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Archiv für die Kategorie ‘Presse’


Daisy, Chaos, Schnee! Brutal!

9. Januar 2010

Also irgendwie hab ich mir das “Schneechaos” am Wochenende etwas heftiger vorgestellt als das, was zumindest in Berlin bisher passiert ist. Wir haben ein bisschen Schnee gehabt. Im Januar. Wie beeindruckend!

Hoffe ja mal, da kommt noch ein bisschen mehr an Schnee, Verwehungen und Ausnahmezustand. Sonst bleibt Daisy wohl, was es schon immer war: Eine Ente.

Author: Sash Categories: Fernsehen, Internet, Medien, Presse, Vermischtes

Na da bin ich doch gerne politikverdrossen…

16. Dezember 2009
Politik in Cux, Quelle: Sash

Politik in Cux, Quelle: Sash

Author: Sash Categories: Fotos, Lichtblicke im Alltag, Medien, Presse

THF/3.400.000

30. Oktober 2009

Und einmal mehr bin ich via Aros Blog auf was interessantes gestoßen:

Die von der taz flankierte Forderung, das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof unter allen Berlinern aufzuteilen.

Das Plädoyer in der taz

Erste Reaktionen (auch taz)

Seit einem Jahr ist der ehemalige Flughafen nun Geschichte. Der Volksentscheid brachte den Befürwortern nicht genug Stimmen, sodass seit November letzten Jahres über den Dächern der Anwohner tatsächlich Ruhe eingekehrt ist. Die nun funktionslose Fläche hat ziemlich genau die Ausmaße des Central Park in New York City und stellt die Stadt genau wegen ihrer Einzigartigkeit wieder vor ein Problem:

Was zur Hölle macht man als finanziell klamme Millionenstadt mit plötzlich auftauchenden 340 Hektar Freifläche? Zumal natürlich jeder dahergelaufene Vollspaten irgendwelche Pläne hat.

Die Meinungen über die sinnvollste Nutzung gehen weit auseinander. Vom Senat über Wirtschaftsgrößen bis zu Bürgerinitiativen und Autonomen scheint jeder eine eigene Idealvorstellung vom zukünftigen Treiben dort zu haben. So reichen die Vorschläge auch von Technologieparks über Nobel-Wohn-Viertel bis zu Volksparks und gar der Errichtung eines Berges.

Nun allerdings kam ein nicht uninteressanter Vorschlag zum Thema:

Man teilt das Flughafengelände unter den Berliner Bürgern auf. Durch die zufällige Übereinstimmung zwischen Flugfeldgröße und Einwohnerzahl bliebe für jeden Berliner ein symbolträchtiger Quadratmeter zur persönlichen Gestaltung.

Der Vorschlag versteht sich als radikal- und basisdemokratisches Experiment.

In genau diesem Punkt finde ich die Sache auch interessant. Denn natürlich wäre es beinahe die bekloppteste Idee seit Existenz des Flughafens, das Feld in einen Wald von Schildern zu verwandeln, auf denen jeder – einer pro Quadratmeter – seine Ansprüche kundtut. Aber genau das wäre auch kaum zu erwarten. Der eine Quadratmeter hat für sich genommen keinen sonderlich hohen Nutzwert – da der Raum nicht einmal ausreichend wäre, ein Bett dort unterzubringen. So ist es das wahrscheinlichste, dass sich neben ein paar exzentrischen Eigenbrödlern durchaus Initiativen finden würden, die für größere Projekte Verbündete suchen.

So wäre es durchaus denkbar, dass am Ende von den vielen schon existenten, teilweise halbgaren Vorschlägen einige tatsächlich durchgesetzt werden könnten. Was sind schon 7.500 Leute in Berlin? So viel wären nötig, um beispielsweise einem Fußballplatz seinen Platz zu sichern. Genügend Anhänger für großflächige Grünanlagen, Spielplätze, Wiesen und dergleichen finden sich wahrscheinlich schon unter den Anwohnern.

Natürlich wäre eine derartige Aktion mit der Gefahr verbunden, dass auch selten dämliche Projekte ihren Platz finden würden. Aber wenigstens wäre diese Dämlichkeit ein Abbild der Berliner Bürger, jedes dort entstehende Chaos würde höchstens die Stadt treffend beschreiben und wenn man sich jetzt überlegt, was für ein gewaltiges Potenzial diese Lösung bereithalten könnte, wenn es nicht zum “Worst Case” kommt… dann kann man fast überwältigt sein.

Ich meine, wir reden hier von Platz für soziale Projekte, von Stadtverschönerung, von Platz für Kunst im öffentlichen Raum. Und vielleicht auch von Schwachsinn, den ich heute nicht einmal abschätzen kann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorschlag gehört wird, ja gar umgesetzt wird, ist natürlich denkbar gering.

Die Stadt hat mit einer verödenden Wiese ja wahrlich viel zu verlieren bei dieser Aktion. Am Geld – so mutmaße ich mal – wird es indes wohl eher nicht scheitern, da ich denke, dass sich die Menschen ihre persönlichen Lieblingsprojekte durchaus was kosten lassen würden.

Wie ihr merkt: Mir gefällt der Gedanke. Wie so oft bei Einzelaktionen wäre das sicher kein Meilenstein in der Weltgeschichte, aber die Vorstellung, etwas völlig unabsehbares anzugehen und etwas derart innovatives zu fördern, finde ich extrem anregend.

Natürlich gäbe es eine Menge Detailfragen zu klären, eine Menge Strukturen zu erschaffen, um das Ganze durchführen zu können und es wäre mit Sicherheit nicht einfach mal kurz in ein paar Wochen erledigt. Aber diese Probleme ergeben sich bei den meisten “konventionellen” Ideen auch.

Ehrlich gesagt: Ich wüsste gerade auch noch nicht, wofür ich meinen Quadratmeter nutzen oder zur Verfügung stellen würde. Sicher jedoch nicht für neue Bürogebäude oder einen neuen Flughafen…

Und das ausschließen zu können, wäre doch auch schon schön :)

Author: Sash Categories: Internet, Medien, Politik, Presse

Zeit für Drogen!

19. Oktober 2009

Wow! Ich bin wirklich von ganzem Herzen sarkastischer Pessimist, was die Gesellschaft und die Menschen auf dieser Welt angeht. Da fühle ich mich ja fast schon persönlich getroffen, wenn jetzt bei der “Zeit” ein Text zur Legalisierung von Drogen erscheint. Es ist unschwer zu erahnen, dass der Autor meinen Nerv trifft – wenngleich ich seiner Argumentation teilweise nicht viel abgewinnen kann. Denn das Hochrechnen von Leid gegen Leid ist eine zumindest fragwürdige Geschichte.

Aber es ist ein Thema, über das ich hier im Blog – soweit ich mich erinnern kann – noch nicht wirklich viel geschrieben habe, also greife ich es doch gerne mal auf, wenn lawblog.de es mir im Feedreader doch so schön auf dem Silbertablett serviert.

John Gray betrachtet in seinem Artikel den “Krieg gegen die Drogen” als gescheitert an und verweist auf zigtausend Tote in den Kämpfen rund um die ein oder anderen Suchtmittel. Er verweist insbesondere auf die durch die Illegalität entstehenden hohen Preise für Drogen, den Zwang zur Beschaffungskriminalität und auch darauf, dass die Drogenszene einen vermeintlich einfachen Weg des sozialen Aufstiegs in manchen Kreisen verheisst, der allerdings mit einer Sozialisierung in eine gewalttätige Bandenkultur einhergeht. Desweiteren schneidet er an, dass derzeit die Gewinne der Drogenkartelle oftmals eine Unterstützung des Terrorismus sind.

Die Gegenargumente auf moralischer Seite – das Leid der Betroffenen – wischt er mit der Behauptung beiseite, den Menschen selbst gehe es bei staatlich kontrollierter Drogenabgabe immer noch besser. Zudem fügt er an, dass die Prohibition bei Drogen ein eigentlich junges Phänomen ist, was sicher auch als Seitenhieb gegenüber den Konservativen Vertretern einer harten Drogenbekämpfung verstanden werden kann, da es die Normalität von Drogen in der Gesellschaft unterstreicht.

Ich gebe dem Autor mit ein paar Abstrichen Recht.

Nun wisst ihr: Ich arbeite in einem Job, der sich nur mit zwei legalen Drogen (Nikotin und Koffein) verträgt, und es sollte klar sein, dass ich nicht meinetwegen für eine Freigabe der anderen Drogen plädiere. Zugegeben, ich würde durchaus gerne mal wieder während des Urlaubs einen Joint rauchen können – ein Vergnügen, auf das ich seit nunmehr mehreren Jahren verzichte, da die Abbauprodukte von THC zu lange nachweisbar sind, als dass ich da meines Jobs noch sicher sein könnte. Aber sonst?

Es fängt ja eigentlich schon mit der schwierigen Frage an, was Drogen sind, wer sie wie verwendet und ob sie dementsprechend überhaupt nötig sind. In letzter Konsequenz wage ich zu behaupten, dass Drogen an und für sich als Produkte nötig sind (Schmerzmittel), als Genussmittel eigentlich verzichtbar, aufgrund unserer Menschlichkeit allerdings nicht zu beseitigen sind.

Sind wir mal ehrlich: Ein drogenfreies Leben ist eine wunderbare Vorstellung, und es gibt auch einige Menschen da draussen, die das in Bezug auf das, was gemeinhin Droge genannt wird, auch ganz gut schaffen und sehr zufrieden damit sind. Die meisten allerdings nicht. Ich möchte hier gar nicht aus meiner Position als Alkoholtrinker und Nikotinabhängiger gegen ein drogenfreies Leben anschreiben, aber schon unser verhältnismäßig zivilisiertes Land besteht zu einem Gutteil aus Leuten, die ihren normalen Lebensrhytmus nicht einhalten könnten, wenn sie der Kaffee morgens nicht aufputschen würde. Dazu kommen sicher noch ein paar Millionen, die die körperlich positiven Wirkungen eines eiligst verschlungenen Schokoladenstückchens erliegen, wenn ein seelischer Tiefpunkt erreicht ist. Man braucht also eigentlich beim Thema Drogen noch gar nicht bis zu den “harten” legalen oder gar den illegalen Drogen gehen, wenn man argumentiert.

Aber spätestens beim Feierabendbier und der Zigarette danach wird offensichtlich, dass die meisten Menschen zumindest gelegentlich Mittel zu sich nehmen, die ihre körperliche und / oder psychische Verfassung in irgendeiner Art und Weise angenehmer machen.

Dass die Grenze zwischen Legalität nun ausgerechnet zwischen Alkohol und THC angesiedelt ist, lässt ja bekanntermaßen nicht nur die ganzen Hardcore-Kiffer, sondern auch anerkannte Drogenexperten ratlos zurück.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Drogenkonsum hat in jeglicher Form Folgen für die Gesundheit und verursacht damit natürlich auch gesellschaftliche Kosten. Da sind wir uns einig. Aber wir sollten uns der Logik wegen durchaus auch die Frage stellen, welche anderen Auswirkungen sie haben. Selbst zu den illegalen Drogen zählen etliche Aufputschmittel, und es gibt noch nicht einmal Zahlen darüber, wieviele Milliarden Euro jedes Jahr zusätzlich erwirtschaftet werden, weil Menschen unter ihrer Zuhilfenahme in der Lage sind, 18 Stunden wertschöpferischer Arbeit nachzugehen. Und ohne meine Koffeintabletten hätte ich auch schon ein paarmal früher Feierabend gemacht…

Zunächst aber ist festzuhalten, dass Drogenkonsum ein gesellschaftlich altes Ritual ist. In jeder Kultur sind zumindest einige (gesellschaftlich nicht unwichtige) Leute immer befugt gewesen, sich das Gehirn zuzunebeln, um dem Pöbel zu erklären, dass es Götter gibt, dass das Leben mehr bietet als das, was man sieht. Und wer Geld hatte, hat sich auch zu fast jeder Zeit mit irgendwelchen berauschenden Mitteln der Kunst oder der Liebe hingegeben. So schlecht das für den einzelnen gewesen sein mag, so wenig ist auch nur abzuschätzen, was unsere Kultur ohne Drogen überhaupt wäre.

Aber bleiben wir in der heutigen Zeit:

Die Drogen, von denen wir eigentlich sprechen wollen, sind heutzutage mit wenigen Ausnahmen Probleme der unteren sozialen Schichten. Zwar denke ich, dass der brave CDU-Wähler erschrecken würde, wenn er wüsste, wie viele Politiker und Manager gelegentlich Koks konsumieren, aber was man in der Gesellschaft neben den legalen Drogen mitbekommt, sind doch eigentlich die Nachrichten über Drogentote auf der Straße, über Kämpfe in irgendwelchen Ländern, die wir nur schwer auf einer Landkarte finden, über planlose Jugendliche, die unser Bildungssystem in Frage stellen und nebenbei noch ein paar Bodybuilder mit verkümmerten Genitalien.

Also hey, alles nix was uns als normale Menschen was angeht, oder?

Aber natürlich tut es das! Denn unsere Gesellschaft ist lange nicht mehr auf dem Stand, dass Einzelereignisse keine Auswirkungen auf den Rest mehr haben. Es war sicher ein grundsätzlich gut gemeinter Ansatz, die Menge an gefährlichen Drogen in der Gesellschaft zu dezimieren und sie für Idioten unzugänglich zu machen. Leider ist das sogar für den Fall, dass Wolfgang Schäuble irgendwann Alleinherrscher wird, nicht machbar. Genausowenig wie es absolute Sicherheit in Punkto Gewalt gibt, gibt es sie im Bezug auf Drogen.

Ganz von der Hand zu weisen ist die Argumentation, dass eine Illegalisierung eine gewisse Abschreckung bewirkt, zwar nicht – im Falle von schwer süchtigmachenden Substanzen liegt hier allerdings auch eine besondere Perfidie gegenüber den Menschen vor, die vielleicht aus Dummheit mal einen Fehler gemacht haben. Denn letztlich treibt man diese Menschen nun dazu, sich auf einem unübersichtlichen Markt zu versorgen, der weder Qualitätskontrollen kennt, noch in irgendeiner Form Sicherheiten kennt. Da sich jeder dort agierende Mensch immer mit einem Fuß im Gefängnis befindet, ist es nur logisch, dass sich so ein Milieu bildet, dass im Großen und Ganzen durch Gewalt und Einschüchterung zusammenhält. Sobald man illegale Drogen erwirbt, verwirkt man jegliche rechtliche Sicherheit. Klar kann ich meinen Dealer nicht verklagen! Also auf’s Maul!

Insofern ist die Aussage von Gray, dass die Betroffenen im Falle einer Freigabe von Drogen gesünder leben würden, kein lahmes Umherlabern, sondern ein handfestes Argument. Denn im Falle einer Legalisierung könnte man natürlich eine Art Qualitätssicherung einführen. Man könnte juristische Rahmen für die Geschäfte entwerfen – und das ist ja nicht alles.

Wenn das Ganze in den anerkannten Wirtschaftskreislauf überführt wird, sinken die Preise für den Endverbraucher, und das obwohl eine ganze Multi-Milliarden-Industrie aus der Illegalität in die Öffentlichkeit wandern könnte. Es bestünde die Möglichkeit, aus den Millionen Händlern und Zulieferern legal arbeitende Menschen mit sozialer Absicherung zu machen. Zum einen würden die weiterhin nach alten Mustern operierenden Kartelle langsam bedeutungsloser werden – was den bisherigen Protagonisten bei der Herstellung und im Verkauf unglaublich helfen würde. Zum anderen gäbe es Chancen auf staatlicher Seite, auch auf die Drogen selbst Steuern zu erheben, was zusammen mit der Entlastung von Judikative und Exekutive die gesellschaftlichen Kosten des Drogenkonsums wahrscheinlich über Nacht in eine dicke Einnahmequelle verwandeln würde.

Bei allem Verständnis für die Angst vor mehr Drogensüchtigen darf man nicht vergessen, dass man zur selben Zeit Millionen Menschen ein vernünftiges Leben erst ermöglicht. Und ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass wir eine Menge Leute entlasten, die wirklich nie irgendwas schlimmes gemacht haben, außer etwas zu konsumieren.

In dem Punkt sehe ich mich wieder selbst als gutes Beispiel. Vor Jahren habe ich hier und da gelegentlich etwas Gras geraucht. Das mache ich seit Ewigkeiten nicht mehr, aber es hätte sein können, dass ich deswegen meinen Job heute nicht machen könnte oder nie die Chance hätte, gewisse andere Berufe zu ergreifen. Weil ich ein paar Mal einen Abend lang Spaß hatte, ohne dass irgendwer dabei zu Schaden gekommen ist…

Sind wir doch mal ehrlich: Was maßt sich unser Staat eigentlich an, derart über unsere Freizeit zu bestimmen?

Natürlich bin ich nicht dafür, dass noch mehr Drogen konsumiert werden. Es sind tausende, die durch Drogenkonsum auch ohne ihre Kriminalisierung gestorben wären. Ebenso ist Verelendung nichts, was den Abhängigen von hochpreisigen Drogen vorbehalten ist. Einen Ausblick auf dieses Leben geben ja die vielen Alkoholabhängigen unter den Geringverdienern und Arbeitslosen. Das wichtigste ist aber Prävention in Form von Aufklärung! Und wenn wir ehrlich sind: Die wird momentan einfach nicht zufriedenstellend geleistet. Wer hat denn in der Schule ernsthaft was über Drogen gelernt? Mit viel Glück hat man ein paar Horrorbilder von fast toten Junkies gesehen, und irgendwann war ein Polizist zu Besuch, der einem erklärt hat, dass man sterben kann und keinen Führerschein bekommt, wenn man Drogen nimmt. Vielleicht bin ich ob dieser Methoden etwas zu pessimistisch, aber wenn man nach solchen Erläuterungen dann irgendwann vielleicht doch mal Drogen nimmt, stellt man plötzlich fest, dass man danach immer noch lebt und es niemand mitbekommen hat, man also auch seinen Führerschein behalten darf. Das animiert nicht gerade dazu, es bei einer einmaligen Erfahrung zu belassen, wenn es ansonsten doch lustig war.

Es müsste Platz gemacht werden für ernstliche wissenschaftliche Aufklärung ohne das Damoklesschwert mit den eingravierten Buchstaben “Und ausserdem isses eh verboten, also Finger weg!”

Dass ich nicht dafür bin, Heroin an Kleinkinder abzugeben, schreibe ich mal vorsichtshalber hier hin. Ich hoffe, auf die Idee ist jetzt niemand gekommen… gegen eine wie auch immer geartete Zugangskontrolle habe ich nichts einzuwenden.

Ich bin mir sicher, dass es andere Möglichkeiten als die jetztigen gibt. Aber wie bei so vielen Themen müsste man dazu ohne parteipolitische Scheuklappen sachlich an ein Thema rangehen. Wieso widerlegen Politiker diese Theorien immer mit Drogenstatistiken rund ums Kottbusser Tor? Wieso hackt die Bild-Zeitung auf Jugendlichen aus dem Drogenmilieu rum, die sich eine Handtasche klauen, ohne mal wenigstens bis zur Frage nach dem Preis für Drogen zu recherchieren? Bzw. zu denken…

Und da sind wir wieder an dem Punkt, der mich am politisch konservativen Geschehen so ankotzt: Man versucht ungeachtet der enormen Möglichkeiten am Status Quo festzuhalten. Denn von da aus, wo die Entscheidungen getroffen werden, sieht es ja immer so schön aus, als würde alles funktionieren. Dass Bayern Solarzellen nach Honduras exportiert ist eine schöne Geschichte, dass Horst Seehofer aber über genauso viele oder wenige Umwege mit einem erschossenen 14jährigen in Mexico-City in Verbindung gebracht werden könnte… wie kann ich es nur wagen, sowas auszusprechen?

Aber vielleicht flammt die Debatte ja mal wieder auf…

Author: Sash Categories: Internet, Medien, Politik, Presse, Vermischtes

Schweinisch!

27. Juli 2009

Hab gerade bei Pharmama den Eintrag zum “Grippchen” lesen müssen und fühlte plötzlich den Drang, meinen Senf auch dazu zu geben. Bitte:

Die “Schweinegrippe”, die derzeit mit offiziellen Pandemie-Ehren über den Planeten wabert, ist doch eigentlich lächerlich! Ein neuer Grippevirus, scheinbar ohne besonderen Drang, irgendwelche Highscores zu knacken, verbreitet sich schnell und legt hier und da ein paar Leute flach. Das passiert ständig, es sterben auch jedes Jahr eine Menge Menschen, aber heute isses mal wieder so schlimm wie nie.

Den wahrscheinlich besten Blogeintrag dazu kann man bei Paramantus lesen (dessen Blog ich im Übrigen auch gerne weiterempfehle!), der bringt die Absurdität schön auf den Punkt.

Nun wird schon auf Impfstoffe gehofft, um Bestände der Allheilmittel geschachert und inzwischen glauben wahrscheinlich sogar irgendwelche Einsiedler, dass sie sich vor dem nächsten Geschlechtsverkehr mit Vierbeinern besser impfen lassen sollten. Die Bundesregierung will für ein Drittel der Bevölkerung vorsorgen. Hallo?

Ich hatte es mit Ozie derletzt auch schon drüber: Ich als Taxifahrer in einer Touri-Metropole bin sicher ein geeigneter Kandidat für Impfungen (nach den direkt bedrohten im medizinischen Sektor). Aber werde ich mich wirklich impfen lassen? Gegen Grippe? Ehrlich gesagt: Eher nicht.

Ich möchte hier auch keine Witze reissen, denn natürlich sind Leute an der Krankheit gestorben. Und das ist traurig, keine Frage! In 98% aller Fälle aber – wie bei jeder anderen Grippe auch – liegt man ein paar Tage flach, und dauert – wie es so schön heisst – ohne Medikamente 14 Tage, und mit Medikamenten nur zwei Wochen. Eher weniger. Der einzige Grund, weswegen ich mich überreden lassen könnte, mich zu impfen, sind ehrlich gesagt meine Kunden. Da die Grippe aber im Allgemeinen recht schnell zuschlägt, ist das wahrscheinlich auch nur bedingt nötig.

Das witzige ist ja, dass Experten eher davor warnen, jetzt bereits verfügbare Mittelchen wie Tamiflu zu verwenden, weil es zum einen kaum was bringt (1 Tag schneller gesund angeblich), und zudem dafür sorgen könnte, dass schneller resistente Viren entstehen. Aber was soll’s? Mit Panik lässt sich einfach besser Geld verdienen. Medikamente, Zeitungen… geht weg wie sonst noch was, das Zeug!

Ich hab’s in meinem Comment bei Pharmama schon geschrieben: Meine ehrliche Meinung zur “Schweinegrippe”?

“Ich hoffe, ich krieg sie bald, dann hab ich’s weg!”

Meine 15 Minuten…

19. Juli 2009

Tja, ich bin ja eigentlich ein recht durchschnittlicher Blogger. Mein Erfolg im www ist immer noch sehr einfach zu übertreffen. Ein einziger Tag mit mehr als 650 PI’s und eine kleine aber treue Lesergemeinde mit dem Hang zu täglichen Kommentaren reicht schon aus, mich zu schlagen. Virtuell natürlich nur…

Den Zenit meines medialen Ruhmes hatte ich mit meinem alten Blog mit der namentlichen und blogadressentlichen Erwähnung in der gedruckten Tomorrow, was ich dem Wirt AW zu verdanken habe, der – selig sei der Voyeurismus am Durchschnittlichen – heute noch zu meinen Lesern zählt.

Der neue Blog wird nach wie vor nur verlinkt und nicht gedruckt, aber meinen nächsten Auftritt im realen (will heißen: gedruckten) Leben habe ich selbst wahrscheinlich in der Septemberausgabe der Neon. Ich verlinke das hier gar nicht, weil ich eigentlich kein überzogener Liebhaber von Lifestyle-Magazinen bin. Jeder, der mich kennt, weiss dass ich das personifizierte Gegenbild eines Lifestyles bin. Ich habe zeit meines Lebens eigentlich nur gemacht, worauf ich Bock hatte, hab alle Klamotten getragen, die es in sowas ähnlichem wie meiner Größe noch zu einem zweistelligen Betrag zu erwerben gab, und mein Lebenswerk besteht zu großen Teilen aus anonymer medialer Selbstausschlachtung, Alkoholexzessen und der (immerhin weiterverbreiteten) Theorie, dass Menschen sich überwiegend bekloppt verhalten.

Aber ich kann einfach nicht nein sagen…

So kam es dann eben, dass mich vorgestern zwei Gestalten mit einem durchnässten Schreibblock und einer Kamera, die meine in Unhandlichkeit und Qualität weit übertrifft, am Taxistand vor dem Berghain gefragt haben, was ich zum Nachtleben – ganz allgemein – zu sagen hätte.

Nun bin ich zwar das Gegenteil eines Nachtschwärmers – ich arbeite zu der Zeit und ansonsten ist mein Leben mit erschreckender Planungssicherheit nur darauf ausgelegt, dass die Leute zu mir, und nicht ich zu ihnen, kommen – aber solche Argumente zählen ja wenig.

Schließlich habe ich ja auch ein Händchen für Wortakrobatik, und so kam es, dass ich den Satz “Nachts ist die Stadt bunter als tagsüber” formulieren konnte, während der Neon-Schreiberling versuchte, überhaupt mal klarzukommen, weil ja alles naß war, und sich das Schreiben so nur schwer bewerkstelligen ließ.

Wie dem auch sei: Zumindest angeblich waren sie begeistert von dieser kurzen, prägnanten, fragwürdigen und kuriosen Aussage meinerseits, dass sie mich baten, für ein Foto durch die Scheibe meines Taxis zu glotzen und mir beinahe versprachen, dass das in der gedruckten Ausgabe landet. Was bin ich da froh drüber. Die Nacht war eklig schwül, und ich saß schon 7 Stunden hinter dem Steuer. Vielleicht auch nur vier. Ich war naßgeschwitzt, und zudem bin ich natürlich just an dem Abend sichtbar unrasiert rumgerannt. Wenn das kein vertrauenserweckendes Foto geworden ist, dann weiss ich auch nicht.

Naja, mal sehen…

Ein wenig amüsiert…

27. März 2009

…hinterlässt mich übrigens gerade diese DNA-Geschichte mit dem “Phantom”, das nun seit Jahren durch die Polizeiszene geistert. Offenbar waren mit DNA verunreinigte Wattestäbchen daran Schuld, dass bei verschiedensten Verbrechen (wie z.B. dem Heilbronner Polizistinnenmord) immer der gleiche genetische Fingerabdruck gefunden wurde. Ich kann es ja verstehen, dass man sich auf DNA-Spuren verlässt. Soll ja eine ziemlich eindeutige Sache sein. Aber 16.000 Überstunden im Süden unseres Landes, um eine durchs Land marodierende mordende und klauende drogenabhängige Transe zu finden… fantastisch!

Ich bin kein Polizist, erst Recht kein Profiler. Aber das Täterprofil ist wirklich so dermaßen absurd, dass man jetzt im Nachhinein natürlich lachen muss, und sich denken: “Das konnte doch nicht ernstlich einer glauben!?”

Links zum Thema:

  • Spiegel (sind noch weitere Artikel online)
  • taz
  • Bild (toppen mit der Überschrift natürlich alles!)

Getoppt wird das aber alles von der Idee des Bundes deutscher Kriminalbeamter, deren Sprecher als Lösung vorgeschlagen hat, dass die Hersteller doch gleich genetische Daten ihrer Mitarbeiter den Stäbchen beilegen sollten, um derartige Pannen auszuschließen. Vielleicht auch noch das von deren Haustieren und Verwandten? Nachbarn? Der ganzen Stadt? Warum denn nicht…