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Archiv für die Kategorie ‘Meine WG’


Erwachsen?

23. August 2010

Der heutige Tag fühlt sich ein bisschen an nach “Jugend vorbei”. Es ist nicht so, dass ich mich heute besonders reif fühle, oder andersrum bisher jeden Tag noch auf total debile, hormongesteuerte Weise in volljugendlicher Verantwortungslosigkeit beging. Nein, auf mein Handeln möchte ich heute gar nicht hinaus.

Heute ist unser Mitbewohner ausgezogen, und vorerst ist kein Ersatz geplant. Die WG ist seit heute Morgen kurz nach halb zehn Uhr mehr oder minder offiziell nur noch Pärchenwohnung. In gewisser Weise ist es nach wie vor eine Art Wohngemeinschaft, auch haben Ozie und ich getrennte Zimmer. De facto ist eine WG mit zwei liierten Personen aber nicht mehr wirklich das, was man eigentlich darunter versteht. Und auch nicht das, was wir gerade in unserer Bude sehen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass irgendwann doch mal wieder längerfristig jemand einzieht, aber es könnte ebensogut sein, dass das WG-Leben als Kapitel mit dem heutigen Tag für mich komplett der Vergangenheit angehört. Und das ist hart.

Im Grunde ist eine WG ja sehr bequem. In aller Regel gibt es immer nochmal jemanden, der noch weniger putzt, noch weniger zahlt, noch mehr Strom verbraucht… Man kann die eigene Unzulänglichkeit prima hinter den anderen verstecken, und im Ernstfall ist immer noch einer aufzutreiben, der den dringend benötigten Fuffi vielleicht doch gerade zur Hand hat. Die Verantwortung verteilt sich auf viele Personen, und selbst wenn dadurch mal was völlig in Vergessenheit gerät, wird doch jeder Ärger als Gemeinschaft wesentlich leichter wieder aufgefangen.

Zusätzlich zum immer präsenten sozialen Umfeld ist eine WG zugleich auch – zumindest war das bei uns früher so – eine Art soziales Netz. Bei uns ist nie jemand rausgeflogen, weil er dank Hartz 4 zu wenig Kohle hatte.

Aber Ozie und mir ist vorerst nach was anderem. Sicher nicht, weil wir nicht auf Gesellschaft stehen. Obwohl wir durchaus beide gut alleine über die Runden kommen. Aber es geht auch ein bisschen ums einfachere Leben. Wir müssen zwar beide ein paar Euro mehr investieren, wenn wir die Bude zu zweit halten wollen – dafür ist es wesentlich einfacher, jetzt zu entscheiden, was wir machen.

Ich erinnere mich zurück an die Diskussionen vor zwei Jahren über das äußerst wichtige Thema, welche Hocker wir nun für die Küche nehmen. Das geht zu zweit schneller. Insbesondere, wenn man sich gut versteht und sowieso jeder ein eigenes Refugium in Wahlausstattung zur Verfügung hat.

Folglich darf man gespannt sein, wie es hier weitergeht. Aber eines ist klar: Hier in der Bude wird einiges passieren! Wir haben Pläne über Pläne, und am Ende könnte es tatsächlich sein, dass wir hier in Marzahn mal keine versiffte Kommunenbude, sondern eine gemütliche Wohnung nach zumindest den Standards des Prekariats haben.

Aber irgendwie behalte ich doch so ein bisschen die Hoffnung, dass das nicht die letzte Änderung hier sein wird. Zum spießig sein fühle ich mich einfach noch zu… ja: jugendlich! :D

Author: Sash Categories: Meine WG

Bäck to Ländle

4. August 2010

“Wir könnten auch mal wieder selber Maultaschen machen…”

Meine Einstellung zu diesem Vorschlag war vor wenigen Stunden sozusagen ambivalent.

1. Maultaschen sind was feines, man kriegt die guten fertigen nicht im Supermarkt um die Ecke, Selbstgemachte sind dreimal leckerer und so ein Abend Kochen mit Ozie kann wahnsinnig spaßig sein.

2. Irgendwo finden sich auch die Guten in Berlin, auf Aufwand hab ich ja mal gar keinen Bock, die Küche wird wie ein Schlachtfeld aussehen, und eine gute Alternative zum Zusammensein in der Küche bietet das Internet sowieso.

Aber wenn man schon mal frei hat…

Um es mal klarzustellen: Maultaschen selbst gemacht hat bisher eigentlich nur Ozie. Einmal. 2006 in Stuttgart. Damals vegane. Unser Informationsstand also war ähnlich düster wie mein jetztiger bezüglich Kernfusionen: Ich weiss theoretisch wie es geht, aber es spricht eine Menge dagegen, es einfach mal kurz auszuprobieren ;)

Ozie hat sich im Internet ein möglichst einfaches Rezept gesucht, und ganz nach den goldenen Regeln der Faulheit haben wir es noch vor dem Einkauf so zusammengestutzt, dass uns daran nichts mehr seltsam erschien. Wer braucht schon einen Teil Brät, wenn der sich auch noch durch Hackfleisch ersetzen lässt? Majoran? Naja, eigentlich stehen wir beide nicht so sonderlich drauf, also kann man es auch weglassen. Eine Zwiebel? Arm. Wir nehmen zwei.

Im besten Wissen, dass das Rezept mengenmäßig an einem Festbankett orientiert war, das der Bewirtung sämtlicher schwäbischer Unternehmerdynastien genügt hätte, haben wir uns einfach mal ans Werk gemacht. Der Rest kommt in die Gefriertruhe. Wir machen uns den Aufwand ja nicht für eine halblebige Mahlzeit.

Eine runde Viertelstunde hat die Entzweiung zweier Küchenschüsseln benötigt, wobei ich mich gezwungen sehe, der Physik etwas Beifall zu klatschen! Nette Idee, dass Hitze Materialen ausdehnt! Ozies Aufmerksamkeit im Unterricht verdanken wir somit auch unser Essen.

Während Ozie eine Packung Mehl mit 8 ungeborenen Küken vermengt hat, habe ich aus einem Schwein, einem halben Rind und der Ernte eines mittleren Gärtnereibetriebes die Füllung erstellt. Kein Fest für Vegetarier und selbst für mich nicht der Ort, wo ich meine Hände ständig haben wollte. Vermittelt aber ganz neuen Respekt vor Chirurgen.

Man sollte es nicht glauben, aber irgendwann sind wir tatsächlich zu dem Punkt gelangt, an dem wir sowas ähnliches wie Essen begannen herzustellen:

Und selbst das hat schon lecker gerochen, Quelle: Sash

Und selbst das hat schon lecker gerochen, Quelle: Sash

Die Profis hätten die Zutaten sicher noch ein wenig kleiner gekriegt, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger fällt mir ein Grund dafür ein.

Was die Größe und die Falttechnik angeht, haben wir hier und da ein wenig experimentiert, sodass wir am Ende in den Besitz äußerst unterschiedlicher “Herrgottsbscheisserle” gelangt sind. Bezüglich der Konsistenz gibt es vielleicht noch ein paar Fortschritte zu machen, aber der Geschmack… wie dahoim!

Fertig sehen sie (zum Teil) übrigens so aus:

Mauldäschle, Quelle: Sash

Mauldäschle, Quelle: Sash

Während wir in einer geradezu irre anmutenden Frequenz Teig kneteten, Taschen formten und die fertigen Exemplare in den Kochtopf schickten, jammerte Ozies Handy auf der Fensterbank nach Nahrung und wir unterhielten uns blendend mit alten Kindheitsgeschichten über die Küche unserer Eltern (wobei bei keinem von uns im Elternhaus selbstgemachte Maultaschen eine Rolle gespielt haben).

Vom Auspacken der Zutaten bis zur letzten fertigen Maultasche hat uns die Aktion rund 3 Stunden Lebenszeit gekostet. Ein vertretbarer Aufwand dafür, dass wir uns nun ziemlich genau eine Woche lang von Maultaschen ernähren könnten. Zu zählen gewagt hat sie keiner von uns, aber runde 50 Stück sind unser Schätzwert…

Ozie träumt inzwischen wahrscheinlich von Teigbergen, die sie umschlingen wollen, während ich wahrscheinlich irgendein Spinat-Trauma davongetragen habe. Egal, Spaß muss bekanntlich sein und morgen ist auch noch ein Tag zum Küche aufräumen :)

Diesen Blogeintrag widme ich Ingmar in Ermangelung eines neuen Mineralwassers ;)

Nachtrag:
Es waren wohl exakt 47 Maultaschen.

Author: Sash Categories: Fotos, Meine WG

Androiden-Schlafsack

2. August 2010

Ich liebe meine Freundin nach 5 Jahren immer noch, und das hat natürlich seine Gründe. Über viele werde ich hier aus guten Gründen kein Wort verlieren, aber ich bin doch sehr geneigt, der Welt zu zeigen, was sie mir nun zusammengeschneidert hat: Einen Androiden-Schlafsack!

Schlafsack für Sashs Handy, Quelle: Sash

Schlafsack für Sashs Handy, Quelle: Sash

Wer den Witz nicht versteht: Mein HTC Magic ist ein Android-Handy, nutzt also das Betriebssystem von Google. Der Android ist quasi das Logo / Maskottchen / Wahrzeichen.

Ach, ich stehe ja auf so kleine Spielereien :)

Nun ist mein Handy für den nächsten harten Winter gerüstet!

PS: Wer hier flattrt, flattrt für Ozies Kreativität! Ich lasse ihr das Geld zukommen, ganz ehrlich!

Author: Sash Categories: Fotos, Meine WG, Vermischtes

Was ist eigentlich los?

26. Juni 2010

Ich mecker in letzter Zeit ziemlich viel, stimmt’s?

Im Grunde geht es mir gut, abgesehen von der Erkältung neulich. Aber dieses Wochenende kann man jetzt schon aus der Liste der positiven Erlebnisse streichen. Da wäre erst einmal die Freitagsschicht. In einer 10,5-Stunden-Wochenendschicht will ich nicht mit 127 € heimfahren. Und wenn es dann auch noch unterdurchschnittlich Trinkgeld gibt…

Naja, die zweischneidigste Geschichte war dann der Besuch heute. Ich hab mich verdammt gefreut, zwei ehemalige Mitbewohner aus Stuttgarter Zeiten wiederzusehen. Der Zeitpunkt weniger als 2 Stunden nach meinem Ins-Bett-Gehen war leider völlig daneben.

Und nun sitze ich hier, todmüde mit einem imaginären Fragezeichen bezüglich der heutigen Nachtschicht auf dem Kopf und werfe meinen geplanten Blick auf die Partie Uruguay – Südkorea. Dass ich das Tor verpasst habe wegen eines Einkaufs… das brauche ich ja kaum noch erwähnen.

Manchmal ist das Leben schon unfair…

Naja, wenigstens scheint Uruguay zu gewinnen ;)

Nehmt es mir bitte trotzdem nicht übel, wenn ich die Kommentare erst später beantworte. Überlesen werde ich sie nicht, keine Sorge!

Author: Sash Categories: Meine WG, Vermischtes

Kleine Unglücke in der Gefriertruhe

25. Juni 2010

Sash, gerade vom Arbeiten wiedergekommen und auf der Suche nach einer kalten Cola:

“Ja, wir ha’m noch Eiswürfel. Und ist auch gar nicht viel Schnittlauch drin!”

Author: Sash Categories: Meine WG, Vermischtes

Aufschlussreiche Dialoge im Fahrstuhl

17. Juni 2010

Sash: “Ich hab als Kind auch mal versucht, das Flaggen-Alphabet auswendig zu lernen.”

Ozie: “Wie weit biste gekommen?”

Sash: “Ich hatte ja nicht mal ‘ne Flagge…”

Author: Sash Categories: Meine WG, Vermischtes

Beziehungen erfordern Kompromisse

30. März 2010

Kleiner Dialog am frühen Morgen.

Ozie: “Du musst mich ins Bett tragen.”

Sash: “Kompromiss: Ich schleif dich…”

So, und ich schleif mich jetzt auch gleich ins Bett ;)

Author: Sash Categories: Meine WG, Vermischtes