Happy Ends

Da schon Nachfragen kamen, wie das mit der Degewo und dem Wasserschaden jetzt gelaufen ist – hier die Antwort:

Mittelprächtig. Besser kann man’s sachlich nicht sagen.

Die beiden Gutachterinnen waren pünktlich und haben sich glücklicherweise nicht lange in der Wohnung aufgehalten. Allerdings wurde uns nicht wie versprochen eine Summe genannt, sondern zugesichert, dass wir die am nächsten Tag via Telefon erhalten würden. Grmpf. Von der Sache her kann ich ja verstehen, dass die das erst ausrechnen wollen, aber mal wenigstens eine Hausnummer nennen bei schon drei Wochen Wartezeit kann doch nicht das Drama sein!

Schlimmer noch war eigentlich nur, dass die beiden zudem den Eindruck erweckten, das Ganze nicht sonderlich ernst zu nehmen. Zudem haben sie statt uns einen Betrag zu nennen immer wieder vorsichtig eingebracht, dass es natürlich „nicht so viel Geld“ geben würde. Ein guter Grund, die Mietervereinbarung grundsätzlich abzulehnen (z.B. wenn man auf Handwerker steht), war die Aussage:

„Sie bekommen da natürlich nicht so viel wie jetzt professionelle Maler bekommen würden, weil das ist ja das Plus, dass Sie da selbst arbeiten.“

WTF?

Der Grundgedanke dahinter ist dermaßen grotesk, da ist nicht einmal mir etwas dazu eingefallen. Nicht einmal bis jetzt, wo ich das blogge.

Nachdem dann auch noch der versprochene Anruf am nächsten Tag ausblieb, haben wir bereits angefangen, Pläne zu schmieden. Wäre das mit den Malern nicht sowieso besser? Sollte man nicht aus Prinzip vor die Pforte der Degewo kacken? Lauter solche sachlichen Pläne, die man gerne mal schmiedet, wenn man sich verarscht vorkommt.

Glücklicherweise kam der Anruf dann einen Tag später und der Betrag war gerade noch so in Ordnung. Wir hatten das ja vorher durchgerechnet und einen Grenzbetrag parat, ab dem wir sofort ablehnen würden – ebenso auch einen, ab dem uns alles egal wäre, weil er unsere Erwartungen übertrifft. Der nun angebotene lag mittendrin, aber auf der „Machen wir!“-Seite. Denn logisch durchdacht hatten beide Optionen wirklich verdammt gute Pro- und Contra-Argumente. Wenn es rein um den Geldaspekt gehen würde, hätten wir ihnen das doppelte noch um die Ohren schlagen können – allerdings wäre geblieben, dass gerade die Maler auch einiges nicht so gemacht hätten, wie wir das wollen (z.B. Wände farbig streichen). Wir würden am Ende vermutlich mehr draufzahlen bei dieser vermeintlich einfachen Lösung …

Mit anderen Worten: Wir hätten mehr Geld brauchen können, hatten aber nach dem Besuch schon mit noch weniger gerechnet. Unsere Materialkosten werden annähernd gedeckt sein und wir haben das dann in der Hand. So gesehen also ein Happy End – wenn auch nicht in epischem Format.

PS:

Was wirklich gruselig war: Wir haben weitere Wasserschäden entdeckt. Nur kleine, noch dazu z.B. in der WIRKLICH renovierungsbedürftigen Küche, wo das ohne Scheiß nix mehr ausmacht. Können wir in dem Fall also wunderbar ignorieren. Aber es bestätigt uns in einer unserer Befürchtungen: Dass die Nachbarn sich einfach grundsätzlich nicht melden, wenn irgendwo was ausläuft – in der Hoffnung, das würde schon gut gehen. Wir werden sehr wachsam sein in Zukunft und im Rahmen der Renovierung eine Menge Beweisfotos archivieren, das steht fest …

2 Comments

Filed under Haushalt

2 Responses to Happy Ends

  1. Und ihr habt schon Betondecken. Ich habe im Altbau Holzdecken, da läuft das durch wie nix. Und wenn dann der Vermieter noch meint, der Mieter oben hätte gesagt, da sei nix ausgelaufen – tja, dann hab ich wohl mal eben riesig viel rotes Wasser an die Decke gespritzt. Oder so. Ich hatte ihm daraufhin damals einen Gutachter angeboten, den ich auch gern bezahlen würde, sofern der nachweist, dass das nicht von oben sei. Man, man.

    Dann wünsche ich euch viel Spaß beim Renovieren (ernstgemeint) – meist räumt Frau dann ja doch ein wenig um und Mann hat die Arbeit, aber man kann auch vieles (wieder-)entdecken 😉

  2. @ednong:
    Du hast eine ziemlich seltsame Vorstellung von der Rollenverteilung hier. Wir haben das Konzept „Gemeinsam“ schon wesentlich weiter durchgespielt.
    Deine Story ist allerdings schon krass. Bei allem Mist jetzt: Da bin ich dann doch froh, bei dem Verein hier gelandet zu sein – denn ehrlich gesagt ist es ja auch das erste Ärgernis der letzten Jahre.

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