Monthly Archives: April 2008

Irgendwie seltsam

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich gespannt bin auf den ersten ersten Mai in Berlin meiner Wenigkeit. Ich bin gefasst auf schönes, nicht so schönes und schlimmes. Aber seit eben weiss ich, dass es nichts gibt, was mich irgendwie ernstlich auf morgen vorbereiten kann.
Denn ich habe das hier gelesen.
Wie soll ich mir denn bitte ein Polizei-Rockkonzert am ersten Mai in Berlin-Kreuzberg vorstellen? Na gut, sollen sie nach Dienstschluss machen, was sie wollen. Aber damit Gewalt einzudämmen? Ich bin ein wenig skeptisch. Sollten sie – das hab ich auf irgendeiner anderen Seite gelesen – aber tatsächlich den Extrabreit-Klassiker „Polizei“ spielen, dann finde ich, sollten sie sich nicht wundern, wenn sie nicht ernst genommen werden.
Demnächst kommt dann die CD „Polizei SA/SS – Dr. Schäuble covert das Beste von Slime“, oder wie?
Ja, ich finde das albern.

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Zu Amstetten

Wie viel perverser kann eine Meldung noch werden?
Da sperrt jemand seine Tochter im Keller ein, vergewaltigt sie und zeugt mir ihr noch ein paar Enkel/Kinder. Das Ganze im Verlauf von 24 Jahren. Das mag der Gipfel menschlicher Entgleisungen sein, aber ich frage mich immer noch, weswegen die Medien das so gezielt ausschlachten. Versteht mich nicht falsch, es ist ein recht einzigartiges Verbrechen, und natürlich hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, über alles informiert zu werden, was so in der Welt passiert.
Aber trägt es der Informationsgewinnung wirklich bei, überall den Täter (auch noch unzensiert) zu zeigen? Fälle wie dieser zeichnen sich – auch das frei nach den Berichterstattern – dadurch aus, dass sie eben nicht so leicht entdeckt werden.
Ermittlungspannen mögen geschehen sein, und das ist natürlich traurig. Aber irgendwie stellt sich scheinbar niemand die Frage, ob das Verließ auch gefunden worden wäre, wenn es eine Durchsuchung bei dem Mann gegeben hätte.
Ist das wieder eine jener Vorbereitungen für einen erneuten Angriff von Schäuble, der uns versichert, dass so etwas nie wieder geschehe, wenn man nur zulässt, dass Kameras in den Wohnungen hängen?
Wenngleich ich klarstellen möchte, dass ich keinerlei Verständnis – oder noch absurder: Sympathie – für den Täter habe, so frage ich mich dennoch, was die breit mobilisierte Öffentlichkeit jetzt davon hat. „Besser einmal zu viel als einmal zu wenig eine Meldung machen“ wird da im Fernsehen empfohlen. Und das, wenn „Abweichungen vom Normalen“ erkenntlich sind. Geht’s eigentlich noch?
Stehen in den nächsten Monaten wieder irgendwann mal die Cops in meinem Zimmer, nur weil ich öfter auf der Straße stehe und eine rauche (statt es in meinem Zimmer zu tun), und wir als drei erwachsene Menschen zusammen wohnen? Ich meine, das ist auch eine „Abweichung vom Normalen“.
Wann wird die Welt endlich verstehen, dass es eine absolute Sicherheit nicht gibt? Jedes noch so perfide Überwachungssystem hat bisher versagt, wenn es darum ging, alles zu verhindern, was ihm nicht gepasst hat. Menschen sind nun einmal intelligent und finden Lösungen, Restriktionen zu umgehen. Und sollten wir je in einem Staat leben, der selbst derart perfide organisierte Grausamkeiten wie die hier vorliegende verhindern kann, dann glaube ich, dass das  so sehr in die Privatsphäre aller Menschen eingreifen müsste, dass ich da ums Verrecken nicht leben wollte.
Ich denke, ich kann es nicht einmal in Worte fassen, was ich den Opfern dieser Tragödie alles gutes wünsche, damit sie mit dem Erlebten wenigstens klarkommen. Dass Berichte mit Klarnamen und Belagerungen des Hauses von der Presse wenig dazu beitragen, das kann ich aber mit Sicherheit sagen!

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Nachtrag zum ICE

Zum Artikel über Wagner gerade eben:
Was ich gerade noch gar nicht gesehen hatte, das ist die tolle Fotomontage, die Bild zum Artikel über das Unglück verwendet. Meisterhaft. Man kann es sich richtig gut vorstellen:

Quelle: bild.de

Quelle: bild.de

Besonders bitte ich zu beachten, wie mehrmals dasselbe Schaf fliegen lernt, wie hoch der Triebwagen fliegt und dennoch Funken sprüht, und natürlich die gewaltige elektrische Entladung, die zwischen Stromabnehmer und Tunneldecke vonstatten geht. Es ist davon auszugehen, dass sie entsteht, weil die Schafe an der Tunnelwand reiben 🙂

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Es wagnert im Tunnel von Fulda

Nach einiger Zeit relativer Langeweile hat sich Franz Josef Wagner mal wieder zu einer journalistischen Meisterleistung durchgerungen. Diese kann und will ich nicht unkommentiert lassen:

Lieber ICE,

Ah! Endlich keine Rentner mehr!

eine kleine Schafherde soll Dich zum Entgleisen gebracht haben.

Ja, davon habe ich gehört. Absurd, aber warten wir mal ab, was sie dazu schreiben wollen.

Tage wird es brauchen, Dich aus dem Tunnel zu bergen. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert als ein paar Knochenbrüche von Fahrgästen und ein paar tote Schafe.

Also irgendwie finde ich Knochenbrüche nicht soo unbewegend. Haben sie mit den Verletzten gesprochen? Sehen die das ähnlich? Und die Schafe sind immerhin tot. Wollte ich nur mal anmerken…

Das wirklich schlimme Opfer bist Du. Du, ICE, bist ein zerstörter Gegenstand, Du bist ein Ding, das sich nicht mehr bewegen kann. Auf grauenvolle Weise bist Du tot.

Also quasi wie die Schafe, nur schlimmer!? Im Gegensatz zu den Schafen wird es ein leichtes sein, den ICE wieder dazu zu bewegen, sich zu bewegen. Wetten?

Wenn ich in einen ICE stieg, dann bedeutete es für mich Schnelligkeit, Pünktlichkeit, modern.

Wie nennt man eigentlich dieses grammatikalische Verbrechen? Ich weiss es ernstlich nicht, aber ich finde, dass es sich grausam anhört.

Mit 200, 250 km/h hast Du Deutschland durchrast und, das darf ich nicht verschweigen, Du bist das schönste Fahrzeug Deutschlands – Du bist ein Pfeil.

Er hat es durchrast und ist ein Pfeil. Harrrr! Warum dürfen sie das nicht verschweigen? Hat Onkel Mehdorn irgendwelche Zahlungen in Aussicht gestellt, oder wie soll ich mir das vorstellen?

Und dann kommt der Tunnel von Fulda.

Kurz rekapituliert: Du hast das Land durchrast, du bist ein schöner Pfeil, und dann kommt der Tunnel… Wenn ich in meiner Kindheit einen solchen Aufsatz geschrieben hätte, wären meine Lehrer mit eben jenem Aufsatz zum Bildungsminister gerannt, um höhere Bildungsausgaben durchzuboxen.

Mit gebrochenen Augen, sterbend, guckst Du uns an. Du kannst nicht mehr fahren.

Wenn sie sich umschauen würden, lieber Franz Josef Wagner, dann würden sie einige sterbende Schafe mit gebrochenen Augen und Knochen sehen, die nicht mehr laufen können.

Du bist für mich nicht mehr der ICE, der mich durch Nacht und Wind zu meinen Terminen, Rendezvous, nach Hause bringt. Ich habe Angst, mich auf Dich zu verlassen.

Sie sollten aber auch darauf verzichten, auf Schafen zu ihrem nächsten Rendevouz zu reiten, die lassen sich nämlich manchmal von unzuverlässigen Zügen überfahren. Verdammt, jetzt haben sie mich dazu verführt, einen ähnlich bescheuerten Quatsch zu schreiben. Wo soll das hinführen? Was wollen sie? Ein ICE-Denkmal in Fulda. Oder vielleicht auf dem Tempelhofer Feld? Um zu betrauern, dass die Mobilität im Lande sinkt? Wollen sie Schafe verbieten?

Herzlichst

Ihr F. J. Wagner

Naja, das musste ja noch sein. Und warum wird der ICE wie alle anderen nach ihrer Kolumne gesiezt?
OK, beenden wir das Ganze und verbleiben mit dem obligatorischen Gedanken nach einer Wagner-Kolumne: „Was war das denn eben?“

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Wir hätten es wissen müssen!

OK, ich mag da ein wenig hinterher sein – wie so oft. Aber gute Meldungen sind nunmal zeitlos. Diese betrifft einen Bundespolitiker, der direkt neben dem Abion Hotel Spreebogen (oder wie immer das Ding inzwischen heißt) residiert und uns Bürgern damit auf die Nerven geht, dass er zusätzlich zu all unseren Blogeinträgen auch noch unsere Festplatten lesen will: Dr. Wolfgang Schäuble. Nun ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen das Wortspiel. Insbesondere habe ich einen Spaß daran, Anagramme zu finden…

Das einzige deutsche Wort, dass sich genau aus den Buchstaben für „schaeuble“ bilden lässt, ist:

BELAUSCHE!

Was soll ich mehr dazu schreiben? Wir hätten es wissen müssen!

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Wenn der Postmann dreimal klingelt…

Nun, eigentlich hat er nur zweimal geklingelt. Dazu war es nicht die Post, sondern PIN. Geweckt hat es mich dennoch. Und, hat es sich gelohnt? Kann man sehen wie man will. Mein Name ist falsch geschrieben auf dem Brief, was mich verwundert, denn es handelte sich um… unsere Telefonrechnung. Eigentlich ist es eine Nachfrage wert, weswegen sie meinen Namen nach Ewigkeiten mal falsch schreiben. Wollte da jemand mal was neues ausprobieren?

Aber das ist nur eine Besonderheit dieser Telefonrechnung. Ich hatte eigentlich eine Mahnung erwartet, weil sie letzten Monat das Geld nicht einziehen konnten.

Die Kosten für den nicht erfolgten Einzug haben sie auch auf die Rechnung gesetzt. Den Betrag der letzten Rechnung allerdings nicht. Also ich warte jetzt mal auf die Mahnung… Aber es geht noch weiter!

Die Telefonkosten sind bei uns ein leidliches Thema. Alle vertelefonieren wir Unmengen aufs Handy [/Ironie], und so kommt dabei eine faszinierend hohe Gesprächsabrechnung von 20,60 Euro zusammen. Dabei nimmt über die Hälfte schon alleine ein einzelnes Gespräch von Ralf ein. Wer (außer denen, die bei so dubiosen 0900er-Nummern anrufen) hatte schon einmal eine Rechnung, bei der ein einzelnes Gespräch 60% der Kosten ausgemacht hat? Ich find das absurd. Das war es aber immer noch nicht!

Jetzt erstatten sie uns noch einen Einrichtungspreis – warum immer wir den zahlen mussten – der uns damals kurz nach dem Umzug eine abnorme Rechnung beschert hat. Alles in allem keine normale Rechnung, vor allem, wenn man dann irgendwie hiervon die Mehrwertsteuer erstattet wird, da kommt dann Betrag x, und wenn man es dann mit Pi quadriert, erfährt mann, wie alt seine Oma wird – oder so… war mir erstmal zu hoch. Ach ja, Fazit:

Quelle: Sash

Quelle: Sash

Ich muss gestehen, dass es zwar nicht schön ist, wegen der Telefonrechnung geweckt zu werden, aber wenn man dann erfährt, dass sie bei minus 26 Euro liegt…

 

Niedrigste WG-Telefonrechnung ever!!!

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Filed under Arcor / Vodafone, Feinde, Lichtblicke im Alltag

Main erstes Mal…

Die Zeit rast voran, und so steht bald der erste Mai einmal mehr vor der Türe. Der erste Mai. Der Tag der Arbeit, an dem um der Arbeit zu huldigen pflichtbewusst alles gemacht wird, nur nicht gearbeitet. Herrlich. Zudem Berlin! Erster Mai! Randale! Action! Was man halt so hört.
Nun, es wird mein erster erster Mai in Berlin sein. Was erwarte ich? Ich erwarte einen Haufen Menschen, der auf die Straße geht zum Demonstrieren. Wesentlich mehr als in Stuttgart, prozentual aber ähnlich viele Leute, die nur deswegen hingehen, weil der Herr Maier von der Gewerkschaft nebenan das so will und weil man es ja eigentlich immer gemacht hat.
Daneben erwarte ich eine radikal linke Demo, deren Veranstaltern und Teilnehmern es nicht nur um eine weitere Nullrunde bei den Löhnen geht, sondern um grundsätzliche Kritik an der Gesellschaft selbst. Und da wir in Berlin sind, erwarte ich auch Kravalle, wahrscheinlich ein paar brennende Autos und etliche Verletzte. Ich werde dennoch hingehen. Das mag jetzt der ein oder andere als Kravalltourismus bezeichnen, aber das ist es nicht. Ich hab schon brennende Autos gesehen, und ich hab schon Schläge von Polizisten einstecken dürfen. Entgegen aller Vermutungen muss ich aber gestehen, dass ich beim Austeilen eine echte Niete bin. Ich habe noch niemanden verletzt bei einer Demo, habe es nicht einmal ernsthaft versucht, und gedenke eigentlich auch nicht, daran was zu ändern. Notwehr vielleicht präventiv ausgenommen.
Mir ist klar, dass die Kravalle in Berlin längst auch nur noch Schaukämpfe sind, vorprogrammiertes Kräftemessen zwischen zwei Gruppen. Nein, wahrscheinlich kann man das nicht mal mehr als militante Politik bezeichnen, was an diesem Tag so passiert. Aber ich will wenigstens die Chance haben, davon zu berichten, NACHDEM ich da war.
Denn spätestens beim G8-Gipfel 2007 ist mir endgültig klargeworden, dass man nun wirklich nicht auf das vertrauen sollte, was einem erzählt wird. Ich habe dort Erfahrungen gemacht, die konträr zu denen sind, die manch Reporter (angeblich?) gemacht hat.
Deswegen möchte ich mich vorerst auf eine möglichst große Demo freuen und hoffen, dass sie eine Menge Spaß macht und lautstark ist. Ich bin nämlich mit vielem hier nicht einverstanden. Und nein: Es geht nicht nur um die Bild!
Ich werde hier mit Sicherheit nach meinem ersten ersten Mai in Berlin bloggen und mitteilen, wie ich das alles sehe. Bis dahin gilt es, abzuwarten und zu hoffen, dass nicht alles so schauderhaft dämlich ist, wie es uns die Medien verkaufen wollen.
Ich bin gespannt.

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