Einsamkeit
Einsamkeit kann ziemlich flashen.
Vor allem, wenn man sie nicht mehr gewöhnt ist. Ich bin – das sollten meine Internetaktivitäten belegent . durchaus ein Mensch, der es gewohnt ist, vor dem Rechner zu sitzen. Wie die Generation derer, die sich aufgrund Unkenntnis über selbiges Gerät immer einen Nebensitzer wünschen, uns immer weisgemacht hat, tue ich das oft alleine.
Bei weitem nicht immer. Die Rechner von Ozie und mir teilen sich seit geraumer Zeit ein Zimmer, was bedeutet, dass “am PC sitzen” mitnichten bedeutet, ich hätte keine Gesellschaft. Aber gerade Blogeinträge verfasse ich gerne, wenn ich meine Ruhe habe. Dann bin ich in Gedanken, lasse mich nicht durch Geräusche ablenken, deren Ursprung ich nicht kenne und kann mich schlichtweg besser konzentrieren.
D.h. ich schreibe bevorzugt wenn Ozie schon oder noch im Bett ist. Das sind meist ein bis drei Stündchen täglich, die ich so ganz für mich habe, es variiert mit Ozies Schlafrhytmus, aber daran habe ich mich gewöhnt. Es gibt zwar die Momente, wo ich unbedingt mal meine Ruhe brauche, aber dafür, dass ich es vor ein paar Jahren nur schwer ausgehalten habe, mal mehr als einen Tag durchgängige Gesellschaft am Stück zu haben, glaube ich, mich gebessert zu haben.
Nun ist Ozie ein paar ganze Tage weg gewesen, Familienurlaub sozusagen, allerkleinster Kreis, und dank des Auszugs von Nico hab ich tatsächlich die Bude ein paar Tage für mich gehabt. Wow!
Inzwischen kann ich mir sogar vorstellen, wie es ist, wenn einen das nervt. So ziemlich jeder dürfte die Erfahrung schon mal gemacht haben, für mich ist es unbegreiflich, da ich eigentlich der festen Überzeugung bin, dass ich mit Schreibutensilien (gut, inzwischen meine ich damit das Internet
) locker ein Jahr ohne Menschenkontakt in der Prärie verbringen könnte. Vermutet man als Leser zwar nicht unbedingt, aber so sehr ich die Arbeit mit Menschen genieße, so gut könnte ich auch darauf verzichten.
Manchmal erwischt man mich dabei, stundenlang billige Flashgames zu zocken und mir die Ergebnisse zu notieren. Für wen oder was, weiss kein Mensch – aber im Zweifelsfall würde ich die auch noch verbloggen
Aber heute Nacht habe ich tatsächlich festgestellt, dass ein bisschen Kommunikation doch ganz gut ist. Etwas schade nur, dass meine aktiven Wachzeiten mit beispielsweise nicht mit den Zeiten der meisten Blogbesucher korrespondieren. Aber irgendwann hab ich schon mal geschrieben: Irgendeinen Nachteil muss die Nachtschicht ja haben!
Früher habe ich diese Zeiten dann genutzt, um in angetrunkenem Zustand fragwürdige Gedichte zu verfassen. Hab heute Nacht tatsächlich drüber nachgedacht, diese alte Tradition mal wieder aufzugreifen. Aber zum einen sollte ich mich nicht betrinken, da ich im Laufe des Abends arbeiten werde, und zum anderen:
Gedichte sind auch eher eine Lösung, wenn man unglücklich verliebt ist oder so. Und mir geht es eigentlich blendend – wobei ich betonen möchte, dass ich die Zeiten erfolglosen Eiferns gar nicht als unglücklich in Erinnerung habe.
Lange Rede, kurzer Sinn: Alleine sein ist schön, aber selbst für mich nur noch, wenn die Dauer begrenzt ist. Desweiteren:
Ich freu mich, dass mein Ozie wiederkommt!
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