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Archiv für die Kategorie ‘Nicht so Schönes’


Welche denn?

28. Juni 2010

Diesen Satz sagen Berliner Taxifahrer mit Sicherheit häufiger als die Chauffeure in anderen Städten der Republik. Berlin weist eine abnorme Anzahl gleichlautender Straßennamen auf. Eine Tatsache, gegen die ich hier gerne mal lautstark protestieren möchte.

Ich nehme an, dass das seinen Ursprung in der Geschichte Berlins hat. Berlin ist aus unzähligen Einzelgemeinden hervorgegangen, da wundert es kaum, dass insbesondere Straßen, die nach dem Zielort benannt wurden, häufiger auftauchen. Als Beispiel seien hier die Potsdamer Str. (4x), die Berliner Str. (8x) oder die Köpenicker Str. (7x)* angefügt.

Auch andere Namen tauchen mit erstaunlicher Regelmäßigkeit auf. Natürlich gibt es in Berlin nicht nur eine Bahnhofstr. oder eine Hauptstr. Das muss zum Teil aber auch an galoppierender Ideenlosigkeit liegen. So gibt es in Berlin fünf mal die Straße 4. Als kleiner Gag am Rande: Straße 1 gibt es nur dreimal. Dopplungen gibt es bis zur Straße 455. Das auch nur mal so als Hinweis für die Leute, die nicht verstehen, dass man als Taxifahrer in Berlin nicht alles kennt.

Klaus hat vor einiger Zeit schon mal auf den besonderen und immerhin offenbar einzigen Fall hingewiesen, bei dem gar eine Straßenkreuzung zweimal existiert: Weser- /Finowstr. in Neukölln und Friedrichshain. Für die Nicht-Berliner kann ich noch anmerken, dass die nur vielleicht 3 Kilometer auseinanderliegen und insofern ohne weiteres verwechselt werden können.

Ganz abgesehen davon, dass unbedarfte Leute auch gerne nicht so genau überlegen, ob es jetzt -str., -allee, -Landstr., -weg, -gasse oder sonstwie heisst.

Mal im Ernst: Das ist schon ein Luxus. Ich als Taxifahrer bin ja jetzt – und wenn es nur durch die traurige Realität ist – etwas geschult im Umgang mit Kunden und Adressen. Und wenn ich besoffenen Australiern die korrekte Hoteladresse abringen kann, dann finde ich bei Omi vom Lande auch noch raus, in welchen Stadtteil sie muss. Ich denke, dass die Bewohner der Straßen mehr Probleme mit falsch adressierter Post haben und Besucher der Stadt sich dank Navi auch bisweilen aufs falsche Stadtende einschiessen.

Und genau so etwas hatte ich derletzt. Ich hab am Schlesischen Tor einen Fahrgast abgesetzt. Daraufhin sprach mich ein Mensch mit ähnlich geringen Englisch-Kenntnissen wie meine Wenigkeit an und fragte mich nach der Köpenicker Str. 1. Unaufgefordert zeigte er mir auch den Namen eines Hotels, das mir zunächst nichts sagte. Eine Postleitzahl stand nicht dabei. Also habe ich gefragt: Welche denn? Also welche Köpenicker. Die Frage hat noch jeden Touristen aus dem Konzept gebracht, und so war er auch erst einmal verwundert. Sein Sohn kam dann aber mit der vollständigen Adresse, und das gab im Zusammenhang mit dem Hotelnamen schlagartig Sinn. Das Hotel Berlin-Hoppegarten. Also noch nicht mal eine Köpenicker Str. im Stadtgebiet…

Liebe Touristen, seid achtsam, wenn ihr eine Berliner Adresse sucht! Oder vertraut uns Taxifahrern :)

Ach ja, gefahren sind sie selbst, mit Navi. Nochmal 15 Kilometer weiter. Wäre eine nette Tour gewesen…

*Quelle für die Zahlen: Berlin Autofahrer-Atlas, 2009, StadtINFO Verlag

Author: Sash Categories: Nicht so Schönes, Taxi

Öde

25. Juni 2010

Boah, war das heute Nacht zähflüssig! Der Umsatz war mit einem Zehner pro Stunde ja schon mies, aber in der miesesten Form ergattert. Zwei schnelle Touren zum viel zu späten Arbeitsbeginn, eine kurze nach ein paar Minuten Warten und dann 2 geschlagene Stunden warten auf den nächsten Zehner.

Absurd geworden ist es wie immer am Ende. Entnervt habe ich Ozie mitgeteilt, dass ich noch eine Tour mache und es dann sein lasse. Lieber heute eine Stunde früher los, als die dröge Nacht noch zwei Stunden für den gleichen Umsatz rumhängen! Die Tour hab ich dann auch gekriegt: Vom Matrix zum Ostkreuz. 6,00 €. 2,70 € brutto. Plus einen Trinkgeld! Burner! :(

Aber als ich die Segel schon gestrichen hatte und Zuhause bereits mehr als nur grobe Peilung war, sind mir doch noch ein paar Leute vors Auto gelaufen. Am Ostkreuz. Eine Vierergruppe, wobei zwei erst ausführlich überredet werden mussten, überhaupt ins Taxi einzusteigen, weil der Umweg den Kohl auch nicht fett machen würde.

Naja…

Also ging es erstmal zu zwei Adressen in Prenzl’berg und dann – nach Friedenau!

Eine nette Fahrt, nette Gespräche, und am Ziel angekommen standen 35,20 € auf der Uhr. Eine mehr als nur nette Ergänzung zu den 50,80 €, die ich in den fünf Stunden zuvor zusammengepfriemelt habe.

“Mach einfach 40!”

Auch wenn das Endergebnis das glatte Gegenteil von erheiternd war, so war die letzte Tour schlicht die Rettung der Nacht. Mindestens!

Author: Sash Categories: Nicht so Schönes, Schönes, Taxi

Vergessen

24. Juni 2010

Hab ich doch tatsächlich einen Taxiartikel vergessen. Ups. Na dann eben mal freihand:

Vergessen hat auch ein junger Mann im grünen T-Shirt gestern etwas, nämlich gute Laune und eventuell sein Benehmen. Mitbekommen habe ich es eigentlich erst, als er mitten in einer Schimpfkannonade gegenüber einem Kollegen war, der das allerdings mit stoischer Gelassenheit an sich hat abperlen lassen. Der ganze Wutausbruch dauerte runde zwei Minuten, in denen der Typ sein Fahrrad von einem Verkehrsschild abmachte.

Just darum schien es auch tatsächlich zu gehen. Nachdem der Typ sich wutentbrannt verzogen hatte, habe ich den Kollegen gefragt, was denn so schlimmes passiert sei. Und nun ja: Der Kollege hatte ihn wohl ermahnt, sein Fahrrad nicht an dieses Schild zu stellen, weil er dort ggf. Taxifahrgäste am Einstieg hindert. Das ist das Verkehrszeichen am Ostbahnhof, das direkt neben der Taxirufsäule ziemlich nahe an der Straße steht.

Nun gehöre ich nicht zu den gutgläubigsten Fahrern: Ich weiss, dass manche Kollegen gewaltig einen an der Klatsche haben. Den entsprechenden kenne ich nicht, und ich kann auch nicht ausschließen, dass er seine Bitte vielleicht eine Spur zu heftig angebracht hat. Desweiteren kollidieren am Ostbahnhof tatsächlich viele potenzielle Fahrradhalteplätze mit den Taxihalten. Hier sei vor allem das schöne Geländer an der letzten Rücke genannt. Dass es da mal eng wird, weiss ich.

Aber der Hinweis des Kollegen ist sicher nicht aus der Luft gegriffen. Der Anfang des Taxistandes ist scheiße organisiert. Die Rufsäule selbst steht schon blöd im Weg auf dem Gehsteig, und das Schild, dass eigentlich unseren Platz begrenzt, steht knapp einen Meter daneben, ggf. mit Fahrrad als Hindernisvergrößerung. Wenn wir auf der vorgesehenen Höhe halten, müssen die Kunden damit umständlich reinkrabbeln oder wir parken etwas vom Bordstein entfernt, was Bus- und Autofahrer ärgert und für die Kunden, sobald es mal geregnet hat, zusätzliche Mühen macht, weil just dort auch immer die größte Pfütze zu finden ist. Fahren wir – wie es meistens gehandhabt wird – eine Wagenlänge weiter vor als erster, stehen wir genau genommen auf der Bushaltestelle. Das ist wesentlich kundenfreundlicher, aber ich nehme an, dass die Busfahrer uns deswegen trotzdem für Assis halten. Davon abgesehen ist es nicht auszuschließen, dass irgendwann mal ein übereifriger Gesetzeshüter auftaucht. Die haben ja auch ihr Nest direkt vor Ort.
Und je weiter hinten man als erster hält, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kunden einfach über die Straße gehen und eines der anderen Taxis weiter hinten nimmt. Das ist kein Weltuntergang, aber dass man das als erster auch nicht unbedingt forcieren will ist klar. Zudem sich einige eher weniger mobile Leute gerne mal aufregen, warum wir da so weit da hinten stehen…

Naja, und was den Nörgler angeht: Ganz egal, was jetzt genau der Kollege gesagt hat, es wird nicht weniger peinlich gewesen sein als das Argument

“Jetzt komme ich zu spät zum Spiel und dann darf ich mir noch so einen Scheiß anhören!”.

Darüber hinaus glaube ich nicht, dass das

“typisch Taxifahrer”

war. Sonst müsste ich hier ja jetzt “typisch Radfahrer” argumentieren, und da kenne ich zum Glück schon persönlich genügend, von denen ich weiss, dass sie wegen einer Äußerung zum eigenen Verhalten nicht gleich ganze Berufsgruppen ausrotten wollen…

Author: Sash Categories: Nicht so Schönes, Taxi

Der Mike, der Sash und die Einsamkeit

21. Juni 2010

Manchmal wird man wirklich auf eine harte Probe gestellt.

Ich hab sie mitten in Friedrichshain auf der Straße aufgegabelt. Auf dem Weg von nirgendwo nach irgendwo. Sie grinste ein wenig schief, fragte mich, ob es ok sei, dass sie nur eine Kurzstrecke fahren wollte und nannte ihr Fahrtziel. Es war nicht sonderlich weit, nur einmal abbiegen, rein technisch kein Thema.

Sie war schon etwas älter, blond, zierlich und hatte gewaltig einen im Tee.

Sie lallte ein wenig, holte mit den Augen weit aus, wenn sie einen neuen Satz begann, und das tat sie mit einer verblüffenden Frequenz. Aus irgendeinem nichtigen Grund sind wir auf meine 2 Meter Lebendgröße zu sprechen gekommen und da packte sie dann die Erinnerung.

“Weißt du, wissen sie, darf ich du sagen?”

“Klar, kein Thema!”

“”Naja, ich bin ja schon älter, da darf ich das. Du erinnerst mich an Mike.”

Das ist nicht gut, das ist gar nicht gut…

“Weisst du, Mike war ein Freund, den ich vor einem Jahr verloren hab.”

“Das tut mir leid!”

“Und naja, Mike war genau wie du. Der war auch so groß und kräftig und so gut gelaunt.”

Was antwortet man auf sowas? Mir ist nichts eingefallen. In was für einer Beziehung sie zu Mike genau stand, weiss ich bis heute noch nicht, aber getroffen hat es sie offenbar. Das Fahrtziel wurde nochmal ein paar hundert Meter verschoben, für einen letzten Drink in einer anderen Kneipe, und die letzten beiden Minuten wurden seit einiger Zeit die längsten zwei Minuten im Taxi für mich.

“Darf ich noch was sagen?”

fragte sie, als ich am Ziel anhielt.

“Aber selbstverständlich. Hektik lassen wir so spät nicht aufkommen. Ich bin auf der Arbeit, nicht auf der Flucht!”

Ich bin zu gutmütig, verdammt. Ich hab nen wichtigen Termin, ich muss weg, meine Frau ist schwanger, mein Kind stirbt. Aber nee, ich sage, ich habe Zeit :(

Und jetzt rast die Zeit bei allen bitte mal zurück zu all den peinlichen Situationen auf dem Pausenhof, im Klassenzimmer, im Schwimmbad, zu den Kindergeburtstagen in die Wohnzimmer von fremden Eltern. Zu jenen Momenten, in denen man man noch gar keine Ahnung hatte, was man eigentlich will, aber das jemand anders unbedingt mitteilen muss. Zu den Momenten, in denen man erstmals feststellt, dass Augen nicht nur zum Raus-, sondern auch zum Reinsehen da sind. Zu Momenten, die meist mit dahergestammelten Satzfragmenten à la “Du, weisst du, ich, ähm, du bist, ich, ich mag dich.” enden. Oder mit dem anschließendem Wegrennen. Wenn ihr das vor Augen habt, dann könnt ihr euch vielleicht das Rumgedruckse von ihr vorstellen, die Kraft, die sie sichtbar angestrengt aufbringen musste, um folgendes zu sagen:

“Ich, ähm, ich wünsche mir schon lange mal wieder so einen Freund, wie Mike, wie dich!”

Ich glaube, es gibt keinen richtigen Satz in dem Moment. Meiner hat wenigstens funktioniert:

“Das glaube ich ihnen gerne. Wenn Mike so ein guter Mensch war. Aber glauben sie mir: Es gibt einen ganzen Haufen gute Menschen hier draußen.”

“Früher hatte ich viele Freunde wie dich, große, die mich beschützt haben. Es ist komisch. Ich bin jetzt 50, ich weiss ja, dass das nicht mehr so einfach geht.”

“Machen sie sich doch nicht ausgerechnet heute einen Kopf deswegen. Schlafen sie erstmal ihren Rausch aus, und dann sehen sie weiter!”

Ich bin eine Niete im Körbe austeilen. Aber dieses Mal ging es ja ganz gut aus… abgesehen davon, dass es kein Trinkgeld gab. Nach ein paar weiteren Halbsätzen ist sie dann nämlich ausgestiegen, nicht aber ohne ein letztes Kompliment:

“Du siehst wirklich gut aus!”

Jetzt wo ich das schreibe, geht es runter wie Öl, aber in der Erinnerung habe ich es kein bisschen genießen können. Ich war letztlich froh, als sie weg war. Um sie tat es mir leid, aber ja, es gibt sie, diese Momente, in denen es im Taxi einfach zu eng wird. Viel zu eng.

Author: Sash Categories: Nicht so Schönes, Taxi

Die Leute haben Probleme…

7. Juni 2010

“Hey Taxi!”

kreischte ein Mädel und hatte die Hand schon an meiner Türe. Im Matrix war schon so gut wie Schluss, und nach Sonnenaufgang erweckte der ohnehin meist trostlose Anblick des Warschauer Platzes geradezu Mitleid. Ein paar einzelne Gestalten standen herum und redeten, nicht einmal mehr Musik hat die Situation verschönert. Ein Anblick wie wenn man morgens nach einer WG-Party mit Kopfweh in die Küche geht und feststellt, dass man festes Schuhwerk benötigt, um zur Kaffeemaschine zu kommen.

Es gab sowieso nur eine geringe Chance, überhaupt noch jemanden zu finden, der ein Taxi braucht, da kommt einem solch offensives Vorgehen wie das der o.g. Dame doch entgegen.

Die anderen Mitglieder des kleinen und nicht sehr feinen Kreises jedoch machten keine Anstalten, ihr zu folgen, weswegen sie zurück ging.

“Na dann halt nicht!”

dachte ich. Im Folgenden vernahm ich unschöne Ausdrücke seitens meiner potenziellen Kundin, die sich jedoch an die männlichen Anwesenden außerhalb des Autos richtete. Spätestens als sie dem einen lautstark erklärte, dass sie definitiv viel hübscher als die andere sei, nur ein bisschen dicker (was wahrscheinlich zur Hälfte dem Makeup geschuldet war), habe ich mir gewünscht, der Kelch ginge an mir vorrüber.

2 Minuten später stieg sie mit einer Freundin ein. Nicht ohne sich davor lautstark zu unterhalten, wer jetzt als erster einsteigt. Einblick in Sashs Gedankenwelt:

“Puh, ruhig bleiben und durchatmen. Du machst das schon und im Zweifelsfall ist sie hübscher. In 10 Minuten ist alles vorbei…”

Ich wartete einen Tick zu lange mit meiner Begrüßung, da schrie man mir ins Ohr:

“So ein Scheißtag! Isch hab mein Freund totgeliebt (mit überschlagender Stimme nochmal lustiger!) und der haut jetzt mit so ner Schlampe ab! Ey scheiße Alter! Verstehst du?”

“Äh ja… klingt nicht wirklich gut. Wo darf es denn hingehen?”

“Isch, wir, äh… keine Ahnung. Wo wollen wir hin?”

Naja, man muss ja nicht alles wissen. Ich hab sicherheitshalber die Uhr gar nicht angemacht. Das wird böse enden.

“Ey, naja, wir fahren Warschauer Straße!”

“Also mal ganz im Ernst. Da hinten ist der Eingang zur U-Bahn. Ich fahr gerne einmal drumrum, aber das is’ vielleicht ‘n bisschen teuer für den Spaß.”

“Was?”

“Ey, der hat gesagt, die U-Bahn ist da hinten!”

“Ey, aber isch kann nisch aussteigen.”

“Der sieht des nicht mehr, der is’ schon ums Eck gegangen!”

“Ey escht? Scheiße, isch sterbe, wenn der sieht, dass wir gar nicht Taxi sind.”

“Ey ok, wir gehn U-Bahn. T’schuldigung!”

Ich freue mich immer über Kundschaft, aber das ein oder andere Mal tut es nicht sonderlich weh, wenn Fahrgäste es sich anders überlegen…

Und was ich stattdessen bekommen habe, könnt ihr morgen früh lesen.

Author: Sash Categories: Absurdes, Nicht so Schönes, Taxi

Nummer 3

21. Mai 2010

…und dann bin ich plötzlich vor dem Weekend gestanden.

Keine 10 Minuten später war ich zweiter in der Reihe wartender Kollegen, und als an den ersten eine Fünfergruppe Mädels herantrat, war auch hier mal wieder meine Stunde gekommen. Wozu hab ich denn einen Großraumwagen?

“Kennen sie das Hotel Kolumbus?”

“Das Kolumbus?”

“Landsberger Allee!”

“Ja, Werneuchener Ecke…”

“Ja ja ja! Bringen sie uns dahin? Was kostet das? Der Kollege sagt, so 14 bis 15 €. Bitte bitte! Mehr als 15 haben wir auch nicht. Bringen sie uns dahin?”

Jo, is ja gut…

Ein paar Wochenendbesucherinnen, reichlich spät dran, so um Viertel vor vier. Um 8 Uhr ist wieder aufstehen angesagt. Ich kenne die Stories ja. War eine entspannte Fahrt, ein Teil der Mädels ist gleich eingeschlafen, und als wir dann am Hotel angekommen sind, waren sie trotz ewig vieler roter Ampeln sehr zufrieden. Mit Trinkgeld war zwar nichts, aber das lernen sie auch noch. Schönen Abend, gute Nacht, tollen Aufenthalt, bis bald und tschüss!

Dann noch schnell den Sitz hinten wieder eingeklappt, und…

…dann bin ich doch schnell ins Hotel gesprintet.

“MÄDELS!”

“Äh, was?”

“Ist ja schön und super, dass wir uns so gut verstanden haben, aber eines kann ich gar nicht leiden. Und zwar, wenn man mir ins Auto kotzt, und nicht mal was sagt!”

“Aber wir haben doch nicht…”

“Ich hab den Sitz vorher das erste Mal heute hochgeklappt, und außerdem – aber schaut es euch ruhig selbst an – ist das hier noch recht, äh ja, frisch!”

Die beiden, die ich noch vor dem Fahrstuhl erwischt habe, konnten wirklich nichts dafür, und gehört hatte ich ja auch nichts. Die Freundin aus der letzten Sitzreihe dürfte aber wahrscheinlich nicht mehr so lecker ausgesehen haben. Ist mir allerdings nicht aufgefallen, weil beim Aussteigen mit 5 Leuten neben Bezahlen, Sitze verschieben und all dem Hin und Her ja auch mal was unbemerkt bleibt.

“Sollen wir das jetzt wegmachen?”

“Sollen ist eine Untertreibung. Ansonsten mach ich das natürlich mehr oder weniger gerne weg, aber das lasse ich mir gut bezahlen, das könnt ihr mir glauben!”

Obwohl die eine es (ganz witzig anzusehen) das erste Mal gemacht hat, waren keine weiteren Androhungen oder dergleichen nötig. 5 Minuten später war die Kiste wieder top in Ordnung, und die beiden durften nochmal mit einer Verwarnung schlafen gehen. Natürlich nicht ohne den Hinweis, das ihrer Freundin irgendwie heimzuzahlen. Spaß muss ja bekanntlich sein ;)

Author: Sash Categories: Nicht so Schönes, Taxi

Einmal mitdenken oder Augen aufmachen!

20. Mai 2010

Fahr ich am Watergate / Magnet vorbei, und die Läden sind offenbar gut besucht. Zwischen zwei Taxen springt plötzlich ein Winker raus. Ich hab erst gezögert, dann aber doch gebremst. Könnte ja eine Kurzstrecke sein. Also hab ich gefragt:

“Kurzstrecke?”

“Weiss nicht, reicht das bis zum Café Burger?”

“Nee, sicher nicht.”

“Können wir trotzdem einsteigen?”

“Ähm, warum nehmt ihr nicht eine der anderen Taxen hier?”

“Ist das etwa billiger?”

“Nein, das nicht…”

“Sie kamen da gerade so schön angefahren!”

“Ähm, aber die Kollegen warten hier schon eine ganze Weile auf Kundschaft.”

Und jetzt kommt der Knaller:

“Die, ähm, sind mir gar nicht aufgefallen vorher. Wir fahren jetzt mit ihnen!”

Eigentlich hätte ich sie wieder rausschmeissen müssen. War definitiv scheiße, sie mitzunehmen! Ich kann nur versichern, dass ich keineswegs vorhatte, die Fahrt zu klauen. Ich will nur keine Kundschaft rausschmeißen. Ich hab sie mehrmals darauf hingewiesen und sie haben darauf bestanden, mit mir zu fahren. Ich komm mir auch blöd dabei vor :(

Wenn es irgendwie hilft:

Ich hab es trotzdem nur auf 90 € gebracht heute Nacht…

Author: Sash Categories: Nicht so Schönes, Taxi