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Archiv für die Kategorie ‘Kollegengeschichten’


Neuer Rekord

22. Mai 2010

Naja, es geht nicht um einen Rekord von mir, und froh darüber bin ich auch noch:

Ein Kollege hat es geschafft, binnen sechseinhalb Stunden Fahren einen Umsatz von 37 € zusammen zu bekommen. Nanu, denken sich die Taxler da: Das kann schon mal passieren, ist halt ein schlechter Tag gewesen. Stimmt auch. Aber wie viel Zufall muss sich an einer Ecke sammeln, damit man das mit 7 (sieben!) Touren schafft. Das ist ein Schnitt von rund 5,30 € pro Tour, das ist mit einem Startpreis von 3,20 € gar nicht so leicht zu erreichen. Respekt! :)

Author: Sash Categories: Kollegengeschichten, Taxi

Volltreffer

12. März 2010

Ich weiss noch nicht, was ganz genau mein Tagfahrer angerichtet hat. Die Spuren am Auto deuten jedoch darauf hin, dass der Versuch, unter einem LKW durchzutauchen, schief gegangen ist:

Das tut richtig weh... armer Chef! Quelle: Sash

Das tut richtig weh... mein armer Chef! Quelle: Sash

Toller Kollege

11. März 2010

Ich hab von Fahrgästen ja schon viele Horrorstories über Kollegen gehört, aber was mir neulich ein Kunde erzählt hat, war wirklich arg bedenklich:

“Wir hatten da vorher nen Taxifahrer, dat glaubste nicht! Der war, ich schwör’s dir, rotzebesoffen. Der hat kaum noch ein Wort vernünftig aussprechen können. Und dann ist der mit 90 durch die Stadt gefetzt. Hey, ich hab wirklich auf den Tacho geschaut. Der war mit 90 Sachen unterwegs! Und beim Bezahlen hat der dann, weisste die Fahrt hat 15 € gekostet, auf 20 € 10 € zurückgegeben. Nicht mal das hat der noch hinbekommen. Das war wohl die krasseste Taxifahrt, die ich je hatte…” *

Was soll man eigentlich machen? So lange sich keiner bequemt, und wenigstens diese Idioten anzeigt (von denen es hoffentlich nicht mehr als 3 im Stadtgebiet gibt), werden wir Taxifahrer unseren Ruf wohl kaum los :(

* natürlich nicht zu 100% wortwörtlich wiedergegeben

Author: Sash Categories: Kollegengeschichten, Taxi

Geborener Profi

21. Februar 2010

Heute hat ein mit mir die schaurige Treppe zum P-Schein erklimmender Kollege mehr als ein Jahr nach mir seine erste Schicht gehabt. Er hat sich zwar mit der Prüfung deutlich schwerer getan als ich, aber immerhin hat er seine erste Fahrt ohne Desaster hinbekommen. Und das will was heißen. Aber irgendwie ist es auch untypisch, dass man am ersten Tag – noch dazu am Wochenende – einen schlechten Umsatz hatte.

Weiß doch jeder, dass man als Anfänger unverschämtes Glück hat – was sich zum Wohle der Kollegen nach rund 24 Stunden allerdings wieder legt…

Author: Sash Categories: Ausbildung, Kollegengeschichten, Taxi

Schlimmer geht immer!

28. Januar 2010

Ich bin im Laufe der Nacht an der Oranienburger vorbeigefahren. Das mache ich mit anderen Absichten als viele andere Menschen zu dieser Uhrzeit. Mir geht es ja eher ums Verdienen von Geld, und nicht darum, es zusammen mit ein wenig Körperflüssigkeit wieder loszuwerden. In den frühen Morgenstunden kommt es zwar durchaus vor, dass ich die selben Damen im Auto habe wie die anderen, die so langsam vom Hackeschen Markt zum Oranienburger Tor schleichen, aber es ist definitiv anders gemeint, wenn ich sage, ich hab mit den Damen des horizontalen Gewerbes eher gute Erfahrungen gemacht.

So, unnötige Einleitung, aber als Blogger muss man ja auch ein bisschen die Google-Kundschaft anlocken. Und was zieht da besser, als Prostituierte und Straßenstrich? ;)

Also, was wollte ich eigentlich schreiben? Ach ja, mir ist ein Geschäftsmann im Auto gelandet und wollte zu einem Hotel am Gendarmenmarkt. Das Hotel selbst hat mir vom Namen nichts gesagt, aber die Ortsangabe war so eindeutig, dass ich mir keine Sorgen gemacht habe. Also zum Gendarmenmarkt sollte man als Taxifahrer ja gerade noch hinfinden :)

So sind wir ein bisschen über Ortskunde ins Gespräch gekommen und ich hab ihm obigen Satz auch etwa so mitgeteilt. Er schien da mehr der Pragmatiker zu sein und meinte, dass es am wichtigsten sei, überhaupt anzukommen und so kam ich nicht umhin, ihn zu fragen, ob es ihm denn mal anders ergangen sei.

Dann erzählte er mir die Geschichte einer Taxifahrt, die wirklich beschämend ist und bei der man wirklich ins Grübeln kommt, wie sehr dieses Geschäft dubiose Gestalten anzieht. Mein Kunde war in einer anderen Großstadt am Flughafen angekommen und wollte ein Taxi zu seinem Hotel nehmen. Er ist eingestiegen und traf dort auf einen völlig panischen Schwarzafrikaner, der kein Wort Deutsch verstand. Da er selbst fließend Französisch spricht, haben sie eine Verständigung dennoch gut zustande gebracht. Das Fahrtziel gab der junge Mann in ein Navi ein und das war der Start einer halbstündigen Irrfahrt, die im Nirgendwo endete, wo der Fahrgast letztlich beschloss, ein anderes Taxi zu nehmen.

Wie es dazu kommen konnte, hat er während der Fahrt allerdings auch rausgefunden: Der völlig überforderte Kerl aus Afrika ist erst 2 Tage vorher irgendwie ins Land geschmuggelt worden. Der Ausweis des Fahrers war natürlich von einer anderen Person, die da irgendwie mit drin steckte. Ja, und die dubiosen Gestalten, die ihm das gelobte Land versprochen haben, haben ihn ins Taxi gesetzt und ihm gesagt, er müsse jetzt seine Schulden abarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt – keine 24 Stunden vor Antritt besagter Fahrt – hat er wahrscheinlich noch nicht einmal den Namen der Stadt richtig schreiben können. Geschweige denn, sich irgendwie dort ausgekannt.

Ob die Geschichte nun zu hundert Prozent stimmt, weiss ich natürlich nicht. Glaubhaft war sie allemal. Traurigerweise war ich fast schon überrascht, dass das meinen Kunden gar nicht zu Gemecker animiert hat, sondern dass ihm der Typ in erster Linie leid tat.

Ich bin da auch mehr als zwiegespalten. Natürlich darf man die Leute so nicht auf Kunden loslassen. Aber was hätte der Fahrer machen sollen? Tolle Welt… :(

SOO viel…

5. Januar 2010

Einen typischen Fall von Kunden-Fail wusste ein Kollege von mir zu berichten. Sorry, liebe Nicht-Berliner, das wird wieder etwas öde…

Silvesternacht. Kurz nach 0 Uhr. Ein Winker steigt in der Warschauer Str. ein und möchte nur kurz in die Skalitzer. Über die Oberbaumbrücke…
Das ist völlig ok, denn das wäre der korrekte Weg – immer geradeaus. Dummerweise ist die Oberbaumbrücke während des Feuerwerks hoffnungslos mit Menschen überfüllt. Mein Kollege wies den Kunden darauf hin und meinte:

“Über die Oberbaum kommen wir nicht. Nicht jetzt!”

“Aber die ist doch nicht gesperrt!”

“Da kommen wir trotzdem nicht rüber!”

Nun bestand der Fahrgast aber auf den Weg – was zu fast jeder anderen Zeit im Jahr auch völlig ok gewesen wäre. Es kam, wie es kommen musste: Sie blieben vor der Menschenmenge stehen.

“Was machen die denn da alle?”

fragte der Kunde erbost und mein Kollege versuchte sich an Aufklärung.

“Ja und warum macht die Polizei da nichts dagegen?”

“Wissen sie was, rufen sie doch mal an und fragen sie nach! Was sollen wir jetzt machen? Sollen wir warten? Bis morgens?”

Der Kunde wusste nicht, was sie tun sollen, und so schlug mein Kollege vor, eine andere Brücke notgedrungen als Umweg zu nehmen.

“Die Schillingbrücke, die Michaelkirchbrücke oder wenn sie wollen auch die Jannowitzbrücke…”

“Die kürzeste!”

Also einigten sie sich auf die Schillingbrücke. Mein Kollege manövrierte die Taxe nicht gänzlich guter Laune aus der Menschenmenge hinaus und fuhr über die Brücke. Danach schlug er sich (über Pückler) Richtung Lausitzer Platz und damit Skalitzer durch, als der Kunde zu meckern begann:

“Da kommen sie nie zur Skalitzer!”

“Äh, wie meinen?”

“Na hier geht es doch gar nicht durch!”

“Natürlich!”

Der Kollege verwies auf die Karte des Navis, die standardmäßig an ist und erläuterte ihm seinen Plan. Nein, er kenne sich hier aus und das wäre doch Unfug und er solle jetzt gefälligst rechts fahren. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist mein Kollege unter Protest und in freudiger Erwartung der Naunynstr. bis ans Ende gefolgt, wo der Fahrgast zugeben musste, dass man so wohl doch auch nicht zur Skalitzer kommt und sie bitte wieder wenden sollten. Nach langem Hin und Her ist mein Kollege am Ende doch über den Lausitzer Platz zur Skalitzer gefahren. Und nun kam natürlich, was kommen musste: Der Dialog zum Fahrpreis! Der ist so kurz und schön, dass ich ihn in ganzer Länge wiedergeben will:

“Das macht dann 10,80 €.”

“10,80 € SOO viel hab ich ja noch NIE bezahlt!”

“Ja, SOO bin ich auch noch NIE gefahren…”

Author: Sash Categories: Kollegengeschichten, Taxi

Zwei auf einen Streich…

19. Dezember 2009

Wenn Kollegen mal selbst ein Taxi brauchen. Ich gehöre ja selbst zu den eher lauteren Kritikern der eigenen Kollegen, wobei ich natürlich Verständnis habe. Sehr viel sogar, und nett bin ich immer. Ich kenn ja auch die Widrigkeiten des Gewerbes. Jetzt hat ein Kollege meinerseits allerdings einen offenbar ereignisreichen Tag hinter sich gebracht:

Er hat mit einem Freund zusammen einen großen Fernseher gekauft. Diesen wollten sie im Privat-PKW heimfahren. Daraus ist nicht viel geworden, was offenbar mit Polizisten zusammenhängt, die dem Auto eine Verkehrstauglichkeit absprachen. Ob zu Recht oder Unrecht kann ich nicht bewerten.

Also standen sie mit einem aus dem Verkehr gezogenen Auto am Straßenrand und haben sich ein Taxi bestellen müssen. Nach wenigen Minuten kam ein Taxifahrer, fuhr suchend an ihnen vorbei und ignorierte das Handzeichen. Er wendete und fuhr auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorbei. Irgendwann haben sie sich dann aber doch gefunden und sie haben sich ans Verladen des Fernsehers gemacht. In die Haste-Nicht-Gesehen-Straße xy wollten sie. Der Kollege saß stumm da und nickte. Bahnhof Schöneweide? Keine Reaktion. Adlergestell? Jaja, so ungefähr wüsste er, wo er hin müsse. Er sei noch neu und bei der Prüfung müsse man ja nicht alles wissen. Da hat er Recht und mein Verständnis. Das Adlergestell als eine der längsten Straßen Berlins und die wichtigste Ausfallroute Richtung Südost nicht zu kennen, ist allerdings schon fraglich. Aber kein Problem: Man zeige es ihm. Irgendwann waren sie thematisch beim Fernseher und der Fahrer meinte, dass dieser 3 € Aufschlag kosten würde. Mein Kollege berichtigte ihn, dass es sich um einen Euro handeln würde.

“Nein! 3 €! Ist Verhandlungssache!”

Der Kollege gab sich als solcher zu erkennen und stellte klar, dass er einen Euro gemäß Tarifordnung zahlt und damit gut ist. Daraufhin forderte der Fahrer ihn zum Verlassen des Taxis auf. Mein Kollege verweigerte dies und nahm es sogar hin, dass ihn der etwas hitzköpfige Neuling zurück zum Ausgangspunkt brachte. Dort notierte er sich die Konzessionsnummer und teilte dem Fahrer auch mit, dass das Ärger gibt.

Der nächste Versuch scheiterte schon ziemlich zu Beginn, da der Kollege dieses Mal gleich nach dem Fernseher fragte und noch vor dem Einsteigen die Konzessionsnummer des Fahrers aufschrieb, weil der sich gleich 5 € extra sichern wollte und sich auch auf die “Verhandlungssache” berief.

Dann hat er sich über die “eigene” Zentrale ein Taxi bestellt und ist zu tarifgemäßen Konditionen – sogar ohne Aufpreis für den Fernseher – heimgebracht worden. Mal sehen, ob ich irgendwann noch erfahre, was aus den Betrugsanzeigen geworden ist…

Author: Sash Categories: Kollegengeschichten, Taxi