Author Archives: Sash

Fehlschlag

Einer der wirklich großartigen Punkte bezüglich der Begabungen des Spätzles ist, dass man mit ihm sehr weirde Dinge machen kann. Einer der schlechten Punkte ist, dass man das auch ziemlich oft muss, weil er permanent unterfordert ist. Zumindest in mancherlei Hinsicht.

Jetzt am Samstag stand mal wieder ein Ausflug nach Frankfurt an. Ein VHS-Kurs zum Thema „Licht kunstvoll spiegeln“. So was, bei dem man sich als Erwachsener ohne Kinder vermutlich fragt:

„Was, sowas gibt es?“

Ja. Oder: eigentlich. Denn das Problem jetzt war, dass es leider ausgefallen ist. Offensichtlich irgendwas dramatisches, denn der Dozent war einfach nicht da und auch nicht erreichbar, ich habe den Verdacht, dass der einen beschisseneren Tag hatte als wir alle zusammen. Wir allerdings waren nach einer Stunde Anreise auch nur so mittel amused. Also ja, was sollen sie machen, ich bin jetzt nicht böse oder so. Aber auch wenn die von mir geplanten vier Stunden Aufenthalt in einem Frankfurter Einkaufszentrum jetzt nicht der Höhepunkt meines Jahres geworden wären, ein bisschen darauf eingestellt hatten wir uns dann ja doch. Am Ende bin ich aber auch einfach froh, dass das mit dem Spätzle inzwischen gut machbar ist. Gute Beifahrer sind die Kids ja beide seit Ewigkeiten, aber ich würde verstehen, wenn es bei einer sinnlosen Stunde hin und dann wieder einer zurück auch mal Grenzen hätte, aber hatte es nicht. Auf eine weirde Art hat es dieses lange Wochenende dann doch noch aufgelockert.

 

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Feiertag Schmeiertag

Heute sollte eigentlich so ein schöner freier Tag werden. Die Kids ein bisschen über den Spielplatz scheuchen, ein bisschen Frühlingswetter nach der ersten Hitzeperiode … aber wie immer kommt es anders als man denkt. Dass es geregnet hat, das hätten wir vielleicht noch irgendwie ins Programm integrieren können. Seit dem Dänemark-Urlaub letztes Jahr bin ich dem Konzept „Kurze Hose plus Regenjacke“ irgendwie aufgeschlossener als zuvor. Was wir nicht auf dem Schirm hatten war Fieber beim Knöpfle. Und zwar ordentlich. Bis 40,2°C haben wir gemessen.
Tatsächlich ist die Zahl aber auch schon das Spannende, denn sonst ging es dem kleinen Unruhestifter erstaunlich gut und er lag halt einfach den ganzen Tag rum und hat seine Lieblingsserien angeschaut. Er hat geatmet, getrunken und sich gelegentlich beschwert, es schien ihm im Wesentlichen wie immer zu gehen, nur ruhiger. 😀

Ich hab ausgerechnet diesen Tag genutzt, um – während das Spätzle mit mir im Zimmer Lego Worlds gespielt hat – mal mit Dying Light 2 anzufangen und ich bin ein bisschen begeistert. Ist jetzt nicht gerade ein Spiel, das gute Laune in so einen trägen Tag bringt, aber Zombies sind auch deutlich weniger gruselig, wenn dir von hinten stets ein Achtjähriger seine Verwunderung über irgendwelche Lego-Bauten ins Ohr brüllt. Alles also ein bisschen schräg.

Heißt nur leider auch, dass morgen nicht überraschend* Knöpfle-frei ist, weil er natürlich zu Hause bleibt.

*Ja, es wäre überraschend gewesen, denn der Freitag war Anfang des Jahres als Brückentag im Kita-Kalender angegeben. Das Spätzle hat ja z.B. auch schulfrei, wir haben uns nichts dabei gedacht. Bis ich am Mittwoch – also gestern – gefragt wurde, ob das Knöpfle am Freitag denn kommen würde, weil es sicher nicht so viele Kinder wären und sie mal sehen wollten, wie viele überhaupt …
Hätte ich am Montag gar nicht so dringend noch Urlaub nehmen müssen, also jetzt dann doch, wobei das ja kindkrank sein könnte … ach egal. Hoffen wir bloß, dass das Knöpfle schnell wieder auf die Beine kommt. Die Zombies in Dying Light reichen mir nämlich.

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Wann Zaun?

An der alten Kita der Kids werden die wichtigen Fragen direkt auf der Straße verhandelt:

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Spätzle 4-3-2

Wird das alles noch spannend.

Spätzle hat jetzt zwei Tage Reinschnuppern in der nächsthöheren Klasse hinter sich und es ist fast ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie sowas halt läuft. Der erste Tag hat ihn komplett überfordert, schon alleine weil der erste Morgenkreis auf Englisch stattfand – was er bisher noch nicht hatte. Dazu kam dann noch ein anderer Fachlehrer, den er nicht mochte. Er hat sämtliche Taschentücher für Weinen aufgebraucht und hat am Ende des Tages gesagt, dass er da niemals hingehen will. Dennoch war er Abends gut gelaunt, woran man gesehen hat, dass er zumindest das positive Gefühl des Ausgelastetseins für diesen Tag mit all den neuen Eindrücken für sich mitnehmen konnte.

Entsprechend ist er auch gut gelaunt zum zweiten Probetag. Der lief wohl ganz gut soweit. Ja gut, er hat ein kurzes Übungsdiktat nicht sehr überragend mit 31 Fehlern abgeschlossen, aber erstens war das vermutlich das erste Diktat seines Lebens und zweitens war er sich sicher, dass er eigentlich 45 Fehler hat und die Lehrerin nur nicht richtig gezählt hat, was für uns nicht ganz nachvollziehbar für ihn offenbar gut war. Und in dieser – im Gegensatz zu sonst gerade – sehr guten Laune hat er abschließend verkündet, dass er die Klasse nicht überspringen will, weil er einfach zur anderen Klasse gehört und die Kinder dort ihn ja vermissen würden und er sie auch.

Zwei Tage, alle Gefühle auf einmal und am Ende eine für einen Achtjährigen beeindruckend logische Schlussfolgerung.

Morgen geht er zur anderen Schule wie jeden Mittwoch, dann ist frei bis Montag und dann sind wir mal gespannt, denn während des ganzen Procederes hat sich niemand mit besonders klarer Information hervorgetan, wie es in welchem Fall weitergehen soll. Darf oder muss er nochmal eine Woche probieren, wollen die ihn überreden, wollen wir das? Gut, dass wir das jetzt alles binnen zwei Wochen zwischen Feiertagen und so eintüten müssen.

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Spätzle 2-3-4

Manchmal fühlt man sich schon ein bisschen hin- und hergeworfen im Leben und und ich habe die Befürchtung, dass es neben uns Erwachsenen dem Spätzle jetzt auch so gehen wird.

Es geht gerade um die Frage, ob er die dritte Klasse nächstes Jahr überspringen soll. Das ist natürlich keine Frage, die grundsätzlich aus dem Nichts kommt, denn wenn es um seine intellektuellen Fähigkeiten geht, dann spricht da wenig dagegen. Obwohl er mit dem Lesen nicht früh angefangen hat, hat er die meisten Gleichaltrigen in den knapp zwei Jahren Schule überholt und liest vielleicht nicht immer fehlerfrei, aber extrem verständig. In Mathe ist er rein vom Verständnis irgendwo in der gymnasialen Mittelstufe angekommen.

Auch wenn das Überspringen uns als Option bekannt war, war das aber bisher aus sozialen Gründen nie was, was wir bis zum Ende durchdacht hatten. Mit der Entdeckertagsschule einmal die Woche und zusätzlich dem Kinder-College am Wochenende haben wir ihm Zusatzoptionen angeboten, aber seine Neurodivergenz macht ihm halt in vielen anderen Punkten zu schaffen, er traut sich halt vieles noch nicht, kann sich vielfach nicht Gehör verschaffen und ist halt insgesamt mit dem Leben ganz schön überfordert. An den Schulweg alleine ist nicht zu denken und er hat es zum Beispiel nicht geschafft, bei den Bundesjugendspielen seinen Pullover von morgens auszuziehen. Er ist halt in vielen Punkten eher hinterher als voraus. Aber alle Versuche, in der Grundschule selbst mehr anzustoßen, sind ehrlich gesagt gescheitert. Er hat ein paar Extra-Aufgaben in Mathe bekommen, die haben ihn noch mehr frustriert als das andere zu leichte Zeug ohnehin schon und nicht mal die Option, für einzelne Fächer in höhere Klassen reinzuschnuppern, hat sich ergeben. Das können die anderen Klassen nicht leisten

Nach einem Erstgespräch mit der neuen Sozialarbeiterin kam dann wie immer wenn neue Leute erfahren, wie es um ihn steht, Aktionismus auf. Klassenlehrerin und Schulleiterin wurden befragt, was man mit dem Kind denn machen könne und naja, Überspringen ist „die einzige Option“. Natürlich. Es gibt nie zwei Optionen, immer nur eine. Und da jetzt der Wechsel in Klasse 3 unmittelbar bevorsteht, muss es jetzt halt echt schnell gehen. Letzte Woche das Gespräch, morgen muss er dann mal in der höheren Klasse schnuppern. Für zwei Tage. Und sich dann entscheiden. Man hätte das ganze ein Jahr lang planen und vorbereiten und insbesondere mit dem Spätzle selbst besprechen können, jetzt muss es aber hektisch, sofort und auch ganz genau so sein, denn es ist ja die einzige Option!!!

Ich will niemandem Böses unterstellen, aber so wie sich das die letzten zwei Jahre gestaltete, hab ich das Gefühl, dass die Grundschule eigentlich ganz froh ist, wenn er früher geht. Ich weiß, dass die mangelnde Zeit für seine Probleme natürlich nicht an ihm liegen – und ich finde es auch gut, dass sich viel Engagement auf die Kinder konzentriert, die mit dem Stoff Probleme haben. Das sei denen auch alles gegönnt. Leider geht dabei halt echt unter, dass das Spätzle zwar was die Leistung angeht performt, aber sonst halt auch alles andere als problemfrei ist. Und das ist echt schade.

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Wie es zum zweiten Mal mit Metallica nicht geklappt hat

Ach, es wäre zu schön gewesen.

Vorletztes Wochenende haben Metallica in Frankfurt gespielt, an zwei Tagen, zwei unterschiedliche Sets, so dass sich eine Doppelkarte lohnt. Was man halt so machen würde, wenn einem ein paar hundert Euro für ein bisschen Musik nichts ausmachen.

Da mir mit Kids in den letzten Jahren Zeit und Muße und oft genug auch die nötige Gesundheit für Konzerte gefehlt haben, hatte ich das auch gar nicht auf dem Schirm. Aber um ehrlich zu sein: wenn ich sowas wie eine Bucket-List hätte, dann wäre ein Metallica-Konzert sicher drauf. Nur an sich bin ich kein Freund von zu großen Konzerten und mit den Preisen der Post-CD-Ära hab ich mich psychologisch auch noch nicht so ganz angefreundet. Das alles spielte jetzt aber keine Rolle, denn Zeit zum Nachdenken blieb nicht viel: Rund eine Woche vor besagtem Konzert hat ein Kollege einfach so out of the blue während eines Meetings angedeutet, dass in seinem Freundeskreis vielleicht eine Karte für den zweiten Abend übrig bleiben würde. Ich hab mal zaghaft Interesse bekundet und im Laufe der Tage dann aber zunehmend richtig Bock darauf gehabt, das vielleicht wirklich in Angriff zu nehmen. Nur wenn es klappt natürlich, denn ansonsten war ausverkauft, es wäre einfach nur ein Nutzen der Gelegenheit gewesen.

Die gab es dann nicht. Was ok und verständlich war: Die Person, die die Karte für zwei Abende erworben hatte, wollte an zwei Tagen hingehen, eigentlich ja auch logisch.

Ich bin jetzt nicht total traurig, denn wenn man es mal nüchtern betrachtet: Die Band bereichert meinen persönlichen Soundtrack jetzt ziemlich genau seit 30 Jahren. Trotz finanzieller Engpässe in mindestens 20 davon hätte ich es mal schaffen können, wenn es mir wirklich so wichtig wäre. Aber da kommen wir zur Überschrift. Vor inzwischen auch fast 30 Jahren hatte ich die Chance schon mal. Anders, aber ich fühlte mich jetzt trotzdem erinnert:

1997 (und ich hätte schwören können, es war erst 1998 oder 1999) waren Metallica Headliner beim Blindman’s Ball in Stuttgart. Im Nachhinein beiße ich mir in den Arsch, dass ich die 80 Mark oder was das damals gekostet hat nicht von meiner Oma geklaut hab oder so, weil das Lineup dieses einen Nachmittags so fantastisch meinen Musikgeschmack damals abgebildet hat: Neben Metallica auch Clawfinger, Bush und Fanta 4 (neben anderen, die ich jetzt nur mangels Interesse nicht aufzähle). Aber ich – besser: wir; ich und drei Freunde – hatten keine Karten und wir sind mal zum Wasen gedackelt. Laut war’s draußen ja trotzdem.
Und jetzt haben natürlich unzählige Leute wegen anderen Musikgeschmacks und so das Festival früher verlassen und wir haben denen ihre Eintrittskarten abgeschnorrt. Und dann – und ich schwöre, das ist genau so gewesen! – sind meine drei Freunde durch die Einlasskontrolle gelatscht und mich haben die Securities wieder weggeschickt. Weswegen es jetzt schon das zweite Mal war, dass ich Metallica quasi knapp verpasst habe.

Am Ende muss ich noch anmerken: Meine Freunde haben damals umgedreht und sind mit mir draußen geblieben. Und das ist so ein ambivalentes Ding, denn ich könnte kaum auf irgendwas stolzer sein als die Art von Freundschaft, die wir damals hatten – andererseits würde ich ihnen heute rückblickend einfach nur wünschen, dass sie sich den Abend gegönnt hätten.

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Endlich Sommer!

Haha, nein.

Ich meine, es ist ja nett mit all dem blauen Himmel und dem Zentralgestirnsgedöns da draußen. Das ganze Jahr Winter will ich auch nicht haben. Aber Ende Mai 32°C und trotz finanziell ungesundem Sonnencreme-Verbrauch schon wieder ein Ziehen auf der Schulter und im Gesicht? Ich will ehrlich sein: Für mich alleine müsste das nicht sein.

Wir haben am Wochenende trotzdem das sinnvollste gemacht, was unter den Umständen gemacht werden kann: Freibad. Zweimal gleich. Um ehrlich zu sein: Mit dem ganzen Aufwand, der anfällt um zwei Kinder sonnengeschützt und ausgestattet dahinzubringen, ist am Ende der einzige, der wirklich den pursten und ungetrübtesten Spaß daran hat das Knöpfle. Ihn im Wasser zu sehen bereitet einem schon beim Zuschauen Freude, das ist schon wahr. Mit dem Spätzle haben wir aber eher einen Kellerkind-Nachwuchs, zumindest so ein bisschen. Rückblickend hat ihm Freibad offenbar gut gefallen, aber man sollte an der Stelle anmerken, dass er die meiste Zeit im Schatten auf einem Stuhl unter einem aufgespannten Handtuch verbracht hat. Bei allem was bei ihm nicht ganz durchschnittlich ist, ist das nicht einmal mehr eine große Überraschung, aber selbst wir mussten uns ein paar Stunden dran gewöhnen, dass das für ihn offenbar der Weg ist, Spaß zu haben: Unter einem Handtuch eine Bratwurst zu essen.

Ich jedenfalls wünsche mich die Tage wieder mehr als sonst in die Taxi-Nachtschicht zurück.

Ach ja, wenn wir gerade bei dem Thema sind: Ich hab wegen einem aktuellen Gespräch was nachschauen wollen und bin dann für ein paar Einträge bei GNIT hängengeblieben. Jetzt, wo ich nicht mehr ständig die alten Sachen verlinke, habe ich vieles ja auch wieder vergessen – der Großteil der Einträge ist über ein Jahrzehnt her – und neben dem ein oder anderen Schamgefühl ob so mancher Formulierung muss ich zugeben, dass ich es richtig genossen hab. Keine Ahnung, wie lange ich es mir noch erlaube, die Seite online zu lassen. Aber ich bin mal wieder froh gewesen, dass ich es bisher getan habe. 🙂

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