Category Archives: Arbeitsamt / Jobcenter

Arbeit ist das halbe Leben

Selbiges sagt man auch über Ordnung – und auch bei der Arbeit möchte ich die bei der Ordnung schon sprichwörtliche Ergänzung „Ich lebe in der anderen Hälfte!“ anfügen. Dabei meine ich das alles halb so lustig, wie es klingt.

Wer meine Blogs verfolgt, der kriegt ziemlich gut mit, wie viel, bzw. wie wenig ich arbeite. Und ich greife dann auch schnell zur Ironie, rühme mich ob meiner Faulheit und freue mich live und in Farbe im Internet darüber, dass ich in meinem Job ja auch gar nicht so viel arbeiten müsse. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, der ein oder andere wird es vielleicht mit der Zeit auch schon gemerkt haben.

Ich muss gestehen: Ich kann es einfach nicht.

„Raff Dich halt auf, ich schaff‘ das schließlich auch!“

Das ist eine so naheliegend wie blöde Reaktion darauf. Im Aufraffen bin ich nicht so schlecht. Ich hab die Schule durchgestanden, hab mein Abi gemacht, hab eine Weile lang einen Job mit frühem Aufstehen hinbekommen, hab mir die Ortskundeprüfung für fucking Berlin reingezogen und sitze am Wochenende auch gerne mal 11 Stunden im Taxi. Ganz zu schweigen von den Kinderfreizeiten, bei denen ich zwei Wochen am Stück 18 Stunden mehr oder weniger immer voll am Start war. Aber eben alles zu seiner Zeit.
So sehr ich mir immer wieder selbst bewiesen hab, dass ich durchaus den Arsch hochkriegen kann, wenn es drauf ankommt, so wenig Ahnung hab ich, wie man sowas jahrelang psychisch durchhält. Nach einer gewissen Zeit reißt es mich einfach von den Hufen. So kommt es dann, dass ich trotz einer komplett freien Woche heute – in der besten Nacht der Woche – einfach Feierabend mache, weil ich’s nicht mehr aushalte.

Finanziell betrachtet ist das natürlich nicht so toll, moralisch aber noch viel schlimmer. Aufs Konzept möglichst harter Lohnarbeit holt sich die Gesellschaft ja immer noch einen runter, selbst die politisch Linke wird dominiert von den Kommunisten, die die „Arbeiterklasse“ zum eigentlichen Helden hochstilisieren. Aber wenngleich ich tatsächlich auch politisch meine Probleme mit dem Konzept Lohnarbeit habe, gehöre ich ja auch nicht zu denen, die an jedem Erholungstag zum Arzt rennen und den Chef die Rechnung zahlen lassen. Dazu waren meine Chefs immer viel zu nette Leute und ich nehm’s ja hier und da in Kauf, für weniger Arbeit auch weniger Geld zu bekommen.

Klingt jetzt alles dramatisch und irgendwie so, als würde ich schon sicher sein, dass das mit der mangelnden Arbeitsmoral bei mir pathologisch ist. Das wollte ich so nicht sagen. Ich hab mir mein Schlupfloch ja gesucht und abgesehen von gelegentlichen Geldsorgen komme ich ja durchaus klar. Lediglich mein schlechtes Gewissen müsste ich hier und da noch ein bisschen besser in den Griff bekommen, aber dann bleibt nichts übrig außer einem vielleicht etwas armen, dafür aber zufriedenen Sash.

Was mich umtreibt, das zu thematisieren, ist wie so oft die Frage:

Was ist mit den Leuten, denen es da noch beschissener geht?

Ich weiß nicht, ob alle meiner Leser sich daran erinnern, aber auch wenn ich hier und da so neunmalklug politisch agitiere: Ich hab noch nie einen politischen Standpunkt eingenommen oder eine Partei gewählt, weil das Ergebnis meine persönliche Position bessern würde. Manchmal würde das sicher zutreffen, aber die entscheidende Fragestellung war für mich immer: Ist das gesellschaftlich sinnvoll?
(Und natürlich: Entspricht es meinen ethischen Überzeugungen?)

Was ist mit den Leuten, für die nine-to-five nichts ist, die aber nicht meine Ausweichmöglichkeiten haben? Die vielleicht noch weit weniger gebacken kriegen? Die am Ende vielleicht wirklich das soziale Netz in Anspruch nehmen müssen?

Gerade in der Debatte um die Höhe von ALG II tauchen sie ja immer wieder auf: die „Sozialschmarotzer“. Als Feindbild, das bis weit in linke Kreise gesellschaftsfähig ist. Hand auf’s Herz: Wer von euch hat mal drüber nachgedacht, ob der ein oder andere vielleicht tatsächlich den Anforderungen dieser Gesellschaft – nicht einmal nur im Bezug auf Arbeit – nicht gewachsen ist?

Das Thema ist ein (geschichtlich betrachtet) recht neues, da muss sicher noch Ursachenforschung betrieben und an Problemlösungen gearbeitet werden. Aber ich vermute, dass es ein reales Problem nicht zu kleinen Ausmaßes ist. Eines, dass man vielleicht besser nicht so unter den Tisch kehren und pauschal abwatschen sollte, wie das derzeit geschieht.

Ich bin sicher, der ein oder andere hat jetzt recht fassungslos bis hierhin gelesen und ist immer noch der Meinung, dass das ja alles bloß blödes Gewäsch von faulen Weicheiern ist. Da hab ich in Anbetracht unserer bisherigen Gesellschaft Verständnis für. Uns allen wurde ja immer erklärt, was genau richtig ist. Und privat richtig ist nun mal ein gutbezahlter Job und politisch richtig ist alles, was gutbezahlte Jobs vermehrt. Wer das für der Weisheit letzten Schuss hält, der möge über meine kleine Analogie nachdenken:

Bücher. Schreibt doch einfach Bücher, wenn Euch was nicht passt. Das ist ganz einfach: Man muss nur ein bisschen lesen, ein bisschen schreiben und ansonsten braucht es halt Willensstärke. JEDER kann Bücher schreiben! Viele sogar. Das Leben ist lang genug und mehr als 26 Buchstaben braucht es dazu nicht. Alles andere ist einfach nur ein bisschen (frei einzuteilende, yeah!) Arbeit und die kriegt man ja wohl noch hin.

Wer also der Meinung ist, ich (und die vielen anderen) müssten sich doch bloß mal aufraffen, der schreibe ein Buch darüber. Ich werde es lesen, versprochen. Schließlich hab ich die Zeit dazu, ich arbeite ja kaum …

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Kriege ich eigentlich Staatshilfen?

Hmm, die finanzielle Situation der WG hat sich rapide gewandelt. Das liegt insbesondere an der unglücklichen Verkettung der beiden Umstände, dass sich Vattenfall nach anderthalb Jahren meldet und den Strom bezahlt haben will und dass Ozie und ich just eine Woche vorher einen guten Teil unserer Rücklagen dafür für WG-Accessoires ausgegeben haben. Dass Nico es immer noch nicht geschafft hat, in irgendeiner Form regelmäßig zur Mietzahlung beizutragen, macht die Situation natürlich nicht gerade besser.

Nun komme ich mit meinem Verdienst eigentlich ja nicht schlecht klar – dummerweise hat es ausgerechnet jetzt sogar das Arbeitsamt geschafft, mir mal mitzuteilen, wo ich das Geld für sie hinüberweisen soll. Natürlich auch nicht ohne Fristsetzung…

Der Untergang steht nun wirklich nicht bevor, aber es ist schon wieder einmal typisch, dass finanzielle Belastungen immer gebündelt auftreten. Wenngleich uns der Untergang der Finanzen erst jetzt – also während der Wirtschaftskrise erreicht – nehme ich mal stark an, dass mir keine Staatshilfen gewährt werden. Immerhin wurde selbst Arcandor eine Bürgschaft von 437 € (Fehler in der taz von gestern) nicht gegönnt… wobei ich trotz sieben Konten auch nicht so viel Dreck am Stecken habe wie die…

Naja, aber in jeder Krise steckt auch eine Chance. So oder so ahnlich hat uns das das Kanzler gesagt, und so haben wir beschlossen, dieser Krise wenigstens mit Aktionismus zu begegnen. Nicht nur, dass wir begonnen haben, unser Kleingeld zu rollen – nein! – wir haben es auch mal fertig gekriegt, einen Mahnbescheid zu verschicken. Es geht dabei um unseren Ex-Vermieter und die Kleinigkeit von 1000 € Kaution…

Ich bin guter Dinge, dass dieser Weg zum Erfolg führen wird, aber sicher ist es natürlich nicht. Ach, ich bin einfach mal ein bisschen optimistisch.

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Haben die nichts zu tun?

Das Arbeitsamt, bzw. deren Nachfolger-Teilorganisation mal wieder:

[…] die Entscheidung über die Bewilligung von Arbeitslosengeld II wird ab 01.02.2009 ganz aufgehoben.

Das freut mich zu hören. Gut, die Tatsache ist nicht neu, aber immerhin. Ein vor wenigen Tagen eingegangener Brief verkündete mir eine andere grammatikalische Absurdität:

Sie haben während des genannten Zeitraumes Einkommen aus Arbeitsaufnahme am 20.12.2008 erzielt.

Diese Verkündungen schockieren mich nicht wirklich, schließlich bekomme ich seit rund zwei Monaten ständig Schreiben von denen, in denen sinngemäß das gleiche steht: Ich habe keinen Anspruch auf ALG2, ich habe zu Unrecht Leistungen bezogen und muss diese zurückzahlen.

De facto ist da überhaupt nix falsch dran. Wenn aber in dem Laden irgendwas so organisiert wäre, dass es nicht zum Zwecke der bestmöglichen Steuerverschwendung optimiert wäre, dann hätten sie es fertig gebracht, irgendwann mal eine Kontonummer auf einem der Briefe unterzubringen.

Ich bin echt mal gespannt, wie lange das noch so weiter geht. Wahrscheinlich kommt nächsten Monat ein Brief, in dem mit dem Verweis auf Mahnkosten gedroht wird, möglichst bald zu zahlen…

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Endlich wollen sie Geld!

Ja, es ist kaum zu glauben: Endlich einmal schickt mir das JobCenter mal einen Brief mit einem Betrag, den sie von mir haben wollen. Ich habe mich nun bald ein halbes Jahr nicht bei denen gemeldet, und das habe ich mit gutem Grund nicht getan. Ich finde es eine selten dämliche und unnütze bürokratische Idee, dass ich selbst nachweisen muss, dass mein Job mir zum Leben reicht, und ich kein Hartz IV mehr benötige.

Die Bedürftigen werden mit Anfragen überhäuft, man bräuchte aber hier auch noch eine Sterbeurkunde der senegalesischen Ziege, für die die Großmutter 1987 im Urlaub Patin wurde – aber es einfach akzeptieren, wenn ich sage: „Leutz, ich habe genug Geld, lasst mal gut sein!“: Nein!

Richtig verärgert war ich ob der Tatsache, dass sie meinen Telefonanruf zum Thema zwar dankend annahmen („Ich leite das dann gleich an die Leistungsabteilung weiter…“), aber – nachdem sie dann die Zahlungen eingestellt haben – behauptet haben, sie wären nicht in der Lage, meinen Status als Arbeitsloser, bzw. Leistungsempfänger zu ändern, so lange ich nicht ein recht detailliertes Blättchen einreiche, auf dem mein Chef mir einmal mehr irgendwelche Pseudo-Einkommen bescheinigt, da es in meinem Gewerbe nunmal keinen festen Lohn gibt.

Diesbezüglich habe ich mir gedacht: „OK, habt ihr mir jetzt halt einen Monat zu viel bezahlt – ihr werdet euch schon melden, den schließlich wollt ihr ja was von mir!“

Und nun habe ich meinen Schrieb, bin sogar gar nicht so unzufrieden mit der Summe, die da genannt wird, werde aber wahrscheinlich dennoch eine Ratenzahlung vereinbaren. Ganz so dicke hab ich es diesen Monat dann ja auch nicht.

Ich sehe es einfach nach wie vor nicht ein, dass ich – wenn ich schon so nett bin, und nicht verschweige, dass ich inzwischen Geld verdiene und nicht mehr arbeitslos bin – genötigt bin, dem Amt auch noch mitzuteilen, wo ich wie viel verdiene. Weniger als null Euro Staatskohle kann ich ja kaum bekommen. Und wenn ich mit meinem Verdienst unter der Grenze liegen sollte, dann sollen sie doch froh sein, dass ich keinen Antrag auf Aufstockung stelle, anstatt einfach mal pro forma zu prüfen, ob ich nicht doch noch Anrecht auf irgendwas gehabt hätte.

Aber was rege ich mich auf – ist doch schön, dass mein lieber Staat die paar Cent Lohnsteuer, die er von mir bekommt, gleich wieder in mich reinvestieren will. Ich mach wenigstens nicht so große Verluste wie die HRE oder Opel – im Verhältnis lohnt sich das ja fast schon wieder…

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Sie wollen es nicht wahrhaben…

…dass ich arbeite.

Das Jobcenter ist eine seltsame Einrichtung. Wenn wir ehrlich sind, dann ist es vor allem dazu da, Geld auszuzahlen. Daneben ist es Beschäftigungstherapie und Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die dort Beschäftigten und dient der Regulierung, auf dass auch kein Individuum, das nicht der Lohnarbeit nachgeht, zu viel Geld von der Gesellschaft erhält, der es so gar nichts bringt.

Ich habe mit dem Verein ja nur alibimäßig zu tun gehabt, da ich zum Zeitpunkt meines geplanten Arbeitsantritts berechtig zum Erhalt von ALGII war. Um einen nicht unerheblichen Betrag an Fördergeldern ging es, als ich für ein paar wenige Tage eben jenes ALGII beantragt habe. Um mehr nicht. Zugegeben, die beiden daraufhin erfolgten Auszahlungen habe ich zur Überbrückung bis zum ersten Lohn brauchen können, aber Ziel war das nicht. Naja, [Dankbarkeitsfloskel hier einfügen].

Also hab ich ein paar Hundert Euro von unserem Staat bekommen. Nachdem ich meine Arbeit aufgenommen habe, hab ich artig Bescheid gesagt, dass ich nun kein Geld mehr brauche, weil ich arbeite. Telefonisch. Mir wurde auch bestätigt, dass das so an die Leistungsabteilung rausgeht, und damit ist ja eigentlich alles ok. Ich habe gesagt, ich brauche kein Geld mehr – sie zahlen nichts mehr. Da die nachfolgende Zahlung allerdings schon gebucht war, habe ich für einen Monat ungerechtfertigt Leistungen bezogen. Auch die habe ich gut brauchen können, muss ich aber natürlich zurückzahlen. Kein Thema.

Dachte ich. Recht bald flatterte ein Brief ein, auf den ich antworten sollte: „Ja, ich arbeite, ich verdiene soundsoviel, bitte lassen sie mich in Ruhe!“ Hab ich nicht gemacht, ich böser Bube. Warum auch? Geld bekomme ich seit dem Zeitpunkt eh keines mehr, und damit sollten sie eigentlich zufrieden sein. Ist aber nicht so…

Das heisst: Zufrieden sind sie schon! Sie fordern bislang nicht einmal das zuviel bezahlte Geld zurück. Stattdessen habe ich jetzt eine Erinnerung im Briefkasten, die mir erklärt, ich sei nur bis Ende diesen oder nächsten Monats berechtigt, Leistungen zu beziehen, und ich solle doch meine Nachweise einreichen, dass ich weiter berechtigt bin, Geld zu kriegen. Also die 0 €? Oder wie?

Das ist eine Crux, dass die Leistungsabteilung nicht nur vom Rest der Baggage getrennt lebt, sondern auch noch die schnelleren Entscheidungen trifft. „Sie arbeiten? Das Geld nicht mehr zahlen? Klar, sofort!“ Aber daraus ableiten, dass ich auch sonst nix mit dem Laden zu tun haben will? Niemals! Das muss man schon ordnungsgemäß schriftlich in dreifacher Ausfertigung und mit vom Papst gesegneten Stempel beglaubigen lassen.

Und obwohl ich in mehrfacher Hinsicht Profiteur dieses perfiden Systems bin, finde ich es grausam. Ich meine, es ist an und für sich nicht schlimm, dass sie nur eines Telefonanrufs wegen nicht gleich meine Leistungsberechtigung canceln. Aber zum Einstellen der Zahlungen reicht es also? Mit welcher Logik geht man da ran? Sind die Leistungen also nur zweitrangig für die darauf angewiesenen Menschen? Ich hab so meine Zweifel!

Und wenn wir schon beim Geld sind: Ich bin gerade dabei, angehäufte Schulden abzubezahlen. Würde ich auch mit denen vom Amt machen… aber wie viel denn? Wohin überweisen? Sagt mir ja keiner, denn: Noch darf ich das Geld ja offiziell haben… kaputt, das alles. Echt kaputt.

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Hallo Staat?

Also irgendwie ist diese Welt komisch. Ich hatte vor Ewigkeiten ja bereits geschrieben, dass mein Arbeitgeber Fördergelder für meine Stelle bekommt – weil er mich aus dem Millionenheer an HartzIV-lern rekrutiert hat. Genau genommen habe ich mich nur ins Millionenheer an HartzIV-lern eingereiht, damit mein Chef Fördergelder bekommt, aber das ist nebensächlich.
So sieht es jedenfalls aus. Nun, der Antrag ist offenbar durch, ich habe einen Durchschlag zum Bescheid gekriegt. Dort ist selbstverständlich auch die Summe genannt, die mein Arbeitgeber nun erhält. Wenngleich mir die mögliche Höhe der Zuschüsse bekannt war, so hat mich die Höhe dann dennoch ein wenig erstaunt hinterlassen:

780 € / Monat

Das heisst: In trauter Zweisamkeit zahlen der deutsche Staat und die EU gerade monatlich 780 € dafür, damit ich keine 533 € ALG2 kriegen muss…
Geht’s noch? Ich wollte mich schon lange mal aus der Sicht eines Nutzniesers über bekloppte Gesetze beschweren, dann das nimmt dann auch den letzten Zweifel von einem, man beschwere sich ja nur, weil es einem nicht passt. Ich meine: Bei meinem Arbeitgeber ist die Kohle gut aufgehoben – mir ist es nur recht, dass das Geld da hingeht. Und an der Stelle meiner Chefs würde ich das auch ausnutzen. Keine Frage. Wenn das Geld in der öffentlichen Hand bleibt, stecken die es doch überwiegend in sinnfreie Projekte. Ich halte zumindest so einiges für sinnfreier als das Unternehmen meines Chefs.
Natürlich ist die Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes mit einem gewissen Geldaufwand verbunden. Das stelle ich nicht in Frage. Es sind Einarbeitungen nötig, die Produktivität neuer Mitarbeiter ist meist nicht so hoch wie die der erfahrenen Leute… da kommt natürlich eines zum anderen.
Nun bin ich aber der Meinung, dass das zwar alles schön und gut ist, es aber völlig der derzeitigen Logik widerspricht, das zu subventionieren. Immer wieder wird einem dieses kapitalistische System verkauft als fairer Markt, der sich mehr oder minder von selbst reguliert. Ich finde, Einzelheiten wie diese Fördergelder strafen diesen Glauben Lügen. Wenn das System so funktionieren sollte, dann braucht es derartiges nicht. Genausowenig wie Subventionen für Milchbauern, Atomkraftwerke oder Steinkohleabbau.
Bereiche, in die der Staat massiv eingreifen muss, weil sie ohne seine Hilfe nicht existieren können, haben eigentlich – nicht nach meiner Überzeugung, sondern nach der unserer Gesellschaft – keine Daseinsberechtigung. Nach meiner Ansicht ist das Augenwischerei.
Verdammt, natürlich lohnt es sich nicht, in Deutschland Steinkohle abzubauen. Aber anstatt den verbleibenden paar tausend Kumpel eine fürstliche Rente für ihren früheren Beitrag zur Wirtschaft zu zahlen, und die Abbaugebiete vom Wechselgeld in Naturschutzparks umzubauen, beschließt man lieber, gegen jegliche Vernunft, Millionen an Subventionen zu bezahlen, um sagen zu können: „Wir produzieren ja auch selber!“
Aber da sind wir wieder beim leidigen Thema, ob jemand – auch wenn er nicht arbeitet – ein Auskommen verdient hat.
So engagiert sich der Staat also einmal mehr für mich in finanzieller Hinsicht, ohne dass ich das nachvollziehen kann. Aber bitte! Was liegt näher? Ist doch allemal besser, als den ganzen faulen Arbeitslosen auch nur einen Cent zuviel zu bezahlen.

Bin ich der einzige, der das für asozial hält?

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Gemischter Nachmittag

Also, wenn es nach mir gehen würde. dann würde ich mich am liebsten unter einer Bettdecke verkriechen und das nicht alleine…
Ich hab nicht die allerbeste Laune gerade, was aber gar nicht so schlimm ist, weil es mal wieder nur mit unserer tollen Bürokratie im Lande zusammenhängt, über die ich mich eh jeden Tag ärgern würde, wenn ich es nicht ständig vergessen würde…

Ich will nicht mehr!!!

Ich erwarte keine Perfektion, nicht mal bei gut bezahlten Beamten, aber wenn ich eine Bestätigung für meinen Status als Ausbildungssuchender brauche, und dazu vielleicht ein zwei Bewerbungsaddressen, dann kann es doch nicht angehen, dass ich KEINE Bestätigung bekomme, dafür 3 Adressen, wovon zwei nicht dem entsprechen, was ich suche, und die zudem ALLE eines gemeinsam haben:
DASS ICH DORT LETZTES JAHR ABGELEHNT WURDE!!!

Leute, mein Konto ist leer, ich kann mich wenn ich es genau betrachte nicht mal bewerben ohne das Kindergeld, für dass ich -Ja!- die Bestätigung brauche!

Schön zu sehen, dass Phil den Weg ins GB gefunden hat. Danke, das baut wenigstens etwas auf…

Mag euch trotzdem!

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