite Ampelphase überhaupt grün wird und habe die Musik in froher Feierabenderwartung auf Anschlag gedreht.

Das Klopfen an der rechten Hintertür riss mich in die grausame Realität zurück: Ich war auf Arbeit. Bei guter Laune kann man das als Taxifahrer schon auch mal vergessen, aber naja…

“Könnten sie mich vielleicht noch schnell in die [ZueindeutigerStraßenname] fahren, ich arbeite da?”

“Klar, sehr gerne sogar!”

Ich musste so oder so stadteinwärts, Umsatzziele sind sowieso nach oben offen und überhaupt: Es ist mein Job, und ich mache ihn gerne.

“Ich denke, da reicht noch eine Kurzstrecke!”

hab ich frohen Mutes von mir gegeben und erhielt sogleich die mir liebste Antwort:

“Ich zahle ihnen auch mehr!”

Die Kurzstrecke war schon gedrückt und los ging es. Binnen drei Minuten hatte ich eine der abenteuerlichsten Geschichten ever gehört, wie man morgens den Bus verpassen kann – und eine Mitfahrgelegenheit noch dazu. Aber für die unglaublich unschöne Zeit eine nette Unterhaltung mit viel guter Laune.

Am Ziel angekommen stoppe ich das Taxameter, es stehen nach wie vor die 4 € drauf und ich drehe mich erwartungsvoll um. Die Dame streckt mir einen Fuffi entgegen und in meinem Gesichtsausdruck muss sich irgendwie übermäßiges Entsetzen gespiegelt haben. Schließlich hab ich gerade zu Hause erst den 3. Fünfziger an dem “Abend” kleingemacht in der Hoffnung, mit dem Wechselgeld mal haushalten zu können. Immerhin war es so gesehen gar kein Drama, da ich ja wenigstens welches hatte.

Etwas verlegen agierte nun auch mein Fahrgast. Sie reichte mir den Schein – wohl ahnend, dass das mit dem Wechselgeld etwas viel ist – stotterte, blickte zur Seite, wieder zu mir, zögerte, und meinte letzten Endes:

“Ze-zehn!?”

“Äh, oh! Wow! DAS wäre aber nicht nötig gewesen!”

“Nein, ist schon ok! Sie haben mir echt den Tag gerettet!”

Zugegeben, ich hatte in der selben Schicht die Puff-Kunden, aber sonst hätte ich das auch voller Ehrlichkeit erwidern können. Gefreut hat es mich aber auch so wahnsinnig!

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

Die sich selbst verlängernde Kurzstrecke

7. Mai 2010

An einem Donnerstag runde 70% der Touren als Winker zu bekommen ist selten. Da kann man nach nur 4 Arbeitsstunden im Wochenendrhytmus  bei über 80 € auch mal auf übermütige Ideen kommen. In der Revaler Str. stürmten die nächsten auf mein Auto zu und wollten zum S-Bahnhof Treptower Park.

“Hm, da kann ich ja mal versuchen, Kurzstrecke zu machen.”

“Äh, ja. Boah, das wäre ja cool, wenn das reicht…”

“Versprechen kann ich nichts. Wenn’s vorher piept: Anhalten?”

“Äh… nee, jetzt noch durch den Regen wollen wir auch nicht.”

Schöne Geschichte! Das Ende der Fahrt war allerdings derart unglücklich, dass die beiden tatsächlich 7,00 € zahlen mussten. Das heisst, die Kurzstrecke war vorbei, und für die letzten 300 Meter haben sie damit 3 € extra bezahlt. Eine Art Worst-Case-Szenario für die Berechner von Teilstrecken ;)

Aber die beiden haben noch ein kleines Trinkgeld (sie nannten es T-Geld) gegeben, und ich war tatsächlich ziemlich zufrieden, nun bereits 90 € in der Tasche zu haben. Ich hab kurz die Tourdaten notiert und bin losgefahren. In dem Moment brüllt jemand aus Richtung des S-Bahnhofes und ich sehe eine winkende Gestalt. Also Bremse!

Als er näherkam, erkannte ich, dass es doch kein neuer Fahrgast war, sondern einer der alten, und er vermisste sein Handy. Ich habe es tatsächlich in der Seitentasche der Tür gefunden, und er war ziemlich glücklich darüber, dass wir das noch hingekriegt haben.

“Hey, ich danke dir auch! Ist ja immer mords der Aufwand mit dem Zurückbringen und so…”

Sie wollten mit der S-Bahn weiter, und so verzog er sich wieder zu seinem Kumpel. Ich – immer noch grinsend wie die leicht unglücklich beim Vergrößern deformierte Version eines Honigkuchenpferdes – hab das Auto an der nächsten Ecke gewendet und bin gen Matrix geschossen. Wollte gen Matrix schießen.

Am S-Bahnhof winkten drei Leute. Meine beiden und ein weiterer…

“Fährt keine Bahn mehr…”

meinte der eine gleich beim Einsteigen.

“Wir müssten dann doch nach Adlershof.”

Wow! So leid es mir für die Jungs getan hat, so sehr hab ich mich doch auch für mich und mein chronisch unterfüttertes Portemonnaie gefreut.

“Da haben wir dir ja doch noch ne ganz nette Tour verschafft, was?”

“Allerdings! Ihr werdet keine Beschwerden von mir hören!”

Die drei haben sich überwiegend selbst unterhalten, aber im Laufe der Zeit kristallisierte sich eine weitere Verdienstmöglichkeit heraus. Der dritte im Bunde wollte auch nur in Adlershof in den Nachtbus wechseln, eine Weile weiterfahren und dann eine Dreiviertelstunde (!) heimlaufen. Irgendwann fielen sie dann endlich, die warmherzigen Worte:

“Sag mal, was würde das denn von Adlershof nach Eichwalde kosten?”

Das alles war letztlich eine mehr als lockere Tour, die sogar noch einen fünfminütigen Stopp beim McDrive in Adlershof einschloss. Die Jungs waren allesamt super relaxt (der eine sogar aus hormonellen Gründen überzufrieden) und so kam es, dass das was ich als Kurzstrecke in Friedrichshain gestartet habe, irgendwo im tiefsten Schulzendorfer Wald geendet hat mit insgesamt 46,60 € auf der Uhr und – auch wenn es nicht viel ist für so eine Tour – 80 Cent Trinkgeld.

Möge der Neid in Form ätzender Säure aus den Arschlöchern der Kollegen rinnen, die gerne kurze Touren ablehnen…
(OK, das ist hart ausgedrückt, aber es war ein mir tief innewohnendes Bedürfniss!)

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

Trübe Aussichten

18. April 2010

Ja, ich meine Tatsächlich die Wolke von Island. Obwohl ich es eine witzige Tatsache finde, dass z.B. die Radiosprecher beim rbb gar nicht versuchen, den Namen des Vulkans zu nennen, der uns diese Aschewolke beschert, reihe ich mich doch aus Gründen der Zeitersparnis gerne ein.

Ich habe nichts gegen Vulkane, im Gegenteil: Vollkommen im Rollenbild meines Geschlechts aufgehend hege ich tatsächlich eine morbide Form der Zuneigung zu allerlei Katastrophen, so lange sie nur schön aussehen. Ich weiss, die Wirtschaft liegt am Boden und endlos viele Menschen sitzen problematischerweise in vielen Ländern fest! Deswegen sage ich das ja auch nur ganz leise.

Fürs Geschäft ist es überraschend scheiße mit dieser blöden Wolke.

Natürlich kommt auch der allgemein miese Umsatz zum Tragen, aber die heutige Nachtschicht ging so überhaupt nicht. Ohne es zu wollen, habe ich mich schon öfters beschwert über miese Umsätze, und ich will das auch gar nicht allzu sehr ausreizen. Schließlich rühme ich mich damit, keiner von den Kollegen zu sein, die tagein tagaus nur darüber jammern, dass sie zu wenig Geld haben.

Aber für heute Nacht möchte ich eine der Ausnahmen machen.

F U C K ! ! !

Begonnen hat alles gut mit Winkern, und nach 30 Minuten Arbeit hatte ich 12 € zusammen. Guter Wochenendschnitt. In den folgenden 6 Stunden kam aber alles zusammen, was ich mir niemals hätte erträumen können. Doof wie ich bin, habe ich mich tatsächlich eine Runde am Bahnhof angestellt, wo es auch eigentlich gar nicht so voll war wie gestern.

Ohne dass ich da in der Regel auch nur drauf achte – weil ich es ok finde – ist mir heute mal aufgefallen, dass mindestens 12 (Die Dunkelziffer ist wesentlich höher, da ich nie alles überblicken konnte, und zudem oft gelesen habe) Kollegen vor mir weggekommen sind, obwohl sie hinter mir standen.

Nach ziemlich genau 2 Stunden steigt dann ein wirklich netter Fahrgast ein, der sich auch noch für seine Kurze Strecke entschuldigt. 5,60 € und 40 ct Trinkgeld.

Nach einer halben Stunde im Kreis fahren hatte ich dann tatsächlich noch einen Winker: Kurzstrecke.

Nach abermaligem Anstellen und vorzeitigem Wegfahren bin ich eine halbe Stunde bei Ozie eingekehrt, aber als ich wieder auf der Straße war, wurde es nicht besser.

Eine halbe Stunde stehen für eine 11€-Tour ist völlig ok, aber selbst die wurde mir dadurch verlitten, dass ich um einen der Fahrgäste permanent Angst hatte, weil er schon vor dem Einstieg gekotzt hat. Immerhin gab es dennoch keine Komplikationen – ich sollte das eher positiv werten!

Dann, nach insgesamt 6 Stunden Arbeitszeit und knapp über 30 € Umsatz (kurz zur Erinnerung: Das bedeutet etwa 2 € Bruttolohn plus 50 ct Trinkgeld die Stunde) hatte ich dann einen echt netten Typen, der mir ins Auto sprang und meinte:

“So, jetzte! Jetzt müssen wir verhandeln!”

Schlimmste Befürchtung wurde war: Er wollte nach Brandenburg/Havel, aber der vorgeschlagene Preis meinerseits war natürlich zu hoch. Ich hoffe, meine Chefs wissen es zu schätzen, dass ich ihn die 85 km nicht für 80 € gefahren habe! Für mich wäre das ein guter Deal gewesen, da ich ja Auto und Sprit nicht zahle.

2 Minuten später steht ein Haufen bedröppelt dreinblickender Jungs vor mir und will wissen, wieviel es wohl nach – man glaubt es kaum – Brandenburg/Havel kostet. Aber wie ihr sicher erahnt…
Dabei wäre es sicher lustig geworden, denn ich denke, dass die drei – gerade vom Sepultura-Konzert kommend – es sicher zu schätzen gewusst hätten, dass ich 8 Stunden Metallica auf meiner CD des Tages dabei hatte. Aber letztlich haben auch wir uns (mit gequältem Lächeln meinerseits) aufs Netteste schon am Ostbahnhof verabschieden müssen.

Meine nun folgenden Fahrgäste hatten das enorme Fernziel A&O Hostel in der Köpenicker Str., was mir atemberaubende 4,80 € in die Kasse spülte. Aus bisher ungeklärter Ursache habe ich sie versehentlich beschissen, weil ich komischerweise gesagt habe, es seien 4,90 €, und auch so rausgegeben habe. Wie man erahnt: Das spielt auch nur eine Rolle, weil es trotz bester Laune nicht einmal Trinkgeld gab. Naja, jetzt halt die erschlichenen 10 ct.

Nun hatte ich allerdings gleich zwei Winker hintereinander, die keine Kurzstrecke wollten. Damit hatte ich sagenhafte 53 € erreicht – kaum 8 Stunden nach Arbeitsbeginn. Zwischen den beiden Touren wurde mir allerdings noch einmal eine Tour von einem Kollegen weggeschnappt, der spontan mal bei Kirschgrün von rechts auf die Warschauer geschossen kam. Wie es an so einem Tag halt sein muss.

Die nun folgenden Touren haben tatsächlich noch dafür gesorgt, dass ich bis 6.30 Uhr morgens einen dreistelligen Umsatz hatte: 103 €, wenn es jemand genau wissen will. Dennoch habe ich mich abermals gedanklich in mein fleischiges Hinterteil gebissen, als am Bahnhof reihenweise Leute hektisch angerannt kamen. Ich war das siebte Taxi, und die mit Koffern bewaffneten stürmten rund 10 Taxen am Stand nahezu gleichzeitig. Wahrscheinlich Touren zum Flughafen oder zum nächsten großen Bahnhof. Ausgerechnet vor meinem Auto standen plötzlich aus dem Nichts aufgetauchte Mädels, die zum Burger King in der Landsberger wollten…

Manchmal ist das Gewerbe einfach nicht fair.

Positiv anzumerken wäre noch die Frau im Auto neben mir und den Mädels an der Karl-Marx-Allee, die mir einschäfte, dass man das Leben genießen muss. Jaja, bald mal wieder – wenn dieser scheiß Vulkan mal Ruhe gibt!

Aber ein nettes Bild gibt er ab, zweifelsohne.

Author: Sash Categories: Nicht so Schönes, Taxi

Wenn es mal nicht passt…

14. April 2010

Flaute ist ja kein Ausdruck für das, was gerade taximäßig auf Berlins Straßen los ist. Klar, es ist einfach der übliche saisonale Einbruch, aber natürlich ist es im Hinblick auf den eigenen Geldbeutel nicht sonderlich schön, wenn der Umsatz mal eben auf 10 € pro Stunde runterpurzelt.

Am Montag Abend habe ich das Arbeiten ein wenig nach hinten verschoben. Ozie und ich hatten noch einen privaten Besuch zu machen, Familie und so. Völlig blödsinnigerweise haben wir das Auto mitgenommen. An und für sich eine bequeme Sache, aber wenn man nach einer Viertelstunde Verspätung feststellt, dass die persönliche Kilometerstatistik jetzt auch noch von 5 km Parkplatzsuche versaut wird, und man dennoch einen halben davon zu Fuß zurückgelegt hat, dann ist es irgendwie absurd.

Aber soweit waren wir noch gar nicht. An der Storkower Straße angekommen, um das Firmenfahrzeug für zwei Stündchen zu kapern, hat es mich natürlich eiskalt erwischt:

“Herr Taxifahrer?”

Oh, wie ich diese Worte zu schätzen gelernt habe in der letzten Woche, in der ich die Winker an einer Hand fast abzählen kann und der Montag um ein Haar mein bester Tag geworden wäre…

Aber natürlich ist es nur bedingt passend, wenn man das Auto gerade fit macht für eine – wie sich im Nachhinein rausstellen sollte – völlig unrentable Nachtschicht und davor einen eher mittelprächtigen Besuch, die Freundin neben dem Wagen steht und man eigentlich einen Termin einzuhalten gedenkt.

Und so habe ich das auch zu verstehen gegeben. Natürlich weitaus freundlicher und verständnisvoller. Aber wie der Zufall es so wollte, wollte die zur Stimme gehörige Frau nur knapp einen Kilometer um die Ecke, sodass ich ihrer Anfrage dennoch positiv entsprochen habe. Zeitdruck und kurze Strecke hin oder her, so leicht findet man Kunden diese Tage nicht!

Das Ganze wurde dann aber noch kurz chaotisch, weil sie zu Rossmann wollte, ihr Geld bei den Sachen vergessen hatte, die sie uns anvertraut hatte (wow, ganz schön leichtsinnig!) und zudem während all der Zeit ohne Veränderung in der Stimme zwischen uns und ihrem Telefon wechselte.

Im Grunde verlief die Fahrt dann ganz ok, und ich hab gegen einen Euro Trinkgeld auch gerne noch 2 Zigaretten hergegeben und abgesehen von oben genannten Parkplatzproblemen waren wir fast noch sowas ähnliches wie pünktlich.

Wirklich peinliche Anekdote zum Schluss: Als ich auf dem Rückweg Ozie wieder eingesammelt habe, hab ich aus Reflex gleich das Taxameter angeschmissen… selten eine absurdere Fehlfahrt gehabt!

Author: Sash Categories: Taxi

“Wenn möglich, bitte wenden…”

8. April 2010

Es wird offenbar dringend Zeit für brauchbare Fußgänger-Navis.

Ich komme gemütlich die Ebertstr. zum Brandenburger Tor hochgefahren. Rechts neben mir in den Ministergärten stehen die schwarzen Limousinen der Landesvertretungen im frühlingshaften Dunkel der Berliner Nacht, Sekunden später tauchen die Stelen des Holocaust-Denkmals auf. Plötzlich:

Wink! Wink!

Drei junge Mädels halten mich an und krabbeln leicht erschöpft ins Auto.

“Einmal Kurzstrecke zum Zoo bitte. Oder so nahe wie möglich in die Richtung.”

“Ähm, ich kann jetzt schon sagen, dass wir nicht ansatzweise zum Zoo kommen werden mit einer Kurzstrecke…”

Drei völlig bedröppelte Gesichter. Aber ich solle erst einmal losfahren. Sie fragen mich, ob ich nicht ein bisschen weiter als Kurzstrecke fahren könne, wenn es noch so weit sei. Ein bisschen mehr hätten sie ja auch noch, aber eben nicht viel. Ungern. Aber was ist eigentlich passiert?

“Wir haben uns wohl ein bisschen verlaufen.”

“Was heißt ein Bisschen? Wo müsst ihr denn genau hin?”

“Wie heißt das? Augsburger Str.? Nee nee, Nürnberger!”

Immerhin nicht ganz bis zum Zoo…

“Weisst du, wir sind wohl am großen Stern falsch abgebogen…”

Die waren schon am großen Stern? Ja, dann kann man von falsch abbiegen sprechen, wenn man Richtung Zoo will und am Brandenburger Tor landet :D

Ich bin so mit ihnen die Tiergartenstraße entlang gefahren und hab mir gedacht, dass es nun kein Weltuntergang wäre, sie noch bis zur Nürnberger mitzunehmen. Sie waren ziemlich fertig, haben aber auch nicht irgendwie unverhältnismäßige Ansprüche gestellt oder mit billigen Ausreden gebettelt.

Das hab ich erst mal für mich behalten, denn ich mache das nicht mal eben so. Sie hatten jede Menge Zeit, sich dafür noch zu disqualifizieren. Kurz vor der Klingelhöferstr. piepste das Taxameter, ich machte es aus und konnte  mir einen Spruch nicht ganz verkneifen:

“Also, Kurzstrecke wäre hier zu Ende. Wenn ihr jetzt kurz einen Blick nach rechts werfen würdet, um zu sehen wo wir sind…”

3 Köpfe drehten sich und mit offenem Mund starrten sie auf die Siegessäule, die mehr oder minder der Ausgangspunkt ihrer Reise war. Ein bisschen Schadenfreude muss schon sein, wenn man ihnen einen Gefallen tut ;)

Ich hab sie dann den knappen verbliebenen Kilometer bis zur Nürnberger Ecke Augsburger gefahren und dafür immerhin noch 6 € und eine Menge Lob und Dank erhalten. Hab ihnen de facto rund 2 € erspart, bzw. sie 700 Meter länger mitgenommen als erlaubt.

Keine Regel ohne Ausnahme. Das ändert aber nichts daran, dass man das nicht immer und für jeden machen kann!

Author: Sash Categories: Taxi

Crazy Mittwoch…

25. März 2010

Ich muss mein langes Wochenende aus finanziellen Gründen wieder reinholen, also hab ich gestern Abend gearbeitet. Wie sich gezeigt hat, war es eine gute Idee. Liebe Kollegen, die ihr gestern eine beschissene Schicht hattet: Bitte hier stoppen zu lesen! Allen anderen Interessierten schildere ich nun mal kurz, wie das Ende einer optimalen Schicht verlaufen könnte, wenn Kunden und Fahrer mal jeweils zur rechten Zeit am rechten Ort sind.

0.35 Uhr:
Ich fahre ans Matrix ran. Drei schwer betrunkene Iren steigen umgehend in mein Auto und lassen sich zum Hackeschen Markt bringen. 10,20 €

0:50 Uhr:
Mein Lieblingsweg über die Ecke Schönhauser/Danziger bringt mir Winker. In die Zillertaler. 7,80 €

1:10 Uhr:
Wieder auf dem Rückweg passiere ich erneut die Ecke Schönhauser/Danziger. Kurzstrecke bis zur Thulestr. 4,00 €

1:20 Uhr:
Wieder auf dem Rückweg (siehe oben). Kurzstrecke in die Marienburger. 4,00 €

1:30 Uhr:
Ich bin wieder zur Danziger hoch und folge ihr Richtung Warschauer. Am Bersarinplatz Winker. Kurzstrecke zum Watergate. 4,00 €

1:37 Uhr:
Noch vor dem Schlesischen Tor (also 50 Meter weiter) Winker. Zum Rosenthaler Platz. 11,20 €

1:50 Uhr:
Als ich mir die Daten zur Tour notiere steigt einer ein. Kaiserin-Augusta-Allee. 14,00 €

In der Kaiserin-Augusta-Allee vertrete ich mir die Füße, rufe kurz Ozie an. Sage, alles ist super und ich musste mal eben Pause machen, bevor der nächste einsteigt. Beschließe zur Tanke (Holzmarktstraße) zu fahren und an Feierabend zu denken. Eine Zigarette, dann geht es weiter…

2:10 Uhr:
Winker noch immer in der Kaiserin-Augusta-Allee. Kurzstrecke zur Turm/Emdener. 4,00 €

2:15 Uhr:
Winker im 9er-Pack an der Tusneldaallee. Zielpunkt Tresor. Fahrt mit 5 Leuten und Stopp an einer Bank. 16,70 €

Haben die irgendwie das Wochenende (womöglich mir zu Ehren?) auf Mittwoch verlegt? Oder hab ich einen Jahreswechsel, eine große Messe oder etwas in der Art verpasst?

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi