Monthly Archives: Dezember 2013

2013

So, Ende Gelände für dieses schöne kleine Jährchen irgendwo im Mittelfeld meines Lebens!

Allzu pathetisch will ich’s nicht ausklingen lassen, denn auch ich lerne aus meinen Fehlern. Trotzdem war 2013 ein tolles Jahr, was vor allem auf die Schreiberei zurückzuführen ist.
Anfang des Jahres hab ich mein erstes eBook veröffentlicht und nebenbei bereits an einem geschrieben. Das hab ich zwar wieder zur Seite gepackt, allerdings nur, weil sich eine Literaturagentur gemeldet hat, die mich nach meinen Ambitionen für ein Taxibuch gefragt hat. Tatsächlich ist mit der Agentur ein Vertrag zustande gekommen und ich bin bislang sehr sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit – auch wenn das bislang alles Vorgeplänkel für den hoffentlich im kommenden Jahr folgenden Buchvertrag mit einem Verlag war.

Inzwischen druckse ich herum, wenn die Leute im Taxi mich fragen, ob ich das hauptberuflich mache. Denn ja: es ist wohl wirklich seit dem jetzt endenden Jahr Fakt, dass ich nebenbei Autor bin. Etwas, das natürlich nicht gerade Reichtümer einbringt in der Anfangsphase, aber dennoch das Zeug hat, verdammt interessant zu werden. Was es auf dieser gerade erst beginnenden Reise noch zu erleben gibt, kann ich mir noch gar nicht ausmalen. Und von Träumereien wie Bestsellern will ich hier gar nicht reden, das liegt alles noch soweit weg, wie 2008 die Vorstellung, dass ich mal großen Tageszeitungen Interviews geben würde. Was ja auch immer noch kurios ist.

Was mich zu dem Punkt bringt, dass ich die Neugier auch in meinem 32. Lebensjahr nicht ablegen konnte und wollte. Obwohl selbst in mir der ein oder andere vernünftige Zug zutage tritt, bleibt mein Leben ein bisschen das Spiel, das es immer gewesen ist, und das bitte nicht vor meinem hoffentlich noch fernen Ableben endet. Trotz allerlei Einschränkungen (z.B. der offensichtlichen, nebenbei Geld verdienen zu müssen) versuche ich immer noch, einfach zu machen, was ich will. Was in erster Linie lernen ist. Obwohl ich mich manchmal fast schon fahrlässig treiben lasse, schaffe ich es doch, mich nahezu unbegrenzt in gute Literatur zu vertiefen und aus all dem etwas mitzunehmen, was mir letztlich dann wieder beim Schreiben hilft und meine Texte besser macht.

Und obwohl ich derzeit nicht absehen kann, wo das alles hinführt und wie lange es dauern wird, ist mir die Erkenntnis geblieben, dass ich alles machen kann, was ich will. Und das ist nicht eben nichts. Das Wissen um die Möglichkeit, sein Leben in die Hand nehmen zu können, soll wohl einer der wichtigsten Eckpfeiler sein, der einen vor psychischen Krankheiten schützt – und dieser Annahme entsprechend fühle ich mich sehr wohl. So sehr man mich vielleicht hier und da als Jammerer und Ankläger sehen mag, so sehr bin ich froh, dass ich die meisten Kämpfe nicht für mich fechten muss, sondern es mir erlauben kann, einfach mal auf den Putz zu hauen, indem ich Probleme anspreche, die eben gerade nicht meine eigenen sind.

Das muss dieser „Luxus“ sein, von dem immer alle sprechen.

Gute Vorsätze habe ich wie üblich eher nicht, aber das liegt natürlich daran, dass ich mit mir selbst ganz zufrieden bin.

Natürlich gilt es, auch hier einen Dank auszusprechen an viele Menschen. Allen voran natürlich Ozie, mit der ich nicht nur dieses fantastische Leben teile, sondern die mir auch oft bei sehr konkreten Problemen hilft und notfalls diverse Karren für mich aus dem Dreck zieht. Ich danke auch allen Lesern, die bisweilen richtige Fans geworden sind. Ein großes Prost zudem an jene, die mich auch materiell unterstützt haben!
Freude empfinde ich auch beim Denken an die tolle Unterstützung meiner Literaturagentur, die mir schon jetzt sehr viel konstruktive Kritik gebracht hat, die mir eine enorme Hilfe war und hoffentlich bleiben wird.
Ein ebenso ganz spezielles Lob geht an meine Chefs, die mir diese unglaubliche Freiheit bieten, sowohl in ihrem Unternehmen ein wenig Geld für die Miete zu verdienen, als auch mir entgegen einiger Absätze in meinem Arbeitsvertrag „Freizeit“ für all die anderen Projekte zu nehmen.
Freunde und Familie runden das alles ab; ohne sie wäre ich vielleicht zu sehr Einsiedler, als dass es mir gut tun würde.
Zu guter Letzt möchte ich darüber hinaus sagen, dass es schön ist, in einer weitestgehend aufgeklärten Welt zu leben, die es mir erlaubt, meine Zeit nicht für sinnlose Rituale zu verschwenden. Und ich möchte deswegen allen Wissenschaftlern, Atheisten und Skeptikern dafür danken, dass sie diese Welt lebensfroher und -freundlicher gestalten; ebenso jenen, die an meiner statt derzeit ganz konkret und mit vollem Einsatz das verteidigen, was wir im weitesten Sinne Freiheit nennen und die entgegen medial vermittelter Ideen die höchste mir bekannte Form der Sicherheit ist.

Und kaum etwas wünsche ich mir mehr, als dass es Euch zumindest vergleichbar gut geht, wenn Ihr heute Abend alleine oder in Gesellschaft über Euer 2013 nachdenkt.

Viel Spaß beim Feiern jedenfalls. Und ärgert Eure Taxifahrer nicht! 😉

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Ein Oligatruppel, zwei Neibus!

…und dann stelle man sich mal vor, man lande als Mensch unter Außerirdischen. Die finden einen voll in Ordnung und geben einem sogar Arbeit in einem Oligatruppel-Laden. Man hat zwar keine Ahnung, was ein Oligatruppel ist, aber da sie modular aufgebaut werden, kommt man damit zurande. Der eine Kunde möchte gerne eine verbreiterte Trapazingone, der nächste halabilifistige Retragimpse, man muss nur zuhören und aus dem entsprechenden Container die entsprechenden Teile herausholen und aufeinander stecken.
Die Ergebnisse sind mitunter recht unterhaltsam, die Oligatruppel-Käufer hingegen eher weniger. Manche kommen von verdammt weit entfernten Planeten, sind aggressiv oder verhaltensgestört in dem Sinne, dass sie überhaupt nur höchst selten mal eine Bewegung, und damit irgendeine Form von Verhalten erkennen lassen.
Das Komplizierte ist aber die Bezahlung. Oligatruppel werden standardmäßig in Quadringas bezahlt, deren logarithmische Zählweise einen zunächst völlig überfordert. Davon abgesehen verkauft man ja auch Oligatruppel-Zubehör, wie beispielsweise Neibus und Trebeteraner, was die Berechnungen zu einem kleinen Kunstwerk werden lässt.

So muss sich dieser eine Verkäufer bei uns im Dönerladen fühlen.

Ich habe so einige Angestellte in diesem Laden kennen und zum Teil fast schon lieben gelernt. Vertraute Gesichter, nette Leute. Als ich noch öfter Döner gegessen habe, hatte der ein oder andere sogar schon abgespeichert, wie ich meinen Fladen gerne belegt hätte. Aber die Fluktuation beim Personal ist groß. Es kommen immer wieder neue. Und jeder hat eigene Macken. Einer kommt mit dem Konzept „Viel Chili“ nur soweit zurecht, als dass er erst aufhört, wenn man „Stopp!“ ruft. Neulich tat ich das nach fünf gehäuften Löffeln Chilis, mit sechsen hab ich den Döner dann gegessen.

War aber ok, ich mag’s ja „ein bisschen scharf“.

Der nun manchmal eingesetzte Nachtschichtler ist auf andere Art bemerkenswert. Nicht nur ähnelt er einem sehr bekannten Komiker, er kann vor allem nicht rechnen. Und mit „nicht rechnen“ meine ich nicht etwa den komplizierten Sachverhalt im Einleitungstext, sondern normale Addition. Ich hab mich heute morgen erdreistet, mir für mein heiß ersehntes Wochenende ein paar Flaschen Bier zu holen. Und eine Cola. Bier einsvierzig, Cola zweidreißig.

„Wie viel Bier waren das jetzt?“

„Fünf.“

„Oh! Willst Du nicht zehn nehmen?“

Äh, nein!?

Und das war kein lustiger Spruch. Denn als ich verneinte, griff der Mann zu seinem Taschenrechner, der neben Kronkorkenenthebelungsgerät und Ziggi-Card einen eigenen Platz an der Theke hat. Das Ergebnis (insgesamt mit Cola 9,30 €) entsprach meiner Erwartung, also hab ich wie immer einen Zehner gegeben und eine schöne Schicht gewünscht.

Ich gebe zu, dass ich mich bei meinem letzten Döner-Kauf ein wenig geärgert hatte. Der Mensch am Messer konnte nicht einschätzen, wie viel Fleisch er für ein Brot brauchte, so dass er zweimal nachschneiden musste. In Zeitlupentempo natürlich. Und am Ende war es zu viel. Anstatt es einfach draufzupacken, fragte er nochmal nach, nestelte herum und so weiter und so fort.

Aber eigentlich ist das ok. Sicher, die Dienstleistung hakelt ein wenig. Es dauert etwas länger. Das ist für mich mal ärgerlich, wenn ich es gefühlt eilig habe. Auf der anderen Seite hat sich da jemand getraut, einen Menschen in Lohn und Brot zu bringen, der ganz offensichtlich nicht arg viel mehr als eine Grundschulbildung vorzuweisen hat. Und ist es nicht gut, dass dieser im Übrigen wirklich sympathische Mann von meinen zwei Extra-Minuten seinen Lebensunterhalt bestreiten kann? Natürlich ist Döner-Verkäufer nicht unbedingt der angesehenste Job. Und schlecht bezahlt ist er sicher auch. Aber viele Menschen da draußen haben nicht einmal so etwas. Und die schlechte Bezahlung liegt auch nicht am Bildungsniveau des Fleischsäblers, sondern daran, dass hier in Marzahn kein Schwein mehr als 3 € für einen Döner zahlen würde, ganz egal, was für eine Schreckschraube oder was für ein Superstar hier hinterm Tresen steht.

Der Typ macht mir – solange die Zutaten reichen – Döner. Bier und Cola gibt es rund um die Uhr. Und ich gehe da sowieso nur hin, wenn ich frei habe. Also nehme ich mir die Zeit, die hab ich nachts ja. Und im Notfall bin ich der Alien, der nochmal erklärt, wie viele Neibus ich zu meinem Oligatruppel nehme. Ohne den Phaser zu zücken.

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Was erzählen …

Der Artikel vorher hat mich ein bisschen an meine Jugend zurückerinnert. Ach, wie war das doch lustig, als man „eigentlich“ ja noch nicht ewig rausgehen durfte. Ich hatte es diesbezüglich gut, denn ich hatte mit meinem Vater zu der fraglichen Zeit, so ab 15, 16, eine recht gute Beziehung. Er hatte zwar die Telefonnummern meiner Freunde und wollte durchaus wissen, wo ich übernachtete, aber ich wusste, dass er sich dort nur melden würde, wenn es einen WIRKLICHEN Notfall geben sollte. Und wenn ich ihm danach erzählte, dass wir die Nacht über um die Häuser gezogen sind, war das ok. Selbst gröberen Unfug hab ich meist mit etwas zeitlicher Verzögerung eingeräumt und wir konnten das soweit angenehm bereden, dass ich so einen Quatsch wie Hausarrest oder dergleichen nie zu fürchten hatte. Ich durfte meine Grenzen ausloten, es war aber auch klar, dass es welche gibt, die tabu sind. Abends feiern und morgens nicht zur Schule gehen, das hätte ich mir sicher nie erlauben dürfen. Rückblickend ein guter Weg, denn so musste ich z.B. Konzerte nie vorzeitig verlassen und bin doch ein halbwegs zuverlässiger Mensch geblieben.

Was ich sicher nie vergessen werde, ist allerdings, was er mir mit auf den Weg gegeben hat, als ich ihn erstmals damit konfrontierte, dass ich und meine (damals glücklicherweise volljährigen) Freunde durchaus hier und da mal von der Polizei angehalten und nach dem Alter gefragt wurden. Und das war mehr oder weniger im Wortlaut folgendes:

„Sollten mich mal nachts um drei die Cops wecken wollen, weil Du noch draußen unterwegs bist, dann sag denen ruhig vorher, dass sie sich warm anziehen sollen, mir mit so einem Quatsch zu kommen! Wenn ich Dir und deinen Kumpels zutraue, nachts alleine unterwegs zu sein, dann ist das immer noch meine Sache und geht die ’nen feuchten Kehricht an!“

Schade (und eigentlich erstaunlich in Süddeutschland), dass es zu diesem Telefonat nie kam. 😉

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Gewitzte Argumente

Handygespräche in der Bahn zählen allgemein jetzt nicht unbedingt zu den Highlights meines Lebens. Aber das, das ich gestern Abend kurz vor 22 Uhr unfreiwillig mitbekam, war schon großes Kino.

„Ja, Mama! Nein, ich vergess‘ den Salat nicht! Nein. Nein. Hallo, hab ich doch gesagt! Ja, ich bin gleich da!“

So oder so ähnlich ging das anderthalb Minuten. Es war nicht schwer zu erkennen, dass das junge Mädel offenbar von Mutti einkaufen geschickt worden war. Und nicht sehr erfreut darüber noch dazu. So weit, so lame. Dann aber passierte was lustiges: Sie erzählte ihrer Mutter von einem Treffen am morgigen Tag mit diesem Marcel und jenem Tobi. Ich weiß zwar nicht, was „Mama“ dazu genau gesagt hat, aber ich habe eine Vermutung. Denn etwas zickig und mit brillianter argumentativer Überlegenheit keifte die Telefonistin in ihr Handy:

„Ach ja!? Dir ist aber schon klar, dass ich als 13-jährige um die Uhrzeit eigentlich auch nicht mehr alleine unterwegs sein sollte …“

Hach. 🙂

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Müde

Seid Ihr derzeit auch so müde?

Ich frage das ganz ernst, denn ich hab mir in den letzten Wochen einen „Mittagsschlaf“ geradezu antrainiert. Was an und für sich ok ist, meine Fitness aber doch stark stört, wenn ich arbeite. Gefühlt schlafe ich recht gut und gestresst bin ich wie üblich kein bisschen.
Da ich jetzt und in den kommenden Wochen allerdings bis zu 0,00 Stunden Sonnenlicht haben werde, wollte ich mal nachfragen. Denn gerade weil ich gute Laune habe, will ich eigentlich keine Winterdepression oder einen vergleichbaren Mist.

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