Monthly Archives: April 2009

Sympathiebonus

Wahlkampf ist eine schwierige Sache. Wähler sind dumm und unwissend – und sicher ist so mancher Politiker auch der Meinung, dass das auch so zu bleiben hat. Aber ich will an diesem Punkt gar keine Grundsatzdebatte über Politikverdrossenheit beginnen.

Die Politik hat einen interessanten Weg gefunden, nämlich dem Wähler ohne inhaltlichen Tiefgang nur das zu vermitteln, was er am Wahlabend braucht: Vertrauen. Vertrauen in die Kandidaten. Dieses Vertrauen lässt sich natürlich nur schwer im persönlichen Gespräch erzeugen, das ist klar. Zum einen sind es zu wenige Kandidaten und zu viele Wähler, zum anderen ist ein guter Teil der Leute, die in der Politik landen weder sympathisch noch vertrauenswürdig.

So wird dieses Vertrauen dadurch erzeugt, dass das ganze Land, bzw. die ganze Stadt zugepflastert wird mit Wahlplakaten, die in der Regel nicht mehr als einen Kandidaten, bzw. sein Gesicht zeigen. Das ist praktisch, denn mit ein bisschen Training und Photoshop kann selbst unsere Kanzlerin natürlich lächeln, und zudem hat es den Effekt, dass man in der Wahlkabine irgendwann denkt: „Sach mal, den Namen kenn ich doch irgendwoher…“

Dieses Konzept ist bei der Mehrheit der Bevölkerung recht erfolgreich. Aber leider, LEIDER liebe CDU…

funktioniert das nur, wenn man dem Kandidaten beibringt, wenigstens friedfertig zu gucken!

Ui, is der lieb... , Quelle: Sash
Ui, is der lieb… , Quelle: Sash

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Professionalisierung

…ist nichts, was irgendwovor halt macht. Definitiv:

Demnächst auch als Video-Installation: "...war hier", Quelle: Sash

Demnächst auch als Video-Installation: "...war hier", Quelle: Sash

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Filed under Fotos, Lichtblicke im Alltag

Die Botschaft wird weitergetragen

Ich freue mich ja immer wieder, wenn meine kleinen Alltagskunstwerke den Weg in die Weiten des Netzes finden. Da ich meinen Ausflug ins world wide web bisher nicht mit ernsthaften finanziellen Ansprüchen verbunden habe, stelle ich gerne Dinge, die ich veröffentliche, auch anderen Seiten zur Verfügung. Nur eine Nachfrage wäre nett.

Das Maß an Nachfragen übererfüllt hat AW, seines Zeichens Journalist. Vor etlichen Monaten schrieb er mich an, um mir bezüglich meines (damals noch bei overblog gehosteten) Blogs ein paar Fragen zu stellen, deren Antworten dann auch teilweise in seinem Artikel in der „Tomorrow“ wiedergegeben wurden. Überregional! Wow!

AW ist zugleich treibende Kraft hinter der Kaschemme, und so bekam ich von ihm immer wieder Anfragen, ob ich nicht dieses Gedicht oder jene kleinen Bildchen für diese zur Verfügung stellen würde. Naja, lieb wie ich bin, habe ich das immer auch gerne getan, und so haben es tatsächlich die sinnentleerten Textfragmente auf unserem WG-Kühlschrank geschafft, im „Magazin für exzentrische Literatur“ zu landen.

An dieser Stelle möchte ich gerne einmal erwähnen, dass dies für mich bisher eine der positivsten Erfahrungen mit dem Internet an und für sich war. Es zeigt, dass sich auch dort noch Menschen tummeln, die Fragen stellen, beantworten, und zu guter Letzt im Rahmen von Nischenangeboten Platz schaffen für die kleinen Schönheiten des Lebens. Und beweisen, dass all das möglich ist, ohne die Rechte des einzelnen mit Füßen zu treten, wie es die ein oder andere wandelnde Gelfrisur im Boulevardjournalismus gerne macht, bzw. rechtfertigt.

Wahrscheinlich wird die Kaschemme die Popularität meines Blogs auf Dauer weit überbieten. Schon, weil sich sicher mehr Menschen gerne mit Lyrik als mit Taxifahrern auseinandersetzen wollen. Das ist ok, ganz ehrlich. Bei allen angestrebten Zensurmaßnahmen seitens der Regierung (Ja, ich weiss: Die wollen ja nur Kinderschänder überführen!) habe ich meine Zweifel daran, ob das Internet noch lange die grunddemokratische Kommunikationsplattform sein wird, die es einmal war, und vielleicht nicht einmal mehr jetzt ist. Wie dem auch sei: Ich bin froh, daran Teil zu haben!

Und: Wenn ihr auf abgefahrene Gedichte steht: Besucht die Kaschemme!

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Russland stoppt Expansion

Die Schweinegrippe, bzw. deren fieser neuer Erreger, ist inzwischen in aller Munde. Experten hoffen derzeit noch, dass dieses Szenario nicht von allzu vielen wortwörtlich genommen wird. Naja, ausgebrochen ist sie scheinbar in Mexiko, und inzwischen gibt es jede Menge Ideen, der Krankheit Herr zu werden. Dazu gehören auch Importverbote. Das schreibt zumindest Spiegel online.

Russland tut sich hierbei offenbar besonders hervor, verbieten die Russen doch nicht nur den Import von Fleisch. Aber seht selbst:

Importverbot für Regionen, Screenshot: spiegel.de

Importverbot für Regionen, Screenshot: spiegel.de

Ist doch mal nett, dass keine Regionen mehr importiert werden…

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Filed under Fotos, Medien, Politik

[/wahlgeheimnis]

So, um – beinahe mit Verspätung – doch noch meine Meinung zu „Pro Reli“ glaubwürdig kundzutun, habe ich beschlossen, dieses Foto zu veröffentlichen:

Dagegen: Der Sash (Quelle: Offensichtlich)

Dagegen: Der Sash (Quelle: Offensichtlich)

Ich hoffe, es ist jetzt niemand schockiert, dass ich als Freund des Datenschutzes auch noch präsentiere, für was ich gestimmt habe – ist das doch mit Fug und Recht meine Privatentscheidung. Ehrlich gesagt hatte ich lange schon vor, etwas zum Thema zu schreiben.

Es ist nämlich schlicht abartig, wie bekloppt die Pro- und Contra-Parteien bei diesem Volksentscheid agieren. Insbesondere die Werbung, mit der die Stadt zugepflastert ist, entbehrt manchmal jeder Logik, weil sie absurd verkürzt argumentieren. Ist doch schön: Die einen Fordern Freiwilligkeit, die anderen Freiheit! Warum nicht mit ja und nein stimmen?

Für alle Nicht-Berliner – Worum es geht:

Die Initiative „Pro Reli“ fordert, dass in Berlin Religion als Wahlpflichtfach eingeführt werden soll. Das klingt erstmal komisch, und ist ein wenig unverständlich. Anders als in den meisten anderen Ländern in Deutschland kann hier Religion bisher nur als zusätzliches Fach – ähnlich einer AG – gewählt werden. Seit 2006 gibt es in Berlin einen verbindlichen Ethik-Unterricht, der den Schülern „Werte und Normen“, sowie – soweit ich weiss – auch die Ansichten der großen Religionen lehren soll. Wer auch einen Unterricht von Katholiken für Katholiken beispielsweise haben will, der muss diesen extra besuchen. Zu wohl meist unattraktiven Stunden – was für Zusatzfächer normal ist.

Die Initiative möchte jetzt, dass Religion quasi den selben Status wie Ethik erhält, und sich die Schüler für eines der Fächer entscheiden muss. Noch dazu nicht nur von Klasse 7 bis 10, wie Ethik bisher – sondern ab Klasse 1.

In meinen Augen ist das bescheuert. Nicht mal so sehr, weil ich von Religionen nicht viel halte. Das Problem ist, dass die Initiative „Pro Reli“, die mit Slogans wie „Es geht um die Freiheit“ wirbt, gar keine Freiheit in dem Sinne interessiert. Jeder Schüler hat die Freiheit, Religionsunterricht zu besuchen! Es geht darum, dass der Religionsunterricht in dieser Form bei den Schülerzahlen rückläufige Tendenzen zeigt. Wer kommt schon Nachmittags gerne extra für Religion in die Schule?

Es geht also viel mehr darum, Schüler (oder bis sie 14 sind deren Eltern) leichter in den Religionsunterricht „schleusen“ zu können, weil sie ja eh irgendwas wählen müssen. Und wenn die Eltern sowieso katholisch sind…

Ausgerechnet dem – zumindest vom Grundgedanken her – ausgewogenen und neutralen Fach Ethik wird vorgeworfen, schlecht für die Schüler zu sein. Schlecht ist dieser Unterricht in dem Sinne aber höchstens, weil Schüler feststellen könnten, dass es auch ganz coole andere Religionen gibt.

Es ist für mich schon grundsätzlich schwer nachzuvollziehen, was gegen einen übergreifenden Unterricht einzuwenden ist – insbesondere wo doch gerade alle jammern wegen mangelnder Integration von Muslimen beispielsweise – und stattdessen konfessionell getrennte Stunden zu befürworten. Dass das Ganze aber auch praktische Probleme aufwirft, ist ein kleiner aber nicht unbedeutender Nebeneffekt. Zum Beispiel muss man aus dem Nichts einen Haufen qualifizierte Lehrkräfte für diese Religionsstunden herzaubern. Am Besten für alle Glaubensrichtungen. Da dies aber zunächst eher utopisch ist, werden sich wahrscheinlich auch hier Qualitätsunterschiede geben.

Im schlimmsten – vielleicht nicht wahrscheinlichsten – Fall führt das dann sogar zu einer zunehmenden Trennung der Glaubensgemeinschaften, weil es dann hier eine gute evangelische, da eine gute katholische, und woanders eine gute muslimische Schule gibt…

Bei diesem Volksentscheid gab es für mich keinen einzigen Grund, dem blödsinnigen Freiheitsgeschwätz seitens „Pro Reli“ zu erliegen, und somit habe ich mich dafür entschieden, mit „Nein“ zu stimmen. Wahrscheinlich reicht schon die Wahlbeteiligung nicht aus, damit „Pro Reli“ Erfolge feiert, aber es wäre doch schön, wenn sie auch im Ergebnis der Wahl unterliegen.

PS: Die Gegenseite hat sich wirklich auch nicht clever verhalten. So hat der Senat es z.B. fertig gebracht, seine Nein-Haltung in unrechtmäßig von Steuergeldern bezahlten Zeitungsannoncen zu vertreten. Das ändert aber an der Sache nichts.

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Filed under Fotos, Medien, Politik

Betreff: Werbung

Wie die meisten sehen werden, habe ich inzwischen wieder Werbung in meinem Blog. Für fotolia.de. Ich hoffe stark, dass sich keiner von euch Lesern daran stört. Wenngleich ich den zynischen Kommentar „Anmelden und Sash reich machen!“ für Erklärung genug halte, möchte ich dennoch kurz aufklären, worum es geht. Es ist keine automatisch eingeblendete Werbung, sondern ich habe sie selbst hier eingestellt – weil ich auch selbst bei fotolia angemeldet bin. Dort hat man die Möglichkeit, kommerziell Fotos zu kaufen und zu verkaufen.

Ich werde fotolia in Zukunft als Verkaufsplattform für besonders gelungene (und auch manchmal für direkt dafür angefertigte) Fotos meiner Wenigkeit verwenden. Das ist keine große Sache, ernstlich reich werde ich damit sicher nicht wirklich. Geht eigentlich eher um den Ehrgeiz, gute Bilder zu machen, die tatsächlich verkauft werden. Und wenn es für ein paar Cent ist…

Ich will hier nicht ernstlich jemandem eine Mitgliedschaft bei fotolia aufdrängen!

Aber wenn sich jemand dafür interessiert und auch noch meinen Blog mag, dann würde ich mich doch sehr freuen, wenn derjenige sich über den Banner oder diesen Link hier bei fotolia anmeldet, weil ich dadurch noch eine kleine Provision bekomme. Für die Einblendung des Banners bekomme ich nichts.

Für Kritik diesbezüglich bin ich natürlich offen. Obwohl ich glaube, dass das bisschen Werbung meinen Blog nicht völlig unansehnlich macht (zumal er bezüglich Design gerade eh ein Witz ist).

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Wunderlich ist es schon…

Bin ich also gerade ein wenig bei german-bash.org unterwegs, und dann stolpere ich über dieses Zitat. Hab ich also wie „empfohlen“ mal kurz „pc vernetzen“ bei amazon.de eingegeben. Für die, die es nicht selbst ausprobieren wollen:

Genau das hatte ich gesucht :)

Genau das hatte ich gesucht :), Screenshot: amazon.de

Kann mir das jemand erklären? Und, nein: Das ist nicht etwa meine Favoritenliste 😉

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Filed under Fotos, Medien