Arbeit und so …

Ich hab hier bisher nichts über meine „neue“ Arbeit geschrieben, und das ist eigentlich traurig. Klar, ich arbeite jetzt im öffentlichen Dienst und ich darf deswegen keine allzu plakativen Details nennen, aber die Grenzen ausloten muss drin sein. Mich selbst verleugnen war noch nie mein Weg.

Und ja, ich habe vor Monaten ein paar Fotos von Twitter gelöscht, weil mir zu verstehen gegeben wurde, dass das nicht im Sinne der Behörde ist. Einer Behörde und insbesondere einer Abteilung nach, die gelinde gesagt nur so mittel beliebt ist. Meine Meinung dazu könnt Ihr euch sicher denken, aber hey, was weiß ich als Blogger schon von den Effekten der unkonventionellen Öffentlichkeitsarbeit? Dazu hab ich ja gar keine Schulung gemacht!

Klingt schlimm, isses aber gar nicht. Ich bin ja nicht zu doof, mich an Regeln zu halten. 😉

Man sagt der Verwaltung (insbesondere in Berlin) schlimmes nach, aber ich bin nun in einem Job gelandet, der wesentlich schneller und direkter Einfluss auf die Stadt hat, als man es vermuten würde:

Ich kriege die Anrufe rein, wenn eine Ampel ausgefallen ist oder wenn wegen einer Baustelle ein Autobahntunnel gesperrt werden muss.
Und: Nein, das ist kein Callcenter-Job, ich kann die Ampeln schalten, Verkehrswarnmeldungen rausschicken und die Autobahn sperren. Da hängt einiges an Verantwortung dran.

Ohne das wirklich aktiv gesucht zu haben, muss ich sagen, dass das schon leider geil ist.

Ja, ich arbeite eng mit der Polizei zusammen (genau genommen sitzen die im selben Raum mit mir) und am Ende muss ich diese und jene Vorgabe einfach umsetzen, aber am Ende kann ich das befürworten, da es um die Verkehrssicherheit geht und ich darin wirklich nichts verwerfliches finden kann.

Zugegeben: Der Schichtdienst ist teilweise hart (Wecker auf 3:40 Uhr), aber es macht Spaß.

Der Job war ein Zufallsfund von Sophie, das Bewerbungsgespräch war absurd schlimm, aber da bin ich nun. Sehr zufrieden, mehr als manch andere, die das schon länger machen.

Aber falls ich jetzt wegen dieses Textes rausfliege, schnorre ich Euch wieder an, das ist hoffentlich klar. 😉

11 Comments

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11 Responses to Arbeit und so …

  1. Waldsen

    Ach krass. Freut mich dass du einen Job hast der dir gefällt, evtl sogar erfüllt. Und öffentlicher Dienst hat sicher auch ein stabiles Gehalt. Das man als Elternteil dann doch braucht. ?

  2. Herr ICE-Fahrer

    Wenn du wegen dieses Textes rausfliegst, dann hat deine Behörde einen an der Waffel. Sooo geheim ist der Straßenverkehr ja nun auch wieder nicht. Aber erzähl doch mal von dem „absurd schlimmen“ Bewerbungsgespräch!

  3. Daniel

    Sash, dann sind wir ja jetzt seit August so ne Art entfernte Kollegen, bin jetzt auch im ÖD gelandet, und muss sagen mir gefällt es dort auch. Darf man fragen in welcher Entgeltgruppe + Stufe du gelandet bist, da es ja doch ein Job mit recht viel Verantwortung ist? Frage dass nur, weil du in deiner Zeit als Taxifahrer ja recht offen und detailliert über deine Einnahmen geschrieben hast – wenn du das jetzt nicht sagen willst oder darfst ist es natürlich auch ok 🙂

  4. @Waldsen:
    Ja, ist schon hilfreich. 🙂

    @ICE-Fahrer:
    Das war nur Ironie bezüglich der Foto-Sache, die ich – auch wenn mich daran halte und sie akzeptiere – nicht verstehe.

    @Daniel:
    Wir sind bei uns in der Behörde die AvDs, über dem Schichtdienst steht absolut jeder. Entsprechend kriegen wir E8 und ich im ersten Jahr, so lange ich noch keine Schicht leiten darf, sogar nur E6. Dank Schichtzulagen komme ich gerade so zwischen 1.900 und 2.300 netto raus bei der Sache und hab 6 Tage mehr Urlaub als der gemeine Amtswiesel, also 35 Tage. Das mit der Hauptstadtzulage von knapp über 100 € oben drauf ist meines Wissens nach wieder fraglich … also ob wir sie kriegen werden.

  5. Daniel

    Danke für die Info, finde ich jetzt gar nicht mal so schlecht, wenn man bedenkt dass du Quereinsteiger und keine entsprechende Ausbildung hast (nicht böse gemeint) – im Vergleich zum Taxi ja auf jeden Fall ein Sprung nach oben, wenn ich an deine damaligen Postings denke. Bestätigt meine Meinung, dass der ÖD gar nicht so schlecht zahlt wie man vielleicht glauben mag.

  6. @Herr ICE-Fahrer:
    Sorry, ich hab das mit dem Bewerbungsgespräch überlesen. Für mich war das Gespräch schlimm, weil ich z.B. mein Hemd durchgeschwitzt hatte und dann statt in einen Vorraum gleich vors komplette Team gesetzt wurde. Außerdem wurden mir fachliche Fragen gestellt, die ich einfach nicht korrekt hätte beantworten können. Klar hatte das eine andere Intention, aber mit sowas hatte ich gar nicht gerechnet. Darüber hinaus mag ich es eh nicht vor Leuten zu sprechen oder in Testsituationen zu geraten. 🙂

    @Daniel:
    Du wirst mich auch nicht über das Gehalt meckern hören. Wirklich nicht. Aber von allem was ich und Sophie bisher vom ÖD gesehen haben, ist das mit Abstand das unterste, was wir gesehen haben. Klar, für E10 brauchste einen Bachelor und für E13 einen Master, ist auch ok so, aber deswegen ist es halt eher so, dass man darunter quasi überhaupt keine Jobs findet. Und deswegen in Verbindung mit der Verantwortung habe ich das so vermeintlich negativ konnotiert beschrieben.

  7. the passenger

    Moin Sash, ich bin ebenfalls im ÖD und das bereits seit fast 20 Jahren (also inklusive Ausbildung und allem). Ich liege monatlich auch nur bei 2.200,- € und das, obwohl ich schon in eine Tarifebene befördert wurde, die eigentlich ein abgeschlossenes Studium voraussetzt. Scheinst es also nicht allzu schlecht getroffen zu haben 😉 Das freut mich wirklich sehr für Dich!

    Ich habe, inspiriert Durch Dein GNIT, in der Tat auch schon öfter darüber nachgedacht, ob ich nicht eine Art Job-Blog starten sollte. Ich habe viel Kundenkontakt; entsprechend viele skurrile Erlebnisse kommen schon zusammen. Ich hab mich letztenendes aber doch nicht getraut, weil ich eben auch weiß, wie spießig letztendlich eine Behörde doch drauf ist. Bei uns sind bereits Mitarbeiter auf „unpassende“ Facebook-Einträge angesprochen worden – und dabei ging es um Einträge, die nicht mal was mit dem Job zu tun haben! Solche Diskussionen tu ich mir dann doch lieber nicht an.

    Anyway, es war schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen 🙂 Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles erdenklich Gute!

  8. Daniel

    @Sash: Klar, aus der Perspektive beschrieben vollkommen nachvollziehbar. Hab das auch nicht als grundsätzliches meckern aufgefasst.
    Und Potential nach oben sieht sicherlich jeder Arbeitnehmer bei sich 🙂

    @Passenger: Wobei ich nicht weiß ob du auch im Schichtdienst arbeitest – laut der Infoseite ist bei E8 ja bei 3,4K brutto Schluß – mal abgesehen davon dass ich nicht glaube dass Sash gleich in der Endstufe gelandet ist, kommt man auch bei 3,4 nicht auf ein netto von 2,3 – die Differenz dürfte wohl im Schichtzuschlag liegen, wenn du das gleiche Netto ohne Schicht bekommst, hast du ja einen erheblichen nicht-finanziellen Vorteil. (Mir zum Beispiel gleich bleibende Arbeitszeiten wichtig, ich würde auch gegen deutlichen Aufschlag nicht ständig wechseln wollen).

    https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/vka?id=tvoed-vka-2020&matrix=1

    … und was man beim ÖD neben dem Gehalt ja auch noch berücksichtigen muss, ist die betriebliche Altersvorsorge, die zumindest verglichen mit denen die ich aus meinen Stellen in der Privatwirtschaft kenne um Längen besser ist. Und gerade im Alter ist man ja um jeden Euro zusätzlich zu der (mickrigen) staatlichen Rente froh.

  9. @the passenger:
    Wie gesagt: Das ist bei mir eher die Obergrenze, aber es passt schon. Und ob die Schichtzulagen den Dienst wirklich wert sind … naja, ich bin ja noch jung. 😉
    Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde ich das mit dem Jobblog lassen, so lange es nicht anonymisierbar ist. Ist schade und ich denke, dass mehr Transparenz dem ÖD gut tun würde, aber wie gesagt: was weiß ich schon?

    @Daniel:
    Obwohl ich schon an the passenger geschrieben habe, dass ich nicht weiß, ob der Dienst die Vergünstigungen wert ist: Es ist schon angenehm. Ich krieg z.B. meine Pausenzeiten auch bezahlt, hab also reell weniger Stunden pro Woche, mehr Urlaubstage … das ist vor allem irre, wenn man aus prekären Jobs kommt. Ich bin in E6 Stufe 1, aber mein Brutto kratzt eher an der 3. Und das mit 4-2-System, also einem Wochenende nach bereits 4 Tagen à 8,25 Std. (wie gesagt: Pause ist da schon drin). Aber dafür kann es schon mal sein, dass ich in einer Woche zwei Früh-, einen Spät- und dann noch einen Nachtdienst habe. Immerhin halbwegs planbar, aber auf eigenen Wunsch wird da viel geschoben …

  10. Wahlberliner

    Hach, interessant, da hatte ich Recht, in den vergangenen Monaten immer mal an Dich zu denken, wenn ich mich frage, aus welchen Beweggründen wohl die ein oder andere Entscheidung getroffen wurde, z.B. warum auf der Elsenbrücke die eine Richtung einspurig und die andere zweispurig ist, und nicht umgekehrt. Deshalb (und wegen der Baustelle am Frankfurter Tor) fahr ich jetzt auf dem Heimweg jedenfalls immer über die Rummelsburger, und da nervt mich natürlich auch der „Pop-Up-Radweg“, wobei nicht mal so sehr dessen Existenz, sondern die Tatsache, dass da eine einspurige Straße mit super Sichtverhältnissen, auf der man locker problemlos die normalen 50km/h fahren könnte, ohne jemanden zu gefährden, auf 30km/h runter zwangskastriert wurde. Bis ich dann auf die Idee kam, dass es wohl so sein könnte, dass die da 30 gemacht haben, damit die Leute da 50 fahren, während sie vorher, als es 2-spurig war, da wohl eher mit 70 durchgedonnert sind. Blöd is halt, wenn sich da wirklich jemand dran hält und mit 30 langschleicht, das nervt dann immer, wo ich mir denke „Scheiß Autohassermode!“ – denn mehr ist es in meinen Augen nicht, als ein Trend (Meinungsmache) gegen Autofahrer….
    Oder warum man manchmal am Wochenende aus Kreuzberg kommend am Alexa rechts abbiegen kann, und dann die ganze Greifswalder hoch keine rote Ampel mehr kommt, bis man in Weißensee ist, und an anderen Wochenenden ist die Ampelschaltung ganz normal?
    Oder der PopUp-Radweg an der Danziger Richtung Eberswalder, Kreuzung Greifswalder: Da ist doch klar, dass da durch die Grünphase nur noch ein infinitessimaler Bruchteil an Autos durchkommt, wenn da die gesamte rechte Spur aufgehalten wird, weil ein Rechtsabbieger auf Radfahrer achten muss, die Vorfahrt haben? Vorher war es so, da endete die dem Kraftverkehr gestohlene Spur 30m vor der Ampel, und Radfahrer konnten wunderbar auf der Straße geradeaus fahren, während sie nicht rechts an den Rechtsabbiegern vorbei mussten, weil diese letzten 30m dann praktisch eine reine Rechtsabbiegerspur waren….

    Irgendwie sind viele Entscheidungen, so aus der Perspektive des Nutzers von Straßen (egal welches Verkehrsmittel) nicht so wirklich ganz nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass doch auf der Straße alle irgendwie miteinander auskommen müssen…

  11. @Wahlberliner:
    Glaub mir, wie die wir im Betriebsraum sitzen und nur die Warnmeldungen schreiben, bzw. die Anordnungen dann umsetzen, sind nicht weniger irritiert von der ein oder anderen Maßnahme wie jeder andere Mensch da draußen auch. Man kriegt mit der Zeit sicher hier und da ein paar Infos und Erfahrungswerte mehr, aber man merkt auch, dass am Ende halt doch die persönliche Meinung zu diesem oder jenem bleibt und oft überwiegend ist.

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