Chillen in anderen Welten

Ein Bruder im Geiste! Zumindest ein Bisschen.

Ich hab mit Freuden den Artikel „Ich will doch nur chillen!“ von Markus Böhm bei spiegel.de gelesen. Er schildert darin, wie er gerne die Spielwelt aktueller Games erkundet und das eigentlich mehr mag, als immer sofort alle Missionen zu absolvieren und ein Computerspiel schnell zu Ende zu zocken.

Ich bin da nicht ganz auf seinem Level, aber ich verstehe den Ansatz total. Ich hab gerade binnen zweier Monate GTA V zweimal „komplett“ (also im Sinne von „alle Missionen erledigt“) durchgespielt, aber eigentlich ging es mir dabei nur teilweise um die Story. Ich mag diese andere Welt einfach, ich sehe mich dort ebenso wie in der Wirklichkeit gerne um.

Dabei geht es mir nicht unbedingt wie Böhm um gemütliches Chillen in Los Santos, aber ich habe dabei auch festgestellt, wie sehr ich mich von der Mehrheit der Gamer unterscheide. Natürlich möchte ich das Spiel durchspielen und ich finde auch die Story gut aufgemacht und so weiter. Für mich wesentlich faszinierender ist aber, sich die Welt anzuschauen. Und GTA ist da ein gutes Beispiel. Denn abgesehen von der großen Spielwelt ist GTA selbst in der fünften Auflage nur ein eher mittelmäßiger Shooter mit vergleichsweise durchschnittlicher Grafik. Wenn es nur um gutes Gameplay und Grafik ginge, würde ich schon FarCry 3 höher bewerten – und das ist nur der drittaktuellste Titel der Serie.

Ich merke schon bei einer kurzen Google-Recherche, dass ich nicht der typische Gamer bin. Wenn man versucht, tiefer in GTA V einzusteigen, muss man sich auf der Suche nach interessanten Details durch Massen von Anleitungen und YouTube-Videos durchklicken, die Cheats erläutern, massenhaft InGame-Money versprechen oder die lustigsten Kills abfeiern. Dass das GTA-Universum eine unglaublich große Welt anbietet, die auf so vielen Ebenen eine nahezu allumfassende Gesellschaftskritik in Form von Satire mit unendlich vielen Anspielungen auf die Popkultur anbietet, ist leider leider eine Randnotiz unter vielen geworden. Und ja, daran sind nicht nur die bösen Medien, sondern vielfach auch die Spieler selbst schuld.

GTA Online ist der perfekte Beweis dafür. Obwohl es im selben Universum wie das Singleplayer-Spiel angesiedelt ist, dominiert hier das Mit- und Gegeneinander der Player. Und obwohl das natürlich selbstverständlich ein Multiplyer-Game ausmacht und in vielen Genres das Erlebnis zweifelsohne bereichert, ist es für mich persönlich in diesem Fall vergleichsweise langweilig.

Ich fand die KI bei GTA IV und GTA V auch nur so mittel, bin also eigentlich nicht die schlechteste Zielgruppe für Multiplayer-Modes, aber andererseits merke ich eben auch, wie sehr die Storyschreiber Einfluss aufs Spielerlebnis genommen haben und wie viel es ausmacht, die beabsichtigte Satire in Szene zu setzen, damit sie nicht übersehen wird von all denen, die eigentlich nur auf Explosionen, Headshots und Profilierung aus sind.

Ich will das nicht verdammen, ich hatte auch schon viel Spaß bei UT und TO (Tactical Ops, sowas wie Counter Strike). Aber das ist halt eher was technisches, strategisches. Bei Spielen wie GTA kommt bei mir noch sowas wie Entdeckergeist dazu.

Ja, man kann das Spiel deswegen trotzdem nicht unpassend unter „Männerkitsch“ einsortieren, das unterschreibe ich gern. Es ist eine lustige Alternativwelt, das ist wahr. Ja, Waffen und schnelle Autos sind ein wichtiger Bestandteil davon. Und das wiederum befriedigt zweifelsohne mehr als nur ein paar schlichte Gemüter mehr als die unfassbar großartige Spielwelt. Das kann ich nicht verleugnen und ich finde das persönlich auch schade.

Aber mal ganz für mich alleine gesprochen möchte ich festhalten, dass ich nach Abschluss aller Missionen bei GTA IV und V beim Abspann traurig war, weil mir klar war, dass ich mir niemals die Namen merken können würde, die das Design zu verantworten haben. Obwohl das Leute sind, die mir mehr fröhliche, interessante und nachdenkliche Stunden beschert haben, als es jeder Spielfilmregisseur bisher geschafft hat. Was kein Wunder ist, hab ich mich in ihrer Welt doch eher 50, 100 oder 200 Stunden rumgetrieben.

Und das am Ende eben auch oft wie Markus Böhm, einfach chillend und genießend.

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Eine Art Rekordlauf

Es gibt so Tage, da klappt einfach gar nix. Der gestrige war so einer. Dabei ging es eigentlich nur um zwei kurze Arztbesuche. Und in einer Nebenrolle um den Fettfilterman. Aber das erkläre ich ja alles gleich.

Zunächst einmal sorry fürs lange Nichtschreiben, und dieses Mal bin ich mit (Stand heute) 164 Stunden GTA V im Laufe der letzten Wochen vielleicht ein wenig selbst schuld. Aber es ist auch nicht viel passiert. Bis gestern.

Dass der Tag so eine typische Nachtschicht-Herausforderung werden würde, war schnell klar: Morgens zwischen 7:30 Uhr und 9:00 Uhr war der wie immer sehr sinnvolle Besuch des Fettfiltermans angesetzt, um 15 Uhr hatte ich einen Termin für die ärztlichen Untersuchungen zur P-Schein-Verlängerung und ab 19 Uhr oder so war erst einmal normale Arbeit angesetzt. Und dann habe ich mit erstaunlicher Präzison meine beiden aktuellen Asthma-Sprays am Tag vorher leergekriegt.

Das ist erst mal kein Drama. Ja, Asthma ist eine  doofe Krankheit und sie geht auch nicht weg, aber seit ich diese blöde Lungenentzündungsgeschichte hinter mir habe, ging’s mir damit besser als all die Jahre zuvor, ich hab die Medis viel weniger eingesetzt und auch deswegen etwas beim Nachschub geschlampt. Aber meine Lungenärztin ist 50 Meter Fußweg entfernt und einen Tag ohne Spray ist derzeit eigentlich kein Problem. Dennoch hatte ich vor, gleich gestern Vormittag um 10 Uhr dort anzutanzen, zwischen den Ereignissen je 1 bis 2 Stunden Schlaf oder dösen, alles irgendwie machbar, trotz drei Terminen noch vor der Arbeit.

Normalerweise gehe ich gegen 7 Uhr morgens schlafen und das hätte sich auch nur unwesentlich verzögert, wäre Fettfilterman wie immer früh gekommen. Stattdessen wartete ich bis 8.30 Uhr auf ihn. Um 9 Uhr hätte ich mich hinlegen können, aber für die eine Stunde? Also bin ich um 10 Uhr zu meiner Lungenärztin gelaufen und fand einen Zettel vor, dass sie diese Woche noch im Urlaub sei. Ist nicht so, dass ich nicht vorher online geschaut hätte, ob offen wäre …

Aber ich war schon draußen, da bin ich dann eben schnell rüber zu meinem eigentlichen Hausarzt. Der weiß auch von meinem Asthma, da kriege ich mein Rezept auch ohne Voruntersuchung schnell über’n Tresen gereicht. Also vorausgesetzt, er wäre nicht auch im Urlaub gewesen. Aber hey, im Gegensatz zu seiner Kollegin hatte er Vertretungen angegeben:

1 – 9. August Ärztin A
10. August Arzt B
15. – 31. August  Ärztin C
Für Notfälle zwischen dem 11. und 14. bitte ärztlicher Bereitschaftsdienst

Super! Also für mich, am 11. August. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist eine tolle Sache, aber erstens kann der durchaus mal mehr als drei Stunden brauchen, zweitens war ich alles andere als ein Notfall in dem Moment (ich wollte nur ein ganzes Wochenende ohne Notfallmedis vermeiden) und wenn man dann besonderes Pech hat und an einen Gynäkologen gerät, der außerhalb seines Fachbereiches nur ungern Rezepte ausstellt … mir schien das gleichermaßen zu unsicher und zu übertrieben.

Wieder zu Hause haben Ozie und ich einfach mal die Allgemeinmediziner in der Nähe gegoogelt. Die nehmen zwar alle keine neuen Patienten an, aber für ein kleines Rezept für ein quasi nicht missbrauchbares Medikament gegen eine chronische Krankheit … das wird ja wohl hier und da mal einer machen.

11 Uhr war schon durch, es hätte alles noch für etwas Schlaf gereicht, aber was dann passierte, hat uns völlig verstört. Ich rief die nächstbeste Ärztin an und auf dem AB quatschte eine sichtlich erregte Stimme die „lieben Patienten“ an, dass die Praxis leider schon wieder geschlossen wurde, obwohl das gar nicht in den Aufgabenbereich des Gesundheitsamtes fallen würde, schon Strafanzeige gegen Frau XY (Stimme im Hintergrund: „Keine Namen verwenden!“) gestellt wurde und auf das Tätigwerden der Staatsanwaltschaft gewartet würde.

WTF did I just hear?

Hatte ich zuvor noch Monty Phyton im Verdacht, das Drehbuch für diesen Tag geschrieben zu haben, geriet so langsam doch eher Franz Kafka ins Visier.

Als kleine Nerds mussten wir natürlich ein bisschen rumgoogeln, ob wir zu der Sache was finden, was aber leider weitgehend ergebnislos blieb. Die nächsten Praxen auf der Liste machten um 13 Uhr auf. Naja, würde vielleicht noch vor dem Termin zur Untersuchung reichen. Bei der ersten ging das schon mal nicht:

„Die Allgemeinmedizinerin hat noch bis 15 Uhr Pause.“

So langsam glaubte selbst ich an eine Verschwörung. Aber gut. Die nächste Praxis war von vornherein eher der letzte Grashalm, ein paar Kardiologen, die leider nix ohne Termin machten. Erst die insgesamt sechste kontaktierte Praxis hat mir relativ schnell und sogar mit liebenswerter  Vorzugsbehandlung nach meiner Geschichte das Rezept ausgestellt, der Arzt  hat nur bemängelt, er wäre lieber der dritte auf der Liste gewesen.

Kommen wir nun zu dem Punkt, den die Kardiologen eingeworfen haben und an den sicher einige Leser jetzt auch denken: Ich hab in der Apotheke, in der ich meistens die Rezepte einlöse nachgefragt: Nein, eigentlich machen sie Vorschussabgaben ohne Rezept heutzutage nicht mehr. (Was ich vielleicht mittels einer Kundenkarte in Zukunft aber umgehen könnte).

Nun blieben mir noch 20 Minuten Pause bis zum Aufbruch zur Arbeitsmedizinerin. Als ich dort ankam, war ich abgesehen von einer Stunde Dösen noch in den frühesten Morgenstunden knapp 25 Stunden wach. Und ja, dreimal düft Ihr raten!

Nein, das allgemeinmedizinische Gutachten bescheinigt mir absolute Tauglichkeit, obwohl ich entsetzlich ehrlich auf dem Fragebogen war! Was ich einfach nicht mehr hinbekommen hab, war halbwegs scharf zu sehen. Vom gelegentlichen Zufallen abgesehen waren meine Augen einfach überanstrengt. Farb- und Stereosehen ging, Sichtfeld prima. Nur eine dazu passende plausible Sehschärfe ließ sich nicht ermitteln. Was die Ärztin in Anbetracht der Umstände verstanden hat, mich aber natürlich (zu Recht) nicht davor bewahrt, den Sehtest demnächst nochmal zu wiederholen, bevor ich das Go kriege.

Und auch wenn ich davor keine Angst hab (hätte ich abgesehen davon auch nicht vor der Brillenpflicht im Taxi!), es kostet ja alles wieder Zeit und natürlich auch Geld. Hätte einfach nicht sein müssen, also der Tag so als Ganzes.

Dass ich danach auch nicht mehr (ernsthaft) arbeiten war, trotz noch zwei Stunden Schlaf, erklärt sich wohl auch von selbst.

Der diesjährige elfte August ließe sich meinetwegen gerne rückstandslos aus meinem Erfahrungsschatz streichen. Werde dann jetzt aus völlig sinnvollen therapeutischen Gründen – wach bleiben, um wieder in den Rhythmus zu kommen – eine Runde GTA zocken. Soll überdies hinaus ja auch ein wenig stresslindernd sein. 😉

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Neuer Lattenrost (und ähnliches)

Nach einiger eigentlich guter Zeit auf einem improvisierten Billig-Lattenrost von Ikea (im Wesentlichen zwei billige Lattensammlungen, die wir freihand kombiniert haben) ist nach unschönem ständigen Rausrutschen der Bretter  nun der Entschluss  gefallen, mal eine ordentliche Unterlage für mich zu besorgen. Und vorerst fühlt es sich gut an. Langzeittests kann ich natürlich noch nicht bieten, aber falls es hier Mitleser in meiner Gewichtsklasse gibt: Dieser ist es jetzt.

Wenn ich mich in den nächsten Tagen daran gewöhne, unter der Matratze mal nicht mehr nur harte Bretter oder gar wie viele Jahre lang den Boden zu haben, dann ist das prima, alles bestens.

Allerdings sind das auch mal eben zwar moderate, aber nicht für jeden bezahlbare hundert Euro gewesen.

Und deswegen das „und ähnliches“ in der Überschrift.

Viele wundern sich, wieso ich z.B. Amazon-Links setze und nicht den Internethandel verfluche, wo der doch so viele Arbeitsplätze kostet etc. pp. Nun muss ich ehrlich gestehen, dass ich für die Arbeitsbedingungen bei Amazon kein großes Verständnis habe und gerne mal einen Laden um die Ecke empfehle, ich aber leider nicht umhinkomme, Online-Handel quasi als die Erlösung schlechthin zu sehen.

Ich bin überdurchschnittlich groß und überdurchschnittlich schwer. Das ist für sich gesehen keine Statusmeldung wert, aber ich  bin damit aufgewachsen, dass das eine fucking Beeinträchtung ist. Ich hab als 16-Jähriger einfach nur Sneakers tragen wollen wie all meine Freunde. Die (von bestimmten Marken und Modellen wollen wir gar  nicht erst reden!) gab’s leider nur bis Größe 47. Und ich hatte halt eher 48. Sicher, das hat keine Sau außer mir interessiert, aber da für mich handgefertigte Lederschuhe echt ein unbezahlbares No-go waren, hab ich halt zwei Wochen Schmerzen ertragen, bis die Treter endlich ausgelatscht genug waren.

Und wo andere bei Kik Shirts für 2,99 € kaufen, greife ich auch mal auf Hemden zurück, die 60 € das Stück kosten. Wobei ich gar nix gegen T-Shirts hätte, aber find die mal in 2XLT!

Und jetzt hab ich einen neuen Lattenrost. Der erste wirkliche seit ich 16 bin. Und er hat 100 € gekostet, nicht 300, 400 oder 600, was man überraschend bequem ausgeben könnte für „Special-Interest“- Zubehör. Das  Dumme ist halt: Nur weil man groß und schwer ist, ist man nicht zwingend reich. Und da kommt das Ganze zurück zum Online-Handel: Mir ist schon klar, dass die Schuhfabrikanten während meiner Kindheit kaum kostendeckend meine Größe zum gleichen Preis verticken konnten. Ich zahle heute (Schuhgröße 50) oft noch 10 bis 30 € mehr als Leute mit Durchschnittsfüßen. Aber inzwischen können die Hersteller und Händler auch überregional Kundschaft finden, es lohnt sich also mehr für sie  – und das macht mir persönlich das Leben sehr viel leichter. Das sind dann eben die Lichtseiten der Schattenseiten der ganzen Chose.

Und das wirklich Wichtige ist ja: Ich bin damit keineswegs alleine!

Leute sind größer und kleiner, leichter und schwerer, dünner oder dicker, dunkler oder heller als der Durchschnitt. Viele auch krummer oder gerader, mobiler oder eingeschränkter, cleverer oder gutgläubiger, was weiß ich!

Ich bin kein Terrorist und kann in einem 5er-BMW nicht einmal auf dem Beifahrersitz sitzen, ich bin kein Millionär und muss mir dennoch meine Klamotten maßanfertigen lassen – aber ich habe inzwischen wohl einen passenden Lattenrost, trotz grob 150 kg Lebendgewicht inklusive Knochen. Immerhin etwas!

Und jeder, der jetzt denkt „Hmm, stimmt. Interessant!“, darf sich gerne nochmal die Themengebiete Rassismus, Sexismus, Misogynie etc. vornehmen.

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#OperationFlurfunk im Ernst-Modus

Ich denke, dass KabelDeutschland gestern eine gigantische Großstörung mit bald zwei Millionen Menschen ohne Internet hatte, haben alle mitgekriegt. Und viele Kunden werden sich geärgert haben. Deswegen denke ich, ich sollte mich entschuldigen.

Also nicht, dass ich irgendwas verbrochen hätte, was die Störung verursacht hätte, aber bei einer stundenlangen veritablen Großstörung nur drei Tage nach unserem Wechsel auf Kabel-Internet können selbst wir zwei Atheisten hier nicht mehr vor der Tatsache weglaufen, dass irgendein fürs Internet zuständiger Gott uns das schnelle Netz missgönnt und sich inzwischen nur noch so helfen kann. 😉

Nun möchte ich aber mal selbst als Blogger, der Vodafone in der Feinde-Kategorie eingeordnet hat, etwas deeskalieren. Großstörungen werden wenigstens zeitnah behoben, auch wenn zwei Stunden heftig sein können. Schlimm wird’s doch eigentlich erst dann, wenn man ein „privates“ Problem hat. Wir saßen hier schon tagelang ohne Netz, ich freue mich über Großstörungen, da weiß ich, dass was gemacht wird.

Aber gut, natürlich war das ein Dämpfer: Endlich schnelles Netz, und dann fällt es nach so kurzer Zeit bereits das erste Mal aus!

Man sollte dazu wissen, dass wir vor Jahren das Netz via Kabel schon mal abgelehnt haben, weil insbesondere Ozie aus den Frühzeiten des Kabel-Internets nur so mittel gute Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit gemacht hatte.

Das gestrige Timing aber war eigentlich vor allem eines für uns: Geil! Besser hätte es einfach nicht kommen können, denn trotz unseres Wechsels ist hier ja nicht nur die Telefonanlage noch nicht komplett aufgebaut, nein, auch der alte Vertrag läuft noch die nächsten paar Wochen. Somit haben wir nur zwei Stecker umgestöpselt und hatten immerhin unsere alte DSL-Geschwindigkeit. Problemlos. Und lustigerweise ja auch übers gleiche Unternehmen. Eigentlich sollte man sowas ja immer haben; ist halt leider nicht so ganz billig auf Dauer.

Aber hey, dass man mal ernsthaft über eine Störung lachen kann, einfach weil das Timing passt, das passiert auch nicht oft. Also wegen des Timings, ist klar.

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#OperationFlurfunk (7)

Ich. Bin. Geschockt.

Ich sitze hier gerade an meinem Rechnerlein und bin mit 100 Mbit/s online. Einfach so.

Also, naja, einfach …

Der Techniker kam wie verabredet. Was gewissermaßen schon erstaunlich war. Denn obwohl ich sowohl unseren Hausmeister telefonisch gebeten hatte, einen Auftrag zu erteilen und nur proaktiv danach die Degewo angerufen hatte und einen Termin vereinbart, „für den Fall, dass der Auftrag bis dahin eingeht“, stand nun heute morgen pünktlich der junge Mann von neulich in der Wohnung und erklärte mir, dass er das jetzt einfach mache: Dose verlegen, Modem anschließen, alles halt. Und ja, der Auftrag wäre bisher nicht angekommen, aber sie ziehen das jetzt durch.

WTF?

Aber er hat den Worten Taten folgen lassen und genau das gemacht. Wir haben plötzlich flottes Internet und W-LAN und all das war eigentlich gar kein Problem mehr. Ich hab zwar hier und da mal freiwillig ein Kabel gehalten, aber abgesehen davon ist der nette Kerl einfach gekommen und alles tut. Er hat die Kabeldose sogar verschraubt anstatt aufgeklebt, so ein Bullshit-Extra-Aufwand wäre uns ja nicht im Traum eingefallen!

Ich hab das auch erst einmal für einen Hoax gehalten, aber seit ich gestern Abend in anderthalb Stunden die 64 GB Download von GTA V absolviert habe, muss ich wohl daran glauben, dass das mit dem schlechten Netz hier Vergangenheit ist. 0.o

Ich habe nie einen Zehner Trinkgeld gelassener liegenlassen als heute.

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#OperationFlurfunk (6)

Wie zu erwarten war, geht es weiter. 🙁

Eben war der Techniker der Degewo da, hat sich die Situation angeschaut und gesagt:

„Nee, das geht so nicht. Das kann ich so jetzt nicht machen.“

Weil – Überraschung! – das mit dem Verlegen der Kabeldose so nicht im Auftrag steht. Und so viel Kabel hätte er jetzt gar nicht da, und das Modem, haben Sie das Modem schon?

Äh, nein.

Nun ist die Sache die: Ich wundere mich kein Bisschen drüber, dass die Leute von KabelDeutschland die Techniker der Degewo nur unzureichend informieren. Und dass unser Wunsch, eine Anschlussdose zu verlegen, für die Leute, die ihr Geld damit verdienen, Dosen zu verlegen, offenbar nur einmal in einer Million Jahre vorkommt und sie total überfordert, das hab ich ja auch schon gelernt.

Was mich an der Sache wirklich maßlos ärgert, ist diese vollkommene Vorhersehbarkeit. Ich weiß als Kunde einfach von vornherein, dass offenbar jeder einzelne Beteiligte an dem ganzen Prozess ganz gezielt immer mindestens eine Information zu wenig erhält, um einfach seine Arbeit zu machen.

Die bei KabelDeutschland haben alles wie vereinbart zu Papier gebracht, inklusive aller Vergünstigungen, die mir am Telefon versprochen wurden. Nur hat man dem Techniker halt nicht gesagt, was er tun muss. Der – im übrigen ein netter und engagierter junger Mann – konnte wirklich nix tun. Außer jetzt vielleicht provisorisch an der alten Dose …

Nun ist das auf Abhängigkeiten basierende System aber leider so ausgeklügelt, dass ich ihn nicht einfach bitten kann, morgen doch mit einer Rolle Kabel wiederzukommen und das für Betrag XY einfach zu machen.

(Im Übrigen hab ich so langsam wirklich keinen Bock mehr, dafür was zu zahlen.)

Nein, der kann leider nur auf Auftrag von der Degewo-Mutterfirma tätig  werden und für die Verlegung der Dose läge sowas halt nicht vor. Und der Auftrag für die Installation des Modems (von dem er wie gesagt auch dachte, ich hätte es bereits), läuft zudem auch übermorgen ab.

Jetzt musste ich also den Hausmeister anrufen, um eine Verlegung der Dose zu beantragen, damit der den Auftrag an den bis eben noch in meiner Wohnung stehenden Techniker weiterzugeben. Was er allerdings auch nicht kann, ohne nicht vorher im Mutterschiff anzufragen, ob das machbar ist. Wobei machbar auch hier „umsonst“ bedeutet, denn der ganze ausgeklügelte Apparat ist so sehr auf Kostenminimierung getrimmt, die machen lieber gar nix als es mich bezahlen zu lassen, selbst wenn ich irgendwann nur noch meine Ruhe will und bereit bin, mir die zu erkaufen.

Also: Morgen nochmal den Hausmeister anrufen, dann einen neuen Termin mit dem Techniker machen und dann, wenn wir noch einen Termin zustande kriegen, irgendwann die Installation.

Und was dabei dann alles schiefgeht, sehen wir ja dann.

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#OperationFlurfunk (5)

Es ist vollbracht!

Obwohl, nee, irgendwie dann doch nicht.

Mich haben ja letzte Woche schon Kollegen am Stand schief angeschaut, als ich gesagt hab, dass wir hier immer nur den Flur renovieren.

„Was habt Ihr denn bitte für einen Flur?“,

wurde ich dann gefragt. Ja, verdammte Scheiße, ich weiß es doch auch nicht! Einen aus der Hölle vielleicht!

Natürlich hat die Arbeitsleistung von Ozie und mir in den letzten drei Wochen nachgelassen. Wir sind nicht hauptberuflich Renovierer, wir haben an manchen Tagen auch mal nur ein paar Stunden gearbeitet oder sogar einfach mal freigemacht, weil es sein musste. Trotzdem: Obwohl wir im wesentlichen nur neue Tapeten wollten und die Fußleisten ausbessern, haben wir bis gestern vor dem Streichen runde 250 Arbeitsstunden in dieses kleine Projekt stecken müssen. Und da sind die äußerst maßvoll genommenen Kippenpausen schon rausgerechnet.

Aber nun, gestern Nachmittag, war es soweit: Nochmal eben die Leisten und Türrahmen abkleben, dann die Wände streichen und fertig!

So war der Plan. War.

Da das Abkleben nur mit zusätzlichem Einsatz von Maleracryl zu verwirklichen war, hat der Spaß gute drei Stunden gedauert. Und so absurd das klingt: Ich wette, keiner von Euch hätte das schneller hingekriegt. Das Streichen hat dann noch einmal die selbe Zeit in Anspruch genommen und das war auch so ungefähr planmäßig. Dass dann aber beim Abziehen des Klebebands (Kreppband, drei Stunden drauf, mehr nicht!) unseren seit Tagen durchgetrockneten Lack sowohl an den Fußleisten, wie auch an den Türrahmen, teilweise wieder abgezogen hat: Wer rechnet denn mit so einem Scheiß?

Und wir sind ja nicht bescheuert. Wir haben den Untergrund zigfach vorbehandelt und die ganze Scheiße zweimal lackiert – und das blättert trotzdem ab? So langsam glaube ich an eine Verschwörung bei der Sache.

Nun war das Streichen (das übrigens sehr erfolgreich war) also doch nicht der letzte Arbeitsschritt, nun müssen wir nochmal die Fußleisten ausbessern. So langsam sind wir die Sache leid.

Aber gut, passend dazu haben wir auch die Techniker wegen des schnelleren Internets noch nicht erreicht, bzw. sie haben immer nur angerufen, wenn ich geschlafen hab und haben sich anschließend aufgelöst. Ich hab so langsam keine Ahnung mehr, wann ich hier Vollzug melden kann. Aber das haben wir inzwischen verinnerlicht: Es dauert halt so lange es dauert. -.-

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