Arbeit ist das halbe Leben

Selbiges sagt man auch über Ordnung – und auch bei der Arbeit möchte ich die bei der Ordnung schon sprichwörtliche Ergänzung „Ich lebe in der anderen Hälfte!“ anfügen. Dabei meine ich das alles halb so lustig, wie es klingt.

Wer meine Blogs verfolgt, der kriegt ziemlich gut mit, wie viel, bzw. wie wenig ich arbeite. Und ich greife dann auch schnell zur Ironie, rühme mich ob meiner Faulheit und freue mich live und in Farbe im Internet darüber, dass ich in meinem Job ja auch gar nicht so viel arbeiten müsse. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, der ein oder andere wird es vielleicht mit der Zeit auch schon gemerkt haben.

Ich muss gestehen: Ich kann es einfach nicht.

„Raff Dich halt auf, ich schaff‘ das schließlich auch!“

Das ist eine so naheliegend wie blöde Reaktion darauf. Im Aufraffen bin ich nicht so schlecht. Ich hab die Schule durchgestanden, hab mein Abi gemacht, hab eine Weile lang einen Job mit frühem Aufstehen hinbekommen, hab mir die Ortskundeprüfung für fucking Berlin reingezogen und sitze am Wochenende auch gerne mal 11 Stunden im Taxi. Ganz zu schweigen von den Kinderfreizeiten, bei denen ich zwei Wochen am Stück 18 Stunden mehr oder weniger immer voll am Start war. Aber eben alles zu seiner Zeit.
So sehr ich mir immer wieder selbst bewiesen hab, dass ich durchaus den Arsch hochkriegen kann, wenn es drauf ankommt, so wenig Ahnung hab ich, wie man sowas jahrelang psychisch durchhält. Nach einer gewissen Zeit reißt es mich einfach von den Hufen. So kommt es dann, dass ich trotz einer komplett freien Woche heute – in der besten Nacht der Woche – einfach Feierabend mache, weil ich’s nicht mehr aushalte.

Finanziell betrachtet ist das natürlich nicht so toll, moralisch aber noch viel schlimmer. Aufs Konzept möglichst harter Lohnarbeit holt sich die Gesellschaft ja immer noch einen runter, selbst die politisch Linke wird dominiert von den Kommunisten, die die „Arbeiterklasse“ zum eigentlichen Helden hochstilisieren. Aber wenngleich ich tatsächlich auch politisch meine Probleme mit dem Konzept Lohnarbeit habe, gehöre ich ja auch nicht zu denen, die an jedem Erholungstag zum Arzt rennen und den Chef die Rechnung zahlen lassen. Dazu waren meine Chefs immer viel zu nette Leute und ich nehm’s ja hier und da in Kauf, für weniger Arbeit auch weniger Geld zu bekommen.

Klingt jetzt alles dramatisch und irgendwie so, als würde ich schon sicher sein, dass das mit der mangelnden Arbeitsmoral bei mir pathologisch ist. Das wollte ich so nicht sagen. Ich hab mir mein Schlupfloch ja gesucht und abgesehen von gelegentlichen Geldsorgen komme ich ja durchaus klar. Lediglich mein schlechtes Gewissen müsste ich hier und da noch ein bisschen besser in den Griff bekommen, aber dann bleibt nichts übrig außer einem vielleicht etwas armen, dafür aber zufriedenen Sash.

Was mich umtreibt, das zu thematisieren, ist wie so oft die Frage:

Was ist mit den Leuten, denen es da noch beschissener geht?

Ich weiß nicht, ob alle meiner Leser sich daran erinnern, aber auch wenn ich hier und da so neunmalklug politisch agitiere: Ich hab noch nie einen politischen Standpunkt eingenommen oder eine Partei gewählt, weil das Ergebnis meine persönliche Position bessern würde. Manchmal würde das sicher zutreffen, aber die entscheidende Fragestellung war für mich immer: Ist das gesellschaftlich sinnvoll?
(Und natürlich: Entspricht es meinen ethischen Überzeugungen?)

Was ist mit den Leuten, für die nine-to-five nichts ist, die aber nicht meine Ausweichmöglichkeiten haben? Die vielleicht noch weit weniger gebacken kriegen? Die am Ende vielleicht wirklich das soziale Netz in Anspruch nehmen müssen?

Gerade in der Debatte um die Höhe von ALG II tauchen sie ja immer wieder auf: die „Sozialschmarotzer“. Als Feindbild, das bis weit in linke Kreise gesellschaftsfähig ist. Hand auf’s Herz: Wer von euch hat mal drüber nachgedacht, ob der ein oder andere vielleicht tatsächlich den Anforderungen dieser Gesellschaft – nicht einmal nur im Bezug auf Arbeit – nicht gewachsen ist?

Das Thema ist ein (geschichtlich betrachtet) recht neues, da muss sicher noch Ursachenforschung betrieben und an Problemlösungen gearbeitet werden. Aber ich vermute, dass es ein reales Problem nicht zu kleinen Ausmaßes ist. Eines, dass man vielleicht besser nicht so unter den Tisch kehren und pauschal abwatschen sollte, wie das derzeit geschieht.

Ich bin sicher, der ein oder andere hat jetzt recht fassungslos bis hierhin gelesen und ist immer noch der Meinung, dass das ja alles bloß blödes Gewäsch von faulen Weicheiern ist. Da hab ich in Anbetracht unserer bisherigen Gesellschaft Verständnis für. Uns allen wurde ja immer erklärt, was genau richtig ist. Und privat richtig ist nun mal ein gutbezahlter Job und politisch richtig ist alles, was gutbezahlte Jobs vermehrt. Wer das für der Weisheit letzten Schuss hält, der möge über meine kleine Analogie nachdenken:

Bücher. Schreibt doch einfach Bücher, wenn Euch was nicht passt. Das ist ganz einfach: Man muss nur ein bisschen lesen, ein bisschen schreiben und ansonsten braucht es halt Willensstärke. JEDER kann Bücher schreiben! Viele sogar. Das Leben ist lang genug und mehr als 26 Buchstaben braucht es dazu nicht. Alles andere ist einfach nur ein bisschen (frei einzuteilende, yeah!) Arbeit und die kriegt man ja wohl noch hin.

Wer also der Meinung ist, ich (und die vielen anderen) müssten sich doch bloß mal aufraffen, der schreibe ein Buch darüber. Ich werde es lesen, versprochen. Schließlich hab ich die Zeit dazu, ich arbeite ja kaum …

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23 Comments

Filed under Arbeitsamt / Jobcenter, Feinde, Politik, Vermischtes

23 Responses to Arbeit ist das halbe Leben

  1. flippah

    Ich kann dich so gut verstehen. ich habe mir selbst vorgenommen: wenn ich mal nach einem Urlaub von mindestens 2 Wochen keine Lust auf die Arbeit habe, dann such ich mir was neues. Das war dann schonmal soweit, zum Glück hat mein Chef mitbekommen, das was nicht in Ordnung ist, und mir neue Aufgaben gegeben, die mich interessiert haben.
    Ich denke allgemein wird viel zu sehr darauf geschielt, was die Leute leisten. Als ob ein Mensch sich nur – oder weitgehend – über seine Arbeit definieren würde.
    Dabei sind wir viel mehr als das. Und wir kennen zum Glück auch Menschen, die das sehen. Das sind die wirklichen Freunde.

  2. In der Tat sind fest geregelte Arbeitszeiten etwas historisch ziemlich Neues. Mit Beginn der Industrialisierung war wohl auch erhebliche Gewalt notwendig, die Menschen dazu zu prügeln (was nicht heißen muss, dass es vorher besser war). Die Umerziehung ist aber gelungen und inzwischen betrachten wir feste Arbeitszeiten, die einen Großteil des Tages in Anspruch nehmen, als gewissermaßen naturgegeben. Sind sie aber nicht.
    Man kann sich durchaus die Freiheit nehmen, mal darüber nachzudenken, ob nicht die gewaltige Entwicklung der Produktivkräfte es uns inzwischen erlauben würde, das anders zu organisieren. Es gibt schließlich viele Möglichkeiten jenseits der Arbeit „nine to five“, wie man der Gesellschaft nützlich sein kann. Und notabene können wir es uns auch leisten, die Wenigen mit zu versorgen, die aus welchen Gründen auch immer gar keinen Beitrag leisten können.
    Gut, dass du das mal wieder angesprochen hast.

  3. “Raff Dich halt auf, ich schaff’ das schließlich auch!”
    wenn das so simpel wär mit dem aufraffen dann gäbs nur noch superpünktliche marathon-läufer mit den allerbesten abschlussnoten und akademischem titel. aufraffen geht gar nicht. ich bin nur produktiv wenn ich entweder total bock auf die sache hab, dann muss ich mich gar nicht erst aufraffen, oder wenn ich druck dazu hab, d.h. extrem negative konsequenzen (abmahnung, schimpfen, blöd dastehen…) in aussicht habe.
    oder wenn etwas so sehr gewohnheit ist, dass es normal ist. deswegen sind für mich auch nine to five-jobs auch das optimum, da isses nämlich einfach gewohnheit, weil unumstößliche pflicht, jeden tag zum selben zeitpunkt auf der matte zu stehen und zumindest da zu sein. ob man dann den halben tag im inet verbummelt ist dann die andere frage ^^ aber ich würde nie den arsch hochkriegen wenn ich mich täglich neu entscheiden müsste ob und was ich mache.

    meine meinung ist ja, dass es die falsche einstellung ist, man müsse sich zum arbeiten aufraffen. arbeiten sollte so viel spaß machen, dass man sich überhaupt nicht überwinden muss, was zu machen. und wenn mans doch muss, dann hat man nicht die richtige tätigkeit gefunden… jaja, sehr romantisch und naiv.
    ich drück dir ja die daumen dass du irgendwann mit dem bloggen bisi mehr geld bzw. naturalien verdienst, und dann wirklich nur noch dann taxieren musst wenn du wirklich bock drauf hast 😉

  4. @flippah:
    Solche Chefs sind viel wert. Da kann ich nur wünschen, dass das ggf. auch nochmal klappt! 🙂

    @Opa Hans:
    Naja, viel jünger als geregelte Arbeitszeiten sind Modelle, die eben nicht den ganzen Tag einnehmen. Vor der industriellen Revolution wurde meines Wissens nach ja auch einfach bis zum Umfallen gearbeitet.
    Ich bin aber ziemlich sicher, dass sich da einiges ändern wird. Man darf nur gespannt sein, in welche Richtung …

    @Mausflaus:
    Das interessante ist halt: Ich mag meinen Job ja. Kann ich wirklich uneingeschränkt sagen. Trotzdem passiert sowas manchmal. Oft genug isses ja so, dass es mich nch ein paar freien Tagen regelrecht ins Taxi zurückzieht. Auf der anderen Seite sitze ich auch manchmal da und denken mir: „Fuck, Du hast schon soo lange nix mehr gebloggt …“
    Nur am „richtigen“ Job liegt es also nicht, sondern eher an der Tatsache, dass es irgendeine Verpflichtung gibt.

  5. Lyra

    Ich habe ja gerade erst angefangen zu Arbeiten (das Nachilfe geben zu Schulzeiten klammer ich mal aus)
    Allerdings die Bedinungen bei mir auf der Arbeit sind. Dass man bis zum Daily da ist (10 Uhr also wirklich machbar) und dass man +- auf seine Wochenarbeitsstunden kommt (40 bei mir).
    Wenn ich mal weniger Lust habe, denn komme ich meist später bzw gehe auch mal eher. Aber Es hilft mir sehr mir eine Zeit zu setzen zu der ich da sein will. (spätestens 9 Uhr) Weil ich auch ziemlich schlecht bin mich selbst zu motivieren ohne irgendeine Deadline. Daraum wäre so ein Job wie du ihn machst auch nichts für mich. Ich bin froh wenn ich ein wenig Freiheit habe in meiner Zeitplanung. Aber zu viel tut mir nicht gut.

  6. Lyra

    Ach ja ganz vergessen eben zum Thema Wahlen:
    Ich gehe nicht für eine Partei wählen, sonderen gegen eine andere. Mir gefällt auch nicht was alle Partein machen. Aber es gibt eine Reihe von Partein bei denen mir sogar nicht gefällt was sie machen und ich will einfach nicht das die Stimmen ihrer Wähler mehr zählen nur weil ich nicht hingegangen bin. (Ja bei gleichstand meiner aktuellen Sympatiewerte kann ich auch schon mal auslosen, welche Partei gerade meine Stimme bekommt.)
    Denn ich sehe es als kleineres Übel an, dass eine Partei meine ganze Stimme bekommt, die wenigstens ein paar meiner Ansichten teil. Als das zB. eine Partei wie die NPD auch nur eine Teilstimme von mir bekommt.

  7. Stone

    sehr schöner Text sash

    vor der Industrialisierung war es mMn sehr wohl notwendig nahezu ganztägig mit dem Lohnerwerb beschäftigt zu sein.
    aber es gab bereits Regulierungsmechanismen: es war verboten an Feiertagen zu arbeiten, so seltsam es klingt, die Kirche hat hier pro Bevölkerung agiert *g*

    aber es war wohl nicht so viel Stress, den man hatte halt sein Feld zu beackern und die Natur gab ein Zeitfenster…
    oder der Handwerker musste halt sein 30 Körbe flechten, sonst gabs nichts zu verkaufen (wie bei dir und dem Taxi fahren)

    gerade mit der Industrialisierung die Notwendigkeit von Millionen Arbeitskräften gesunken, anfangs war das ok, denn man hatte genug Bedarf an Künstlern und Geistesarbeitern, quasi unproduktiven Arbeitern

    aber irgendwann war ein Punkt erreicht, an dem wir zu viele Menschen hatten, die so oder so „gebraucht“ wurden. (vorher wurde der Pulk der Arbeitskraft durch Weltkriege resettet)
    und damit begann das Lohndumping im großen Stile

    auf diesen Gedanken kann man wunderbar aufbauen & weiterspinnen…

  8. @Lyra:
    Parteien sind ja letztlich auch nicht dazu da, dass man mit ihnen zu 100% übereinstimmt. So ein bisschen „kleineres Übel“ ist da ja standardmäßig mit eingebaut ins System. Kenne diesen Ärger aber auch.

    @Stone:
    Im Grunde hast Du Recht. Aber ich würde die vorindustriellen Zeiten nicht zu rosig sehen. Letzten Endes haben die Menschen damals fast ihre komplette Zeit neben dem Schlaf damit rumgebracht, irgendwie ihr Überleben zu sichern.

  9. Andreas O.

    Wie man sowas jahrelang psychisch durchhält? Aus meiner Sicht gibt es da im wesentlichen 2 Möglichkeiten. Entweder man ist glücklich mit dem, was man tut, weil es Spaß macht oder zufrieden oder was auch immer. Oder man ist mit diesem Glück nicht gesegnet, aber sieht das alles nicht so eng und arbeitet halt, um zu leben/überleben, mit dem Wissen, dass es nur ein Mittel zum Zweck ist und keine Erfüllung sein muss. Auf mich trifft beides nicht zu. Ich arbeite, ohne dass es mich glücklich macht oder Zufriedenheit verschafft. Ich sehe es notgedrungen -mangels Plan-B als Notwendigkeit an, allerdings kann ich das nicht emotionslos akzeptieren. So brennt man im Laufe der Jahre immer mehr aus und manchmal fühlt man sich von dem Druck zerquetscht und ausgepresst. Aber irgendwie muss es ja laufen, wenn man Familie und ein Haus hat. So landen viele, auf die oben genannte Varianten nicht zutreffen irgendwannn an einem Punkt, an dem die Psyche krank wird. Klar, das hat natürlich auch mit dem eigenen Charakter, der Einstellung und nicht zuletzt auch mit der Erziehung und seinem eigenen Umfeld zu tun. Aber wie du schon sagst, Arbeit das halbe Leben (zumindest für viele). Und zeitlich gesehen ist es auch bei mir so. Nur leider ist diese eine Hälfte so dominant negativ, dass die andere Hälfte darunter leidet. Schade, dass es so schwer ist, glücklich zu sein. Aber ich habe großen Respekt vor jedem, der es schafft, seinen Weg bzw. sein eigenes Rezept zu finden. Ich versuch es mit Ende 30 auch noch, irgendwie….aber die Resignation ist nah.

  10. Danke.

    Ich als arbeitsunfähige, vielleicht bald berentete 28 jährige freue mich jedenfalls über diesen Artikel.

    Meine bisherige Erfahrung ist: Es gibt für „uns“ keine Nische. Die minimale Stundenzahl, die man arbeiten können muss! liegt bei 15 Stunden. Kannst du das nicht bist du erwerbsunfähig. Oder kannst mit viel Glück in einer Behindertenwerkstatt arbeiten. Dass aber nicht jeder der nicht 15 Stunden arbeiten kann, nicht gleichzeitig auch mit so niedrigschwelliger Arbeit glücklich wird bleibt außen vor. Meistens ist das sogar der Punkt der die Situation noch viel unerträglicher macht. Habe ich bei mir gesehen und auch bei meinen Kollegen aus der Maßnahme.

    Wir sind nicht blöd, wir sind nur sensibler. Kaputter. Führen wir dann dauerhaft Arbeiten aus bei denen man sich die ganze Zeit an den Kopf fassen möchte, weil es so… sinnlos ist… führt das nicht unbedingt dazu, dass man sich wertvoller fühlt. Merkt man dann an dieser Stelle, dass einen die 15 Stunden aushebeln… hat man nur noch mehr das Gefühl: „Selbst für diesen Mist bin ich zu unfähig… “

    Es fehlt an einem Konzept für intelligente, psychisch Kranke… die zwar nicht dauerhaft zu Hause sitzen wollen und auch nicht müssen weil sie ja durchaus in der Lage sind etwas zu tun, aber mit 15 Stunden eben auch nicht klar kommen. (Oder die eben freier einteilen können müssten.)

  11. @Andreas O.:
    Traurig, das zu hören. 🙁
    Aber ich werd jetzt nicht mit nutzlosen Pseudotipps rumwerfen, wie so viele Gurus. Du hast es ja selbst geschrieben: Ist natürlich eine persönliche Sache, muss man irgendwie durch.

    @Svü:
    Das ist vermutlich der Grund, weswegen viele clevere, nicht arbeitsfähige Leute Künstler werden.
    Was Du sagst, trifft ja nicht nur auf Behindertenwerkstätten zu, sondern auch auf viele kleine Nebenjobs, die sich vielleicht noch mit einer Arbeitsunfähigkeitseinstufung machen lassen würden: Erst recht schlecht bezahlt und oftmals stupide.

  12. Ja… mein Plan war ja immer Psychologin oder Schriftstellerin ^^ Nachdem das erste wohl nicht so ganz funktionieren wird… bleibt mir ja nicht viel 😉

    Bei meiner Maßnahme jetzt… also die Zeitung in der du auch erwähnt wurdest… wäre es durchaus sinnvolle Arbeit gewesen, wenn man sie richtig angeleitet hätte. Die Zeitung hätte viel bringen können, wenn sie nach außen hätte gelangen können. Sowohl für uns Redaktion, als auch für die Leser. Nun ja…

  13. Stone

    oh sicher war das vor industrielle nicht wirklich besser.
    wie du sagst, war es aber direkter: nicht getan, nix zu futtern
    heute wird Bedarf geschaffen, damit man Arbeiten geht (hast du kein IPhone…)

    ich finds nur traurig, was die Menschheit aus dem Fortschritt macht.
    wir sind blöd genug jeden scheiß kaufen zu wollen und der Kapitalismus schürt das noch tüchtig
    alternativ könnte man ja die Überproduktivität in ein angenehmeres Arbeitsklima investieren..

    ich weiß nicht ob der Link ok ist, es ist ne andere Ansicht
    http://dasnuf.de/zeug/geht-euch-doch-selbstverwirklichen-ich-geh-arbeiten/

    ich teile eindeutig deine Sash 😉

  14. …jeder soll leben, wie ermag. Dann aber nicht den anderen auf der Tasche liegen. DA bekomme ich ECHT einen Hass. Du zählst ja nicht dazu, weil du dir deinen Lebensunterhalz selbst verdienst. Dafür nimmst du aber auch in Kauf, weniger pinkepinke zu haben. Gut so. Für mein Gerechtigkeitsempfinden. Ich würde nie auch nur eine Sekunde drüber nachdenken, zu Hause zu bleiben und dafür Geld zu kassieren. Warum nicht? Weil ich so was nie im Leben könnte. Ich muss machen, tun, meinen Arsch bewegen. Ich bin Frühaufsteher und was ich mache, macht Spaß. Wenn`s keinen mehr macht oder mich unterfordert, wechsel ich den Arbeitgeber! Auch bei mir gibt`s Tage, an denen könnte ich kotzen, aber das ist im Berufs-, wie im Privatleben unisono. So was gehört dazu. Nicht immer nur eitel Sonnenschein. Sonst wäre der Sonnenschein auch langweilig und nicht mehr zu ertragen. Mein Motto: Love it. leave it or change it! Nun sprichst du aber noch die an, die dem Alltag und den Arbeitsanforderungen nicht gewachsen sind. Kenne ich keinen, aber logo, das es für diese Menschen als Lösung nicht nur Behindertenwerkstätten, sondern seelisch aufbauende und passgenaue Jobs mit geringeren Stundenzahlen geben sollte. Da gäbe es bei intensiverer Beratung und einem darauf spezialisierten Netzwerk garantiert sehr schöne, sinn- und glücksstiftende Lösungen für Arbeitgeber, wie für die „Betroffenen“. Aber wer packt`s an?

  15. @Svü:
    Sowas ist dann halt echt super ärgerlich. 🙁

    @Stone:
    Hab den Text gelesen. Aber da geht es schon nochmal um was anderes. Besagtes Video ist ein Zusammenschnitt aus einem Text, der 50 Jahre alt ist, damit natürlich ganz andere Grundvoraussetzungen hat. Darübergelegt happy new Lifesyle, also ohnehin eine etwas seltsame Geschichte, da kann ich die Reaktion schon auch verstehen.
    Wobei ich sicher nicht mit Das Nuf auf einer Linie liege, das stimmt schon auch.

    @baerlinerin:
    Das ist wohl das Problem. Und im Übrigen: Wahrscheinlich ist das auch oft nicht kostendeckend.
    Aber ich muss gestehen, dass ich deine Wut auf Arbeitsunwillige echt nicht verstehen kann. Zahl der Jobs minus Zahl der arbeitsfähigen Menschen ergibt … derzeit 3 Millionen? Ich bin da echt nicht up to date. Ein Lob an alle, die sagen, dass sie’s eigentlich auch mit ein bisschen ALG aushalten, nicht zu arbeiten! Dann haben die Leute, die wie Du nicht anders können, die Chance, die Jobs zu kriegen, ggf. sogar neue zu schaffen.
    Was tun Dir die Leute? Die belasten dich mit keinem Cent, denn wenn die brav arbeiten gehen, kriegt es jemand anders und wenn wir die verhungern lassen, sind wir nicht nur egozentrische Arschlöcher, sondern versauen reihenweise Unschuldigen das Leben. Außerdem haben Du und ich – so unterschiedlich wir wohl damit umgehen – beide das Glück gehabt, eben Jobs zu bekommen, die uns in irgendeiner Form mehr bringen als bloß Geld. Schau Dir mal an, zu was für Scheiße in diesem Land Menschen gezwungen werden, damit sie nicht hier oder da noch’n Fuffi abgezogen bekommen, den sie bitter nötig haben.
    Ich hab ein Jahr lang von ALG1 gelebt und hab weniger als ALG2 gehabt. Aufstocken hätte ich können, aber dann hätten sie mir einen nutzlosen Putzjob gegeben und mir meine Ausbildung in der Taxischule ruiniert, weil das keine offizielle Ausbildung ist. Und anschließend haben sie über den Umweg der EU meine Vollzeitstelle ein halbes Jahr lang alimentiert, weil meine Chefs mich „aus der Arbeitslosigkeit geholt“ haben – was ich in Wirklichkeit selbst gemacht hab, indem ich mich nicht an ihr beschissenes System gehalten hab.
    Ich hab die ganze Härte immer nur als Beobachter bei Freunden mitbekommen, nie selbt, das muss ich zugeben. Aber ICH krieg die Krise, wenn irgendwer ernsthaft meint, die Leistungsbezieher würden hier irgendwie ein Problem verursachen.

  16. …sie verursachen kein Problem? Nee, mir persönlich tun sie nichts. Außer das sich mir der Magen umdreht und ich kotzen könnte, wenn ich auf solche „Typen“ treffe. Das geht durch alle Alters- und Bildungsschichten, das kann ich dann doch auch aus dem Privaten behaupten. Wenn Männer mit hohem Bildungsstandard ihren Arsch nicht mehr hochbekommen und sich aushalten lassen. Wenn Frauen lieber vom Amt bezahlt werden, statt quer durch die Stadt zu fahren, um einem „geregelten“ Job nachzugehen. Und du kannst doch nicht behaupten, dass es keine Arbeit gibt! Gerade im Einzelhandel erlebte ich es, dass zu wenig Azubi-Bewerbungen reinkamen, weil denen die Arbeitszeiten nicht passten. Einige Aushilfen, die ich einstellte – weil nur noch grottigere Bewerbungen rein kamen – hatten keinerlei Drive, sich auch nur ein bissl einzubringen. Genauso schnell waren sie auch wieder draußen. Meine Kunden klagen noch heute, keine guten Mitarbeiter mehr zu bekommen. Die suchen!!! Hallo?!?!? Ich meine, WAS ist die Erziehung heute noch wert, wenn junge Leute schon zu Beginn der Berufslaufbahn meinen, alles mundgerecht und nach der wünsch-ich-mir-Methode vorgelegt zu bekommen??? – Ich mag ja jetzt sehr „asozial“ klingen, aber wie bitte kann ein Mensch davon ausgehen, dass sich schon andere um seinen Lebenserhalt kümmern müssen? Ich rede hier nicht von denen, die geistig oder körperlich beeinträchtigt sind. Wenn ich das jetzt vorsichtig genug und politisch korrekt ausgedrückt habe. Ich rede von denen, die zu faul oder zu versoffen oder zu unreif sind, mit ihrem Leben etwas anzufangen. Die gar keinen Plan haben, nicht mal den Ehrgeiz, als Deutsche geradeaus deutsch sprechen zu wollen! Klar kann auch der Sinn des Lebens sein, in den Tag hinein zu leben. Aber dann sollte in die aufgehaltene Hand nichts fallen! Jeder hat Talente und wenn man sein mitgeliefertes Hirn benutzt und sich auch mal die Mühe macht, seine „Frei“zeit damit zu „vergeuden“, sich selbst kennenzulernen und zu hinterfragen, was man in der Kürze des Lebens anstellen will, finden sich sicher erstaunliche Einsatzmöglichkeiten!

  17. Wahlberliner

    Ich kenne das Thema. Ich kann jeden bewundern, der a) entweder die Kraft und Härte hat, einen normalen Job (oder auch nur 30h statt 40 pro Woche) durchzustehen, oder b) keinen „normalen Job“ hat, sondern einen den er einfach nur liebt und deshalb ewig machen könnte.
    Irgendwie sehe ich aber auch, dass sich unsere Welt ja seit der präindustriellen Zeit um Welten verändert hat. Die Prämisse, mit der wir die Industrialisierung, bzw. eigentlich den technischen Fortschritt, der diese dann auch mit sich brachte, angegangen sind, ist ja ursprünglich mal die gewesen, weniger arbeiten zu müssen, bzw. leichtere Arbeiten. OK, leichtere Arbeiten sind es in vielen Fällen sicher geworden, aber zugleich sehe ich auch, dass die erhöhte Produktivität durch den technischen Fortschritt eben gar nicht den Menschen zu Gute kommt, sondern diese trotzdem noch weiter 40h pro Woche arbeiten müssen, anstatt vielleicht nur noch 10 oder 5. Da läuft also irgendwas schief. Ursprünglich wurden Maschinen entwickelt, damit sich die Menschen mehr „Faulheit“ (oder, besser gesagt: Konzentration auf schöngeistige Dinge wie schöpferische Tätigkeiten als Künstler z.B.) leisten konnten. Dass das jedoch nicht geklappt hat, zeigt mir, dass wir uns zwar technisch, aber nicht gesellschaftlich (oder geistig? ist das dasselbe?) weiter entwickelt haben. Gesellschaftliche Entwicklung würde meiner Meinung nach so aussehen, dass wir aufhören miteinander im Großen wie im Kleinen zu konkurrieren und im Wettbewerb zu stehen, und statt dessen sehen, wie wir alle mal gemeinsam an demselben Strang ziehen. Man könnte sicher schon jetzt die hohe Produktivität in unserer Welt dazu nutzen, dass jeder Menschen auf der Welt genug zum Leben hat, ohne irgendwelche Bedingungen. Und es würde trotzdem noch Arbeit geben (zum Glück!), und es würde trotzdem auch noch genug Leute geben, die die nötigen Arbeiten machen. Nicht nötige Arbeiten würden vielleicht eher liegen bleiben, aber die wurden ja vorher auch schon nur gemacht, weil es ums Geld ging, und nicht darum, etwas bestimmtes zu schaffen/bewirken/erreichen/machen etc. Würden wir das Geld einfach mal komplett rauslassen aus allen Motivationen, dann wäre für jeden ein Leben ohne Mangel möglich – und wahrscheinlich würden wir trotzdem am Ende als gesamte Menschheit „Null auf Null“ rauskommen, ohne Gewinn und ohne Verlust. Und so wäre es richtig.

    Solange das noch nicht so ist, und das Geld noch so wichtig, ist es eines jeden eigene Aufgabe, sich davon nicht im Denken, Fühlen und Handeln einschränken zu lassen. Und dabei ist alles erlaubt (nagut, nur alles das, was per Gesetz nicht verboten ist). Ich sehe es inzwischen wirklich als Haupt-Ziel an, mich nicht mehr von Geld, oder wer welches hat oder nicht hat, bzw. dessen Existenz oder Notwendigkeit in sich, in meinem Denken und Fühlen einschränken zu lassen.
    Dabei gibt es natürlich auch verschiedene Möglichkeiten, z.B. eben einerseits „Geld machen“, andererseits „Ansprüche runterschrauben“, und mit diesen Stellschrauben und genügend Kreativität kann man das auch erreichen. Ob man dann am Ende in einem übermäßig hochbezahlten 80- bis 120-Wochenstunden-Job landet, weil man unbedingt auch noch die zweit-Yacht braucht, oder ob man „hartzt“, ist dann natürlich jedem selbst überlassen, und nichts ist besser oder schlechter, solange es der eigenen Wahl entspricht. Wichtig ist, die (klein)geistige Enge des von Zwängen bestimmten Denkens, wie sie im verlinkten Blog-Artikel von „Das Nuf“ unfreiwillig demonstriert wurde, zu überwinden. Dann ist es auch egal, was man für einen Job hat, oder wie gut der bezahlt ist 🙂

  18. @Baerlinerin:
    „Die suchen!!!“ ist aber statistisch und damit gesellschaftlich irrelevant. Ja, wir als Gesellschaft müssen andere Menschen miternähren, die selbst nicht für ihren Lebensunterhalt sorgen. Die Unterscheidungen zwischen denen, die es verdient haben und denen, die dieses Recht nicht haben, sind willkürlich. Du führst selbst „Versoffene“ auf der Negativliste, obwohl Alkoholismus als Krankheit klassifiziert ist. Klar, eine selbstverschuldete, irgendwie. Ist der Arm in der Kreissäge aber auch …
    Treffe ich diese Unterscheidung, muss ich anfangen zu kontrollieren. Immer mehr – und das passiert seit HartzIV ja auch. Ist dieser Kranke auch wirklich krank? Ist diese psychische Störung nicht vielleicht doch eher nur Faulheit?
    Mords der bürokratische Aufwand, ein Generalverdacht gegen alle, die „Nettoempfänger“ sind und eine Festzementierung einer Zweiklassengesellschaft! Wahrlich ein fantastisches System!
    Ja, sicher, man wird auch ein paar Unsympathen damit unterstützen. Aber wer da jetzt wie schlimm ist, ist doch am Ende auch wieder nur eine Sympathiegeschichte. Ich hätte die Typen, von denen Du schreibst, sicher auch daneben gefunden, aber warum ist es eigentlich so ein verdammt wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von Menschen, wie sehr sie sich für diese oder jene Arbeit eignen? Geht’s am Ende echt darum, sich möglichst weit hochzuschuften, um dann auf die anderen runterschauen zu können?
    Wir bezahlen mit unseren Steuern ’ne Menge Leute und eine Menge Zeug. Ich finanzier lieber jemanden ’n ruhiges Leben auf dem Sofa als den Typen, der mich nach 10 Jahren Arbeit dann in der Arge als asoziales Arschloch runterputzt, weil mein psychischer Knacks leider nicht ganz den Kriterien entspricht.

    @Wahlberliner:
    *sign*

  19. Wahlberliner

    @Sash: Und dann gibt es ja auch noch die Menschen, die von uns als Gesellschaft ebenfalls miternährt werden, *weil* sie auf diese Weise „für ihren Lebensunterhalt sorgen“. Ich meine, unser System des „Andere (bzw. wahlweise auch als „sein Geld“ verklausuliert) für sich arbeiten lassen“ ist ja schon eine legalisierte Form der gewalttätigen Aneignung von Leistungen. Nämlich der Leistungen derjenigen, die die Arbeit tatsächlich machen. Ein paar wenige gibt es, die dann nicht nur als kleiner Chef damit gerade so leben können, was es ja noch ausgewogen macht, sondern die praktisch zigtausende für sich arbeiten lassen, und dementsprechend auch übermäßig viel von der Gesellschaft bekommen, was ihnen – zumindest nach meinem ethischen Empfinden – nicht zusteht. Denn die Menge an „Produktionsmitteln“, die man braucht, um so zu leben, ist so groß, dass eine Aneignung dieser nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Also, vor dem Gesetz vielleicht schon, aber nicht mit einem gesunden Menschenverstand und ethischem Gewissen betrachtet…

    Dass wir (letztendlich sogar alle Steuerzahler, deren Steuern für die Tilgung/Verringerung von Staatsschulden genutzt werden) diese Leute nicht nur miternähren, sondern ihnen ein geradezu fürstliches Auskommen bescheren, und wo die das Recht dazu her haben, hinterfragt aber irgendwie niemand….

    Und nein, ich habe auch noch keine fertige „Lösung“ für solche „großen“ Probleme, ich sehe sie lediglich (was auf die meisten Menschen leider nicht mal zutreffen dürfte).

  20. Hi Sash,ist echt ein interessanter Bericht und Gedankengang. Aber auch nicht ganz einfach. Mit Familie kann man sicherlich nicht so einfach mal die Arbeit niederlegen… Ja, jeder vernünftigte Mensch möchte doch schnellstmöglich die Arbeit niederlegen.Man lebt doch schließlich nicht um zu arbeiten. Die Gesellschaft gibt einem das natürlich vor, weil die ja auch genug Deppen braucht um das System am Laufen zu halten… aber wer kann, der steigt aus 🙂 Ist eben aber nicht ganz so einfach… ich habe schon ein Buch geschrieben, aber es kauft keiner 🙁 also muss ich weiter arbeiten …

  21. @Mike:
    Sicher kommt es immer drauf an, ob und wie das gerade geht. Interessant ist aber: Über einen Arbeitsausstieg macht man sich solche Gedanken – was ja auch sinnig ist. Auf der anderen Seite gibt es viel weniger Überlegungen, wenn es um mehr Arbeit geht. Da ist es bei den meisten gleich ein „Ja, das krieg ich schon irgendwie gebacken!“

  22. Roni

    Habe deinen Blog-Beitrag grad entdeckt.
    Ich finde deine Überlegungen schlüssig und nachvollziehbar. Ich selbst hatte erst kürzlich überlegt, des Geldes wegen wieder „voll“ zu arbeiten. Heute kam ich zu dem Schluß, die Freude am Leben ist wichtiger als Konsum.
    Ich oute mich hier als eine von den „Bösen“. Ich arbeite in einem der unsäglichen Jobcenter und bin jeden Tag froh, wenn ich den Laden endlich wieder verlassen darf. Ich arbeite dort nicht mit dem Publikum, sondern bin nur der „doofe“ Zuarbeiter, wie einige meiner „lieben“ Kollegen glauben. Im Gegensatz vieler sehr junger Kollegen, die doch wahrhaftig in solch einer Frustbude einen krankhaften Ehrgeiz entwickeln und für eine eventuelle „Karriere“ dort alles mittragen, abnicken, katzbuckeln, schleimen, vertuschen, mobben, lügen, austeilen usw. ist für mich das ganze nur der Pflichtjob, um meine MIete und meine Brötchen bezahlen zu können. Sehr gern und gehäuft fordert mein Arbeit“geber“ in letzter Zeit von seinen Arbeit“nehmern“ Loyalität ihm gegenüber ein.
    Warum wohl? Weil er ahnt, daß es da nicht zum Besten stehen kann?
    Ich habe durch die kürzere ARbeitszeit zwar knappe Finanzen, aber mehr Zeit für die Dinge, die andere gern bis ins ersehne Rentenalter verschieben, dieses aber ganz oft gar nicht erreichen, weil die physische und psychische Erschöpfung sie bereits vorher umbrachte.

  23. @Roni:
    Ich verstehe Deine Entscheidung auch sehr gut. Ich muss zugeben, letztlich nie in einem Betrieb gearbeitet zu haben, der deinen Beschreibungen entspricht, aber es macht mir wieder mal deutlich, wie richtig ich lag, als ich es albern fand, dass „deine Kollegen“ mich ratlos angesehen haben und mich quasi gefragt haben, ob ich so einen beschissenen Job wirklich machen wollte.
    Dabei kann ich bei Bedarf meinen (allerobersten) Chef jederzeit wegen privater Belange anrufen, verstehe mich als sein Freund und bringe mich hier und da auch mal unentgeltlich ein, wenn ich glaube, es nützt der Firma. Der einzige Preis dafür ist ein niedriger Lohn – den mein Chef aber auch nur zahlt, weil in dieser Branche nicht mehr rauszuholen ist.
    Ich bin sicher kein Vorzeige-Arbeitnehmer. In gewisser Weise bedauere ich das, denn meine Firma hätte solche mehr als verdient. Aber es ist eben so, dass ich nicht wegen ein paar Euro mehr ein besseres Leben hätte. Der Luxus des Lebens ist nunmal Freizeit, Entspannung oder dergleichen. Und ja: In der Regel muss man arbeiten, um die genießen zu können. Aber dass der Beruf das eigene Leben bestimmt, dass die Arbeit zum Selbstzweck wird, das ist sicher nicht gesund. Und ich glaube, ich kann froh sein, das frühzeitig erkannt zu haben.
    Und deswegen bin ich so frei, Dir zu deiner Entscheidung zu gratulieren. Obwohl sie viele nicht verstehen.

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