Wie Sonnenbrand – nur schöner!

Mein Gesicht ist gerade ein wenig gelähmt. Also nicht so richtig, es fühlt sich ein wenig so an wie der Kiefer nach einer zahnärztlichen Betäubungsspritze. Nun habe ich keine solche erhalten, insofern mag das den einen oder anderen Leser vielleicht verwundern.

Drogen!

Ausgerechnet der aus dem Plus hervorgegangene Netto gegenüber hat – was wir beim Kaiser’s langsam vermisst haben – nun einen Chili-Mix im Angebot gehabt. Nach dem fehlgeschlagenen Anbau unsererseits endlich mal wieder eine Möglichkeit, mit meinen Lieblingsfrüchten – Habaneros – zu experimentieren.

Insgesamt muss ich dem Plus-Angebot ein Lob aussprechen. Der Mix ist zwar überschaubar, aber mit 1,39 € sehr günstig und er bietet wenigstens drei Sorten Chilis, die man hier sonst im Supermarkt eher nicht bekommt: Jalapenos, Rawits und eben Habaneros.

Die Rawit – obwohl zahlenmäßig stark überlegen (ca. 7 bis 10 pro Packung) – hab ich noch nicht probiert. Frühere Erfahrungen zeigen allerdings, dass die Sorte einiges an Feuer hat. Der Geschmack ist allerdings eher öde.

Die 2 Jalapenos sind recht lecker und so mild, wie man sie von diversen Pizzen kennt. Eine fleischige, leckere Chili-Sorte, die man sich auch mal pur aufs Brot legen kann. Und genau das habe ich gestern auch schon getan.

Die 2 Habaneros allerdings: Feinstens! Zwar könnten sie etwas reifer sein, aber sie haben bereits dieses herrlich fruchtige Aroma und die abartige Schärfe, die ich an den Teilen so liebe!

Wirklich experimentiert habe ich mit Ozie aber gar nicht. Seit unserer ersten Begegnung mit diesen Chilis haben wir ein Lieblingsessen, das wir uns immer wieder gönnen, wenn wir Habis da haben: Habanero-Fleischbällchen. Die Zubereitung ist recht einfach: Man macht Fleischbällchen/Bouletten/Frikadellen/Floischkiechle mit Bratensoße und Knödel/Kartoffeln/Kartoffelpüree. Dabei gibt man in die Fleischmasse und die Soße etwas frische Habeneros. Wir haben heute 2 kleine Schoten vernichtet, und das hat schon gereicht. Auf 500g Hackfleisch und 1/2 l Soße. Was so eine halbe Schote in der Soße bewirkt… unglaublich! Die Schärfe ist es nicht wirklich – die lässt sich durch die großzügige Existenz von Fett im gesamten Essen recht beherrschbar machen. Aber der Fruchtgeschmack im Hintergrund…

Und wir machen unsere Soße mit NoName-Billig-Fertigpulver, etwas Zwiebeln, Senf und Tomatenmark – also kein Rezept, mit dem ein Fünftklässler überfordert wäre.

Aber gut, mein Gesicht…

Ich hab – schon des Fingerabschleckens wegen – den Part der Habanero-Schnippelei übernommen. Meine linke Hand habe ich dabei zum Halten der Früchte verwendet. Tja, und so eine linke Hand greift auch schon mal ins Gesicht… der Capsaicin-Gehalt dieser Früchte ist einfach der Wahnsinn! An meinem linken Daumen hat es für eine Brandblase gereicht und mein Gesicht ist vom Schweiß- und Tränenabwischen einfach auch in Mitleidenschaft gezogen worden. Zugegeben: Ein Kinderspielzeug stellen die Teile nicht dar – aber essbar sind sie! Ganz ehrlich!

Und ich möchte nur nochmal anmerken: Das mit dem Gesicht ist in einzelnen Situationen vielleicht unangenehm, aber es ist nichts im Vergleich dazu, was man versehentlich anrichten kann, wenn man… gewisse Dinge… also… ihr wisst schon!

10 Comments

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10 Responses to Wie Sonnenbrand – nur schöner!

  1. Milan

    Mein Mitbewohner hat Habaneros angebaut. Als ich zuletzt probiert habe waren sie noch nicht sehr scharf aber das Aroma war schon genial. Eine gute Bratwurst, gutes Ketschup, gutes Currypulver und eine Habanero haben die mit Abstand beste Currywurst ergeben die ich jemals gegessen habe.
    Anderen Sorten kann ich dagegen nicht so viel abgewinnen. Kein so schönes Aroma und dazu auch nicht mal wirklich scharf…

  2. @Milan:
    Ich hab auch so die (fast schon traurige) Befürchtung, dass über Habaneros bei Chilis nichts wirklich rausgeht. Das Aroma ist einfach einzigartig, und wenn man nur normale Pepperonis kennt, dann würde man nie glauben, dass es wirklich Chilis gibt, die nach was schmecken.
    Ich muss zugeben, dass mir die Habis manches Mal sogar noch zu scharf sind – aber jedes Mal, wenn ich mir die Zunge verbrannt hab, hab ich mir gedacht: Das war es jetzt wert 🙂

  3. Django

    Ich persönlich steh ja aromamäßig total auf Chipotle’s, kennste die?

  4. Mi-Go

    Ok. Mal von der Tatsache abgesehen das ich der ganzen Scharfesserei mal Grundsätzlich nichts abgewinnen kann… (vor allem mein Magen nicht 🙁 )

    Hat das ganze doch einiges an Komik-Potentail :D.

    Nicht nur die tatsache das man(n) dran denken muss sich VOR dem Pinkeln die Hände zu waschen, da gibt es auch einiges an, ähhh, ‚Konflicktmöglichkeiten‘ wenn nicht nur die Chilis sondern auch du und Ozie ihre, ähm, ‚Schärfe‘ entfalten… ^^

  5. @Mi-Go: Das große Problem ist, dass Händewaschen nicht hilft. Das Zeug ist nämlich nicht wasserlöslich… 🙂 Man müsste die Hände wahrscheinlich mit Butter waschen. Igitt.
    Naja, ich fasse Habaneros eigentlich nur noch mit Einweghandschuhen an, sonst ist man ungefähr einen Tag lang in der Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Also bezüglich Augenreiben und so… 😉

  6. @Django:
    Hat mich nie so sehr gereizt, dass ich sie probieren wollte.

  7. @Mi-Go:
    Das mit dem Magen kenne ich. Magaldrat ist eine Lösung 🙂
    Und das mit der Schärfe ist wirklich kein Witz. Gerade dieses „vor dem Pinkeln“ sollte man bei nicht vergessen. Da kann man einen ganzen Abend „Freude“ dran haben…
    Bei Habis ist es aber wirklich zu viel zum Abwaschen. Da hilft nur ein debiles Grinsen und Galgenhumor 🙂

  8. Mi-Go

    @Ozie. Ähm… Seife ist, wenn mich nicht alles täuscht, auch bei Capsaicin recht effektiv. Wobei das bei solchen Geschossen wie den Habas natürlich schon eher auf ‚dekontamination‘ hinauslaufen kann. 😉

    Hast aber schon recht, Handschuhe sind die einfachere (und wahrscheinlich auch ‚hautfreundlichere‘) Variante.

  9. der Schwob

    Ich glaube, ich sollte euch mal nen 100er Pack handschuhe hochschicken. aber böse wird das ganze doch, wenn du das zeug an der hand hast, und jemand eine klebst….

  10. @Der Schwob:
    Vor allem, wenn’s blutig wird 😉

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