TaxiButton

11. Februar 2010

Als Blogger bekommt man offensichtlich ab ca. 200 Lesern am Tag automatisch eine Menge Werbeangebote. Das ist nicht sonderlich schlecht, könnte es einem theoretisch doch dazu dienen, die Ausgaben – so man welche hat – gegenzufinanzieren. Aber klar, die meisten Angebote sind wenig seriös, man bekommt oft so nette Mails wie:

“Wenn sie in ihrem Artikel “Wie ich in Bali mein Analthermometer verloren habe” im Wort “Urlaub” auf unsere Ferienangebote verlinken, lasse ich ihnen unkompliziert 20 € zukommen.”

Dann fragt man nach, wie sich der Anbieter das vorstellt, sprich: Was ist unkompliziert? Darf ich es als Werbung kennzeichnen? Welche Zielgruppe wollen sie eigentlich ansprechen? …und man kann sich sicher sein, dass man keine Antwort mehr erhält. Prima. Also bin ich von Natur aus eher skeptisch.

Nun bekam ich heute eine Mail, in der mir nahegelegt wurde, mir eine neue App namens TaxiButton, bzw. dem dazugehörigen Fahrer-Modul TaxiButton-Driver mal anzusehen, auszuprobieren und – bei Gefallen – im Blog zu erwähnen, bzw. ein Feedback zu geben. Nun habe ich das Problem, dass ich das Teil gar nicht testen kann, weil mein antikes Handy eigentlich nicht viel mehr kann, als einen kaputten Lautsprecher zu haben, was bedeutet, dass es selbst zum telefonieren eigentlich zu blöd ist. Irgendwelche Apps sind mit dem Teil schlicht nicht zu kombinieren, weil es einfach kein Smartphone ist.

Interessant fand ich die Sache grundsätzlich aber schon, und auch die Form der Ansprache fand ich wesentlich überzeugender als die anderer Firmen, zumal es wenigstens um eine Software geht, die hier im Blog tatsächlich ihre Zielgruppe haben wird.

TaxiButton soll ein eigenes Vermittlungssystem sein, bei dem der Kunde seine Daten eingibt und die Taxifahrer in der Nähe die Möglichkeit bekommen, den Auftrag anzunehmen. Eine Vermittlung eben an den Zentralen vorbei, ansonsten für die Fahrer mit Datenfunk wohl wenig spektakulär. Insbesondere aber vielleicht deswegen schon interessant, weil die Zentralen in Berlin gerade nicht mit herausragenden Leistungen auffallen.

Das Ganze soll dieses Wochenende anlaufen und befindet sich dann erst einmal in der Einführungsphase, die auch noch umsonst sein wird. Auf der Website selbst findet sich (leider leider – das finde ich ziemlich unschön!) kein Hinweis auf die Höhe der zukünftigen Kosten, aber in der Mail las ich

In der Einführungsphase ist die Nutzung der App komplett kostenlos. Danach zahlt man NUR pro vermittelter Fahrt und zwar maximal 33ct.

Sollte dies der Fall sein, dann halte ich es für ein faires Angebot und vor allem für ein insofern cleveres System, als bei auftragsweiser Bezahlung den Betreibern am Vermitteln von Fahrten gelegen sein wird, und sie sich nicht mit ihren monatlichen Fixzahlungen in den Ruhestand begeben können, ohne dass irgendwer was davon hat. Wie das ja bei gewissen Zentralen zum Teil vorzukommen scheint…

Ein paar Fragen sind allerdings auch bei mir noch offen geblieben. Zum Beispiel steht dort – was nicht uninteressant ist – dass man bei Fehlfahrten oder ausfallenden Kunden als Fahrer diese Kunden sperren kann. Aber kann ich als Kunde auch Fahrer sperren? Und sperre ich Leute nur für mich oder gibt es vielleicht irgendeine Art internes Warnsystem?

Die Seite selbst ist zumindest derzeit noch ein bisschen zu sehr ein heiteres “Wir können alles umsonst und die Welt wird besser”-Gerede, was natürlich marketingtechnisch sinnvoll scheint, mich als Skeptiker aber eher abschreckt.

Was mich freuen würde: Wenn irgendwelche technik-affinen Kollegen es vielleicht ausprobieren und mir ihre Erfahrungen schildern würden – also einen Kommentar mit Erfahrungsbericht oder einen Link zu einem solchen hier posten würden.

----------------------------------------------------------------------------
Werbung:Bei Fotolia anmelden und den Sash reich machen! Sofort!

Fotolia
----------------------------------------------------------------------------
  1. Wolfram
    9. März 2010, 20:33 | #1

    @Sash:
    Ist es auch nicht, schlecht, meine ich. Ich bin inzwischen dazu übergegangen, alle Kunden zurückzurufen und die Adresse abzugleichen, weil die Karten-App meist mehrere Adressen zu einem Punkt zusammensucht – aber selbst dann machts noch Spaß, das meiste sind nämlich Airportfahrten, unsere Fahrer freuen sich :) .

  2. 10. März 2010, 06:51 | #2

    @Wolfram:
    Dann kann man doch ein positives Gesamtfazit ziehen. Vielleicht nur vorerst, aber eigentlich ist ja eher zu erwarten, dass es mit der Zeit noch besser wird.

  3. Jan
    7. Juni 2010, 22:32 | #3

    Hallo,

    was ist eigentlich aus dem Taxibutton geworden? Setzt ihn noch jemand ein? Bekommt jemand Fahrten darüber?

    Jan

  4. 8. Juni 2010, 00:07 | #4

    @Jan:
    Ich hab selbst nach wie vor kein Smartphone, und in meinem Umfeld ist es ruhig um die Sache geworden. Aber genaueres weiss ich auch nicht.

  5. Wolfram
    9. Juni 2010, 05:17 | #5

    @Jan – Ja, ich … immer noch… der Hype hat etwas nachgelassen, aber ich krieg immer noch gut 100 – 150 Aufträge im Monat darüber. Verteilt auf 16 Autos ist das nicht viel – aber als Zusatzgeschäft immer noch extrem gut :)

Kommentar Seiten
1 2 5001
  1. Bisher keine Trackbacks