„Jetzt kotz‘ doch, Schatz!“

Begegnungen der unheimlichen Art hat man in der Bahn ja zur Genüge. Tatsächlich mehr als im Taxi – und wenn ich als Taxifahrer das sage … aber im Ernst: das gerade eben war schon eine Klasse für sich.

„Jetzt kotz‘ doch, Schatz!“

ist ein Satz, den ich in öffentlichen Verkehrsmitteln jeder Art sehr unangebracht finde, noch absurder war aber, dass „Schatz“ gar kein Interesse hatte, zu kotzen. Er war sichtbar fertig mit der Welt und sicher nicht weit entfernt davon, sich die Getränke des Abends nochmal durch den Kopf gehen zu lassen, aber scheinbar war er ein halbwegs sozialkompatibler Mensch, der mit sowas bis zu Hause wartet oder doch wenigstens auf ein Gebüsch irgendwo vor der Tür.

Aber mit seiner Freundin hatte er sich keine leichte Gegnerin ausgesucht. Die verkündete nämlich, dass sie ihn „so fertig“ nicht im Haus haben wollte und versuchte, ihm den Finger in den Hals zu stecken und begann – als er das verhinderte – damit, ihn in den Bauch zu boxen.

Ich habe selten ein winselndes Wesen mehr Würde bewahren sehen, denn der junge Mann hat zumindest bis zu meinem Ausstieg nicht gekotzt. Herzlichen Glückwunsch zur Beziehung, kann ich da nur sagen. 0.o

3 Comments

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3 Responses to „Jetzt kotz‘ doch, Schatz!“

  1. Und die passende Tagesweisheit dazu:
    „Da draußen gibt es Gestalten, das soll man nicht für möglich halten!“

  2. hrururur

    Ich bin gerade rin bisschen entsetzt, dass ich das nicht ein Stück schockierend finde. Ich hab wohl einfach zu lange mit Kunden zu tun. Klar, ich hab trotzdem hin und wieder unvergessliche Kunden mit großen WTF-Momenten, aber die werden echt weniger. Wahrscheinlich habe ich deswegen keinen Blog dafür. Mir würde einfach der Stoff ausgehen, weil ich mich an das Idiotentum zu sehr gewöhnt habe

  3. @Der Maskierte:
    Wie wahr, wie wahr …

    @hrhrurur:
    Ich denke, manchmal muss man sich an Idioten gewöhnen. Die Kunst ist es, dennoch die kleinen Perlen des Alltags „schätzen“ zu können. 🙂

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