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Archiv für die Kategorie ‘Lichtblicke im Alltag’


Bin’sch romandisch, weiss’sch?

14. Februar 2010

Kurze Impression:

Zwei Typen kaufen am 13. Februar Abends um 22 Uhr bei Kaiser’s ein. Der erste hat eine Kiste Bier und irgendwelchen Kleinkram. Der zweite hat eine Falsche Goldkrone und schnappt sich aus einem Blumenständer vor der Kasse noch schnell einen Strauß. Der erste guckt ihn komisch an. Dazu der Zweite:

“Ich will morgen ausschlafen!”

In diesem Sinne: Valentinstag und so…

Author: Sash Categories: Lichtblicke im Alltag

Happy Heiligkeit da draussen!

24. Dezember 2009

So, nun ist also schon wieder der 24. Dezember. Es mag ein klassischer Witz sein, dass Weihnachten auch jedes Jahr früher kommt, aber ein bisschen fühle ich mich schon so. Die Unmöglichkeiten des Lebens sind in den letzten Monaten doch stets irgendwie mit beharrlicher Regelmäßigkeit auf mich herabgeregnet, dass ich nun beim Anblick von weißem Schnee irgendwie überrascht bin.

Ab heute Nachmittag sind hier in Marzahn 3 Tage lang die Läden zu, was ganz sicher zu einem apokalyptischen Einkaufsverhalten meiner Mitmenschen führen wird. Das ist so ziemlich das Größte, was es von hier zu berichten gibt. Aber nicht ganz. Die Absurdität des Lebens treibt weiterhin seltsame Blüten und so kam es, dass gestern zu einer reichlich seltsamen Zeit ein Paket geliefert werden hätte sollen oder so. Naja, jedenfalls war eine Karte im Briefkasten.

Ein Paket zu Weihnachten? Man sollte meinen, dass das soo ungewöhnlich nun nicht ist. Irgendwie dann aber doch. Im Freundeskreis hat sich das strikte Nicht-Schenken irgendwie durchgesetzt und der engste Familienkreis ist entweder pleite oder zu dem Schluss gekommen, dass sich Geschenke im entferntesten Sinne auch überweisen lassen. Ein Paket habe ich bisher immer bekommen, aber es war nicht schwer zu erahnen, dass das dieses Jahr nicht mehr sein wird.

Also wer zur Hölle schickt mir was zu Weihnachten?

Ich habe wirklich die kuriosesten Vermutungen gehabt, die aber letztlich alle ein bisschen in die Richtung gingen, dass es sich um ein Betroffenheitsgeschenk irgendeines seit Jahren absichtlich verschollenen Familienmitgliedes handeln könnte. Dennoch war ich ein wenig gespannt.

Ach was, wenig! War irgendwie ernsthaft wie als Kind an Weihnachten. Da ich früh ins Bett bin und um 11 Uhr bereits unter den Lebenden weilte, hab ich mich zur Post geschleift. Ich hab eine lange Schlange weihnachtsbemützter Geschenkeanwärter erwartet, aber da wurde ich enttäuscht. Obwohl die Gesichter der heute zur Arbeit verdonnerten Postmitarbeiter deutlich schlimmer waren. Gut gelaunt gab ich die Karte ab und malte mir in Gedanken schonmal aus, was ich denn jetzt tolles geschenkt bekomme.

Statt dass die Mitarbeiterin nun mit einem Paket wiederkam, kam sie solo und fragte mich skeptisch:

“Sind sie mit Auto oder nehmen sie es so?”

Weihnachten ist nicht die Zeit, um über Grammatik zu diskutieren, also fragte ich einfach nach, wie groß es etwa sei. Die Mitarbeiterin umriss mit ihren Armen grob die Ausmaße eines Baby-Mammuts und sah mich fragend an.

“OK… die Spannung, was drin sein könnte, steigt also schon mal! Wie schwer isses denn?”

“Hmm, naja…”

“Ich nehm’s so mit, ein bisschen Kraft hab ich ja.”

“Na gut, weit haben sie es ja nicht, hier Promenade und so…”

Dann verschwand sie und kam aus einer anderen Tür wieder heraus und schleifte einen Karton hinter sich her, der dem ersten Blick nach einem Kühlschrank angemessen wäre. Meine Konfusion befand sich auf einem nicht mehr erreichten Höhepunkt.

OK, des Rätsels Lösung war schon bei der Verpackungsaufschrift gefunden…

Erinnert ihr euch an das Gewinnspiel vor einiger Zeit? Normalerweise läuft es bei Gewinnspielen ja so, dass man mitmacht und fortan laufend Mails bekommt, man habe eine Cessna zuzüglich Dobermann und einer Flasche Mineralwasser gewonnen und wenn man sich meldet, bekommt man noch mehr Mails. Die Gewinne bleiben eher aus. Ich hab jetzt gleich einen Gewinn zugeschickt bekommen ohne Mail. Naja, wahrscheinlich war die Mail nur so geschickt formuliert, dass sie gleich am Spamfilter hängengeblieben ist. Immerhin schreiben die Jungs von talkthisway ja auch meinen Blog falsch

Also: Ich hab tatsächlich was gewonnen! Aber was denn eigentlich?

Einen Fatboy Original Sitzsack. Der einzig brauchbare Gewinn bei dem Gewinnspiel. Ozie hat sich so einen schon immer gewünscht, ich kann ihn gerade als Ersatz für meinen altersschwachen Sessel, der seine Stabilität unter anderem aus einer Post-Kiste und einer Cola-Flasche bezieht, verwenden, bis ich mir einen neuen leisten kann und außerdem ist es auch saugeil, einfach mal behaupten zu können, man hat was gewonnen, was 180 € kosten würde. Noch dazu indirekt durchs Schreiben eines Blogeintrages…

Einziges Manko: Meine verloren geglaubten Komplexe bezüglich meines Übergewichtes sind kurzfristig wieder aufgetaucht als ich schwer schwitzend einen Karton durch Marzahn vor mir hergetragen habe, auf dem in riesigen Lettern “Original Fatboy” zu lesen stand. Aber einen Tod muss man wohl sterben :)

Ja, und nun wünsche ich all meinen Lesern ein paar schöne Tage. Ob ihr nun Weihnachten feiert oder die belächelt, die es tun: Hauptsache, es geht euch gut! Ich halte es ähnlich wie Klaus: Ich verwende meine Nächstenliebe zur Arbeit an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen. Soll ja Leute geben, die auch dann ein Taxi brauchen.

Jetzt müsste zum Abschluss irgendsowas komisches mit Abwesenheit und Blogpause und gutem Rutsch kommen, aber ich bin da und mein PC tut noch. Also wenn ihr zwischen Glühwein und Auspacken noch ins Internet kommt: Sash ist da und wartet. :D

Umgewöhnung? Erledigt!

23. Dezember 2009

Der Euro kursiert nun ja doch schon ein paar Jahre in den Geldbörsen und damit auch in den Köpfen der Menschen. Ich muss mich an dieser Stelle als Nostalgiker outen, denn ich habe jahrelang in Gedanken noch beizeiten umgerechnet, und im Rahmen leicht dahergesagter Sprüche trat die D-Mark dann doch öfter zu Tage als ich es bei mir selbst erwartet hätte.

Wer sagt schon: “Haste mal’n Euro?” ;)

Natürlich hab auch ich mich inzwischen daran gewöhnt, und ich bin auch ehrlich kein Euro-Kritiker! An dieser Welt, an diesem System mag einiges sein, was mir nicht passt – aber grundsätzliche Bedenken gegen eine gemeinsame europäische Währung habe ich nie gehabt.

Dass ich mit der Gewöhnung dennoch hinterher bin, hat mir neulich ein Erlebnis in meinem Supermarkt gezeigt. Ich stehe an der Kasse und will Wer-weiss-was kaufen. Wie so oft ist vor mir eine betagte Dame an der Reihe, und ausgerechnet ihr ist es natürlich ein besonderes Anliegen, die von ihr erworbene Ware passend zu bezahlen. Auch hier: Ich bin keiner von den stressigen Kunden, die sich darüber aufregen – ich beobachte nur gerne…

Sie muss also 20,23 bezahlen und verspricht, die 23 Cent gleich zu haben. Dann folgt der übliche von Einzel-Pick-Aktionen dominierte Suchvorgang, den man selbst zur Genüge kennt und abschließend ein Lächeln ob der Tatsache, dass es geglückt ist. Alle waren happy! Alle? Nein, eine kleine Kassiererin im Kaiser’s widersetzt sich und gibt ein Geldstück zurück.

Während die alte Dame noch fragt

“Was ist? Oh, hab ich ihnen zuviel…?”

habe ich die Lage in der mir innewohnenden Coolness natürlich längst durchschaut: Falschgeld! Inzwischen zumindest so gut wie! Ein Pfennig!

Und was sagt die Kassiererin?

“Nee, aber des hier is noch’n Cent von der Mark, aber ich brauch ‘nen Cent!”

N’ Cent von der Mark also? Na gut, warum nicht… :)

Author: Sash Categories: Lichtblicke im Alltag

Na da bin ich doch gerne politikverdrossen…

16. Dezember 2009
Politik in Cux, Quelle: Sash

Politik in Cux, Quelle: Sash

Author: Sash Categories: Fotos, Lichtblicke im Alltag, Medien, Presse

Hallo, Sash hier…

4. Dezember 2009

Leute verwählen sich manchmal. Abgesehen vom offensichtlichsten Fall – der Bundestagswahl – passiert sowas auch zigfach ganz folgenlos am Telefon. Insofern habe ich mich auch icht sonderlich gewundert, als gerade eben – um 6.30 Uhr – jemand nach Frau Stahlwohner* fragte. Mich hat es nicht gestört, da ich sowieso noch wach bin und somit war das Rätsel ja recht bald gelöst.

Aber selbst mein Leben wäre etwas öde, wenn diese Kleinigkeit es wert wäre, darüber zu bloggen.

Nun hat aber um 7.00 Uhr mein Handy nochmal geklingelt. Das war mir erstmal völlig suspekt, da mein Handy im Durchschnitt etwa viermal die Woche klingelt – und da ist meine Weckzeiteinstellung schon dabei.

“Doris*” wollte die Anruferin sprechen.

“Äh, wie ist denn der Nachname von Doris?”

fragte ich nicht ohne Hintergedanken.

“Stahlwohner!”

Ah ja. Da haben wir es: Mangel in der Informationsweitergabe. Immerhin wurde mir gesagt, dass sich eigentlich “höchstens zwei” Kollegen noch melden könnten. Schön immerhin, dass

a) ich Nachtschicht arbeite

b) meine Nummer nicht bei Daimler auf einer Lieferantenliste zu stehen scheint, sondern in einem kleinen Unternehmen weitergeleitet wurde…

* Name geändert

Author: Sash Categories: Lichtblicke im Alltag

Grammatik-Fail!

2. Dezember 2009
Werbung an einem Bus, Quelle: Sash

Werbung an einem Bus, Quelle: Sash

Königlich versorgt

14. November 2009

Es gibt von meiner Seite aus natürlich nicht nur gerichtliches aus Stuttgart. Auch mit Gerichten zu tun hat zwar folgende Geschichte, dennoch handelt sie vom Dienstleistungsgewerbe.

Vor dem besagten Gerichtstermin waren Ozie und ich schon drei Stunden zu früh vor Ort. Mit Grund. Schließlich wollten wir uns noch wegen der Beistands-Geschichte erkundigen. Außerdem war es eine Möglichkeit, noch schnell zu checken, ob sich Termin oder Ort verändert haben und zu sehen, wo der Saal überhaupt ist.

Das haben wir hinter uns gebracht, und nun wollten wir bis zur Verhandlung noch “Mittagessen und nochmal alles durchsprechen”. Wo wir genau hingehen, wussten wir nicht, aber da sich ums Gericht in einem Kilometer Umkreis sicher mindestens 15 Restaurants befinden, waren wir frohen Mutes, etwas zu finden, das uns zusagt.

Unsere Ansprüche waren nicht hoch, wir wollten nur irgendwas essen – natürlich möglichst nicht für 200 € – und einen Platz für 3 Stunden Planung haben. Den haben wir gefunden.

Zwei Pizzerien lagen zuerst auf dem Weg, und bei der Zweiten waren wir eigentlich schon kurz vor dem Reingehen. Wir haben aber beschlossen, dass wir noch einen Blick auf das Lokal nebenan werfen. Glücklicherweise! Sonst hättet ihr jetzt nichts zu lesen :)

Die Karte, die an der Gaststätte “Kronprinz” aushing, war nicht überwältigend, aber immerhin preiswert. Ozie indes entdeckte den Hinweis, der unser Leben bereichern sollte:

“Separater Raucher-Bereich”

Danke! Entscheidung gefällt. Bei rund 3 Stunden Zeit, die wir dort zu verbringen gedachten, gilt das als Killer-Argument. Auf der Karte befanden sich gutbürgerliche deutsche Küche und Angebote aus dem Balkan-Gebiet – was mir als Anhänger einfachen Essens sehr entgegenkam. Wir sind also rein, und ich hab gleich ganz frech nach dem Raucherbereich gefragt.

Der Kellner wurde etwas verlegen und meinte:

“Ist aber nicht beheizt!”

“Wir schauen einfach mal!”

Also sind wir dorthin und es war tatsächlich ein paar Grad kühler, aber bei weitem nicht Außentemperatur. Also haben wir beschlossen, zu bleiben. Nachdem wir Cola bestellt hatten, hab ich Ozie bereits meine Meinung zum Kellner kundgetan:

“Hier hat aber auch irgendwer seinem bosnischen Onkel einen Job verschafft!”

Der Kerl war nett und höflich, aber er sprach nur gebrochen Deutsch und war ein wenig steif und erweckte ein wenig den Eindruck, er sähe gerade das erste Mal ein Restaurant von innen. Und im Gegensatz zu dem ziemlich heruntergekommenen Gebäude trug er Anzug und Krawatte, was irgendwie völlig deplaziert wirkte.

Der Raucherraum war noch um einiges liebloser gestaltet als der Rest des Restaurants. Sämtliche Tischdekorationen fehlten hier – mal abgesehen von Wachsdecken, die um die Jugendzeit meiner Eltern mal modern waren. Uns war das allerdings völlig egal.

Wir haben dann Essen bestellen wollen.

Ich habe mich für eine Gulaschsuppe als Vorspeise und  als Hauptgang Leber mit Reis, Zwiebeln und Rauchfleisch (für fantastische 5,80 €) entschieden und Ozie überlegte, ob sie Spinat und Spiegelei im Tagesangebot nehmen sollte. Da hierzu eine Tagessuppe aufgeführt wurde, wollte sie wissen, um was für eine Suppe es sich handele.

“Ich frag mal nach!”

sagte der Kellner und verschwand.

Eine Minute später tauchte er mit einer Suppe wieder auf und hielt sie Ozie unter die Nase:

“Griessuppe mit Möhren!”

Ozie war angetan davon und behielt die Suppe. Wir sind allerdings davon überzeugt, dass er sie bei Nichtgefallen auch wieder mitgenommen hätte. Kurios war es dennoch. Dann das Geschirr…

Was sicher jeder kennt, sind diese weißen Porzellan-Teller, die in einem hässlichen Rosa-Rot-Ton mit Ornamenten und Landschaftsbildern versehen sind. Sowas gab es als Untersetzer. Die Suppe selbst befand sich in einem Blechnapf. Ich hab nichts gegen Metallgeschirr einzuwenden, aber die Kombination war ein bisschen fragwürdig. Man packt ja auch in einen giftgrünen Fiat Punto keine Edelholz-Armaturen.

Aber das Essen hat geschmeckt!

Das Preis-Leistungs-Verhältnis war blendend, und ich bin auch niemand, der sich bei einem Hauptgang für unter 6 Euro darüber Gedanken macht, ob TK- oder Fertig-Ware zum Einsatz kommt. Wenn es so war, dann haben sie es gut gemacht, und witzig war’s ja auch noch :)

Nach dem Essen haben wir je einen Tee mit Zitrone bestellt. War ja kühl ;)

Er nahm die Bestellung so auf und verschwand. Ein paar Sekunden später stand er wieder in der Tür und fragte, was wir denn für einen Tee wünschten. Sie hätten Hagebutte, Pfefferminz, Früchte…

“Früchte!”

haben wir geantwortet. Eigentlich war es uns egal. Was warmes mit Geschmack!

Zwei Minuten später stellte er uns zwei schwarze Tee auf den Tisch. Ich ging zur Toilette und amüsierte mich bereits darüber, dass an der Wand Auszeichnungen aus den Jahren 1985 bis 1993 hingen, da ich davon ausging, dass es damals in dem Laden noch ganz anders aussah.

Als Dessert hatte ich einen Eisbecher bestellt und Ozie Vanilleeis mit heißen Himbeeren.

Während meiner Abwesenheit hat er das Eis serviert und nachdem er es hingestellt hat, zu Ozie gemeint:

“Vanilleeis war aus, ich hab ihnen eine Kugel Walnußeis gegeben.”

Und ich hab mich bei meiner Wiederkehr schon gewundert, warum in einem stinknormalen Eisbecher ausgerechnet Erdbeer- Schokolade- und Walnußeis drin ist…

Genaugenommen war es also eine Katastrophe. Aber es war der beste Laden, den wir zu diesem Zeitpunkt hätten finden können. Es war lecker, günstig, die Bedienung war immerhin nett und mir ist es lieber, es wird dilettantisch auf Kundenwünsche eingegangen als gar nicht. Uns war es egal, was wir nun genau bekommen haben und insofern denke ich, dass es auch völlig ok war, dass ich dennoch ein Trinkgeld von 10% gegeben habe – was im Übrigen bei einem Rechnungsbetrag von nicht einmal 30 € keinesfalls die Reisekasse gesprengt hat. Wir hatten in dem Raum unsere Ruhe für die Vorbereitung und haben lecker gegessen.

Für alternative Abenteuerurlauber, die noch was im Gericht zu erledigen haben, kann ich den Laden also empfehlen. Sonst sollte man es sich vielleicht überlegen.

Beim Rausgehen ist Ozie dann noch aufgefallen, dass auf jedem Tisch im regulären Bereich Werbeaufsteller für Vanilleeis mit Erdbeeren standen…

Author: Sash Categories: Lichtblicke im Alltag, Vermischtes