Die kotzen zu selten!
Traumhaft ist es, wenn man die rettende Tour völlig unerwartet in einem Außenbezirk erwischt. Der Kunde pfiff, und ich brauchte eine Weile, um seiner gewahr zu werden. Fern ab der Straße kam er angesprintet und war ebenso erfreut wie ich.
Dass er zudem eine halbe Stadtdurchquerung plante, passte mir natürlich besonders gut.
Er war in der Gastronomie tätig und hatte seinen wohlverdienten Feierabend soeben begonnen.
“Stört dich nicht, wenn ich mein Feierabendbier hier…?”
“Nicht im Geringsten. Natürlich unter der Voraussetzung, es bleibt alles sauber hier drin.”
Vielleicht sollte ich bei Getränken etwas konsequenter sein. Aber letztlich kann ich in anderthalb Jahren Nachtschicht im Taxi nur von einem ärgerlichen Zwischenfall berichten, und selbst da ging es nur um etwas Flüssigkeit auf der Gummimatte, die genau deswegen da liegt.
Als Dienstleister mit der selben Zielgruppe sind wir schnell ins Gespräch gekommen, und letztlich haben wir uns die ganze halbe Stunde fast ausschliesslich über Leute unterhalten, die mir ins Taxi oder ihm in die Bar gereihert haben. Mit dem ein oder anderen Seitenschwenk zu anderen Körperflüssigkeiten hat sich da doch ein durchaus nicht uninteressantes Thema ergeben. Und ja, auch wenn es gerade um die negativsten Beispiele der eigenen Kundschaft ging, so kann ich doch sagen, dass ich irgendwie dennoch froh bin, meinen Job zu machen. Ich krieg zwar viele Kunden erst ins Auto, wenn sie ihm schon zu voll sind – dafür erspare ich mir aber auch einige traurige Momente davor…
Und ich hatte definitiv zu wenig zu erzählen
Kennt noch jemand da draussen die Momente, wo man sich denkt: Schade, dass jetzt schon Schluss ist mit Arbeit?

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