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Archiv für die Kategorie ‘Fernsehen’


Daisy, Chaos, Schnee! Brutal!

9. Januar 2010

Also irgendwie hab ich mir das “Schneechaos” am Wochenende etwas heftiger vorgestellt als das, was zumindest in Berlin bisher passiert ist. Wir haben ein bisschen Schnee gehabt. Im Januar. Wie beeindruckend!

Hoffe ja mal, da kommt noch ein bisschen mehr an Schnee, Verwehungen und Ausnahmezustand. Sonst bleibt Daisy wohl, was es schon immer war: Eine Ente.

Author: Sash Categories: Fernsehen, Internet, Medien, Presse, Vermischtes

Yeaahh!

25. September 2009

Vier kleine Worte haben gereicht, um die inländische Medienlandschaft zumindest ansatzweise umzugraben: “Und alle so: Yeaahh”

Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendein Leser meines Blogs noch nicht über diese Worte gestolpert ist in den letzten Tagen, aber das ist wieder mal so ein Thema, von dem ich die Finger nicht lassen kann. Falls der ein oder andere doch noch nicht wissen sollte, worum es geht, fange ich mal ganz von vorne an:

Seit der Geburt des Internets, und mehr noch seit der langsamen Etablierung des sogenannten Web 2.0, sind immer mal wieder Memen aufgetaucht. Memen sind, um den etwas arg theoretischen Wikipedia-Artikel zusammenzufassen  Informationseinheiten, die in einem gewissen Kontext Verbreitung finden. Zumeist handelt es sich hierbei um schlicht witzige Dinge, und wer sich die nicht uninteressante Liste von Internet-Memen (englisch) durchsieht, wird feststellen, dass er das ein oder andere Video oder Bild kennt und vielleicht selber mal kommentiert, beworben oder weitergeschickt hat. Ist ja auch erstmal egal, ob es dazu einen Namen gibt oder nicht.

Naja, die “Yeaahh”-Geschichte:

Es war wohl in Hamburg, als ein Unbekannter (der sich jetzt wahrscheinlich in den Arsch beisst, weil er de facto eine Sachbeschädigung begangen hat und sich damit wohl kaum noch melden können wird) ein CDU-Plakat “verschönerte”, indem er hinter die markigen Worte “DIE KANZLERIN KOMMT” eben folgendes schrieb:

“Und alle so: Yeaahh”

Das fand ein anderer (nehme ich zumindest mal an) so witzig, dass er es fotografierte und bei Flickr online stellte. Ab da schlug das Web 2.0 zu: Das Bild wurde weiterverbreitet, ging über Nerdcore zu Spreeblick, wo es auch umgehend zu einem eigenen Song verarbeitet wurde. Den Rücksprung in die reale Welt schaffte die Geschichte dann wiederrum in Hamburg, wo bei einer Rede von Angela Merkel während einer Art Flashmob auch zu den unsinnigsten Sätzen wiederholt und laut “Yeaahh” gerufen wurde. Im Netz selbst bloggte nun auch Lukas von coffeeandtv.de über die Sache und steuerte einen eigenen Song bei, und nun verselbstständigen sich auch die Flashmobs, sodass nach Hamburg Mainz und Wuppertal an der Reihe waren und der Abschluss wohl an diesem Samstag bei der Kundgebung hier in Berlin stattfinden wird. Dass ein Wahlkampfauftritt mal gestört oder kreativ mitgestaltet wird, ist nicht zu selten – wovon insbesondere Kleinparteien schärferen Profils sicher ein Lied singen können. Diese “Yeaahh”-Geschichte aber schaffte es immerhin bis in die Tagesthemen und ist meines Erachtens nach fast schon eine neue Dimension dieser Form der Vernetzung.

Der sicher nicht unkritisch gedachte Kommentar auf dem Wahlplakat führt nun über zig Umwege tatsächlich zu einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne, in die sich noch dazu alles reininterpretieren lässt, außer einer Unterstützung für die Union.

Anhänger der Piratenpartei greifen das Geschehen als Thema für sich auf, und Angela Merkel reagiert (zumindest laut den Tagesthemen) immerhin mit der nötigen Coolness und spricht von “meinen Freunden aus dem Internet”, was aber bei aller verständlichen Klippenumschiffung in diesem Fall nur einmal mehr die Unwählbarkeit dieser Frau zeigt. Jemand, der immer noch glaubt, es gebe “das Internet”, das – trotz dieses eindeutigen Gegenbeweises – scheinbar nichts mit der restlichen Welt zu tun hat, gehört nicht auf irgendeine Bühne der Zeitgeschichte in diesem Jahrzehnt! Und schon gar nicht auf eine des nächsten…

Im Übrigen ein schöner Anlass, hier noch mal eine 28minütige Berg- und Talfahrt in Form eines haarsträubenden und zugleich irre komischen “Gesprächs” zwischen Schumacher, Tiedje und Lobo zu verlinken, die mich letzte Woche an meinem Verstand zweifeln ließ, weil hier nicht nur das Internet plötzlich eine einzelne Gruppe ist, sondern diese auch noch von Sascha Lobo regiert sein soll, was ich bei allem Respekt für seine sprachlich gewandten Konter in diesem Gespräch und gewissen tragbaren Grundeinstellungen für eine ganz und gar nicht gute Idee halten würde.

Die Diskussion darüber, ob man auch mit ganz offensichtlich (und nicht nur unterschwellig wie immer) sinnlosen Phrasen Wahlkampf betreiben oder mitgestalten sollte, ist sicher schon in vollem Gange, auch wenn ich das nicht sicher sagen kann, da mir die inzwischen 45.600 Google-Ergebnisse zu “und alle so yeaahh” ein wenig zu viel zum Durchlesen waren.

Und diese Fragen sind natürlich berechtigt, da die Bundestagswahl – bei allen Kritikpunkten an ihrer Praxis oder gar ihres Sinns – zur Zeit zumindest die wichtigste Form der politischen Mitbestimmung in diesem Land ist. Darf man hier einen auf gaga machen?

Meine Meinung dazu ist eindeutig: Ja!

Denn selbst die Kommunikation einer ablehnenden Haltung ist immer noch ein politisches Statement, und dass auch ein gewisser Humor immer seinen Platz in der Politik gehabt hat, ist nicht  zu verleugnen. Klar stösst das dem einen oder anderen bitter auf, aber andere würden sich sonst gar nicht für Politik interessieren, und das einzig traurige ist, dass am Ende dieser erheiternden Episode deutscher Wahlkampfidiotie wahrscheinlich wieder das Internet für die Verflachung des Niveaus herhalten muss, obwohl hier nur Inhalte transportiert werden, die nach wie vor von Menschen aus Fleisch und Blut erschaffen, diskutiert und auch aufgenommen werden.

Und wenn ich so über meinen Artikel zum Brief von Frank-Walter Steinmeier nachdenke:

“Und alle so: Yeaahh” hätte als Kommentar eigentlich völlig gereicht.

Kinderpornos und so…

26. März 2009

Um mal ein Thema der letzten Tage – und leider nicht nur der letzten Medien – aufzugreifen: Die geplante / gewünschte Blockierung von Internetseiten, die Kinderpornos enthalten, seitens der Provider:

Die Telekom also “weigert sich”, Seiten mit derartigem Inhalt zu sperren. Das ging groß durch die Presse, und ich möchte hiermit mal klarstellen: Ich finde das gut! Das heisst natürlich nicht, dass ich Kinderpornos gut, oder deren Verbreitung irgendwie verteidigenswert finde. Dennoch würde ich in diesem Punkt sogar weitergehen als die Telekom. Denn ich bin nicht nur – wie eben sie – der Meinung, man kann das erst mit einer entsprechenden gesetzlichen Regelung tun, sondern ich denke, dass es diese Regelung nicht geben darf!

Und zwar nicht einmal wegen den betroffenen Inhalten oder Nutzern, sondern weil ich als Realist – ja, ich meine nicht: Pessimist – sicher bin, dass eine derartige gesetzliche Regelung dazu führen würde, dass sie mit der Zeit auch auf andere Gebiete ausgeweitet werden würde. Insbesondere, solange wir einen scheinbar (freie Meinungsäußerung meinerseits!) paranoiden Rollstuhlfahrer als Innenminister haben.

Es geht also um eine klassische Zensurgeschichte. Der Staat schickt den Medien – in diesem Falle den Providern – Listen von Seiten, die sie nicht zeigen dürfen. In meinen Augen mehr als nur fragwürdig – eben einfach falsch. Zumal auch die Nachfrage erlaubt sein sollte, wie denn dann die Ermittlungen der Polizei im Netz nach den entsprechenden Produzenten dann vonstatten gehen soll, und wie verhindert werden soll, dass eine Verbreitung des Materials über solche – gezwungenermaßen offene – Kanäle stattfindet. Denn sind wir mal ehrlich: Die Polizei ist auch nicht gerade dafür bekannt, dass dort nur Engel arbeiten.

Kinderpornografie ist ein beschissenes Thema! Und schon die jetztige Rechtssprechung ist hier meines Erachtens nach nicht minder besch… entsprechend. Es ist zwar durchaus wahr, dass ohne die entsprechenden Kunden auch keine derartigen Medien produziert werden würden, dennoch halte ich es für bescheuert, in Zeiten des Internets auch den Besitz dieses Zeugs strafbar zu machen – was ja aktuell der Fall ist. Denn rein technisch ist das ein Unding! Menschen wie der jetzt am Ende seiner Karriere stehende Herr Tauss aus der SPD mögen vielleicht noch zu Recht ver- oder abgeurteilt werden, aber man sollte sich mal klarmachen, dass Browser z.B. temporäre Dateien anlegen. Jeder Depp, der sich denkt: “Ist es wirklich so leicht, an Kinderpornos zu kommen?”, und entsprechend eine Stunde googelt, kann ja theoretisch eine Straftat damit begehen. Denn wenn man auf einer entsprechenden Seite landet, landen die dort gezeigten Bilder auf der eigenen Festplatte, und damit besitzt man die Teile ja.

Das sollte man sich mal vor Augen halten!

Zugegeben: Davor wäre man als User geschützt, wenn es die entsprechenden Regelungen gäbe. Doch nur zum Teil, denn eine Sperrung kann immer nur nachträglich veranlasst werden – nämlich wenn schon jemand auf der Seite war – und wenn es “nur” ein Polizist ist.

Ich halte Kinderpornos – wie sicher ein Großteil der Bevölkerung – für krank! Es liegt mir wirklich fern, gutzuheissen, dass die Dinger produziert werden. Aber aus Reflex – weil das Sujet schlecht ist – gleich alles zu befürworten, was dagegen ist? Nein! Nicht in diesem Umfang!

Author: Sash Categories: Fernsehen, Internet, Medien, Presse

Unsortierte Gedanken zum Stand im Heimatland

19. März 2009

Eine Woche ist ja scheinbar schon ein enormer Zeitraum, wenn es darum geht, sich zurückzuhalten bezüglich des Geschehens in Winnedde (ich bin Schwabe, ich darf die Stadt so aussprechen).

Es ist wirklich erbärmlich, was in dieser Woche alles passiert ist. Die Tat selbst natürlich eingeschlossen. Aber jetzt – als hätte es die Debatten nicht schon tausendmal gegeben – kommen sie wieder alle aus ihren Löchern gekrochen: All die Menschen, die weiterhin daran glauben, es gebe eine hundertprozentige Sicherheit. Lösungsvorschläge werden gemacht, von denen einer absurder ist als der andere.

Da gibt es wieder die Fraktion, die in “Killerspielen” die Ursache allen Übels sieht, obwohl das mehr denn je bezweifelt werden darf. Es gibt Spaßvögel, die meinen, wenn es keine Waffen in Privathaushalten geben würde, wäre so etwas wie ein Amoklauf kaum mehr möglich. “Gewaltvideos” und so sind natürlich auch wieder Thema. Selbst das Internet als Medium wird bisweilen angegangen, wenngleich unklar ist, was für eine Rolle es im aktuellen Fall gespielt haben soll. Natürlich sind auch die Eltern schuld – schließlich muss man sowas ja merken. Und waren nicht die Opfer auch irgendwie selbst schuld – sowas wie Mobbing scheint es ja auch gegeben zu haben…

Leute, seid doch mal ehrlich!

Glaubt ihr wirklich an eine Patentlösung für so einen außergewöhnlichen Zwischenfall? Wie soll die aussehen? Ich weiss, dass es mitunter peinlich ist, mit blöden Gegenfragen zu antworten, aber trotzdem möchte ich mal ein Gedankenspiel wagen:

Wie verhindern wir beispielsweise, dass in Künzelsau Frauen von Stechrochen aufgespießt werden, die von tropischen Wirbelstürmen aus dem Meer bis nach Deutschland getragen werden und dort unvermittelt vom Himmel fallen? Wir können Rochen töten, Künzelsau überdachen, Frauen den Ausgang verbieten, oder wenigstens die Wettervorhersage zuverlässiger machen. Aber werden wir dieses extrem seltene (ich glaube, bisher ungeschehene) Ereignis damit verhindern können? Überlebt nicht ein einzelner Rochen? Ist die Überdachung nicht zu brüchig? Wehrt sich nicht eine Frau gegen das Ausgehverbot? Irrt vielleicht sogar der Wetterbericht?

Wie viele Freiheiten wollen wir einschränken, wie viel präventives Leid ertragen (und damit Amokläufe nicht gerade unwahrscheinlicher machen!), um ein solch extremes Ereignis zu verhindern?

Vielleicht ist es bekloppt, den ganzen Tag TO zu spielen – aber viele tun das gerne und sind harmlos dabei. Von der Bedeutung der Spielewirtschaft ganz zu schweigen. Vielleicht ist es bekloppt, Waffen zu Hause zu haben, aber sind sie wirklich hundertprozentig sicher in Museen, Schützenvereinen oder Polizeihänden? Vielleicht ist es bekloppt, Horrorfilme zu sehen, aber mit einem Verbot würde eine ganze Kunstszene vernichtet. Ja, vielleicht ist sogar das Internet überwiegend bekloppt, aber man würde mit der Abschaffung einen Kultur- und Kommunikationskanal schließen, der in der Geschichte der Menschheit einzigartig ist.

Und Menschen sind eben Menschen. Da gehören auch Eltern dazu, die manche Dinge falsch einschätzen, ebenso wie Mitschüler, denen sich verschließt, welche Waffe das gesprochene Wort darstellen kann. Ich bleibe bei meiner Aussage: In einer Welt, in der ein Amoklauf sicher ausgeschlossen werden kann, will ich nicht leben! Und ich bin mir sicher, dass die meisten anderen das auch nicht wollen würden, wenn ihnen bewusst wäre, wie diese Welt aussehen würde.

Es ist sicher menschlich, Ursachen zu suchen. Es ist sogar sinnvoll, sie zu erforschen und ggf. Lösungswege aufzuzeigen, bzw. Ideen zu entwickeln, wie sich eine Gefahr minimieren lässt. Aber das tumbe Wiederholen von überholten Klischees und das Predigen, dass der jetzt angeblich nötige Schritt auch die letzte Sicherheitslücke schließen würde, sind eben… erbärmlich!

Erbärmlich, weil soviel zu kurz gedacht, dass ich es traurig finde, so etwas aus dem Munde meiner Spezies zu hören.

Das ändert nichts daran, dass ich das Geschehene ernstlich erschreckend finde und natürlich hoffe, dass alle Betroffenen einen Weg finden, damit umzugehen. Aber bitte nicht so wie beispielsweise die BILD oder Herr Wolfgang S.

Dafür zahl’ ich nicht!

11. März 2009

Ich weiss, dass es wichtigeres gibt als das deutsche Fernsehen. Aber Kritik ist auch hier angebracht. Es ist ja tatsächlich so, dass man in Form der GEZ-Gebühren einen nicht unbedeutenden Beitrag dazu leistet, dass es “unabhängiges” Fernsehen gibt. Eine Wahl hat man nicht wirklich. Es existiert meines Wissens nach kein Fernseher, der in der Lage ist, private Sender zu empfangen, nicht aber ARD, ZDF und Konsorten. Deswegen muss man immer GEZ zahlen – ob man das Angebot nutzt oder nicht. Das alleine wäre schon Kritikpunkt genug, aber zudem ist es ja so, dass die öffentlich-rechtlichen Sender niveaumäßig scheinbar eine Angleichung an durchaus hinterfragenswerte Formate des Privatfernsehens zu suchen scheinen.

Hier setzt die Kampagne Dafür zahl’ ich nicht an, die ins Leben gerufen wurde von Holger Kreymeier, seines Zeichens freier Journalist und Macher des Online-Magazins fernsehkritik.tv. Im Gegensatz zu Kreymeier stelle ich die Existenzberechtigung der GEZ und ihrer Gebühren zwar grundsätzlich in Frage, aber sein Anliegen, wenn dann wenigstens gutes ÖR-Programm zu bezahlen, kann ich dennoch unterstützen. Offenbar ist bald eine Petition online (die man sich auf der Seite jetzt schon durchlesen kann) – bei der ich mich als Unterzeichner betätigen werde, und somit meine Leser dazu ermutigen möchte, es mir gleichzutun. Oder zumindest darüber nachzudenken!

Holger Kreymeier wurde der Kampagne wegen vom NDR gechasst, was (ob berechtigt oder nicht) nur den Eindruck erweckt, er liegt mit seiner Kritik mehr als richtig. Naja, soll sich jeder seine eigene Meinung bilden!

Ich möchte mich hiermit outen als regelmäßiger Zuschauer von fernsehkritik.tv, und zugleich meine Unterstützung kund tun. Ich finde es schön, dass es sowas im deutschsprachigen Web gibt! Danke an den Fernsehkritiker und viel Glück bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung!

Author: Sash Categories: Feinde, Fernsehen, GEZ, Internet, Medien

Drews am Herd

24. November 2008

Eine Firma, die seltsame nudelähnliche Dinger herstellt (ich vergesse den Namen der Teile immer) wird sich seit gestern wirklich ärgern. Da tauchte Jürgen Drews, seines Zeichens Werbe-Aushängeschild jener Firma in der Promi-Ausgabe der Kocharena auf Vox auf.

Jetzt werden sich alle hier fragend umsehen und verstört und leise fragen: “So einen SCHEISS guckst du?” Ehrlich gesagt: Es hat sich so ergeben, und ich konnte da nicht wegschalten, ehrlich. Ich mag Kochsendungen eigentlich gar nicht. Danach bin ich immer hungrig, und in aller Regel betreibe ich den dort gebotenen Aufwand auch nicht gerne in der Küche. Dass der Sinngehalt dieser Sendungen selbst negative Kritik beinahe unmöglich macht, muss ich natürlich auch noch am Rande erwähnen, um meinen fiesen Ruf nicht zu verlieren…

Aber dieses Chaotenpack!

Von den anderen vier Promis kannte ich nur noch Martin Semmelrogge beim Namen, und wenn man mich fragen würde, was dessen Popularität ausmacht, müsste ich ehrlich auch auf “Is halt’n Ex-Promi” ausweichen…). Also nicht so der Hit, die üblichen B- bis X-Promis des deutschen Fernsehens halt. Machte aber nix. Denn wenn die fünfe irgendwas vereint hat, dann die Überforderung, gegen den Profikoch anzutreten. Was von all dem gestellt war, weiss wahrscheinlich nicht mal der Senderchef, aber spätestens bei der Bewertung von Drews Paella habe ich Tränen gelacht.

Es ist jetzt ein wenig schwer: Alles wiedergeben kann und will ich auch gar nicht – aber bei youtube findet sich noch nichts dazu. Also muss ich wohl was dazu schreiben. Dass Drews beispielsweise ständig nach seinem Frauchen rufen musste, und zu guter Letzt mit ihr zusammen gekocht hat, war nur der Gag am Rande. Richtig am Feiern waren wir schon, als wir gesehen haben, wie er den rohen Reis erstmal in die Pfanne geschmissen hat…

Dann hat er das im Laufe der Zeit mit einem guten Liter Fischfond abgelöscht, was aber viel zu viel war, und dann mussten sie abschöpfen und und und. Die pure Überforderung. Und ich halte Drews für zu unbegabt, um das zu spielen.

Das Beste war nach all den Witzen über die Abschöpfaktion von zu viel Flüssigkeit, dass eines der Jury-Mitglieder eben genau dem Profi (ich weiss schon nicht mehr, wie er hieß) unterstellt hat, dass er bei seiner Paella wohl mit zu viel Flüssigkeit gearbeitet hätte.

Bei den anderen war es teilweise ähnlich kurios, aber weniger spektakulär. Wenngleich ich den Teufel tun würde, und dieser Sendung wegen nächstes Mal wieder einzuschalten, so kann ich doch sagen, dass diese völlig niveaulosen und blöden 2 Stunden am gestrigen Abend nicht verschenkt waren. Wollte ich nur mal gesagt haben. Haltet bei youtube Ausschau nach Ausschnitten – sowas lässt sich nicht beschreiben!

Author: Sash Categories: Fernsehen, Medien

Die Killerspiele im ZDF

9. Oktober 2008

Vorher, so gegen 0 Uhr war ich mal wieder in der Nähe eines Fernsehers. Nach einigem Gezappe bin ich bei einer Killerspiel-Doku gelandet, in der mal wieder ein paar Opfer vorgeführt worden sind, die irgendwann unter anderem ihres Medienkonsums wegen geistig zusammengeklappt sind. Sexualstraftäter, erfolglose Mörder und ein Typ, der einen Minderjährigen mit einer Knarre bedroht hat, waren da zu sehen. Zwischenrein Spielszenen aus den ganzen Klassikern. WoW, UT, CS, GTA… was halt schön Gewalt rüberbringt.
Ich hab das Ganze nicht komplett gesehen, ich weiss nicht einmal wie die Sendung hieß. Irgendwie muss ich mich aber dennoch darüber aufregen, auch wenn hier die ein oder andere Gegenstimme durchaus zu Wort gekommen ist. Dort erzählen Leute, sie seien in der Schule gemobbt, von ihren Eltern geschlagen und von Mitschülern gemieden worden. Dadurch hätten sie sich in ihre Fantasiewelten zurückgezogen und den immer stärker werdenden Drang nach Gewalt mit Horror-Videos und/oder Computerspielen befriedigt, bis das irgendwann nicht mehr gereicht hat, und sie selbst gewalttätig geworden sind.
Und dann wird erklärt, warum immer realistischere Darstellungen in den heutigen Spielen gefährlich sind.
Ich meine, man muss sich vor Augen halten, was gerade von einem Betroffenen über die Rolle der Spiele gesagt wurde. Alles, aber nichts, was irgendwie dafür herhalten kann, diese Medien zum Ursprung – ja noch nicht mal zu einem Katalysator – für die Gewalt zu erklären.
Keine Frage, das ist ein vielschichtiges Thema, und vielleicht können Spiele mit hohem Gewaltgehalt beim ein oder anderen Menschen dazu führen, dass er diesem Thema gegenüber offener wird, dass er abstumpft. Aber ich bleibe dabei: Alle – und ich meine wirklich ALLE – Amokläufer dieser Welt hatten eine ganze Menge Probleme mit ihrem Oberstübchen, bevor sie anfingen, sich für verpixelte Blutspritzer an irgendwelchen Polygonen zu begeistern. Hier wird ein eigentlich x-beliebiges Glied aus einer Kette von Faktoren herausgerissen, und ordentlich abgewatscht, damit der eine oder andere glaubt, es gäbe eine sichere Methode, Verbrechen zu verhindern.
Selbst wenn es eine Möglichkeit gäbe, all die bösen Spiele wirklich sicher aus der Welt zu schaffen, bin ich mir sicher, wird es weiterhin all die Irren geben.
Hey, Ego-Shooter beispielsweise sind mitunter eine emotionale Geschichte. Bei uns in der WG ist auch schon so mancher Fluch durch die Räume gehallt, weil jemand virtuell ins Gras gebissen hat. Aber diese Aggressivität, die man damit ja angeblich aufbaut, ist doch Kinderfasching gegen die wöchentlichen Turniere des Tischtennis-Jugendvereins um die Ecke.
Kein Verbot von irgendwas wird jemals Erziehung, Bildung und soziale Kontakte ersetzen können. Darüber sollten einige einflussreiche Leute hierzulande mal nachdenken…

Author: Sash Categories: Fernsehen, Medien