Category Archives: Sonstige Menschen

Mansplaining und co.

Gedanken des randomest Guy in the Internet

Fremde Männer, die Frauen die Welt erklären, obwohl sie erkennbar weniger Ahnung haben. Das ist ein Ding! Und zwar so wirklich. Natürlich ist es eigentlich Thema der vielen Frauen da draußen, hört also bitte nicht nur mir zu, sondern mehr noch denen.

Der Grund, warum ich als dahergelaufener Kerl auch meinen Senf dazugeben will, ist natürlich zum einen, dass ich das bei Twitter inzwischen selbst kennengelernt habe, mehr aber noch, dass ich auch mal darüber schreiben muss, dass ich selbst nur sehr sehr sehr knapp daran vorbeischramme, einer der ihren zu sein. Könnte also gut sein, dass dieser Text ironischerweise Symptom des eigentlichen Phänomens ist, vielleicht bietet er ja aber doch etwas Mehrwert.

Wie gesagt: Ich habe nicht den Erfahrungshintergrund, den so ziemlich jede Frau zu diesem Thema mitbringt, aber mich kotzt das inzwischen auch schon an: Man twittert „Hab mir an einer Bratwurst die Lippe verbrannt“ und sofort taucht irgendein Mann – und es sind zu 100% Männer! – auf, erzählt einem, wie lange man Würste nach dem Zubereiten abkühlen lassen sollte, welche Bratwurst die beste ist und warum der Begriff „Bratwurst“ irreführend ist, wenn man sie eigentlich gegrillt hat.

So gerne man dem einfach als soziales Wesen einen gewissen Mehrwert attestieren würde, passiert sowas halt nur, wenn die Wurst wirklich gebraten war, sie noch besser war als die empfohlene und man sie außerdem vom Nachwuchs ins Gesicht geklatscht bekommen hat, also wenig Einfluss auf die Abklingzeit nehmen konnte.

Und so als Einzelkommentar ist das immer noch beschmunzelnswert, aber es ist echt eine fucking Seuche, dass immer irgendein Vollhonk daherkommt, glaubt, dass man selbst mit den letzten 12 Worten sein komplettes Wissen in diesem Gebiet preisgegeben hätte und deswegen unbedingt noch zwei bis zweitausend weitere erklärende Worte bräuchte.

IHR SEID SCHEISSE!

Wann hat denn jemals jemand – insbesondere bei Twitter! – alle seine Bücher bis hin zur Doktorarbeit eingereicht, wenn er oder sie einen lustigen Post über Katzen bringen wollte? Es gibt keine Zielgruppe für Antworten wie „Eigentlich sind Katzen ja nachtaktiv!“. Ihr seid scheiße!

Und, ja ja, ihr „wolltet ja nur …“. NEIN! Ihr seid scheiße!

Ich will auch nur! Ich bin der größte Non-mansplaining-Mansplainer hier! Ich lese den halben Tag Zeug aus drölfzig Fachrichtungen und ich liebe es, mein Wissen zu teilen! So ganz egomanisch wie Ihr auch! Ich schaue mir z.B. Let’s-play-Videos fast ausschließlich von Spielen an, die ich schon gespielt habe, weil ich es geil finde, mehr zu wissen als die Dullis, die da gerade unvorbereitet in die eine krasse Mission stolpern. Noch schlimmer: Meine größten Tagträume, mit denen ich Stunden meines Lebens zugebracht habe, handeln davon, wie ich Leuten aus der Vergangenheit die moderne Welt zeige. Ohne Scheiß: Ich hab mir schon sehr minutiös ausgemalt, wie ich einem zeitreisenden Carl Benz mein Taxi mit all seinen Funktionen vorführe, einfach weil ich moderne Autos besser verstehe als er – obwohl er die Teile erfunden hat! Weil ich gerne mein Ego aufpolieren will, so ist das halt. Und ich tue das sicher immer noch zu oft auch im RL, aber ich versuche halt verdammt nochmal mich zu beherrschen und nicht fremden Frauen im Internet zu erklären, dass die Sonne aber auch ein Stern ist!

Dieter Nuhr hat sich leider in den letzten Jahren aktiv aus der Reihe zitierbarer Persönlichkeiten entfernt, aber ich war so oder so gewillt, sein ehemaliges Markenzeichen etwas abzuwandeln (und nebenbei zu zeigen, dass ich dennoch weiß, woher es kommt und wie ich es gesellschaftlich einordne) und möchte daher schließen mit einem:

WENN MAN NICHT WEISS, OB MAN MEHR AHNUNG ALS DER/DIE ANDERE HAT: EINFACH MAL FRESSE HALTEN!

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Hat geklappt

Da ist sie nun: Die Jobzusage. Erste Bewerbung seit rund einer Dekade, dazu auch noch eine gute Arbeit – und sie nehmen mich. Trotz fehlender formaler Berufsausbildung und trotz in meinen Augen eher suboptimal verlaufenem Vorstellungsgespräch.

Ich nehme an, dass ich von der Arbeit selbst eher weniger werde bloggen können, dieses Mal ist es ja was eher seriöses. Öffentlicher Dienst und so. An der großen Glastür, die meinen Arbeitsplatz von der Außenwelt trennen wird, steht jedenfalls schon mal groß, dass dahinter nicht fotografiert werden darf. Natürlich werde ich fragen, aber allzu viel sollte man da nicht erwarten. Darüber hinaus ist die Arbeit so speziell, dass sich auch nur schlecht anonym drüber schreiben lassen würde.

Ach ja, Arbeit, Arbeitsplatz – worum geht es eigentlich?

Das hier ist mein künftiger Arbeitsplatz:

Mein künftiger Arbeitsplatz, Quelle: Jörg Lange/Verkehrslenkung Berlin

Das ist die Leitstelle der Verkehrslenkung Berlin im Gebäude des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Fotografiert von etwa da, wo ich beim Vorstellungsgespräch mein Hemd durchgeschwitzt habe. An einem dieser Tische werde ich dann bald sitzen und mich darum kümmern, dass jeder, der hier schon mal im Kommentarbereich gemeckert hat, sein Leben lang nur noch rote Ampeln sehen wird. 😉

Mal im Ernst: Ich freue mich sehr drauf. Mal was ganz anderes machen, sich selbst neu erfinden … es gibt viele schöne Worte und Facebook-Posts mit geklauten Tweets und Blümchen im Hintergrund für sowas – und ich mach’s einfach. Fühlt sich gut an.

Zugegeben: Das mit der Kinderbetreuung wird dadurch jetzt echt zur Herausforderung. Aber über die werde ich immerhin regelmäßig bloggen können …

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Slapstick-Unterkunft

oder: Das A und O eines Hotelaufenthaltes

Ich muss einfach noch „kurz“ unseren Stuttgart-Aufenthalt von Anfang August aufgreifen. Für alle Interessierten: Wir haben uns mit nur 30% Rückerstattung zufrieden gegeben, weil wir keine Querulanten sind.

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. Stimmt schon. Aber mach das mal zu zweit mit Baby.
Wir sind bei Hotels nicht anspruchsvoll, also haben wir uns für unseren Stuttgart-Urlaub im unteren Preissegment umgesehen. Und waren im Grunde außerordentlich erfreut, dass sich das Angebot eines ortsansässigen A&O äußerst familienfreundlich gab. Zwei zusammenliegende Zimmer, davon eines mit Babybett, dazu eine Gemeinschaftsküche, ansonsten das übliche Tralala, drei Nächte mit Frühstück, nur knapp über 300 Euro, bitte, danke?

Leider nein.

Wir hatten die Kreditkarte im Vorfeld hinterlegt und schlugen erst spät am Hotel auf. Wir hatten 700 km Fahrt und ein mehrstündiges Treffen mit der Familie hinter uns, jetzt ging es ums Schlafen.

„Ich habe ihre Notiz gesehen, aber nun ist es so: Wir hatten ursprünglich zwei Zimmer nebeneinander für Sie gebucht, aber jetzt mussten wir wegen hoher Nachfrage … naja, sie haben jetzt Zimmer 106 und 270.“

Ja, man würde schon schnell über den Aufzug von einem ins andere …

Wir hatten die Zimmer extra so gebucht und telefonisch noch einmal nachgefragt, weil es uns darum ging, unser normalerweise sehr früh schlafendes Baby ablegen zu können und danach im zweiten Zimmer mit Babyphone noch etwas Zeit zu verbringen. Wenn das Babyphone keine Verbindung ins andere Zimmer hat, hat sich das alles erledigt.

Aber der Angestellte war nett und hat das spontan nochmal umgebucht. Ob es noch irgendwas zu beachten gäbe? Nein. Die Zimmer sind im ersten Stock und ausgeschildert.

Als sich die Fahrstuhltür öffnete, sahen wir in einen von Malervlies bedeckten, nur halb gestrichenen Flur mit herabhängenden Malerfassungen. Keine Schilder, nur an den Türen Notizen der Handwerker, wie welches Zimmer einzurichten ist.

Um diese Stelle abzukürzen: Unser Zimmer lag hinter der nächsten Brandschutztür „versteckt“ im nicht mehr akut zu renovierenden Bereich. Ein Hinweis darauf wäre wenigstens nett gewesen. Aber ich musste ja ohnehin wegen des Babybettes gleich wieder runter zur Rezeption.

Denn das mit dem Babybett war gelinde gesagt eine Doppelkatastrophe. Es empfing uns schon knautschig und offensichtlich nicht korrekt entfaltet. Wir haben ein ähnliches Modell zu Hause, daher haben wir das gleich gesehen und konnten es sogar mit einigem Hin und Her fertig ausklappen. Ist eine Scheißarbeit, hätte in dem Fall aber nicht unsere sein müssen.
Und dann? Überraschung: Es hatte keine Matratze!
Man kann nicht sagen, dass die Hotelangestellten das nicht bemerkt hätten, denn dem krumm dakauernden Bettchen lag eine schwer zu ermittelnde Anzahl weiterer (Erwachsenen-)Bettgarnituren bei.

„Wir dachten uns, Sie könnten vielleicht ein paar Decken reinstopfen …“, erklärte mir der Mann hinterm Tresen. Da hab ich kontern müssen:

„Guter Mann, bei unserem Kleinen mag das grenzwertig sein vom Alter her, aber ich erzähle ihnen jetzt mal was: Babys sind knackedoof. Die drehen sich auf den Bauch, blicken’s einen Nuller und ersticken dann. Einfach so. einen Haufen Decken anstelle von Matratzen in Babybetten stopfen geht gar nicht!“

Er wäre aber schon überall im Haus gewesen und sie hätten halt keine Matratzen mehr. Ich verstand das akute Problem sehr gut, aber wir waren mit dem Auto da und hatten so ein Bett zuhause. Ich hätte unser eigenes mitgebracht, wenn wir uns nicht extra telefonisch hätten versichern lassen, dass das mit dem Bettchen selbstverständlich garantiert wird. Arrrgh!

Ich hab mich hilfsbereit gezeigt, denn ich bin zum einen kein Unmensch, zum anderen wollten wir auch einfach nur endlich schlafen:

„Vorschlag meinerseits: Sie besorgen uns noch eine normale Matratze für Erwachsene. Wir legen die auf den Boden, da kann das Baby dann nicht zu tief fallen, das wird schon gehen für die drei Tage.“

Man kann wirklich nicht sagen, dass die Angestellten dort mies waren. Besagter Rezeptionist hat meine Idee dankbar aufgegriffen, auch mehrfach angemerkt, dass „alles ab jetzt natürlich nur eine kleine Verbesserung und nicht der Optimalzustand“ werden würde und einfach eine Matratze in unser Zimmer geschleift.

Baby konnte schlafen, ist auch wirklich nie aus dem „Bett“ gepurzelt, alles ok. Oder?

Nein.

Wie das denn mit der Gemeinschaftsküche und dem Kühlschrank dort sei, musste ich noch fragen, denn unser Spätzle musste ausgerechnet über den Urlaub hinweg noch zu kühlende Antibiotika nehmen.

Na das sei natürlich wegen der Renovierung gerade schlecht. Die Küche würde so einfach noch nicht existieren.

WHAT. THE. FUCK.

Wie gesagt: An den Mitarbeitern vor Ort lag es nicht. Die haben mir umgehend erlaubt, den Personalkühlschrank mitzubenutzen, wo wir fortan unsere Kühlakkus gekühlt haben. Was bedeutete, dass wir deswegen jeden Morgen und Abend zur Rezeption mussten, um die Dinger abzugeben und abzuholen.

Die Baustelle zeigte sich auch von Tag zu Tag innovativer. Mal mussten wir Leitern der Bauarbeiter aus dem Weg räumen, um die Tür freizumachen, hinter der unser Flur lag und ab Tag zwei war der Boden vor dem Aufzug von doppelseitigem Klebeband bedeckt, was einem leicht versehentlich die Schuhe ausziehen konnte.

Der zugesicherte Hochstuhl im Frühstücksraum war auch so eine Sache, denn auf die geschätzten 300 Sitzplätze kamen drei Hochstühle. Die billigen von Ikea, die keine 20 Euro kosten und von denen sich locker acht übereinander stapeln lassen. Aber nee, so viel wäre wohl zu viel gewesen. Drei. Fertig. Musste man halt mal warten.

Das war nur noch zu toppen durch den Abreisetag, an dem der Fahrstuhl zum Frühstücksraum aus irgendwelchen Gründen nicht dorthin fuhr. Nicht nur versuchten die dieses Mal sehr unmotivierten Mitarbeiter, einem Aufzüge zu empfehlen, die einfach nicht bis ins Untergeschoss führten, nein, sie zeigten auch sichtlich wenig Verständnis dafür, dass das mit Kinderwagen vielleicht ein kleines Problem sein könnte.

Und Tee gab es auch nicht: Weil ist ja Renovierung, deswegen kein heißes Wasser.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass in unserem neu renovierten Flügel zwar beherzt die Zimmer vergeben worden sind, allerdings bevor sie bei den Fernsehern die Sender eingestellt hatten. TV war also auch keine Option, im Übrigen auch das ohne vorherige Information. Wir sind nun wirklich die letzten, die zum Fernsehgucken ins Hotel gehen, aber wie man sieht: Wir haben es bemerkt …

Obwohl wir unseren Urlaub gut um all das herumbiegen konnten: Arg viel desaströser geht es vermutlich wirklich kaum. Und ganz ehrlich: Ohne Renovierung wäre bis auf den Hochstuhlmangel wohl nix von all dem passiert. Aber ja, auch dann darf halt nicht alles auf einmal schief laufen, auch das gehört zu der Organisation, für die man zahlt.

Wie auch immer. Wir haben es überlebt und das Hotel unseren Rabatt sicher auch. Weitermachen!

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Muss man wissen

Heute auf dem Heimweg vom Nebenjob. Eine Mutter und ihr Sohn laufen sich auf dem Marktplatz entgegen.

Mutter: „Was fällt Dir ein! Eine Stunde zu spät!“
Sohn: „Aber es ist halb …“
Mutter: „Wir haben NEUNZEHN ACHTUNDZWANZIG! Ich hab gesagt …“
Sohn: „Du hast halb sieben gesagt!“
Mutter: „HALB SIEBEN IST ACHTZEHN DREISSIG!“
Sohn: „Dann sag doch Achtzehn Dreißig!“
Mutter: „NEIN, das musst Du ALS ELFJÄHRIGER BENGEL ja wohl wissen!

#sowillichnichtwerden

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