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Archiv für die Kategorie ‘Schönes’


Die kotzen zu selten!

21. August 2010

Traumhaft ist es, wenn man die rettende Tour völlig unerwartet in einem Außenbezirk erwischt. Der Kunde pfiff, und ich brauchte eine Weile, um seiner gewahr zu werden. Fern ab der Straße kam er angesprintet und war ebenso erfreut wie ich.

Dass er zudem eine halbe Stadtdurchquerung plante, passte mir natürlich besonders gut. :)

Er war in der Gastronomie tätig und hatte seinen wohlverdienten Feierabend soeben begonnen.

“Stört dich nicht, wenn ich mein Feierabendbier hier…?”

“Nicht im Geringsten. Natürlich unter der Voraussetzung, es bleibt alles sauber hier drin.”

Vielleicht sollte ich bei Getränken etwas konsequenter sein. Aber letztlich kann ich in anderthalb Jahren Nachtschicht im Taxi nur von einem ärgerlichen Zwischenfall berichten, und selbst da ging es nur um etwas Flüssigkeit auf der Gummimatte, die genau deswegen da liegt.

Als Dienstleister mit der selben Zielgruppe sind wir schnell ins Gespräch gekommen, und letztlich haben wir uns die ganze halbe Stunde fast ausschliesslich über Leute unterhalten, die mir ins Taxi oder ihm in die Bar gereihert haben. Mit dem ein oder anderen Seitenschwenk zu anderen Körperflüssigkeiten hat sich da doch ein durchaus nicht uninteressantes Thema ergeben. Und ja, auch wenn es gerade um die negativsten Beispiele der eigenen Kundschaft ging, so kann ich doch sagen, dass ich irgendwie dennoch froh bin, meinen Job zu machen. Ich krieg zwar viele Kunden erst ins Auto, wenn sie ihm schon zu voll sind – dafür erspare ich mir aber auch einige traurige Momente davor…

Und ich hatte definitiv zu wenig zu erzählen :D

Kennt noch jemand da draussen die Momente, wo man sich denkt: Schade, dass jetzt schon Schluss ist mit Arbeit?

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

So kann es auch gehen…

13. August 2010

Ich hab meine Sachen vom Tresen genommen. Den Tankbeleg und die zugehörige Flottenkarte hielt ich in der linken Hand, der Autoschlüssel lag in meiner rechten.

Das Auto war soweit auf Vordermann gebracht und betankt, es fehlten nur noch 4,80 € bis zum obligatorischen Hunni – und mehr hatte ich gar nicht vor. Die Sonne war zwar noch nicht aufgegangen, aber eine eher schlechte Schicht schrie nach Beendigung. Wo kriege ich die 4,80 € jetzt her?

Vielleicht fahre ich ja über die Warschauer nochmal zum Matrix? Aber da stehen mindestens 10 Kollegen. Dauert Minimum eine halbe Stunde, wenn ich keinen Winker mehr abkriege.

Ostbahnhof lohnt um die Zeit gar nicht. Hat das Weekend vielleicht offen? Keine Ahnung, noch nicht dagewesen heute.

Bar 25 direkt gegenüber? Hmm, so 5 bis 6 Kollegen. Wie viele da jetzt wohl rauskommen? Wäre immerhin kein weiter Weg.

Als ich den Knopf der Fernbedienung drückte, um mein Auto zum Öffnen zu bewegen, war ich umringt von 5 jungen Leuten, die zum Alex wollten. Keine Monstertour – aber gute 7 €. Und ein kleines Bisschen was gutes tun konnte ich auch noch: Außer einem Taxifahrer hätte niemand mit deren Angaben das abgestellte Auto gefunden. ;)

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

Billiger geworden?

6. August 2010

Winker sind das Salz in der Suppe. Immer wieder und ganz besonders an schlechten Wochentagen wie Montag.

Ich stand relativ frei von überbordendem Geschäftssinn gelassen an einer Ampel in Prenzl’berg und hab auf Grün gewartet. Plötzlich standen zwei Jungs neben mir, und der eine fragte mich, wie viel es denn etwa kosten würde bis zu den Allianz-Towern.

Ui. Das ist echt eine miese Strecke, die ich mal gar nicht einschätzen kann!

“Ich sag jetzt mal vorsichtshalber 15 €…”

“Also du meinst, mit nem Zwanni sind wir locker dabei?”

“Auf jeden Fall!”

Na dann los! Die beiden haben sich eigentlich nur untereinander unterhalten, und so hab ich immerhin mitbekommen, dass der Fragesteller gar nicht mehr in Berlin wohnt, sondern inzwischen in Übersee. Die Laune war gut, und irgendwann bekam ich dann den etwas seltsamen nun folgenden Satz zu hören:

“Lass dir ruhig Zeit! Wenn es 25 kostet, ist es auch nicht schlimm…”

Wahrscheinlich der alte Irrglaube, dass wir in Berlin mit dem Fahrttempo die Uhr beeinflussen könnten… ist aber nach wie vor nicht möglich. Ohne perverse Ampeln zählt das Taxameter bei uns nach Kilometern. Ausschliesslich! Naja, ich hab aber dieses Mal nicht den Oberlehrer raushängen lassen und bin einfach weitergefahren. Sie zeigten mir dann, wo sie genau aussteigen wollen, und damit war gut.

“Was haste denn dann, Meister?”

“Wir sind bei 13,40 €.”

Insofern habe ich vorher gut geraten, denn es war noch ein Stückchen vor den Towers. Aber egal.

“Wie? Sach mal, ist Taxifahren hier billiger geworden?”

“Nee, wir hatten letztes Jahr sogar eine Tariferhöhung…”

“Na, is ja auch egal. Hier haste 20, der Rest is für dich!”

Mehr als die Hälfte des Trinkgeldes in der Schicht! Danke Jungs!

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

Umsatz-Posing!!!

1. August 2010

Boah ist mir gerade nach Angeben zumute!

Mein Umsatz heute war kein freuenswerter Weltuntergang, aber dank der Kürze der Schicht fantastisch. Bisweilen findet man ja in alten Lexika unter dem Stichwort “lethargisch”  Kinderfotos von mir. Ich hab mich gestern Abend nicht so recht aufraffen wollen, und die etwas ausufernde Erstellung wie der anschließende Verzehr von gefüllten Paprika mit Ozie zusammen (also ich hab sie nicht zusammen verzehrt, nicht falsch verstehen bitte!) hat dann unter vielen anderen Punkten dafür gesorgt, dass ich mich irgendwie schon wohl gefühlt habe dabei, die Schicht heute Nacht in den neuen Monat zu verlegen. Rechnerisch. Gehaltsmäßig.

Also mit anderen Worten: Ich bin erst kurz nach 0 Uhr losgefahren. Grundsätzlich ist das nur die konsequenteste Umsetzung meiner Ansicht zu Wochenendschichten:

Die besten Stunden sind die zwischen 2 und 6 Uhr. Was ich vor 0 Uhr hab, ist mir völlig egal!

Natürlich macht man die Hammerschichten nur, wenn man bis 0 Uhr vielleicht schon einen Hunni zusammen hat. Aber bis 7 Uhr 200 € Umsatz zu machen ist drin, auch wenn man für den ersten Hunni bis 3 Uhr braucht.

Aber wenn man erst um 0 Uhr startet… naja. Hundert wollte ich zwingend, 150 war ein netter Traum.

Nach exakt 5 Stunden und 40 Minuten Arbeitszeit hatte ich 204 € zusammen! Ich habe leider keine entsprechenden Daten, aber ich könnte nicht versprechen, dass es an Silvester schneller ging. Trotz längerer Touren ist der Kilometerschnitt fantastisch und ich hab einen verdammt guten Start in den Monat.

Wie gut tut da der freie Tag, den ich jetzt habe – der aber rechnerisch genau dieser Schicht zuzuordnen ist!

Ach ja: Der Nachteil ist natürlich, dass dadurch der letzte Monat recht armselig ist. Scheiß drauf! ;)

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

JetPak Hostel

31. Juli 2010

Der Kollege am Matrix wusste nicht weiter. Die potenzielle Kundin kam zu mir.

“Do you know, where the Jetpak Hostel is?”

“Not yet.”

Ich hab das Robertha aufgeschlagen, und ich fand im Grunde genau das vor, was ich befürchtet hatte:

Auswahl, Quelle: Robertha (taxihandbuch.com)

Auswahl, Quelle: Robertha (taxihandbuch.com)

Und so fragte ich skeptisch:

“Which one?”

Ich bot ihr die beiden Alternativen an, aber sie hatte keine Ahnung. Nicht, in welchem Stadtteil es liegt, irgendwelche näheren Erkennungsmerkmale, das Übliche halt. Mir war die Sache da schon ein wenig unangenehm. Das in Wilmersdorf in der Pariser Str. kannte ich so wenig wie das andere, konnte es aber wenigstens örtlich einordnen. Das in Dahlem… sagen wir es mal so: Ja, ich bin schon einmal durch Dahlem durchgefahren! Also wo die Pücklerstr. genau liegt, wie es da drum herum aussieht, keine Ahnung!

Ich habe dann vorgeschlagen, dass ich ja das in Wilmersdorf anfahren könnte, ggf. weiter nach Dahlem. Das wäre etwas teurer als der direkte Weg, aber so würden wir wenigstens gute Chancen haben, sie halbwegs günstig heimzubringen.

Sie stimmte zu, und wir sind losgefahren.

Als wir über die Oberbaumbrücke überquerten, freute sie sich:

“Oh, it’s good, that we are crossing the river! You’re right!”

Ähm, ok? Nach Wilmersdorf sind es von dort aus noch gut 8 Kilometer, etwas befremdlich fand ich es schon. Keine 500 Meter später bat sie mich am Schlesischen Tor links abzubiegen, was ich nur sehr widerwillig tat, aber da sie meinte:

“I’m sure we’re in the right area!”

bin ich dem mal besser nachgekommen. Dann sind wir in die Falckensteinstr. rechts ab, und als sie mich dann gefragt hat, ob am Ende der Straße ein Park wäre, dämmerte auch mir, dass die Fahrt um einiges kürzer werden würde. Und sieh mal einer an: Dem Robertha noch unbekannt liegt in der Görlitzer Str. 38 das “Jetpak Alternative”.

Ich wäre am Ende mit ihr in Dahlem gelandet, sicher eine 25€-Tour mit großem Geschrei und Ärger am Ende. Unverschuldet, sicher – aber angenehmer wäre es deswegen ja nicht gewesen. Und sie hatte (nach einem Besuch im Matrix!) ein so gutes Gedächtnis, dass sie mich – noch dazu auf der kürzesten Route! – zu ihrem Hostel führen konnte. Respekt an sie und ein erleichtertes Ausatmen auf meiner Seite!

Nicht, dass eine 5,80€-Tour jetzt das war, was ich mir gewünscht hatte. Aber besser als Unzufriedenheit auf beiden Seiten war es definitiv. Manchmal braucht es eben zu allem Wissen, zu allen Informationen auch noch ein Quentchen Glück :)

PS: Danke an die Erlaubnis der Herausgeber, den Bildausschnitt zu veröffentlichen!

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

Umweg

25. Juli 2010

So können unterhaltsame Abschiede am Ziel aussehen:

“So, dann sind wir bei 42,20 €.”

“Das ist ja was. Die Hinfahrt hat aber 42 Komma Null gekostet!”

“Autsch! Da haben sie mich aber erwischt. Ja, ich bin einen Umweg gefahren. Waren wohl 80 Meter oder so…”

@Anise: Ja, es war die Tour. Und nur unter uns: Man schafft das auch für unter 41 €, aber ich höre aus eben diesem Grund gerne auf die Kundschaft ;)
Im Ernst: War eine wirklich heitere Tour. Ich hoffe, die andere Seite bewertet das ähnlich. Ich bin offen für Kritik, falls es nicht so sein sollte.

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi

Pricing Fail

23. Juli 2010

Nach Köpenick wollten sie, zum Schloßplatz. Ich hatte den Abend über schon die ganze Zeit Glück mit den Touren. Da fiel mir diese Fahrt vom Matrix aus kaum noch auf. Aufgefallen ist hingegen, dass die Besatzung meines Taxis trotz der Aussage einer Protagonistin (Boah, ich bin derbe voll”) durchaus in angenehmem Zustand war.

Sie quittierten Selbstverständlichkeiten wie Fensteröffnen auf Wunsch und die Wahl des Radiosenders mit Freude und fanden mich deswegen total toll. Schön, wenn man mit so wenig Einsatz so ein Ergebnis erzielen kann.

Was meint ihr, wie die Stimmung war, als ich bei Gefallen der Musik ein wenig lauter gemacht hab? :D

Wir haben an der Sparkasse gehalten, ein sehr betrunkener junger Mann hat die bisher aufgelaufenen 22 € zuzüglich eines Euros Trinkgeld aus Geldbeutel und Bankautomat zusammengekratzt und eigentlich wäre es das gewesen. Dann kam der Auftritt eines Autofahrers, der ziemlich verzweifelt eine Adresse in Köpenick gesucht hat, und dem ich beim besten Willen erst einmal nicht weiterhelfen konnte, weil die verschachtelte Altstadt auf bei mir eine Aufgabe ist, die gefälligst mein Navi zu lösen hat – und er hatte selber eines. So aus dem Stand konnte ich dazu also gar nix sagen.

Letztlich ist dieser Auftritt nur interessant, weil er mich Zeit kostete. Zeit, die zwei meiner ehemaligen Fahrgäste gebraucht hatten, um festzustellen, dass kein Bus mehr fährt. Sie kamen wild diskutierend auf mich zu, das Geld war knapp und eigentlich wollten sie kein Taxi nehmen, aber weiter wussten sie auch nicht.

Was es nach Friedrichshagen, zum Bahnhof, kosten würde?

Puh, so wirklich gut bin ich da unten in Punkto Ortskunde noch nicht. Also hab ich mein Navi kurz angeschmissen, die 4,3 km hab ich dann wie folgt kommentiert:

“Also, ihr habt jetzt echt das Glück, dass das Taxameter noch nicht weggeschaltet hat. Also meinetwegen könnten wir die Fahrt noch fortsetzen. Dann sind die Kilometer günstiger, und die 3,20 € entfallen auch. So um die 6 € würde ich vermuten.”

“Sie meinen also, wenn wir jetzt noch einen Zehner haben, dann reicht das?”

“Locker.”

Gut, der Rest war schnell bequatscht und sie saßen nach ein paar Späßen mit ihrem betrunkenen Freund wieder im Auto. Ich bin losgefahren und sie haben mir angeboten, mich zu lotsen, wo sie genau hinwollen. Nun, und irgendwo hat sich dabei ein Kommunikationsfehler eingeschlichen, denn als wir den Bahnhof Friedrichshagen Richtung Rahnsdorf passierten, war klar, dass sie das andere -hagen gemeint hatten. Wilhelmshagen. Das sind ein paar km weiter.

Ehrlich gesagt, ich kann nicht mehr nachvollziehen, wer wann wie welchen Namen eingeworfen hatte. Und nun saßen wir im Auto, und die Uhr zeigte die bereits bezahlten 22 €, die vom Freund netterweise bereits angezahlten 2 € und 9 von den 10 € an, die die Mädels noch in der Tasche hatten. Mitten im Wald bei Rahnsdorf.

Ich hab dann gesagt, dass ich bei 34 € die Uhr ausmache, weil ich sie schlecht hier im Wald rauslassen kann.

Ich meine, natürlich hätte ich es können. War trotzdem besser so.

Zumal ich so oder so nicht mehr sagen könnte, ob nur ich mich verhört habe. Naja, letztlich hatte ich noch einen Zehner mehr Umsatz, die beiden sind heimgekommen, und der Weg ist dem Auto sicher leichter gefallen, als den beiden zu Fuß.

Naja, gute Tat für die Woche abgehakt…

Author: Sash Categories: Schönes, Taxi